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Full text of "D. Marcus Elieser Bloch's, ausübenden Arztes zu Berlin ... Oeconomische Naturgeschichte der Fische Deutschlands .."


A V C 



<Cb 



^ ^ .1 




Hoiftt OL ^ngg* 



D. MARCUS ELIESER BLOCH'S, 

ausübenden Arztes zu Berlin; der Utrechter, Frankfurter, Göttinger, Harlemmer, Viiefiiager, Mainzifchen, Bödmtfclieti 

und Coppenhagner Gefellfchaften der WüTenfchaften ; der Berliner, Römifch - Kaiferlichen , Danziger, Hallifchen 

und Zürcher Naturforfchenden Gefellfchaften; der St. Petersburger, Leipziger, Baierfchen und Zelüfchen 

ökonomifchen Gefellfchaften ; der Ackerbau-Gefellfchaft, und des Mufee zu Paris, 

Mitglieds oder Correfpondenten, 

NATURGES CHI CHTE 

DER AUSLÄNDISCHEN FISCHE. 

MIT SECHS UND DREISSIG AUSGEMALTEN KUPFERN NACH ORIGINALEN. 



E R T E R 




BERLIN, 1790. 
Bey den Königl, Akademifchen Krnfthändlern J. Morino & Comp, 



4L 



VORREDE. 

In diefem Bande fahre ich mit den Befchreibungen der ausländi- 
fchen Fifche fort. Von den darin enthaltenen fechs und vierzig 
Arten, find nur zwey im Linneifchen Syfteme befindlich. Der 
gröfste Theil derfelben bewohnt die Oftindifchen und vorzüglich 
die JapanifchenGewäffer; ein kleinerer gehört in Afrika und Ame- 
rika zu Haufe, und Europa hat nur einen einzigen aufzuweifen. 

So fehr es den Kenner und Liebhaber der Naturgefchichte 
reizt, Gefchöpfe aus jenen entfernten Welttheilen kennen zu ler- 
nen; fo unangenehm ift es für den Schriftfteller, wenn er feine 
Lefer blofs mit einer trockenen Befchreibung derfelben unterhal- 
ten mufs, woran die weite Entlegenheit jener Gegenden, und der 
Mangel an Naturkündigern dafelbft, Schuld find. 

Da fowohl die im gegenwärtigen , als in den nächften Bän- 
den vorkommenden Fifche , nach dem Linneifchen Syfteme, zu 
den Barfchen, MeerbrafTemen a), Lipp- und Umberfifchen Z>) gehö- 
ren, deren Kennzeichen fo fehr in einander fliefsen, dafs fie des 
Ritters eigenen Geftändniffe zufolge c), fich nicht wohl von ein- 
ander unterfcheiden laffen: fo fah ich mich genöthigt, neue Kenn- 



a) Spari. c) S. DefTen S. N. p. 480 und 481 in den 

£) Labri & Sciaenae. Nöten. 



iv Vorrede. 

zeichen aufzufuchen, und andre Eintheilungen zu machen, wie 
folches Seite 13 u. £ mit mehrerm ausgeführt ift. 

Da es leicht möglich ift-, dafs ein anderer Ichthyolog in der 
Folge, befonders bey Vermehrung der Arten, zu einer andern Ein- 
theilung veranlafst werden könnte ; fo habe ich es mir angelegen 
feyn lafTen, die Fifche aufs genauefte zu befchreiben, damit ein fol- 
cher die Merkmahle defto leichter auffinden könne. Aus biof- 
fen Zeichnungen , und wenn fie auch die allergetreueften wären, 
läfst fich folches nicht jederzeit bewerkftelligen , da nicht alles 
dasjenige, worauf ein Syftematiker Rücklicht zu nehmen hat, fich 
in diefen ausdrücken läfst; wie z. B. die gezähnelten Schuppen, 
die einfache Kieme, die Zähne in dem Innern der Kinnladen, am 
Gaumen, an der Zunge und im Schlünde, die Dicke des Körpers, 
die Breite des Scheitels, der fcharfe oder runde Rücken und 
Bauch u. f. w. 

Von der einfachen Kieme, deren ich aufser diefem Bande noch 
nicht erwähnt habe, wird es nöthig feyn, etwas umftändlicher 
zu reden. Aufser den vier Kiemen, wovon eine jede aus einer 
doppelten Lage von Franzen befteht, findet man bey verfchie- 
denen Fifchen noch eine fünfte, die aber nur eine Lage Franzen 
hat. Diefe hat keinen knöchernen Bogen, hängt auch nicht 
frey, wie jene, fondern ift an der innern Seite des Vorderkie- 
mendeckels ausgebreitet, und bis an ihrem äufsern Rande feft. 
Diefe Kieme bildet gewöhnlich, eben fo wie die doppelten, einen 
Bogen, und erhält einen kleinen Zweig aus der Pulsader, wodurch 
den übrigen Kiemen das Blut zugeführt wird. Sie fleht nicht alle- 



Vorrede. v 

zeit mit den doppelten in dem nehmlichen Verhäknifse, da fie bey 
einigen grofs, bey andern klein, und bey manchen nur ein An- 
fatz zu fehen ift. 

Einer Art von einfacher Kieme gedenkt der Herr Conferenz<- 
rath Pallas bey einem Knorpelfifche, nehmlich bey dem Zahnfee- 
hafen, an dem er drey freie doppelte Kiemen, und eine einfache 
feftfitzende bemerkt hat, die er die angewachfene nennt d). Herr 
Dr. BrouJJonet erwähnt derfelben unter dem Nahmen After- 
kieme e). Er fand fie bey einer Scholle aus dem Südmeere f}, 
beim langfchnabligen Klippnfche g) und bey der BorflenflofTe h). 
Herr Dr. Wallbaum gedenkt ihrer in der neuen und vermehr- 
ten Ausgabe, des Artedi unter verfchiedenen Benennungen z), 
und bemerkte fie beim Sehwerdtfifche k). Auch Herr Profeffor 
Monro führt fie. in feiner Befchreibung von der Circulation des 
Bluts bey den Fifchen /), und in feiner Phyfiologie der Fifche 772), 
unter dem Nahmen einfache Kieme n) an. In der erfl kürzlich vom 
Hrn. Profeffor Schneider herausgegebenen und vermehrten Sy- 
nonomie des Artedi S. zyy wird ebenfalls von ihr gehandelt. 

Aufser den Fifchen , welche in diefem Bande vorkommen, 
habe ich bis itzt über ioq verfchiedene Arten aus meiner Sarara- 



d) Adnata. Spicü. zool. fafc. VII. p. 9, Branchia manca. Pfeudobranchia. Philof. 

Pfeudobranchia. Icht. Fafc. I. Ichth.pag.42. Branchia acceflbria.p. 148- 

*) A. a. O. 
f) J. A. B. Pleuroneftes mancus. % ^ fa ^ ^ 

g) Chaetodon longiroftris.; m) In der deutfc h en Ueberfetzung. S.*. 

K) Clupea Thriffa Linn, n ) Single gjy. 

a 3 



vi Vorrede. 

lung in der Abficht. unterfucht, um zu erfahren, ob fich in Anfe- 
hung der einfachen Kieme etwas Allgemeines fagen liefse: ob fle 
nicht etwa, da fie als ein Anhang zu den Lungen oder Kiemen be- 
trachtet werden muffe, denjenigen Fifchen allein eigen fey, die 
in den heifsen Himmelsflrichen leben, und denen eine ftärkere 
Abkühlung des Bluts nöthig ift? Ob fie nicht denjenigen Fifchen, 
die aufser dem Waffer bald flerben, fehle? Ob fie eine Eigen- 
heit der Knorpel- oder Knochenfifche, der Bewohner des füfsen 
oder falzigen, des fliehenden oder fliefsenden Waffers wäre? Ob 
fie bey den bleibenden oder Zugfifchen gefunden werde? Denn 
wüfste man , dachte ich , von dem einen oder dem andern Um- 
flande etwas gewiffes, fo könnte davon bey der Clamfication der 
Fifche Gebrauch gemacht werden. Auch bey einem unbekann- 
ten Fifche liefse fich auf den Ort feines Aufenthalts fchliefsen, 
und beim Verfetzen würde man leicht beftimmen können, in 
welchem Waffer diefer oder jener Fifch am bellen gedeihen 
würde; allein ich bin durch die bisherigen Unterfuchungen noch 
nicht in Stand gefetzt, anzugeben, warum diefe Kieme diefen 
Fifchen nöthig, und jenen entbehrlich fey. 

Ich würde diejenigen, die fich mir zur Unterfuchung dargebo- 
then, hier anführen, wenn ich nicht befürchtete, die Schranken 
eines Vorberichts zu überfchreiten. Ich werde diefes bey einer an- 
dern Gelegenheit thun, und begnüge mich, hier die Gefchlechter 
anzuführen, zu denen die Species, die ich unterfucht habe, gehören. 
Ich ordne fie in drey Klaffen, und zwar gehören diejenigen Ge- 
fchlechter, bey denen diefe Kieme gegenwärtig ift, zur erften, 



VORRE DE. 



VII 



diejenigen bey denen fie fehlt, zur zweiten, und diejenigen, 
welche nur zum Theil damit verfehen find, zur dritten Klaffe. 



Erste Klasse. 



Die Heringe . . 

— Meeräfchen . 

— Pfeifenfifche . 

— Panzerfifche . 

— Eidechsfifche . 

— Fingerfifche • 

— Kornährenfifche 

— Degenfifche . 

— Tobiasfifche . 

— Klippfifche 

— Groppen . 

— Stutzköpfe . 

— Spinnenfifche . 

— Himmelfeher 

— Hochrücken . 

— Petermännchen 

— Seewölfe . 

— Hayfifche . 

— Seeratzen . 

— Störe . 

— Seehafen . 

— Stachelbäuche 



Clupea. Linn, 

Mugil. — 

Fißularia. -— 
Loricaria. — 
Elops. — ■ 

Polynemus. — • 
Atherina. — 
Trichurus. — 
Ammoditesi ' — 
Chaetodun. — 
Conus. — 

Coryphaena. — 
Callionymus. — 
Uranojcopus. — 
Kürtus. Block. 
Draco. Linn. 

Anarhichas. — 
Squalus. — ■ 

Chimera. — ■ 

Accipenfer. — 
Cyclopterus. — 
Tetrodon» — 



Vlll V RR ED E. 




Die Schollen . 


Pleuronecles. 


Linn. 


— Makrelen . 


Scomber. 


— 


— Papageyfifche . 


Scarus. F 


orskäh 


— Drachenköpfe 


Scorpaena. 


Linn. 


— Sonnenfifche . ■, 


Zeus* 


— . . 


— Rochen . . , 


Raia, 


. i — 


— Knorrhähne . 


Trigla. 


— 


Z W EI T E 


K L A S S 


E. 


Die Hechte 


Efox. 


Linn* 


— Aale . . . . 


Murama. 


— 


— Schmerlen 


Cobitis. 


— 


*• Weife . . . 


Silurus. 


— 


— fliegende Fifche . 


Exocoetus. 


— 


— Anfauger . 


Echeneis. 


— 


— Meergrundeln 


Gobius. 


— 


— Deckfifche 


Stromateus. 


— 


— Kahlrücken . 


Gymnotus. 


— . 


— Schellfifche . 


. Gadus. 


— 


-*- Mornfifche 


. Balifles. 


— 


— Borftenfloffer. 


Trichogaßet 


•. Bloch o). 


D R I T T E 


K L A S S 


E. 


Die Nadelfifche . 


Syngnathus. 


Linn. 


— Neunaugen . 


Petromy^on. 


Die 



o) Wird in einem der nächften Bände vorkommen. 



Vorrede. 



ix 



Die Igelfifche . 

— Lippfifche 

— Meerbraffeme 

— Um b er fifche 

— Bodiane . 

— Sogofifche 

— Lutjane . 

— Lachfe 

— Karpfen . 

— Schleimfifche 

— 'Barfche 

— Seeteufel . 

— Stichlinge . 



Diodon. Lirm. 

Labms. — 

Spams. — ' 

Sciaena. ^-~ 

Bodianus. Bloch» 
Holocentrus. — 

Lutianus. — 

Sälmo. Linn. 

Cyprinus. — 

Blennius. — 

Perca. — 

Lßphius. — 
Gaflerofleus. — 



Wenn wir die Fifche der zweiten Klaffe nur mit einem flüch- 
tigen Blick überfehen : fo finden wir viele darunter, die in flehen- 
dem Waffer leben, wenigflens läfst es .' fich mit Gewifsheit von 
denjenigen behaupten, die bey uns zu Haufe gehören, als: der 
Wels, der Hecht, der Schlammpizger, der Aal, der Barfch, und 
der Frofchfifch p) u. a. m. : man könnte daher auf die Vermuthung 
gerathen, dafs diefe Fifche ein kälteres Blut und daher eine ge- 
ringere Abkühlung als diejenigen, die in fliefsenden WafTera 
leben, bedürften. Diefe Vermuthung fcheint dadurch ein Ge- 
wicht zu erhalten, da fie in gemifchten GefcMechtern gerade den- 
jenigen fehlt, welche in flehendem WafTer leben, als : dem Karp- 



p) Blennius raninus. 
Allg.Naturg.d. Fifche. Th. Vir. 



x Vorrede. 

fen, dem Schley, dem Goldfchley, der Karaufche und der Giebel ; 
die andern hingegen, bey denen iie gegenwärtig ift, halten fich in 
flieffenden, oder doch reinen und mit Grundquellen verfehenen 
Waffern auf, als: die Zope, der Döbel, die Zärthe u. f. m. 
Allein wenn man erweift, dafs fie auch bey der Schmerl, die doch 
nur in den reinften und kiefigen Bächen lebt, gefunden wird, und 
dafs fie bey den Seefifcharten , die doch im Meere leben, fehlt; 
fo fleht man wohl, dafs diefe Vermuthung keinen Grund habe. 
Diefe Kieme kann indeffen beim fehr zahlreichen Lachs- und 
Karpfen gefchlechte einen Karakter zu einer Abtheilung in zwey 
Gefchlechter abgeben. 

Bey diefer Gelegenheit will ich nur mit wenigen "Worten noch 
zwey Dinge bemerken , die zur Karakterifirung der Gefchlechter 
und Arten dienen können, und davon umftändlicher in der Vor- 
rede zu den nächften Theilen reden. Das erfte find zwey gegen 
einander über flehende Knochen im Schlünde, die mit kurzen, 
runden, und zum Zermalmen gefchickten Zähnen befetzt find. 
Das zweyte find die Körperchen, womit der Rand oder die obere 
Fläche derKiemenbogen befetzt ift, und die in ihrer Bildung, An- 
zahl, Gröfse, Dicke, und Konfiftenz, fehr von einander abweichen. 



INHALT. 



Uer Surattifche Klippfifch Seite 

Der chinefifche Klippfifch — 

Der Kleinfjhe Klippfifch — 

Der zweifleckige Klippfifch — 

Der zweiftachlige Klippfifch — 

Von den Papageififchen überhaupt. . « . . « — 

Der griechifche Papageififch — 

Der rothe Papageififch . — 

Der grüne Papageififch. . — 

Von den Bodjanfifchen überhaupt 

Der Bodjan — 

Der Jacob -Ewertfen, .... ... . . . . — 

Der Jaguar. ............. — 

Der Boenak,. .. .. .. ... ......... . . — 

Der-Aya», ..;;:. — 

Der gefleckte Bodjan — 

Der Apua — 

Der grofsfchuppige Bodjan. ....... — 

Der Sternträger — 

Der Silberbodjan — 

Von den Sogofifchen überhaupt. ....... — 

Der Sogo — 

Der grünliche Sogo. ......... — 

Der Ongo — 

Der geftreifte Sogo — 

Der Silberfogo. .......... — 

Der Goldfogo ♦ — 

Der getiegerte Sogo. — 



3 


Tafel CCXVII. 


5 


— 


CCXVIII. Fig. 1 


7 


— 


— 2, 


9 


— 


CCXIX. Fig. 1. 


ii 


— 


— 2. 


13 






23 


— 


ccxx 


27 


— 


CCXXI. 


29 


— 


CCXXII. 


3i- 






33 


— 


CCXXIII. 


36 


— 


CCXXIV. 


40 


— 


CCXXV. 


45 


— 


CCXXVI. 


45 


— 


CCXXVII. 


48 


— 


CCXXVIII. 


5o 


-, 


CCXXIX. 


53 


— 


ccxxx. 


55 


— 


CCXXXI. Fig. 1. 


57 


— 


— 2. 


59 






61 


— . 


CCXXXH. 


67 


— 


CCXXXIII. 


69 


— 


CCXXXIV. 


7 1 


r~ 


CCXXXV. Fig. 1. 


73 


— 


__ 2 . 


75 


— 


CCXXXVI. 


77 


— 


CCXXXViL 



I n h a 7 f. 

Der Sfclavenfifch. ....;..... Seite 80 Tafel CCXXXVIII. Fig. 1. 

Der vierlinigte Sogo — 82 — — 2. 

Der fünflinigte Sogo ; . . — 84 — CCXXXIX. 

Der bandirte Sogo. — 86 — CCXL. 

Der punktirte Sogo . — 88 — CCXLI. 

Der Lanzettenfogo. ......... — 92 ~ CCXLII. Fig. 1. 

Der blaupunktirte Sogo — 94 — — 2. 

Der gefleckte Sogo ., — ■ 96 —- — 3. ' 

Dßr furinamfche Sogo — 98 — CCXLIII. 

D£r Spornträger. .......... — 100 — CCXLIV. 

Der bengalifche Sogo — 103 — CCXLVL Fig. 2. 

Von den Lutjanen überhaupt. ....... — 105 

DerLutjan .....:...... — 107 -— CCXLV. 

Der Langftachel — 109 — CCXLVI. Fig. 1. 

Der Gelbflofler. .......... — III — CCXLVII. 

Das Goldauge — 113 — CCXLVIII. 

Der Rothfloffer. . . — 115 — CCXLIX. 

Die Seekaraufche — ri7 — CCL. Fig. r. 

Der Sattel — 121 — — — 2. 

Der Doppelzahn — 123 — CCLI, Fig. I. 

Der gezeichnete Lutjan — 125 — — — 2. 

Der Linkefche Lutjan ' — 127 — CCLII. 



D E R 



ALLGEMEINE NATURGESCHICHTE 

DER FISCHE. 

SIEBENTER THE I L 



ODER 



DER AUSLÄNDISCHEN 



VIERTER T H E I L. 



@G? ' ' "" ■AW ^^BTO?^ ^'(>^ ' 5Pft 



DER SURATTISCHE KLIPPFISCH. 

Chaetodon furatenfis. 
CCXVIIte Tafel. 

Neunzehn harte Strahlen in der Rücken- und dreyzehn in der AfterflofTe. K. J, 
Er. 16, B. 6, A.-y. S. 16. R. ff 

Chaetodon fpiniis undeviginti in pinna dorfi, tredecimquc in pinna ani. 

. XIII _ _, XIX 

B.v, P.xri, V.ritA.füü, C.xvi, D. ^^ 



ie Menge der harten Strahlen, welche dieferFifch fowohl in der Rücken- 3 g. 

als in der AfterflofTe aufzuweifen hat, unterfcheiden ihn von allen übrigen feines er ^ratti- 

7 lche 

Gefchlechts. Klippfifch. 

In der Kiemenhaut zähle ich fünf, in der BrußflofTe fechzehn, in der 
BauchrlofTe fechs, in der AfterflofTe drey und zwanzig, in der Schwanzflofie 
fechszehn , und in der RückenflofTe ein und dreifsig Strahlen. 

Die Mundöfnungift klein; die Lippen find fleifchicht; die Nafenlöcher, die 
zwifchen den Augen und der Mundöfnung in der Mitte flehen,find rund und einfach ; 
die Stirn ift abfchüffig, und die Augen flehen in einem filberfarbenen Ringe. Die 
Kiemenöfnungiftweit,und die freiliegende Kiemenhaut wird von fünf gekrümmten 
Knochen unterftützt. Die Seitenlinie, die unweit des Rückens fortläuft, bricht 
gegen das Ende ab, und endigt fleh in der Mitte des Schwanzes. Dicht am 
Kiemendeckel unter der Bruilflofle ifi ein fchwarzer Fleck fichtbar. Auf der 

A 2 



4 Der furattifchc Klippfifch. 

weifsen Grundfarbe des Fifches durch die ein Violet durchfpielt, fieht man viele 
filberfarbne kleine Flecke und feclis braune Bänder, von denen jedoch der erfte 
nur bis an die BruflflofTe reicht. Der After ift dem Kopfe näher, als dem 
Schwänze. Die BauchflofTen find durchaus fchwarz, die Rücken- und After- 
flofle fo weit ihre harten Strahlen reichen, violet, am übrigen Theile aber 
grau. An den harten Strahlen diefer FlofTen befinden fich weiche, breite Fafern. 

Diefen Fifch habe ich dem würdigen Herrn Prediger Chemnitz in Koppen- 
hagen zu verdanken, der ihn von dem Herrn Miflionaire Johnfan aus Suratte 
erhalten hat; daher ich veranlafst worden bin, ihm den angeführten Nahmen 
zu geben. Er ift in der Gröfse meines Exemplares vorgeftellt. 



Der. chineßfihe Klippfifch. 



DER CHINESISCHE KLIPPFISCH. 

Chaetodon Chinenfis. 
CCXVIIIte Tafel, ' Fig. i. 

Achtzehn harte Strahlen in der AfterflolTe. K. 5 , Br. 1 ©, B. 6, A. •§■§-, 
S. 1 6, R f -|. 

- • JTF/// 

Chaetodon aculeis oäodecim in pinna ani. B.v, P. x, V.vi 3 A - XKV Jii> 



V on den zwey und vierzig Klippfifchen, die ich befchreibe, hat kein einzi- 39- 
ger achzehn harte Strahlen in der AfterflolTe : fie bieten daher einen fichern fifche 
Karakter für diefen Fifch dar. 

In der Kiemenhaut finde ich fünf, in der BruftflolTe zehn, in der Bauch- 
flofle fechs, in der AfterflolTe acht und zwanzig, in derSchwanzflolTe fechszehn, 
und in der RückenflofTe vier und zwanzig Strahlen. 

Diefer Fifch ift in der Mitte breit und an beiden Enden fchmal. Der Kopf 
und die Mundöfnung find klein ; die Augen haben einen bläulichen Ring, und 
am Kiemendeckel ift ein Ichwarzer, mit einem weifsen Ringe eingefafster, 
eyförmiger Fleck befindlich. Zwifchen diefem und dem Auge find zwey längliche 
von der nehmlichen Farbe zu fehen. Die Kiemenhaut liegt unter dem Deckel 
verborgen; die Seitenlinie läuft unweit des Rückens mit demfelben paralell, und 
der After ift nicht weit vom Kopfe entfernet. Auf der weifsen Farbe des 

A 3 



6 Der chineßfihc Klippfifih. 

Fifches fieht man zehn fchmale , braune Bänder, von denen verfchiedene ge- 
theilt find. Die Bruft- und BauchflofTen find grau, die übrigen violet; die 
Bruft- und Rückenflofle find kurz, die AfterflofTe hingegen ift lang. Außer 
der eben angeführten Anzahl von harten Strahlen in der Afterflofle, ift auch 
die RückenflofTe mit fünfzehn dergleichen verfehen. 

Diefen Fifch habe ich mit noch einigen andern vom Herrn Retnus, dem 
fie auS China mitgebracht wurden, erhalten. Ich habe ihn ebenfals nach feinem 
Vaterlande benannt. 

Da die Schiffer fich wenig um die Naturgefchichte bekümmern, fo hat 
mir der Ueberfender auch keine Nachrichten von feiner Gröfse oder andern Be- 
fchaffenheiten mittheilen können. 



Der kkinfche Klippfifch. 



DER KLEINSCHE KLIPPFISCH. 

Chaetodon Kleinii. 
CCXVIIIte Tafel, Fig. 2. 

Ein Band über dem Auge, fiebzehn harte Strahlen in der RückenflofTe. K. y, 
Br. 15, B.f, A.^ y , S. 18, R.-H-. 

Chaetodon fafcia oculari, aculäs feptendeäm in pinna dorfi. B. v, P. xv, 

1 III _ xvii 

V. — , A. , Cr XVIII, D. 



VI* ^' XXIII > J XXXVI 



Rhombotidesdentatus; capite magis con- K/ewMifT.Pifc.Iv.p. 37.n.8.tab.io. fig.2. 

traclo; oculis in medio zonae unicae Der gezähnelteBottbaftart,mit noch kürzer 

obliquae; 17 aculeis curtis incurvisin zufammengedrücktenKopfeu.f.w.Neuer 

pinna dorfali erainentibus ; fquamis latis. Schaupl. der Nat., Th. I. S.926. n. 8> 



JLJas Band über dem Auge und die fiebzehn harten Strahlen in der Rücken- ~ 
flöße, beftimmen das Unterfcheidungszeichen für diefen Fifch. De f klem- 

In der Kiemenhaut enthält er fünf, in der BruflflofTe fünfzehn , in der Klippfifch. 
BauchflofTefechs, in der AfterflofTe drey und zwanzig, in der SchwanzflofTe 
achtzehn, und in der RückenflofTe fechs und dreifsig Strahlen. 

Diefer Klippfifch gehört zu denjenigen, denen eine fcheibenförmige Ge- 
flalt zu Theil geworden ift. Die Mundöfnung ift fehr eng 5 die Nafenlöcher find 
einfach; die Augen haben einen fchwarzen Stern in einem weifsen Ringe; der 
Kiemendeckel ift aus zwey Blättchen zufammengefetzt, die Kiemenöfnung weit, 



8 Der kleinfche Küppfifih. 

und die Kiemenhaut liegt frey. Die Seitenlinie unweit des Rückens bildet einen 
Bogen, und geht in die SchwanzflofTe aus. Der After. fleht in der Mitte des 
Körpers, die Grundfarbe des Fifches ift weifs, der Rücken braun und die Floffen 
find goldgelb. 

Diefer Fifch gehört in Oftindien zu Haufe: feine eigentliche Gröfse kann 
ich nicht angeben, denn ich befitze nur ein kleines Exemplar; meine Zeichnung 
aber ift von einem gröfsern, welches in der vortreflichen Sammlung des Herrn 
Commerzienrath Lincke zu Leipzig befindlich ift, genommen worden. 

Da Klein uns zuerft mit diefem Fifche bekannt gemacht, fo habe ich ihn 
auch nach feinem Namen benannt. 

Die Abbildung, die er uns von ihm hinterlafTen, ift gut ä). 

a) Mifc. Pifc. IV. tab. io. fig. 1, 



DER 



Der [weifleckige Klippfifck. 



DER ZWEIFLECKIGE KLIPPFISCH, 

Chaetodon bimaculatus. 

CCXIXte Tafe 1, F i g. i. 

Ein Band über dem Auge , zvey Flecke in der RückenflofTe. K. 6 f Br. 1 4, 
B.-S-, A. T V S. 17, R..ff. 

Chaetodon fajcia oculari, maculis duobus in pinna dorß» B. vi> P. xiy, 

r - Vi * A ' xvm > a XV1I > D ' IHI7- 



Rhombotides ore exferto dentatus; decem Bottbaftart mit einer gezähnelten kervor- 

velllaculeis recurvis pinnam dorfalem , c , - 

* ragenden Schnautze u. f. yv. Neuer 



tranfientibus ; fquamis latis ; unica zona 
obliqua caputadoculos utrinque fecan- 
te.Klein MifT. Pifc.IV. p. 36. n, 7. tab; 
10. fig. 1. 



Schaupl. der N"at.' Th. 1. S. 936 .n. 7. 



JJfie zwey Flecke in der RückenflofTe, und die Augenbinde unterfcheiden diefen 41 
Fifch von den übrigen feines Gefchlechts. Der zwei- 

fleckiffß 

Es findet fich unter den bisher befchriebenen Fifchen diefes Gefchlechts KJippfifch, 
keiner , der zwey Flecke in der Rückenflofle aufzuweiten hätte, und man könnte 
daher fchon diefe allein als hinreichende Kennzeichen für diefen Fifch betrach- 
ten; allein da es leicht gefchehen könnte, dafs ein Fleck durch Befchädigung 
Allg.Natur g .d.Fifche. Th.vn. B 



io Der {weißeckige Klippfifch. 

der Floße verlohren gierige, fo habe ich noch ein zweites Kennzeichen hinzu- 
gefügt. 

In der Kiemenhaut befinden fich fechs , in der BruftflofTe vierzehn, in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe achtzehn, in der SchwanzflofTe fiebzehn, 
und in der RückenflolTe vier und dreifsig Strahlen. 

Die Kinnladen find etwas lang,- die Nafenlöcher doppelt und in der Nähe 
der Augen befindlich, welche einen fchwarzen Stern haben , der in einem gel- 
ben Ringe eingefafst ifl. Die Kiemenöfnung ifl weit, und die Kiemenhaut un- 
ter dem Deckel verborgen. Die Seitenlinie läuft dem Rücken näher als dem 
Bauche, bis gegen den obern Theil des Schwanzes hin. Die Grundfarbe ifl 
weifs, und fällt ins graue; die Brufl- und BauchflofTen find roth, die übrigen 
flößen am Grunde gelb, und am Rande grau; das Band fo wohl, als die Flecke, 
find fchwarz und weifs eingefafst, von letztern ifl einer am Grunde und der an- 
dre am Rande der Rückenflofle. 

Wahrfcheinlich ifl auch Oftindien das Vaterland diefes Fifches. 

Ich habe meine Zeichnung von einem in der Lincheifchen Sammlung befind- 
lichen Exemplare nehmen lafTen. 

Den Nahmen diefes Fifches habe ich von den Flecken in der RückenflofTe 
entlehnt. 

Klein hat uns diefenFifch zuerfl bekannt gemacht a), in feiner an fich mit- 
telmäfsigen Zeichnung aber die Seitenlinie und die Flecke übergangen fr). 

a) Miff. Pifc. IV. p. 3. n. 7. b) T. a. B. tab. 10. fig. I. 



Der ppeifiachtige Klippfifch* 



DER ZJVEJSTACHLIGE KLIPPFISCH. 

Chaetodon biaculeatus. 
C CXIXte Tafel, F i g. 2. 

Zwey Stacheln unterm Auge. K. 4, Br. 1 8, B. |-, A. T 2 T , S. 1 7, R. -§f . 

- A — 

VI* ' XVII* 



Chaetodon aculeis duobus infra oculum. 3. if. JR„ xviu« V. ■ — , A. 



C.xru, D.-^-. 

Chaetodon fusco - rubescens ; aculeis Thef. Tom.III. p. 69. n. 19. tab. 26, 

utrinque duobus infra oculos. Seb. fig. 1 9. 



JL/a keiner von den Klippfifchen zwey Stacheln unterm Auge hat, Ib find diefe 
ein hinreichender Karakter. Der zwei- 

in der Kiemenhaut find vier, in der Brußflofle achtzehn, in der Bauch- ^liDDfifL 
flöße fechs, in der Afterfloffe Siebzehn, in der Scbwanzfloffe eben fo viel und 
in der Rückenfloffe fieben und zwanzig Strahlen vorhanden. 

Der Körper ift geflreckt, am Rücken blau, am Bauche weifs,und wird von drey 
Bändern umgeben, von denen das erfte am Kopfe, das zweite am Leibe, und das 
dritte am Schwänze befindlich ift. Da fein Körper nicht fo breit, feine Mund- 
öfnung nicht fo klein, feine Zahne nicht fo dicht zufammenftehen, wie bey den 
übrigen feines Gefchlechts; fo macht er den Uebergang von diefem zu dem fol- 
genden Gefchlechte aus. Die Augen haben einen fchwarzen Stern mit einem 

B 2 



xa Der iweifiachligc Klippfifch. 

bräunlichen Ringe. Von den unter denfelben befindlichen zwey Stacheln ift der 
hintere ungleich länger als der vordere. Die Kiemendeckel find beide gezäh- 
nelt; die Seitenlinie läuft nahe am Rücken, und der After fleht mitten am Kör- 
per. Die fämmtlichen FlolTen find grau^ und nur in ihrer Form verfchie- 
den: denn die Bruft- und AfterflofTen find rund, die übrigen aber endigen fich 
in eine Spitze. Die RückenflofTe in der man zehn harte Strahlen findet, hat in 
der Mitte einen Ausfchnitt; die Afterflofle äff mit zwey, die BauchflofTe hinge- 
gen nur mit einem Stachel verfehen. 

Diefer Fifch gehört in OfKndien zu Haufe. Das Original meiner Zeich« 
nungwird in der Linckeifchen Sammlung aufbewahrt. 

Von den zwey Stacheln habe ich feine Benennung hergenommen. 

Artedi hat diefen Fifch zuerft in dem SebaifihenWetke befchrieben ä), wo 
man auch die erfte Zeichnung von ihm findet F) , daran aber die Vertiefung in der 
Rückenflofle, deren Artedi erwähnt, fehlt; auch find die Bänder und die zwey 
Stacheln in der AfterfloiTe unbemerkt geblieben. Diefe wenige Fehler ausge- 
nommen , ift die Abbildung getreu. 

d) Thef. Tom. III. p. 69. n. 19. I) T. a. B. tab. 26. fig. 19. 



Von den Papageififihen überhaupt. 



f&~ 



LUtes GESCHLECHT 
APAGEIFISCHK 

Scarus. 



Erster Abschnitt* 

Von den P apageififchen überhaupt.- 

J[ch komme nunmehr der Linneifchen Eintheilung zufolge zu denjenigen vier 
Gefchlechtern, die nach dem einftimmigen Urtheil der Naturkündiger fchwer 
von einander zu unterfcheiden find. Hieher gehören die Meerbrafleme a), die 
Lippfifche b), die Umberfifche c\ und die Bärfche d). Da Linne von den 
MeerbraiTemen und den Lippfifchen felbft gefiehet, dafs fie fchwer von einander 
zu trennen wären e); von den Umberfifchen glaubt, fie feyen ein Mittelding 
zwifchen den Lippfifchen und Bärfchen und es daher fchwer fey, die Unte*- 



a) Spari. e) Labri & Spari genera ob affinitatem 

b) Labri. etiamnum difficilius diftinguuntur, S.N. 

c) Sciaenae. p, 473. 

tf) Percae, 

B 3 



14 Von den Papageififchm überhaupt, 

fcheidungszeichen feftzufetzen/); und von den letztern endlich behauptet, dafs 
nur ein gezähnelter Kiemendeckel fie von den drey vorhergehenden Gefchlech- 
tern trenne g) : fo ift es überflüfsig , erft durch Beifpiele zu zeigen, dafs die 
von ihm angegebnen Kennzeichen unzulänglich feyen , die zu jedem Gefchlech- 
te gehörigen Arten genau zu beftimmen. Wäre feine Behauptung, dafs die 
Bärfche von den übrigen drey Gefchlechtern durch einen gezähnelten Kiemen- 
deckel getrennt feyen, gegründet; fo wäre nichts leichter, als fie gleich beim 
erften Anblick zu erkennen: allein da fehr viele MeerbraflemeLipp- undUmber- 
flfche mit einem gezähnelten Kiemendeckel verfehen find ; fo ift diefes Merk- 
mahl zur Karakterifirung der Bärfche viel zu allgemein. 

Forsckäl, ein ächter Schüler des Linne klagt ebenfals über die Unzuläng- 
lichkeit der von feinem Lehrer angegebnen Kennzeichen der erwähnten Ge- 
fchlechter h). Denn wie er fagt, fo hat er einen gezähnelten „ Oberkiemen- 
deckel , fowohl bey vielen Lippfifchen , als bey den Bärfchen gefunden; es 
hätten viele von den MeerbrafTemen , ingleichen nicht wenige Bärfche eben fo 
gut wie die Umberfifche eine Furche am Rücken, welche den letztern 



f) Sciaenae genus medium efHnterlabros Linne, ad fpecies fufficienter extrican- 
Scpercas, vix fufficienter difHnchim. das, non fufficiunt. 

S. N. p, 480. Opercula anteriora pone dentara in multis 

g) Percae genus difficile difHnguitur a Labris aeque ac in percis. Spinas 
tribus praecedentibus, quoniam dif- dorfales in foveam recondunt, non 
fert folis, operculis dentato - ferratis. Sciaenae folae; fedmultiSpari, Percae, 
A. a. O. p. 48 Ij forte & Labri. Ramenta poft fpinas 

A) Characteres Generum Spari , Labri, dorf. Percis multis funt communia. 

Sciaenae, Percae, dati in Sylt. Nat. Defcript. Animal. p. 43. 



Von den Papageififihen überhaupt. %$ 

allen eigen feyn follten ; man fände endlich die Fafern an den harten Strahlen 
der Rückenflofle , die als ein Kennzeichen der Lippfifche angegeben wurden, 
auch bey vielen Bärfchen. Ich kann diefes alles nicht nur aus eigner Unter- 
fuchung betätigen , fondern noch hinzufetzen , dafs ich auch bey verfchiedenen 
Lippfifchen und Meerbraflemen Fafern bemerkt habe. Aufler der grofsen Aehn- 
lichkeit, welche diefe Fifche mit einander haben, kömmt noch die nicht minder er- 
hebliche Schwierigkeit hinzu, dafs fie eine zu grofse Menge in fich fafTen: denn 
felbft beim Linne, der nicht einmal alle zu feiner Zeit bekannten Fifche in fein 
Syftem aufgenommen,, (yermuthlich , weil die Befchreibungen oder Zeichnun- 
gen ihm nicht deutlich genug waren , um fie gehörig zu ordnen,) machen die 
Fifche der vier erwähnten: Gefchlechter, von allen in feinem Syftem aufgeführ- 
ten, über den vierten Theif und beinahe die Hälfte der Bruftflofier aus. Die 
Summa aller vier Klaffen beläuft fleh bey dem Ritter auf 401 Arten , nemlich 
20 Kalbäucher,. 35 Halsflofler, 119. Brufiflofler, und 127 Bauchflofler,. 
welche er fämmtlich in 47 Gefchlechter vertheilt,, und wovon auf diefe vier 
1 08 Arten fallen. Rechnet man zu diefen 10 %, noch diejenigen, die in an- 
dern Schriftftellern befindlich find ? und die ich aufler den Linneifchen befchrei- 
ben werde, deren Anzahl, wie wir bald fehen werden auf 322 Arten fteigen, 
fo machen die hieher gehörigen Fifche zufammen 430 aus~ 

Verfchiedene Naturforfcher haben die Fifche diefer Gefchlechter, theils 
nach dem Linneifchen , theils nach ihren eignen Syftemen, manche auch ohne 
alle Klaffification befchrieben. Diejenigen, welche in den beiden letztern 
Schriftftellern vorkommen, werde ich namentlich anführen , von den übrigen 
aber uur ihrer Anzahl erwähnen, weil ich fie doch bey den bald zu befchreiben- 
den Gefchlechtern ohnehin anführen mufs. Hier fetze ich fie alle der Ordnung 
nach her. 



i6 Von den Papageififchen überhaupt. 

Pallas d), Güldenflädt b), Mollina c) und Osbeck ä) jeder mit einem 4, 

Artedi e) und Köhlreuter f) jeder mit zwey 4 

Raig) mit ----__.-_ ^ 

Catesby h), Hottuyn i), Pennant k) und Ascanius l) jeder mit vier 1 6 

Brünniche rn), Gronov n) und Seba 0) jeder mit 13 - - 3 9 

Klein p) mit - - - 2.3 

Duhamel q) mit - - - - - - 30 

Forsckälr) mit - - - - - - 63 



In 



a) MeerbrafTem. 

b) Barfch. 

c) Meerbraffem. 

d) dergleichen. 

e) Cicla n. 1 & 2. Syn. p. 112: 

f) Lippfifche. 

g) Goldfinny. Synopf. Pifc. p. 163. n. 3. 
Cook n 4 Comber n. 5. 

K) Perca marina rhomboidalis. -Carolin, 
tab. 4. fig. 1. Turdus cinereus pelta- 
tus. tab. 11. fig. 2. Mormyrus ex 
cinero - nigricans, tab. 13. Suillus, 
tab. 15. 

i) 2Meerbrafleme,iLippfifchimd iBarfch. 

K) 4 Lippfifche. 

V) 3 dergleichen und 1 Barfch. 

m) 4 Meerbraffeme, 6 Lippfifche und 3 
Bärfche. 

n) Sciaena. Zoop. n. Sil. Cynaedus, n. 
S15 — 2l6, 221. Sparus n. 223, 



Coracinus. n. 216, 227. Scarus. n. 

130. Labrus. n. 238 — 40. 
0) Thes. Tom.IIItab 26.fig.a6 — 29, 32, 
33 .tab. 2 7. fig. 5,8 — 10, 12,15,17, 
p) Perca; Min". Pifc. V. 3 7. n. 3. 5. p. 3 g. 

n. 12, 13. Percis. p. 41. n. 3, 4* 

Moenas^.45. n. 2, 3, J. Cicla. p. 

47. n . 1 — 5, 7. p. 48. n. 8, 14. 

Synagris. p. Ji. n. 9 — n. Sargus. 

p. 57. n. 3. p. 58. n. 6. 
q) Traite gener. des Pech. Tom. 3. Seft. 4 

tab. 1. fig. 4, 5. tab. 3. fig. 2. tab. 4. 

fig. 1 — 3. tab. 5. fig. 4. tab. 6. fig. 

1 — 4. tab. 7. fig. 1 — 7. tab. 8. fig.- 

2 — 6, 8. tab. 9. fig. 1. tab. 11. fig. 
I, 3. tab. 12. fig. I — 3. 

r) 6 Meerbraffeme, 26 Umberfifche, 1 1 
Lippfifche,' 10 Bärfche und eben fo viel 
Papageififche. Defcript. Arimal. p. 
25—53- 



Von den Papagelßfihen überhaupt. ij 

in meiner Sammlung 160, divon nur 20 im Linne befindlich find, mithin blei- 
ben noch - - - " - - - - 140, die zu- 

fammen - - - - - - - - gzz, folglich 

mit den - - - - - - - - 108 vom 

Linne ~ - - - - - - - 430 ausma- 

chen. Nun i(l es zwar möglich, dafs hin und wieder ein und derfelbe Fifch 
bey diefen Schriftfteliern unter verfchiedenen Nahmen vorkomme: denn aller 
meiner angewandten Mühe ungeachtet, ift es mir aus Mangel deutlicher Be- 
fchreibungen öfters nicht möglich gewefen, hierbey etwas gewhTes zu beftimmen; 
allein dafür habe ich auch diejenigen nicht in Anfchlag gebracht, die man in 
Bellon, Rändelet, Salvian, Marcgraf, Willughby , Sloan, Brwwn, Fermin, 
und befonders in Renard findet.,, 

Bey der unverhältnifsmä'fsigen Vergröfserung diefer vier Gefchlechter ifb 
es alfo jedem leicht in die Augen fallend, wie nothwendig eine neuellirrtheilung 
fey. • Ich glaubte alfo bey diefer Ungewifshek meine Zuflucht am ficherften zum 
Gronov nehmen zu können, welcher die acht und zwanzig Arten, die er-be- 
fchreibt, flatt der vier nach dem Linne, in neun Gefchlechter abtheilte s): allein 
da er keine kurze, deutliche und beftimmte Kennzeichen anglebt, fo konnte er 
mir auch nicht zum Führer dienen t). 

j) Sciaenae, Cynaedus, Sparus, Holo- Sciaena. Zooph. p. 59. 

centrus, Coracinus, Scarus, Labrus, Corpus cachetoplateum, oblongiusculum, 

Callyodon, Perca. obefum. Abdomen rectum, non pro- 

t) Um mein Urtheil zu rechtfertigen, minens. Dorfum elevatum. Linea 

fetze ich feine Beflimmungen unverän- lateralis dorfo parallela & proprior, 

dert her, da ich vorausfetzen kann, haud interrupta, ab operculis ad cau- 

dafs fein Werk nicht in jedermanns dae finem usque in plerisque procur- 

Händen iit. rens< Anus in medio abdomine. 

Caput cathetoplateum, fuperne declive, 

Alle. Nature. d. Fifche. Th. vn. C 



i8 Von den Papageififchen überhaupt. 

Bey fo bewandten, Umfländen habe ich mich bemüht, neue Einteilungen 
zu machen, und felbige auf folche Kennzeichen zu gründen, die befländig find, 
und leicht in die Augen fallen. Nach genauer Unterfuchung und Vergleichung 
fand ich, dafs die Schuppen und Stacheln am Kopfe, der glatte oder gezähnelte 



fubacutum, omnino fquamofum. Oper- 
cula fquamofa, horum Laraina fupe- 
rior ad marginem minutiflime ferrata. 

Membrana Branchiostega operculis ob- 
tecta, expanfilis, officulis utrinque 
inftru&a iv, vir. 

Pinnae vil. In dorfo unica in medio 
humilior. Cauda plerumque indivifa. 
Radii aliquot vix aculeati plerumque 
in pinna Dorfali, Ventrali & Anali. 
Cynaedus. p. 60. 

Corpus cathetoplateum, craffiusculum. 
Dorfum parum arcuatum. Squamae 
inermes, imbricatae. Linea lateralis 
integra, ab operculis caudam petens, 
arcuata, dorfo parallela & proprior. 

Caput cathetoplateum, crafTum. Occi- 
put & opercula, quae rotunda & 
inermia, fquamis conteguntur. Frons 
atque regio inter oculos & roftrum 
alepidota. 

Membrana branchiostega ab operculis 
conte&a officulis utrinque VI. 

Pinnae VII. Dorfalis unica, quae in 
medio parum humilior. Pinna Ani 



unica. Ventrales fub petEtoralibus, 
radio unico aculeato, & quinque mu- 
ticis fubramofis. Radii aliquot aculeati 
ad pinnam dorfalem, & annalem. 
Sparus. p. 64. 

Corpus cathetoplateum, fubcompreflum. 
Dorfum arcuatum, elevatum. Squa- 
mae amplae, muticae, imbricatae. 
Linea lateralis arcuata, dorfo proprior, 
ab operculis usque ad regionem finis 
pinnae dorfalis tantum percurrens. 

Caput cathetoplateum, inerme, omnino 
fquamis magnis obte&um. Regio in- 
ter oculos & roftrum alepidota. Den- 
tes parvi. 

Membrana branchiostega fub operculis 
latitans, expanfilis, ofhculis inftrucla. . . 

Pinna VII, Ferme ut in Cynaedo. 
Holocentrus. p. 65. 

Corpus cathetoplateum, fquamis asperis 
te<5tum. Linea lateralis arcuata, dorfo 
proprior & parallela, integerrirna ab 
operculis usque ad caudam procedens. 

Caput cathetoplateum undique aculea- 
tum. Opercula brauchiarum fqua- 



Von den Papageififihen überhaupt. 19 

Kiemendeckel, die Flößen am Rücken, und die hervorgehenden Kinnla- 
den, die ficherften Merkmahle für die dreizehn Gefchlechter, in die ich fie geord- 
net habe, abgeben. 



mofa & aculeata. Dantes in maxillis, 
palato Sc faucibus. 

Membrana branchiostega fub operculis 
recondita, expanfiiis, ofüculorum 
utrinque fex. 

Pinnae feptem aculeatae. In dorfo unica, 
in medio ad dorfum usqueferme divifa. 
Cauda utrinque aculeis inftructa.. Pin- 
nae Ventrales osficulorum oclo, 
Coracinus. p. 66. 

Corpus cathetoplateum , craffiusculum. 
Dorfum arcuatum, elevatum. Linea 
lateralis dorfo ferme paraliela & pro- 
pior , integerrirna ab operculis usque 
ad caudam extenfa. 

Caput erafTum , breve, fquamis minutif- 
fimis undique obtectum, antice obtu- 
fum. Opercula fquamofa, quorum 
lamina fuperior ambitu ferrata eft, & 
poftica in apicem inermem excurrit, 
vel &r ambitu dentata exiftit. 

Membrana branchiostega fub operculis 
omnino complicata, expanfiiis, officulis 
utrinque quinque , vel fex. 

Pinnae feptem. In dorfo unica, quae in 
medio adeo humilis ut duplex videatur. 



Huius pinnae antica officula funt acu- 
leata, & fubfequentibus inermibus 
breviora. Pinna ani unica. Officula 
aculeata ad pinnas ventrales, analem 
&c dorfalern. 

Scarus.p. 67. - 

Corpus oblongum, cathetoplateum, gra- 
cilescens verfus caudam , fquamofum. 
Linea lateralis dorfo proxima, &c pa- 
raliela, ad pinnae dorfi finem declinans, 
hinc in mediis lateribns refta ad cau- 
dam. Dorfum & abdomen vix pro- 
minentia. Anus caudae propior. 

Caput ad opercula rotundnm, antrorfum 
plerumque plagioplateum & fubacutum, 
undique fquamofum, inerme. Oper- 
cula inermia, fquamofa. Oculi magni. 

Membrana branchiostega utrinque officu- 
lis quinque fufFulta. 

Pinnae VII. In dorfo unica magna, in- 
tegerrirna, officulis poiticis fenfim 
longioribus quam anteriora. Ventra- 
les fub pectoralibus. Officula aculea- 
ta nonnulla in dorfkli, ventralibus, 
analique pinnis. 



c % 



20 Von den Papageififchen überhaupt. 

Nach diefen vorausgefchickten Betrachtungen, kommen wir nun wieder zu 
den Papageififchen zurück. Das Gefchlechtskennzeichen diefer Fifche ift : 
Hervorragende Kinnladen fiatt der Zähne. Piscis maxillis prominent ibus loco 

dentium. 



Labrus n. 2. Linn. S. N. p. 474. 

n. 6. Artedi gen. p. 34. 

Callyodon. Gronov Zooph. p. ja. 



Scarus. Forsckäl Defcript. Animal. p. 25. 
Sargus. Klein MÜT.Pifc, V. p. 58. n. 7. 



Die vor den Lippen ftark hervorftehenden gezähnelten Kinnladen find ein 
leicht zu bemerkendes Kennzeichen für die Fifche diefes Gefchlechts. 



Labrus. q, 70. 

Corpus cathetoplateum , comprefllim, 
oblongiusculum, fquamis amplis im- 
bricatis mollibus tedum. Anus in rae- 
dio corpore. Linea lateralis integer- 
rima in exortu propior dorfo eique 
parallella, ad regionem ultimorum ofli- 
culorum pinnae dorfalis oblique decli- 
nat verfus media latera, deinde rec~ra 
caudam petir. 

Caput cathetoplateum, inerme, fubacu- 
tum, alepidotum. Opercula laevia 
alepidota. Dentes in maxillis Sc fau- 
cibus parvi. Labia dentes tegentia 
carnofa. 

Membrana branchiostega operculis ob- 
te£ta, ofliculis inftrufta V. vel VI. 

Pinnae VII. In dorfo unica, aequalis 
ubique altitudinis. Analis unica- 



Ventrales fub pecloralibus. Cauda 

plerumque indivifa. Oflicula antica 

pinnarum dorfi, ventris & aniaculeata^ 
Callyodon. p. 72. 
Corpus cathetoplateum, oblongiusculum, 

obefum, inerme, fquamis laevibus. 

Anus caudae parum propior. Linea 

lateralis ad finem pinnae dorfi inflexa, 

primorecla dorfo parallella cVproxima, 

dein in mediis lateribus. 
Caput cathetoplateum, inerme, omnino 

fquamofum. Dentes crafll, Angularis 

fhructurae in maxillis. 
Membrana branchiostega fub operculis 

latitans, expanfilis, ofliculis irrfirucla IV, 
Pinnae inermes VII. Dorfalis unica per 

totum dorfum extenfa. Ventrales fub 

pecloralibus. 



Von den Papageififchen überhaupt. n 

Wir haben zwar bey den Stachelbäuchen diefes Merkmahl fchon als ein 
Gefchlechtskennzeichen gebraucht*): allein da dort die BauchflofTen fehlen, und 
fie wegen ihrer knorpelartigen Subfhnz in die Klaffe der Knorpelfifche gehören, 
fo wird fie auch niemand mit den uningen verwechfeln. Da die Kinnladen bey 
diefen Fifchen gefpalten find, fo fcheint es, als wäre fie mit vier ftarken Zäh- 
nen verfehen. Die Einfchnitte, oder das fägeförmige an denfelben, find nicht 
bey allen gleich, indem fie bey einigen tief, bey andern nur flach find. Der 
Kopf ift dick , der Rumpf fleifchig und mit fieben FlofTen verfehen , davon 
man zwey am Bauche, eben fo viel an der Bruft, eine längfr des Rückens, eine 
am Schwänze und eine zwifchen diefem und dem After findet. Sie leben von 
Krebfen und Mufcheln, und kommen ihnen ihre ftarken Kinnladen beim Zer- 
knirfchen der Schaalen gut zu Hatten» 



Peres, p. 86. 

Corpus cathetoplateum , oblongiusculum, 
obefum. Squamae imbricatim fitae, 
feabrae, quandoque nullae. Anus in 
medio corpore, pierumque caudae pa- 
rum propior. Dorfum elevatum, ar- 
cuaturn, carinatum. Linea kteralis 
egregie confpicua, dorfo parallela. 
& propior, integerrima, ab operculis 
ad caudam extenfa. 

Caput cathetoplateum, crafiiusculum, an- 
trorfum obtufo-acuminatum, in quibus- 
dam omnino fquamofum, in aliis un- 
dique aculeis prominentiisve horridum. 
Os in apice capitis, dentibus exiguis 



armatum. Opercula branchiarum in 
acumen aculeo auc~tum exeuntia, pie- 
rumque alepidota, quandoque omni- 
no fquamofa, vel apophyfibus acu- 
leata. Laminae fupeiioris operculo- 
rum totus ambitus in his, angulus vero 
inferior tantum in illis dentatus eil. 

Membrana branchiostega officulis feptem, 
in aliis modo quinque. 

Pinnae VII. vel VIII. In dorfo I. vel IL ra- 
diis nonnullis aculeatis. Ventrales fub 
pectoralibus , radio antico aculeato. 
Analis unica, radiis quibusdam anticis 
aculeatis. Cauda ampla. 

*) Th. I, ausl. Fifche, S. iao» 



C 3 



11 Von den Papageififchen überhaupt. 

Ihr Aufenthalt ifl in den warmen Gegenden der alten Welt; oh fie auch 
in den füdlichen GewäfTern der neuen angetroffen werden, davon habe ich bis 
jetzt noch keine Spur bey den Sehriftftellern gefunden: aus den nördlichen Ge- 
genden Amerikas hingegen, habe ich einen, den ich bald befchreiben werde, 
vom Herrn Dr. Ifirt erhalten. 

Bey den Alten findet man keinen Fifch, deflen Befchreibung hieher pafsr. 

Aldrovand gab uns zuerfl eine Zeichnung u), und Willughby eine Be- 
fchreibung x) von dem zunächft zu befchreibenden griechifchen Papageififche, 
den Artedi unter den Lippfifchen y) befchrieben, welchem auch Linne gefolgt 
ift, und den Klein feinen Breitzähnen beizählt j). Hierauf befchreibt Gronov 
einen neuen, und widmet beiden unter dem Nahmen Callyodon a*), ein eignes 
Gefchlecht, welches auch vom Forsckäl unter dem Nahmen Scarus gefchiehet. b*y 
Diefer befchreibt zehn neue Arten , die ihm auf der Reife zu Gerichte gekom- 
men find c*). Da ich nun diefe zwölf fchon bekannten Gattungen, mit noch 
zwey neuen, die ich befitze und befchreiben werde, vermehre; fo enthält die- 
fes Gefchlecht überhaupt vierzehn Arten, von denen Linne nur eine gekannt hat. 



u) De Pifc. p. 8. i*) Scarus SiganusA.a.O.p.2 5 S.ftellatus, 

ar) App. p. 23. S. Gallus p. 26, S. purpureus p. 27. 

v) Syn p. 57. n. 12.' S. Ghobban, S. niger p. 28» S. ferru- 

Miff. Pifc. V. p. 58. n. 7. gineus, S. Pfittacus p, 29, S. Harid, 

<z*) Zooph. p. 7 a. n. 245. S. fordidus p. 30. 
i*) Defcript. Animal, p. 25. 



Der grkchifche Papageififch. 



*3 



Zweiter Abschnitt. 

Vo n den P ap a g e ififc hen insb efo n d e r e. 



DER GRIECHISCHE PAPAGEIFISCH 

Scarus cretenfis. 

CCXXt« Tafel. 

Die Rüdenflofle ßacliellos. K. 4, Br. 16, B. 6, A. T T T , S. 1$, R. xo. 

Scarus pinna dorß inermi. JB. iv 3 P. xvi, V. Vi, 4.—, C xviu* 
D. xx. 



Labrus cretenfis. L. dentibus 4, vires- 

cens , cauda bifurca. Linn. S. N. 

p. 474. n. 2. 
Labrus tetrodon virescens, cauda bifurca. 

Arted. Gen. p. 34. n. 6. Syn. p.57. 

n. 12. 
Callyodon capite fubobtufo : cauda trun- 

cata. Cronov Zooph, p. 72. n. 145. 
Sargus , ventre & dimidio capite inferio- 

ris partis lutescente; dimidio corpore, 

dorfura verfus, ex fusco viridi ; iride 



viridi lata; cauda circinata; duobus 
offibus eburneis latis, parumper ferratis 
in utraque rnandibula, dentium loco. 
Klein MUT. Pifc. V. p, 58. n. 7. 
tab. 10. fig. 3. 

Scarus cretenfis. Aldrov. de Pisc. p. g. 

Turdus viridis indicus, Scarus cretenfis 
Aldrov, Wdlughb. Icht. App. p. 23 tab. 
X. 10. 

Scarus cretenfis Jonfi. de Pifc. tab 4 5. fig.8. 

Ruyfch Theat. Anim, tab, 45. fig. 3. 



14- Der griechifche Papageififch. 

Scarus cretenfis AUrov. Rai Synop. Pisc. Der Breitzahn mit gelbüchtem Bauche 

p. 129. n. 4. u. f. w. Neuer Schaupl, der Nat. Th. I. 

Kakatoua Capitano. PohTon Perroquet. S. 969. n. 7. 

Renard Tom. I. tab. 20. fig. 11 2. Der Cretenfer, Müll. I. S. Th.IV. S. 197. 

Kakatoua Capitano. Cacatoewifch , met Kakatoeha Capitano, of de Kakatoeha, die 

alle de beentjes der Rugoin gedornd. Capitain. Valentyn, Amboina, Tom. 

Boddart Natururlyke Hifloire der in- III, p. 358. n. 38. fig. 38. 

difchee Vifchen, p. 31. 



Der griech- LJ' ie ftachellofe RückenflofTe ift für diefen Fifch ein hinlängliches Unterfchei- 
ifche Papa- dungszeichen . 
geififch, . D 

In der Kiemenhaut bemerke ich vier, in der Bruflfloffe fechszehn, in 

der~Bauchflofle fechs, in der AfterflofFe eilf, in der SchwanzflofTe achtzehn, 
und in der RückenflofTe zwanzig Strahlen. 

DerKopf diefes Fifches iil grofs,abfchüf!igund ganz mit Schuppen bedeckt. 
Die Lippen find Hark; die Kinnladen gezähnek. Nach dem Winkel zu bemerkt 
man auf demfelben drey hinterwärts gekrümmte Haken, an welchen der gefan- 
gene Fifch, wenn er fich flräubt, deflo ficherer gefefTelt wird. Die Nafenlöcher 
find rund, klein, einfach und unweit der Augen befindlich; die Kiemenöfnung 
ift fehr weit und die Kiemenhaut zum Theil bedeckt. Die Schuppen find unge- 
mein grofs und flark gefurcht; die Seitenlinie fängt an dem obern Theil des 
Kiemendeckels an, läuft unweit des Rückens, und bildet auf jeder Schuppe drey 
bis fechs dunkelbraune Strahlen. Der After fleht in der Mitte des Körpers. 
DieFarbe fälle auf den Seitenins Gelbgrüne, am Baucheins Gelbe, und am Rücken 
und Kopfe ins Braungrüne. DieFlofTen find gelb, und am Ende grün. Das Auge 
beflehet aus einem fchwarzen Stern mit einem weifsen fchmalen und grünen brei- 
ten Ringe; die Strahlen in den Floffen find flark und gehen in viele Fafern aus. 
Die BauchflofTen flehen weiter vom Kopfe,- als die BruflflofTen. 

Dafs 



Der griechifihe Papageififch. 2$ 

Dafs dieferFifch in den griechifchen Gewäflern angetroffen werde, ift nur 
eine Vermuthung, die fich auf das Beiwort cretenßs des Aldrovands gründet. 

Die Befchreibung, die uns Lifier von diefemFifche liefert, ift wahrfchein- 
lich nach einem oftindifchen Original gemacht, wie folches aus der Ueber- 
fchrift Turdus viridis indicus erhellt ä). Auch findet man ihn unter den Oftin- 
difchen Fifchen des Renard abgebildet b)- Denjenigen, den ich befitze, und 
der nach feiner natürlichen Gröfse vorgeftellt ift, habe ich aus einer holländi- 
fchen Verfteigerung, in deren Verzeichnifs ihm Oftindien zum Vaterlande ange- 
wiefen wird', unter dem Nahmen Kakatoevifch, erhalten. 

Auf deutfch heifst diefer Fifch der griechifche Papageififch, oder der 
grünliche Breitzahn; in Oftindien Kakatoeha Capitano, und von den dafigen 
Holländern wird er Kakatoevifch genannt. 

Der Holzfchnitt des Aldrovands ift ziemlich getreu, nur dafs er den 
Kopf ohne Schuppen und die Bauchfloffen vor den BruftflofTen vorftellte c) 
der Kupferabdruck hingegen, den uns bald darauf Willughby gab, ift fehr 
fchlecht d), welches man auch von der Jonstonfchtnt) und Ruyfchenf) Zeich- 
nung behaupten kann ; befler ift die vom Klein g), der jedoch die Seiten- 
linie und die mondförmige Geftalt der SchwanzflofTe übergangen hat. 

Gronovs Frage: ob unter der zwölften Gattung der Lippfifche des Artedi 
der unfrige zu verliehen fey ä), kann ich bejahen : denn man vergleiche nur die 



0) Willugb. Ichth. App. p. 23, e) De Pifc. tab. 45. fig. 8- 

b) Tom. I. tab. ao. flg. 112. /) Theat. Anim. tab. 45. fig. g. 

c) De Pifc. p. 8- g) MifT. Pifc. V. jab. 10. fig. 3. 

d) Icth. Append. tab. X. 10. A) Zooph. p. 72. n. 245. 

Allg.Naturg.d.Fifche. Th.ViT. D 



i6 Der griechifche Papageißßh, 

Befchreibung des Artedi /), und die Zeichnung des Aldrovandsk), vorauf er fich 
beziehet, mit der unfrigen, fo wird man finden, dafs es derfelbe Fifch fey. 

Wenn Gronov die gerade Schwanzfloffe mit zum Kennzeichen diefes Fifches 
macht /), fo mufs ihn ein fchadhaftes Exemplar irre geführt haben. Derfelbe 
fehlt auch, wenn er den Bandafchen Catatoenavifch des Valentyn rri) für den 
unfrigen hält, denn es ift die Coryphaena pentadactyla desLinne. Man (teile nur 
meinen auf der I73ten Tafel vorgestellten Fifch gegen den des Valentyn, fo 
wird man die Aehnlichkeit zwifchen beiden leicht bemerken. Eben fo unrichtig 
ift fein Urtheil von dem ScheermefTer des Gesners n) den er für unfern Fifch 
hält, welcher aber ein Stutzkopf ift o). Man vergleiche nur die Befchreibung, 
welche Gesner und Zinne von diefem Fifche geben, mit der von dem unfrigen; 
fo wird man mein Urtheil gegründet finden. Die Zeichnungen des Renard p) 
und Valentyn q) find im Vergleich gegen ihre übrigen fchlechten Zeichnungen 
noch leidlich vorgeftellt. 

Ohne Zweifel ift Boddart durch die angeführte Zeichnung in Renard und 
Valentyn verleitet worden, von unferm Fifche zu behaupten, dafs alle Strahlen 
in der RückenflofTe ftachlig wären r); darinn hat aber unfer Schriftfteller voll- 
kommen Recht, wenn er dem Gronov tadelt, dafs er aus dem unfrigen einen 
Kofferfifch machen will s). 



i) Syn. p. 57. n. 12. o) Coryphaena Novacula. Linn. 

*) de Pifc. p. 8. p) Tom. I. tab. ao. fig. 112. 

/) Zooph. p. 72. n. 245. 5) A. a. O. 

m Amboina Tom. III, S. 387. fig. 123. r) Befchriv. p. 31. 

n) Icon.Anim. p. 62. fig. 2. s) Zooph. p. 45. n. 175, 



Der rotht Papageißfeh. 27 



DER ROTHE PAPAGEIFISCH. 

Scams croieenfts. 

CCXXIte Tafel. 
Die SchwanzflofTe abgerundet. K. 4, Br. 12., B. 6", A. T r TI S. 1 J, R. ^. 
Scarus pinna caudae rotundata. B. iv , P. Xii t V.Vi, A. —-, C. xr t 

ä-ä, 

i/ie abgerundete SchwanzflofTe ift ein Merkmahl , wodurch man diefen Fifch 3. 
von dem vorhergehenden und dem noch folgenden leicht unterfcheiden kann. p 

In der Kiemenhaut finde ich vier, in der BruftflofTe zwölf, in der Bauch- fifch. 
flofle fechs, in der Afterflofle eilf, in der SchwanzflofTe fünfzehn, und in der 
RückenflofTe neunzehn Strahlen. 

Der Kopf ift kleiner als bey dem vorhergehenden und bis auf die Stirn mit 
Schuppen durchaus befetzt; die Lippen find dickhäutig, und bey einer genauen 
Unterfuchung findet man, dafs die Kinnladen aus vielen kleinen Blättchen belie- 
hen j die wie Dachziegel über einander liegen. Von meinen Exemplaren , die 
von verfchiedener Gröfse find, finde ich an der Oberkinnlade des gröfsern einen 
nach hinten zu gebogenen Hacken, und vorn zwey gerade hervorragende Spitzen. 

Die untere Kinnlade hat bey beiden keine dergleichen Hervorragung, die 
bey den kleinern Exemplaren auch an der obern fehlen. Die Zunge ift kurz, 

D 2 



*8 Der rothe Papageififih. 

dick und, fo wie auch der Gaumen, glatt. Die Augen haben einen fchwarzen Stern, 
der in einem goldnen Ringe flehet; die Nafenlöcher find doppelt, dicht an den 
Augen befindlich, und die vordem röhrenförmig; der Rumpf ift ziemlich breit, 
und der Schwanz fchmal. Die rothe Grundfarbe fpielt auf eine angenehme Art 
durch die glänzende Silberfarbe; nur der Bauch ift weifs, und längft dem Kör- 
per hat eines von meinen Exemplaren zwey Streifen von der nehmlichen Farbe. 
Die Flößen find klein, die Schuppen grofs, dünn, fein geftrahlt, und 
fitzen am Körper fehr los. Die Seitenlinie fängt bey den Augen an, läuft un- 
weit des Rückens, macht am Ende feiner FlofTe eine Beugung, und verlieret fich 
in der Mitte der SchwanzflofTe. Auf jeder Schuppe über die fie wegläuft, bil- 
det fie mehrere Strahlen. Die Bruft- Schwanz- und Bauchfloffen find am Grunde 
gelb, und am Ende grau. Am Grunde der BauchflofTe entdeckt man einen knö- 
chernen Anhang. Der After liegt zwifchen dem Kopfe und der SchwanzflofTe 
in der Mitte. In der RückenflofTe find neun , in der Bauch- und Afterfiofle 
nur ein harter Strahl befindlich. An jedem der neun erftern bemerkt man eine 
Fafer. Die weichen Strahlen in fämmtlichen FlofTen find an ihren Enden viel- 
zweigigt. 

Diefer Fifch gehört fowohl in Oft- als Weftindien zu Haufe. Aus erftrer 
Gegend erhielt ich ihn unter dem Nahmen Ican Cacataea merra, und aus letzte- 
rer vom Dr. Ifert , der ihn unweit der Andllifchen Infein bey der Infel St. 
Croix aus dem Meere ausfifchte. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch, den rothenPapageififch; die Japaner 
bey feinem eben angeführten oftindifchen Nahmen , und die dafigen Holländer 
de rode Papagei Vifih. 



Der grüne Papageißfeh. 19 



DER GRÜNE PAPAGEIFISCH. 

Scarus viridis. 

CCXXIIte Tafel. 

Die Seitenlinie unterbrochen. K. 4, Br. 14, B. 6, A. T * T S. 13. R. -£ s . 

Scarus linea laterali interrupta. B. iv, P. xir f V. vi, A. ■— , C. xm, 



^ xx 



Cacatoua Soufounam. Poifibn Peroquet. Renard Tom. I. tab. 32. fig. 173 ? 

j/jiQ gegen das Ende der RückenflofTe unterbrochene Seitenlinie dient zum " " 

Unterfcheidungszeichen diefes Fifches von den beiden vorhergehenden. Der grüne 

In der Kiemenhaut hat er vier, in der Bruftflofle vierzehn, in der Bauch- . ^ ° 
flofTe fechs , in der AfterflofTe eilf , in der SchwanzflofTe dreizehn und in der 
RückenflofTe zwanzig Strahlen. 

Von der Seitenlinie läuft der gröfste Theil längfl dem Rücken hinab, un<J 
der kleinere geht in der Mitte des Schwanzes. 

Die SchwanzflofTe ift gerade, und hat dreizehn grüne vielzweigigte Strah- 
len, davon die beiden am Ende am längften find. Die Kinnladen find vorzüg- 
lich ftark. Von den fechs Exemplaren , die ich von diefem Fifche befitze , hat 
das gröfste an der Oberkinnlade nahe am Winkel einen kleinen nach hinten 
zu gebogenen Hacken, ein anderes, das viel kleiner ift, deren zwey, nehmlich» 

D 3 



jo Der grüne Papageififch. 

einen oben und einen unten ; bey denen von mittler Gröfse finde ich ebenfals 
oben und unten einen, bey den übrigen aber fehlen fie gänzlich. Eben fo ver- 
änderlich zeigen fich die grünen Streifen am Kopfe, und die grünen Strahlen 
in der SchwanzflofTe ; je kleiner der Fifch ift, je lebhafter und hervorfte- 
chender ift feine grüne Farbe. So bat z, B. der kleinfte eine durchaus grüne 
After- und SchwanzflofTe , da hingegen bey dem gröfsten die Flofien nur mit 
einer grünen Einfaffiing verfehen find. Die Schuppen find rund , geftrahlt und 
grün eingefafst; das Auge ift klein, fein Stern fchwarz und der Ring roth. 
Zwifchen dem Auge und dem Munde in der Mitte erblickt man zwey runde 
Oefnungen oder die fogenannten Nafenlöcher. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan, wo er in Menge vorhanden ift. 
Die eigentliche Gröfse kann ich nicht beftimmen ; die Zeichnung ift nach mei- 
nem gröfsten Exemplare gemacht. 

Der deutfche Nahmen diefes Fifches ift der grüne Papageififch, fo wie 
ihn auch die Holländer de groene Cacatoea nennen, und in Japan heifst er Ca- 
catoea yoe. 

In Renard d) finde ich einen Fifch abgezeichnet, der zu diefem Gefchlechte 
gehört, ob es aber der gegenwärtige fey, läfst fich wegen der fchlechten Zeich- 
nung unmöglich beurtheilen. 

a) Tom. II. tab, 32. fig. 173. 



Von den Bodianfifchen. 31 



jm^m^^^m 



^ ^ pg==^(^r , ^ 



LUItes GESCHLECHT 
BODIANFISCHE. 

Bodianus. 

Erster Abschnitt, 

Von den Bodianfifchen überhaupt* 

Die Kiemendeckel fchuppig, bewaffnet und ungezähnelt. 
Pifies operculo fquamato arrnatoquc, marginc latvi. 

Perca. Klein Miff. Pifc. V. p. 37. n.6. 7. Percis p. 41, n. 6. 

JVXan erkennt die Fifche diefes Gefchlechts an den ungezähnelten mit Schup- 
pen und Stacheln verfehenen Kiemendeckeln. Unter dem Kiemendeckel ver- 
liehe ich hier denjenigen Theil des Kopfes, der zwifchen der Kiemenöfnung und 
dem Auge befindlich ift. Man theilt ihn in den Vorder- und Hinterkiemen- 
deckel ein; jener fängt am Auge an, diefer endigt fich an der Bruft, und da 
wo fie zufammenftofien macht eine kleine Vertiefung den Unterfchied fichtbar. 
An dem hintern fitzen gewöhnlich die Stacheln, manchmal an dem vorderen, 
und auch zuweilen an beiden. Diefe Stacheln find bey den mehrften flach, breit 
und laufen unten in eine Spitze aus ; bey wenigen find fie rund und dick. Ihre 
Anzahl ift unbeftimmt, einef bis fünf auf jeder Seite. 



3i Von den Bodianfifchen. 

Es finden fich zwar in der Klaffe der Bruftflofier mehrere Fifche, deren 
Kopf mit Stacheln bewafnet ift, als, die Groppen d), die Knorrhähne b), die 
Drachenköpfen), und einige Klippfifched). allein da den drey erften Gefchiech- 
tern die Schuppen am Kopfe fehlen, und bey den letztern der Körper fall eben 
fo breit als lang ift; fo find fie von dem unfrigen hinlänglich unterfchieden. 
Die Anzahl der Hoffen bey diefem Gefchlechte beläuft fich auf fieben, wovon 
zwey an der Bruft, eben fo viel am Bauche, und am After- Schwanz- und Rü- 
cken eine fitzen. Sie find fair durchgängig mit harten und gezähnelten Schup- 
pen bedeckt. Der Körper ift geßreckt, der Rücken mit einer langen Floße 
verfehen , in welcher man viele, fo wie in der Bauch- und Afterf loffe nur zwey 
bis drey harte Strahlen findet. 

Der Aufenthalt diefer Fifche find theils die Japanifchen, theils die Brafi« 
lianifchen Gewäffer. Sie leben, wie fich aus dem Baue ihrer Zähne ergiebt, vom 
Raube, und prangen gröfstentheils mit fehr fchönen Farben. Die Anzahl der 
Arten, die ich befchreiben werde, beläuft fich auf Zehn, davon hat Marc- 
graf vier e), und Bontius f) einen befchrieben. 

Artedi und Linne haben auch diefe in ihre Syfteme nicht aufgenommen, 
daher ich auch keinen einzigen bey ihnen finde. 

ZWEI- 



a) Cottus Linn. Paru, Ch. aureus, Ch. Imperator, 

5) Trigla Linn. Ch - fafciatus - 

c) Pudiano.Brafilienfibus p. 145. Jagu- 

c) Scorpoena Linn. 

araca p. 147, Acara Aya p. 167, Pia- 

d) Chaetodon ciliaris, Ch. annularis, trikpia. p. 157, 

Ch. mefoleucus, Ch. arcuatus, Ch. ^ Jacob £vertfen ' ^^ ^ ^ p< ^ 



$r 



Der Bodiaru 



33 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Bodianfifchen insbefondere. 



DER B O D I A N. 

Bodianus Bodiamis. 

CCXXIIIte Tafel. 

Zwölf Stacheln am Rücken , die FlolTen in eine Spitze auslaufend. K. . . „ 
Br. 13, B.-§-, A. ... S. 15, R.-§£. 

Bodianus Spinis dorfalibus duodecim, pinnis acuminatis. B. . .'. P. Xiiij, 

T XI 

V. -, A.... cir, d.- Ti . 



Pudiano, Bodiano vermelho: Brafilienfi- 

bus Aipimixiria et tetimixira. Marcg. 

Brafil. p. 14J. 
Aipemixira : Lufitanis Pudiano vermelho, 

Pifo Ind. Utr. p. 5a. 
Pudiano , Bodiano vermelho : Brafiüenfi- 

bus Aipimixira & tetimixira. Willughb. 

Icht. p. 339. tab. X. 8- %• 1. 
Alle. Naturg. d. Fifche. Th. vii. 



Pudiano, Bodiano vermelho lufitanis, Ai- 
pimixira et tetimixira Bafilienfibus. Rat 
Synops. Pifc. p. 148. n. g. 

Aipimixira. Prinz Morit^ M.S. T. II. p.3 40. 

Pudiano vermelho Ruyfch Theat. Anim. 
p. 124. tab.23. fig.4. 

Budiano vermelho Jonft. de Pifc. p. 179. 
tab. 23. fig. 4. 



3 4 Der Bodian. 

_L)ie zwölf Stacheln in der RückenflofTe , und die Spitzen die man an den 

DerBodian. fämmtlichen FlofTen wahrnimmt, find Kennzeichen, wodurch man diefen 
Fifch von den übrigen feines Gefchlechts unterfcheiden kann. 

In der BruftflofTe zähle ich dreizehn, in der BauchflofTe fechs, in der 
SchwanzflofTe fünfzehn , und in der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, und endigt fich in eine ftumpfe Spitze ; die Kinnladen find 
von gleicher Länge, und mit mehreren Reihen keilförmiger Zähne befetzt ; die Vor- 
derreihen enthalten auf jeder Seite vorn zwey ftarke,und hinten viele kleine Zähne. 

Von den Nafenlöchern find nur zwey runde in der Nähe der Augen zu 
fehen; die Schuppen find fo zart, dafs Marcgrafen zufolge, der Fifch fich 
ganz glatt anfühlt a). 

Diefer Fifch hat am Kopfe und der Bruft kleine, übrigens aber grofse 
Schuppen. Die etwas hervorftehenden Augen haben einen fchwarzen Stern, den 
ein weifser und rother Ring umgiebt. Der Vorderkiemendeckel endigt fich in einen 
ftarken Stachel. In der Kiemenhaut find zwar vier Strahlen fichtbar, wieviel es 
ihrer aber überhaupt giebt,kann ich nicht beftimmen, da meine Zeichnung aus der 
Handfchrift des Prinzen Morit[ genommen ift. Aus eben diefem Grunde habe 
ich weder die Anzahl der Strahlen in der Afterflofle angeben , noch die Seiten- 
linie bemerken können. Der Theil des Fifches, welcher den Schwanz ausmacht, 
ift lang und fchmal , und feine FlofTe einem Schwalbenfchwanze ähnlich. Der 
gröfste Theil des Fifches ift im Grunde goldfarbig, und die Schuppen find mit 
einer rothenEinfafTungverfehen; der Rücken ift bis zur Hälfte purpurfarbig, und 
die Schuppen haben eine blaue EinfafTung; die Bruft- undBauchfloflen find pur- 
purfarbig, die AfterflofTe ift in der Mitte gelb, übrigens aber von der nehmlichen 



a) Bafil. p. 146. 



Der Bodian. 3 $ 

Farbe ; die SchwanzflofTe ift roth eingefafst, und die Rückenfloffe ift am Anfang 
purpurfarbig, dann roth, und am Ende goldfarbig. 

Diefer Fifch gehört zu den Meerfifchen, und ift den Einwohnern Brafi- 
liens, Pifo's Berichte zufolge Z>), was der Karpfen den Europäern ift. Er hat ein 
fehr gutes Fleifch, und erreicht nach der Anmerkung des Prinzen Morit^ die 
Gröfse unfers Karpfens; nach Marcgrafen aber, nur die Länge des Barfches. 
Vermuthlich find diefem nur Kleine, dem Prinzen aber Grofse zu Gefichte ge- 
kommen. 

Auf deutfch heifst diefer Fifch der Bodian und von den Portugiefen in 
Brafilien wird er Pudiano und Bodiano vermelho genannt : die dafigen Einwoh- 
ner nennen ihn Aipimixiia und tetimixira. 

Marcgraf mufs feine Befchreibung nach einem Fifche gemacht haben, an 
deffen SchwanzflofTe die Spitzen abgebrochen gewefen , fonft hätte er densel- 
ben keine viereckige Geftalt beilegen können c). In feiner Zeichnung, die 
eine Kopie von der des Prinzen ift, hat fie wie die unfrige eine gabelförmi- 
ge Geftalt d). Pifo e), Wilhighbyf), Jonflon g) und Ruyfch Ä), haben die 
Marcgraffihe kopirt. 



b) Ind. Utr. p. 52. /) Icht. tab. X. S- fig. I. 

c) Brafil. p. 145. S) De Pifc. tab. 23. fig. 4. 

d) A. a. O. h) Theat. Anim tab. 23. fig. 4. 
c) I. a. B, 



E % 



3* 



Der Jacob Evertfen. 



DER JACOB EVERTSEN. 

Bodianus gutatus. 

CCXXIVte Tafel. 

Vier Hundszähne im Munde, drey Stacheln am Kiemendeckel. K, J, Br, 14, 
B.x, A.^, S. 17, R.-&. 

Bodianus dtntibus auatuor caninis, aculds tribus ad operculum. B. V, F. XiV a 

_, 1 . iil^ „ IX 

V. -, A.-.C.xru.D.—. 



Perca dorfo monopterygio, capite mutico, 
fubacuto, fquamofo, operculis triacan- 
this, fquamatis, cauda fubrotunda. Cro- 
nov Zooph. p. 90. n. 197, var. corpore 
nigro pun&ato. 

Perca maculofa, maxilfa inferiore longiore, 
pinna dorfi aculeorum novem- Seh 
Thef. III. p. 75. n. 6. tab. 27. fig. 6. 

Afelli indicifpecies, Jacob Evertfen. Bonüi, 
Hift. Nat. Ind. Orient, lib. 3'. p. 77. 

Jacob Everfen. Nieuh. Ind. Tom. II. p. 272. 
fig. 9. 

Jacob Evertfen Willughb. Icht. App. 
p. 4. 28. tab. 6. fig. 1. 



Jacob Evertfe Bigarre. Renard, Hift. de 
Poifl Tom. I. tab. 3. fig. 17. 

Bonte Jacob Evertzen, Bodd. Nat. Hiß 
p. 6. 

De bruine Jacob Evertfen. Valentyn 
Ind. Tom. III. p, 33 g. n. 37. 
fig. 37. Jean Ocara p. 359. n. 41. 
fig. 41. 

Jacob Evertfen. Rai. Syn. Pifc. p. ISJ.n.I. 

Coracinus fufcus nebnlatus, macuhV 
minoribus rotundis nigris afperfus, cau- 
da rotundata. The Jew Fifch. Brown.' 
Jamaica p. 448 n. 4,? 



Der Jacob Evertfen. 37 

Durch die zwey Hundszähne in jeder Kinnlade , und die drey Stacheln am ==s 
Kiemendeckel, unterfcheidet (ich diefer Fifch von den übrigen feines Gefchlechts ; Der Jacob 
denn es fehlen ihnen entweder diefe Art Zähne, oder fie haben weniger Stacheln Evertfen. 
an ihren Kiemendeckeln. 

In der Kiemenhaut zähle ich fünf, in der Bruftfloffe vierzehn , in der 
BauchflofTe fechs, in der Afterflofle eilf, in der SchwanzflofTe fiebzehn, und 
in der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift lang; der Kiemendeckel grofs; die Mundöfnung weit, und 
von den Kinnladen ift die untere die längfte. Beide haben aufTer den zwey 
grofsen in einander eingreifenden viele kleine nach inwärts gebogene Zähne. 
Die Oberkinnlade läfst fich hervorfchieben, und ift auf beiden Seiten mit einem 
ftarken Knäbelbart, oder einem Lippen -Knochen verfehen. Die Nafenlöcher 
find doppelt; die Augen haben einen fchwarzen Stern, und einen goldfarbenen 
Ring; die Kiemenöfnung ift fehr weit, und die freiliegende Kiemenhaut wird 
von fehr ftarken gekrüraten Knochen unterftützt. Der Körper ift fleifchig, 
von einer gelbbräunlichen Farbe, bis auf die Flößen, an denen fie, nach dem 
Grunde zu, ins Gelbe fällt. Die Rücken- Bauch- und AfterflofTe haben eine violette 
Einfaflüng. Ueberall fiehet man braune runde Flecke, wovon die an den Flößen die 
dunkelften find. Die Schuppen find fehr klein, und liegen dicht über einander; 
auch die Rücken- Schwanz- und AfterflofTe werden zum Theil davon bedeckt. 

Seinen Flecken hat diefer Fifch den Nahmen Jacob Evertfen zu danken : 
denn ein Steuermann diefes Nahmens, welcher zugegen war, als er gefangen 
wurde, hatte ein durch Flecke und Pockennarben entftelkes Geficht, welches 
den Anweisenden zur Veranlafiung diente , diefen Fifch fpottweife fo zu nennen, 
und von diefer Zeit an pflegt man in Holland alle kleinfleckige Fifche diefer Art 
mit diefem Nahmen zu bezeichnen a). 

a) Bontii H. N. J. p, H. 

E 3 



38 Der Jacob Evertßn. 

Wir treffen diefen Fifch (Wohl in Oft- oder Weftindien, als auch in 
Afrika an. Vorzüglich wird er bey der Infel St. Helena häufig gefangen ; es 
foll jedoch Liflers Bemerkung zufolge, der Genufs defTelben viele Kopfschmer- 
zen verurfachen V). Wenn anderft meine Vermuthung, dafs Brown? s Jeufifch 
mit den unfrigen einerley fey , gegründet ift; fo gehört er auch in den Gewäf- 
fern von Jamaica zu Haufe. Diefem Schriftfteller zufolge fängt man ihn zwey 
bis drey hundert Pfund fchwer, und er hat ein fehr wohl febmeckendes Fleifch,fo 
dafs man ihn für den beften von den dafigen Fifchen hält c). 

Die Anzahl der Stacheln in derRückenflofie beläuft (ich auf neun; von den 
dreien in derAfterflofTe, ift der erfte Stachel kurz, die andern beiden aber lind lang 
und ftark; Auch der erfte Strahl in der Bauchflofle ift hart und einfach, die 
übrigen Strahlen aber find, fo wie auch die von den übrigen Flößen, weich und 
vielzweigigt. Die Seitenlinie ift breit, und läuft unweit des Rückens vom Kopfe 
bis zurSchwanzflofle hin. Der After ift der SchwanzflofTe näher, als dem Kopfe. 

Diefer Fifch, der ein gutes und derbes Fleifch hat, lebt vom Raube; er 
läfst fleh daher leicht durch eine Lockfpeife an der Angel fangen. Ich habe 
drey Exemplare von demfelben aus Japan erhalten, wovon der gröfste ab- 
gebildet ift. 

Die Deutfchen £o wie auch die Holländer nennen diefen Fifch Jacob 
Evtrtfin und die Japanefer Ikan Ocara. 

Rai irrt, wenn er glaubt, dafs der Cucupuguacu des Marcgraf unfer 
Fifch fey d) ; Man vergleiche nur die Zeichnung des Marcgraf e) mit der 
unfrigen ; fo wird man den Unterfchied leicht bemerken. 



i) Willughb, lebt. App. p. 24. d) Syn. Pifc. p. 127. n. li 

c) Jamaic. p. 448. Brafil. p. 169. 



Der Jacoh Evertfen 39 

Auch in der Handzeichnung des Prinzen Morit{ finde ich, dafs der Cucil- 
puguacu von den unfrigen fehr abweiche. 

Aus eben den Gründen ift auch der Cacupu des Pifo f) nicht der unfrige 
wieGro/zovvorgiebtg-). DieferSchriftfteller führtauch den Gruper des Brownes 
zu unferm Fifch an; allein da diefer Schriftfteller fagt, dafs er nur an den Au- 
gen einige fchwarze Punkte, und am Ende der RüekenflofTe einen grofsen 
fchwarzen Fleck habe h), der unfrige hingegen, an dem Rücken gar keinen, am 
Körper aber durchaus mit Flecken bedeckt ift ; fo kann er auch nicht der nehmliche 
feyn. Weit mehr Aehnlichkeit finde ich mit dem Jew -Fifch 1), diefes Schrift - 
ftellers, der durchaus mit kleinen fchwarzen Flecken verfehen ift. 

Die erfte Zeichnung von diefem Fifche haben wir von dem Bontius , die 
aber fehr fchlecht ift k) , nicht viel befler ift die von Renard l), wie auch dieje- 
nige, die uns Nieuhqf nachher gegeben m), und wovon wir in Willughb. die 
Kopie finden n); ziemlich gut, hingegen ift die Abbildung, die wir im Seba 
antreffen o). 



f) Ind. Utr. p. 49. t) Hift. de Poiff. Tom. I. tab. 3. fig. 17. 

g) Zooph. n. 297. var. d. m) Ind. Tom. II. p. 272. fig. 9. 
K) Jamaica p, 448. Coracin. n. 2. n) Icht. App. tab. 6. fig. 1. 

j) A. a. O. Coracinus n. 4. 0) Thef. IT, tab. 27. fig. 6. 



V) Hift. Nat. Ind. Orient, lib. 3. p.77. 



4 o 



Der Jagaar. 



DER JAGUAR. 

Bodianus pentacanthus. 

CCXXVce Tafel«. 
Fünf Stacheln am Kiemendeckel. K. — ? Br. 15, B.f, A. T \, S. 18, R.f£. 



Bodianus aculeis quinque ad operculum. B.-r-, P< XV , V. — t A. 



XU* 



_ • _ AI 

C. xviii, D. — . 



Perca, pinnis duabus ventralibus , cauda 
fubrotunda furcata; ante pinnas bran- 
chiales aculeata, pariter & in ventrali- 
bus; fquamulis ferratis, argenteis; 
capite fupero incarnati coloris 6V hifpi- 
do; pinnis omnibus rufli coloris, prae- 
ter anteriorem dorfalem fpinofam ex 
auro umbratilera. Super oculos ma- 
eula fanguinea ; iride argentea. Jagu- 
araca Marcgraf iL Klein Miff. Pifc. V. 

P»37- n - &■ 
Jaguaraca. Prinz Moriti, M. S. Tom. %, 

P- 353. 



Jaguaraca. Ionß. de Pifc. p. i8cn t. 32.6g. 7. 

— — Ruyfch Theat. Anim. p. 125. 

tab. 32. fig. 7. 

— — Marcgr. Brafil. p. 147. 

— — Fifa, Hift. Nat Ind Utr. p. 56. 

— — Brasiliens Marcgr, Scorpium 

accedens. Wdlughb. Icht. 
p.332. tab. X. 7. fig. 7. 

— — Rai Syn. Pifc. p. 14.2. 

Der Parfch mit zwo Bauchfloffen , rund- 
licht u. f. w. Neuer Schaupl. der 
Nat. Th. I, S. 359. n, 8. 

Die 



Der Jaguar. 41. 

jL/ie fünf Stacheln am Vorderkiemendeckel unterfcheiden diefen Fifch von - 

3. 

den übrigen feines Gefchlechts. j) er j a g U ar» 

In der BruftflofTe bemerke ich fünfzehn, in der BauchflofTe fechs, in der 
AfcerflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe achtzehn, und in der RückenflofTe neun 
und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, und läuft in eine ftumpfe Spitze aus ; die obere Kinn- 
lade flehet vor der unteren hervor, und jene ift mit einem Lippenknochen ver- 
fehen; beide find mit fpitzigen von einander entfernten Zähnen befetzt. Die 
Nafenlöcher find doppelt; die Augen haben einen fchwarzen Stern, der von 
einem weifsen und Silberfarbenen Ringe umgeben wird; die Kiemenöf- 
nung ift nicht fonderlich weit ? und die Kiemenhaut bedeckt. Die 
Seitenlinie bildet einen flachen Bogen , unweit des Rückens, und der After 
ift zwifchen dem Kopfe und dem Schwänze in der Mitte. Die filberfarbenen 
Schuppen find gezähnelt, haben eine rothe EinfafTung, von welcher Farbe auch 
der ganze Körper ift, denn nur der vordere Theil der RückenflofTe ift gelb. 
Die Bruft- und BauchflofTen find fchmal , und laufen in eine Spitze aus ; die 
fämmtlichen weichen Strahlen in denFlofTen find vielzweigigt, und von den har- 
ten findet man einen in der Bauch- zwey in der After- und eilf in derRückenfiofle, 
welche letztere der Fifch in eine Furche einziehen kann. Der Schwanz ift lang 
und rund, und von feiner gabelförmigen Floße ift der obere Theil am längften. 

Diefer Fifch, der in dem Brafilianifchen Meere zu Haufe gehört, hält 
fich zwifchen den Klippen auf, wo er durch Angeln gefangen wird. Er hat 
ein fettes und wohlfchmeckendes Fleifch, befonders aber, ift er, wie Piß 
verfichert, zu der Zeit fett, wenn ftarke Regengüfle vorhergehen; vermuth- 
lich, weil alsdann das RegenwafTer viele Nahrung vom Lande dem Meere 
zuführt. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch nach den Brafilianern Jaguar. 
Allg. Naturg. d. Fifche. Th.viL F 



♦ *■ Der Jaguar. 

Die Zeichnung diefes Fifches habe ich aus der Handfchrift des Prinzen 
Moriti entlehnt a), die Marcgraf, dem wir die erfte Befchreibung b) zu dan- 
ken haben, kopirte, und die fehr fchkcht gerathen ift c). Diefes Urtheil 
kann man auch von der Abbildung des Piß d), Wiüughby t\ Jonfionf\ und 
Ruyfch g) fällen, die alle wegen der grofsen Aehnlichkeit, die fie mit der 
Marcgravifchm haben, von diefer kopirt zu feyn fcheinen. 

Gronovs Frage: ob der Jaguar aca des Marcgravs fein zweiter Holocentrus 
fey A)? kann ich verneinen; denn da bey diefem der Unterkiefer länger als der 
obere ift, bey dem unfrigen es lieh aber umgekehrt verhält, fo können fie nicht 
einerley feyn. 



a) Tom. II. p. 353. e ) Icht. tab. X. 7. fig. 7. 

b) Brafil. p. 147. /) dePifc. tab. 32.fig.7. 

c) A. a. O. g) Theat. Anim. tab 32. fig. 7. 

d) Hill. Nat. Ind. Utr. p. 56. h) Zooph. p. 65. n. 225» 



Der Boenah 43 



DER B O E N A R. 

Bodianus Boenak. 
CCXXVIte Tafel. 

Der Körper bandirt , die SchwanzflofTe rund. K. 7, Br. 1 5, B. f, A. T V, 
S. 17, R./ T . 

Bodianus corpore fasciato, pinna caudae rotundata. B. Vii» P, XK, 
V.L, A.E., C. xrn,D.lL. 



\j er bandirte Körper und die abgerundete SchwanzrlofTe karakterifiren diefen 4. 

j,.,. , DerBoenalc. 

In der Kiemenhaut bemerke ich rieben , in der Bruftflofle fünfzehn , in 
der BauchflofTe fechs , in der Afterflofie eilf , in der SchwanzflofTe fiebzehn, 
und in der Rückenflofle fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift fchmal, nach der Länge geftreift, und läuft in eine Spitze 
aus; die Mundöfnung ift klein; von den Kinnladen flehet die untere hervor ; 
beide find mit kleinen fpitzen Zähnen befetzt, wovon jedoch die zwey vordem 
die längften find. An der oberen Kinnlade find zwey lange und breite Lippen- 
knochen vorhanden. Die Nafenlöcher find einfach, und flehen zwifchen der 
Mundöfnung und dem Auge in der Mitte; diefe flehen am Scheitel, find 

F 1 



4* Der Boenak. 

fchwarz, und mit einem gelben Ringe umfchlofTen. Die Kiemenöfnung iß 
weit, und die Kiemenhaut, welche von ftarken Knochen unterftützt wird, liegt 
frey. Die Schuppen an dem Vorderkiemendeckel find fehr klein, und am Hin- 
terkiemendeckel , der fich in eine weiche Spitze endigt, nimmt man drey flache 
Stacheln wahr. Die Seitenlinie geht gekrümmt unweit des Rückens bis zur 
SchwanzflofTe hin. 

Am Rumpfe nimmt man fieben braune Bänder, davon einige getheilt find, 
wahr. Die Schuppen find klein und gezähnelt; die Bruft- und SchwanzflofTe 
find rund ; die übrigen endigen fich in eine Spitze; alle haben eine braune Farbe, 
die an einigen Stellen dunkler, an andern heller Hr. In der BruftflofTe ift ein Stachel, 
in der AfterflofTe find deren drey, von denen der zweite derlängfte und ftärkfte ift, 
und in der RückenflofTe neun befindlich: die übrigen Stacheln in den Flößen 
find vielzwetgigt. Auf den Seiten ift diefer Fifch von hellbrauner Farbe, die 
nach dem Rücken zu dunkler, und nach dem Bauche zu lichter wird» Der 
After fleht in einer geringern Entfernung von der SchwanzflofTe, als vom Kopfe. 

Diefen Fifch habe ich aus Japan unter der Benennung Jean Botnak erhal- 
ten, welche Benennung er beibehielt. Ich befitze auch eine Abänderung davon, 
die darinn befteht, dafs die Streifen heller und kaum merklich find. 



Der Aya. 



45 



DER AYA. 

Bodianus Aya. 
CCXXVIIte Tafel. 



Ein Stachel am Kiemendeckel, die SchwanzflofTe mondförmig. K. j, Br. ifj, 
B. -§-, A.£, S. 15, R. ■&, 

Bodianus aculeo ad operculum, pinna caudae lunata. B. V, P. XV 1, 
1 



V. 



vi 



1 ^ IX 

A.-, C. xv, D. -j^. 



Perca , pinnis duabus ventralibus ; in in- 
feriore mandibula dentibus ad acicula- 
rum inftar, in fuperiore duobus Ion- 
gis & craflioribus , intercedentibus 
minutifftmis ninnita; iride fanguinea 
ex argenteo ; media parte pinna dorfa- 
lis in rima reponibilis; csuda fere 
aequali; fquamis -argenteis fanguineo 
colore umbratis; ventre & faucibus 
albis, pinnis, praeter ventrales, fan- 
guinei coloris, Acara aya, corrupte 
Garanha , Marcgravü. Klein MiiT. Pifc. 
V. p. 37. n. 6. 



Acara Aya, Prinz Moriti M. S. Tom. II, 

P- 351- 
Acara aya, vulgo corrupte Garanha, 

Marcgr. Brafil. p. 167. 
Acara aya, vulgo corrupte Garanha, 

Pifo, Ind. Utr. p. 67. 
Acara aya, Willughb. p. 329. tab.X. 7. 

fig. 6. 
Acara aya, vulgo corrupte Garanha, 

Jonß. de Pifc. p. 19 r. tab. 34. fig. 7. 
Acara aya, vulgo corrupte Garanha, 

Ruyfch Theat. Anim. p. 133. tab. 34. 

fig- 7- 

F 3 



4 6 Der Aya. 

' XJer Stachel am Kiemendeckel, und die mondförmige SchwanzflofTe find die- 

Der Aya. fem Fifche unter allen übrigen feines Gefchlechts allein eigen. 

In der Kiemenhaut nehme ich fünf, in der Bruftflofle fechszehn, in der 
BauchflofTe fechs , in der AfterflofTe neun , in der SchwanzflofTe fünfzehn, und 
in der RückenflofTe fieben und zwanzig Strahlen wahr. 

Der Kopf ifl: grofs, die Mundöfnung weit, die obere Kinnlade vor der 
untern etwas hervorftehend, und beide find mit einer Reihe keilförmiger Zähne, 
davon die beiden vordem die längften find, befetzt. Die Nafenlöcher find 
doppelt ; die Augen klein , und der fchwarze Stern wird von einem weifsen 
und rothenKreife umgeben. Die Kiemenöfnung ifl: weit; der Rumpf breit; der 
After vom Kopfe weit entfernt, und die Seitenlinie läuft dem Rücken näher, 
als dem Bauche: diefer ifl: weifs, und jener blutroth, der übrige Theil des 
Körpers ifl: roth. Die Schuppen haben einen filberfarbnen Rand; die Bruft- 
und BauchflofTen laufen in eine Spitze aus ; die Rücken- und Afterflofle find 
abgerundet, und die SchwanzflofTe, wie erwähnt, mondförmig. Die Bauch- 
und AfterflofTen find nur zur Hälfte, die übrigen aber ganz roth. Die fämmt- 
lichen weichen Strahlen find vielzweigigt ; von den harten und einfachen findet 
man in der RückenflofTe neun , in der AfterflofTe einen. Auf dem Rücken 
ifl eine Furche, die zur Aufnahme der Flofle dient. 

Diefer Fifch ifl: ein Bewohner der Landfeen von Brafilien, und wird auf 
die Länge von drey Fufs gefunden. Man ifst ihn dafelbfl: nicht nur fxifch, fon- 
dern er wird auch, wie derCabeljau, theils gefalzen, theils in der Sonne ge- 
trocknet a), woraus man alfo auf feine Menge fchliefsen kann. 

Der hier mitgetheilte Fifch ifl: aus der Handfchrift des Prinzen Moritz 
entlehnt b), wonach ich ihn auch befchrieben habe. 

a) Pifc. Ind. Utr. p. 6j. b) Tom, II. p. 351. 



Der Aya. 47 

In Brafillen wird diefer Fifch Acara aya oder Garanha genannt, woher 
ich auch feine deutfche Benennung genommen habe. 

Marcgraf, der uns zuerft diefen Fifch bekannt machte, gab uns auch eine 
Zeichnung, die aber unter andern Fehlern auch diefen hat, dafs die Schuppen 
am Kopfe gänzlich fehlen , und die Lippenknochen in Geflalt der Fafern aus- 
laufen c); welche Fehler, Pißd), Willaghby e), Jonßonf), und Ruyfih g\ 
in ihre Zeichnung übergetragen haben. Man kann alfo fchliefsen, dafs fie die 
Marcgrafche kopirt haben. 

Gronovs Frage: ob der Cynaedus, den er unten n. Z45. befchreibt, der 
unfrige fey h\ kann ich verneinen: denn es fehlt jenem der Stachel am Kiemen- 
deckel; der Kopf ift gröfser; die Flößen find länger, und in der Rückenflofle 
weit mehr harte Strahlen , als bey dem unfrigen. Man vergleiche nur die 
Tafel V. 3. im Willughb. auf die fich Gronov bezieht, mit dem unfrigen, fo 
wird man mein Urtheil gegründet finden. 

Auch diefer Fifch ift vom Marcgraf fo kenntlich befchrieben, dafs ihn 
Artedi und Linne in ihren Syftemen wohl eben fo gut, als Klein und Willughby, 
hätten aufnehmen können. 



t) Brafil. p. 167. /) de Pifc. tab. 34. fig. 7. 

d) Ind. Utr. p. 67. e) Theat.Anim.tab.34.fig.7. 

e) Tab. X. 7. fig. 6. K) Zoop. p. 60. 



48 Der geßeckte Bodtan. 



DER GEFLECKTE BODIAN. 

Bodianus maculatus. 

CCXXVIIIte Tafel. 

Sieben Stacheln in der Rückenflofle, die Schwanzflofle mondförmig. K. 7, 
Br. 15, B.|, A. T V, S. zi, R. T V 

Bodianus aculeis feptem in pinna dorfi, cauda lunata. B. vn , P. XV, 
V. -, A,-, C. xxi, D. — . 

Lucefie Coning. Renard } Tom, I. tab. 29. Lucefie piabon Renard, Tora. I. tab. 29. 
fig- 157? - H> 158? 



JVI an erkennt diefen Fifch an den fieben harten Strahlen in der Rückenflofle, 
Der ge- *■"*■ 

fleckte Bod- und an der mondförmigen Schwanzflofle. 

In der Kiemenhaut bemerke ich fieben, in der Bruftfiofle fünfzehn, in der 
Bauchflofle fieben, in der AfterflofTe zehn, in der Schwanzflofle ein und zwan- 
zig, und in der Rückenflofle neunzehn Strahlen. 

Der Kopf ift kurz und dick, die Mundöfnung weit; die Kinnladen find 
von gleicher Länge , mit kleinen fpitzen von einander entfernten Zähnen be- 
fetzt, von denen die beiden vordem die längften, und nach hinten zu gekrümmt 
find. Die Nafenlöcher find einfach, rund, und dicht an den Augen befindlich. 

Am 



Der gefleckte, Bodian. 49 

Am Vorderkiemendeckel fleht man am untern Rande drey nach vorwärts ge- 
krümmte, und am Hinterkiemendeckel zwey flache Stacheln. Die Augen fle- 
hen nahe am Scheitel, find grofs und haben einen fchwarzen Stern, der von 
einem gelbgrünlichen und grauen Ringe umgeben wird. Die beiden Kiemen- 
deckel fowohl als der Rumpf find mit fehr kleinen, harten und gezähnelten 
Schuppen bedeckt. Die Kiemenöfnung ift fehr weit; die Kiemenhaut liegt 
frey, und wird von fieben gekrümmten Knochen unterflützt. Auf der gelben 
Grundfarbe des Fifches fieht man viele längliche blaue Flecke von verfchiedener 
Gröfse. Nach dem Bauche zu ift der Fifch von hellerer und am Rücken von 
dunklerer Farbe. Die Seitenlinie bildet unweit der Bruftfloffe einen flachen 
Bogen; der After ift nicht fehr weit von der SchwanzflofTe entfernt; diefe, fo 
wie die Bruft- und BauchflofTe, find braunroth, die Afterflo/Te bläulich und braun 
eingefafst, alle mit blafsblauen Punkten befprengt. Die SchwanzflofTe hat ei- 
nen mondförmigen Ausfchnitt; die BruftflofTe ift rundlich; die übrigen laufen 
in eine ftumpfe Spitze aus. Die fämmtlichen Strahlen find an ihren Spitzen, bis auf 
die harten, vielzweigigt. Von letztern finden wir, aufTer den oben erwähnten 
fieben, einen in der BauchflofTe, und zwey in der Afterflofle. 

Diefen Fifch habe ich aus Japan erhalten, und ihn nach feinen Flecken 
benannt. 

In Renard d) finde ich zwey Fifche unter dem Nahmen LuceßeConing und 
Lucefle plabou , die beide mit dem unfrigen viel Aehnlichkeit haben, die aber 
doch nicht fo befchaffen find, dafs fich etwas Gewifses von ihnen beftimmen 
läfst. 

a) Tom. I. tab. 0.9. fig. 157, 158. 



Allg. Naturg. d. Fifche. Th. vn, 






Der Apua, 



DER APUA. 

Bodianus Apua. 
CCXXIXte Tafel. 

Ein Stachel am Kiemendeckel , und fieben in der RückenflofTe. K. ... Br.i j, 
B.*, A. T V, S. i 7j R. ^ 

Bodianus acukis fiptem in pinna dorfi, unicoque ad operculum. B. ... P.XV, 
rr i - III vn 

v "v7> A - xn> C ' XVII > D --Hirr 



Percis, pinnis fex; branchialibus 8c poft 
anum circinatis, coloris ex obscuro 
aureo hepatici, litura retiformi cinerea, 
per totum corpus obtenfa, fquamulis 
ad factum glabris ; ore arnplo ; oculis 
parvis. Pirati apua Marcgravii, Klein 
Miß". Pifc. V. p. 41. n. 6. 

Pirati apia, Prinz Morit{ M. S. Tom. I. 

P-3I5- 

— — Marcgraf, Brafil. p. 157. f. 

P- 158. 

— — . Pifo, Ind. Utr. p. 50. 

— — Marcgravii, turdis congener 



pifcis Willughb. Ichth. p. 328» Tab. 
X. 7. fig. 4. 
Pirati apia, Marcgr. turdis congener pifcis. 
Rai, Syn, Pifc. p. 1 40. n. 1 5. 

— — Jon/?ofl,dePifc.p.i85.tab.33. 

fig. 8. 

— — Ruyfch, Theat. Animal. p.129. 

tab. 33. fig. 8. 

— — Der Braßlianer bey dem 

Marcgraf, Neuer Schaupl. 
der Nat. Th. VI. S.367. 
n. 6. 



T>tr Apüd. ?i 

±J\e fieben Stacheln in der Rücken flofTe , und der eine am Kiemendeckel ka- ~ 
rakterifiren diefen Fifch. Der Apua, 

In der BruftflofTe zähle ich fünfzehn, in der BauchflofTe fechs, in der 
Afterfloffe fechszehn , in der SchwanzflofTe fiebzehn , und in der RückenflofTe 
drey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift von mittler Gröfse, der Unterkiefer etwas hervorftehend, 
und beide Kinnladen find mit fpitzigen in einander greifenden Zähnen , wovon 
die zwey vordem die längften find, befetzt. Die Nafenlöcher ftehn unweit 
des Auges dicht beifammen, und find doppelt. Das Auge ift fchwarz, und 
fein Rand roth. Am hintern Kiemendeckel ift ein Stachel fichtbar. Die herr- 
fchende Farbe an diefem Fifche ift die rothe, nur fällt fie an den Seiten ins 
Graue, und am Bauche ins Weifse. Die Flecke, womit faft der ganze Körper 
bedeckt ift, find fchwarz, und zeichnen fleh am Rücken vorzüglich durch ihre 
Gröfse aus. Die fämmtlichen FlofTen find abgerundet, von rother Farbe, und 
haben bis auf die an derBruft einen fchwarzenSaum, der von einer weifsen Linie 
umgeben wird. Ihre weichen Strahlen endigen fich in vier Spitzen. Von den 
harten Stacheln findet man aufTer den oben erwähnten fieben , drey in der 
After- und einen in der Bauchflofle. Der After ift der SchwanzflofTe näher als 
dem Kopfe; die Seitenlinie hat eine faft gerade Richtung; die Schuppen find 
am Bauche grofs , und am Kopfe etwas kleiner. 

Diefer Fifch ift in Brafilien einheimifch , und auch feine Abbildung rührt 
vom Prinzen Mork^ her. Man trift ihn fowohl in den FlüfTen als in den Mee- 
ren- Im Sommer hält er fich hier zwifchen den Klippen auf, und im Winter 
in den füfsen WafTern : er gehört mithin zu den Zugfifchen. 

Sein Fleifch ift fett und fehr wohlfchmeckend ; er wird daher von den da- 
figen Einwohnern fehr geachtet, die ihn befonders aus dem SalzwafTer mit EfTig, 

G x 



J J. Der Apua 

oder mit einer gekürzten Brühe gern genießen. Man fängt ihn häufig, und 
trift ihn öfters fünf Pfund fchwer an a).. 

Die Brafilianer nennen diefen Fifch Piratl apia, oder Pirati apua , wel- 
chen Nahmen wir auch beibehalten haben. 

Marcgraf j der diefen Fifch zuerft befchrieben, liefert, uns auch 
eine Zeichnung £), die aber fchlecht ift, da weder Zähne noch die Schup- 
pen am Kiemendeckel angezeigt find. Eine eben fo unvollftändige Abbil- 
dung finden wir bey dem Piß c), Wiüugkby i), Jonfion e), und Ruyfchf). 
Da Marcgraf diefen Fifch deutlich genug befchrieben hat, um ihn in ein 
Syftem aufnehmen zu können, fo fehe ich nicht ein, warum Artedi und Linus 
ihn nicht aufgeführt haben , befonders da folches bereits von Willughby und 
Rai gefchah. Nächft diefen finde ich ihn beim Klein g~), der ihn in feinem 
Syftem zu feinen Kaulbärfchen zählt. 



a) Pifo, Ind. Utr. p. 50. e) De Pifc. tab. 33. fig. g. 

b) Brafil. p. 158. /) Theat. Anim. tab. 33. fig. 8, 

c) A. a. O. g) MuT. Pifc. V. p, 41. n. 6. 

d) Ichth. Tab.X. 7. fig. 4. 



Der großfchupplge Bodian. 53 



DER GROSSCHUPPIGE BODIAN. 
Bodianus macrolepidotus. 

CCXXXte Tafel. 

Vierzehn harte Strahlen in der Rückenflofle. K. 4, Br. 1 J, B. -§-, A. T 2 T > 
S. iz, R. M- 

Bodianus aculäs quatuordeäm inpinna dorß. B. iv» P. XV, V. —j ■^•jp 

„ XIV 

Die vierzehn harten Strahlen in derRückenflofTe geben ein ficheres Merkmahl g. 

Der 2ro 1s- 
für unfern Fifch ab. fchuppige 

In der Kiemenhaut bemerke ich vier, in der BruftflofTe fünfzehn , in der Bodian. 
Bauchflofle fechs, in der Afterflofle eilf, in derSchwanzfiofle zwey und zwanzig, 
und in der Rückenflofle eben fo viel Strahlen. 

Der Kopf ifl klein und abfehüfsig; die Kinnladen find von gleicher Läng«, 
und mit einer Reihe dicht neben einander flehender keilförmiger Zähne befetzt. 
Der vordere Kiemendeckel ifl mit kleinen, der hintere mit gröfsern Schuppen 
verfehen , an dem man einen runden fchmalen Stachel wahrnimmt. Die Na- 
fenlöcher find einfach und rund, die Augen grofs, und ihr fchwarzer Stern 
fleht in einem gelben und braunen Ringe. Die Kiemenöfnung ifl weit, und 

G * 



54 Der grofifchuppige Bodianl 

die Kiemenhaut liegt frey, die von vier ftarken krummen Knochen unterflÜrzt 
wird. Der Rumpf ift eben fo wie der Kopf an den Seiten zufammengedrückt; 
die Schuppen an der Bruft und am Schwänze hinter der AfterflofTe find kleiner 
als am übrigen Theile des Körpers; alle find geftrahlt, haben eine graue Ein- 
fafiung, und einen gezahnelten Rand. Der After liegt der SchwanzflofTe un- 
gleich näher als dem Kopfe; die Seitenlinie, welche am Genicke anfängt, läuft 
mit dem Rücken nahe an demfelben paralell, bis fie fich am Ende der Rücken- 
flofTe verliert. Die Grundfarbe des Fifches ift grau , am Kopfe mit einer ro- 
then, am Bauche mit einer weifsen, und an den Seiten mit einer braunröthli- 
chen Farbe vermifcht. Die Bruft- und BauchfloiTen find gelblich, und laufen 
in eine Spitze aus; die Rücken- und AfterflofTe find braun, und an ihren Enden 
ahgerundet; die SchwanzflofTe ift mondförmig, an den Seiten braun, und in 
der Mitte grau. AufTer den gedachten harten Strahlen in der RückenflofTe, 
fieht man auch zwey dergleichen in der After- und einen in der Bauchflofle., 
alle übrigen Strahlen find weich und an ihren Enden vielzweigigt. 

Diefen Fifch habe ich in einer holländifchen Verfteigerung erftanden , in 
deren Verzeichnifse Oftindien als fein Vaterland angegeben wird. 

Die grofsen Schuppen haben mir zu feiner Benennung Gelegenheit ge- 
geben. 



Der Sternträger. 5 5 



DERSTERNTRA GER. 

Bodianus ftellifer. 
C C X X X I t e Tafel» Fig. 1. 

Der Kopf abgeftumpft. K. 4, Br. 14, B.$, A. T % S. iS, R.-Jf. 
Bodianus capite obtufo. B. IV , P. XIV , V. — , A. — > C. XVUi, 



D. 



vi' 

XII 



XXXIIL 



JVL an erkennt diefen Fifch an feinem kurzen und abgeßumpften Kopfe, wel- 9. 

eher ihm von allen übrigen feines Gefchlechts allein eigen ift. atern- 

träger. 
In der Kiemenhaut finde ich vier, in der BruftflofTe vierzehn t in der 

Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe zehn, in der SchwanzflofTe achtzehn, und 
in der Rückenflofle drey und dreifsig Strahlen. 

Die Mundöfnung ift weit, die Oberkinnlade, an der ein fchmaler Kno- 
chen zu fehen ift., etwas hervorgehend, und beide find mit fehr kleinen Zähnen 
befetzt. Die Zunge und der Gaumen find glatt; die Augen haben einen 
fchwarzen Stern , der von einem weifsen Ringe umgeben ift, worauf ein erhab- 
ner fternförmiger filberner Ring folgt. Die Nafenlöeher find rund , äußerlich 
einfach, inwendig getheilt. Der Hinterkiemendeckel begeht aus zwey Blatt- 



%6 Der Sternträger. 

eben, von cknen das hintere mit einem Stachel verfehen ift. Die Kiemenöf- 
nung ift weit, und die Kiemenhaut liegt verborgen. Der Körper ift auf den 
Seiten zufammengedrückt, und mit zarten filberfarbenen Schuppen bedeckt. 
Die Seitenlinie laufe nahe am Rücken , und der After ift der SchwanzflofTe 
näher als dem Kopfe. Auf den Seiten und auf dem Bauche ift der Fifch weifs ; 
der Rücken und die Floflen hingegen find braungelb. Die Bruft- und Bauch- 
flofTen laufen in eine Spitze aus; die AfterflofTe ift eckig, die SchwanzflofTe 
oval, und die RückenflofTe in der Mitte niedrig. Diefe hat zwölf und die 
AfterflofTe zwey harte und einfache Strahlen, die weichen hingegen find viel- 
zweigigt. 

Sein am Auge befindlicher Stern , hat mich veranlafst, ihn Sternträger zu 
nennen. 

Diefen Fifch, den ich aus einer holländifchen Verfteigerung erhalten habe, 
foll dem VerzeichniiTe zufolge, das Vorgebiirge der guten Hofnung zu feinem 
Vaterlande haben. 



DER 



Der Silbcrbodian, 57 



DER S I L B E R B D I A N. 

Bodianus argerrteus. 

C CXXXIte Tafel. Fi g. s. 

Vierzehn Strahlen in der Afterflofle. K. 7., Br. 16 f B. %, A. -^ , S. 11, 
R. ^. 

Bodianus pinna ani radiis quaduordecitn, B. vu t P. XV 1 » V. — , 
■4- TFZ> C ' XXII > D.- * 



XIV "' r XXIV 

JJiefer Fifch unrerfcheidet fich von den übrigen bisher befchriebenen durch 5 

feine vierzehn Strahlen in der Afterflofle. Der Silber- 

in der Kiemenhaut finde ich rieben , in [der BruftflofTe fechszehn, in der 
BauchflofTe fechs , in der Afterflofle vierzehn, in der SchwanzflofTe zwey und 
zwanzig und in der Rückenflofle vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift fchmal und lang, die Mundöfnung klein, und die Kinnladen, 
wovon die untere die längfte ift, find mit fehr kleinen Zähnen verfehen. Der 
Gaumen und die Zunge find glatt ; die Nafenlöcher einfach ; die Augen fitzen 
nahe am Scheitel, haben einen fchwarzen Stern, der von einem weifsen und 
gelben Ringe umgeben wird. Beide Kiemendeckel find aus verfchiedenen kleinen 
Blättchen zufammengefetzt. Am hintern bemerkt man einen flachen Stachel. 
Allg. Naturg. d. Fifche. Th.vn. H 



J 8 Der Silberbodian* 

Die Kiemenöfnung ift weit, und die Kiemenhaut liegt zum Theil frey. 
Die Seitenlinie macht mit dem Rücken, dem fie fich nährt, einen gleichen 
flachen Bogen. Die filberfarbenen Schuppen diefes Fifches find zart; der 
After ift in der Mitte des Körpers; die FlofTen find gelblich, und ihre Strahlen 
gleichfalls zart. Die BauchflofTe hat einen, die AfterflofTe drey, und die 
Rückenflofle neun harte Strahlen, die übrigen find weich., und endigen fich in 
zwey Spitzen. Die Bruft- Bauch- und Schwanzflofie laufen in eine Spitze aus, 
und letztere hat eine blaue Einfaflung. 

Auch diefen Fifch habe ich in einer Verfteigerung gekauft , in deren Ver- 
zeichnifse ihm das mittelländifche Meer zum Aufenthalt angewiefen ift. 

Die Silberfarbe diefes Fifches, hat mich veranlaßt, ihm den angeführten 
Nahmen zu geben. 



Sogoßßhe. 59 



LIVtes GESCHLECHT 
SOGOFISCHE. 

Holocentrus. 

Erster Abschnitt* 

Von den Sogofifchen überhaupt. 

Die Kiemendeckel gezähnelt, fchuppig, und bewaffnet. 
Pifees operculis fquamatis, ßrratis, acuhatisquc. 

Holocentrus, Gronov Muf. Icht. I. p. 40. Perca, Klein Miß". Pifc. V. p. 39, n, 14. 
n. 93. Zooph. p. 65. n. 224. Prockitus, p. 60. n. 4. 

Perca, Brown Jam. p. 447. n. I. 

Die Merkmahle, woran man die Fifche , welche zu diefem Gefchlechte ge- 
hören , erkennt , find die mit Schuppen befetzten , bewaffneten und gezähnel- 
ten Kiemendeckel. 

Mit den Stacheln, Schuppen undFloffen hat es hier dienebmlicheBewand- 
nifs,wie bey dem vorigen Gefchlechte : was aber den gezähnelten Kiemendeckel 
betriff, fo iit es gewöhnlich nur der vordere, an welchem bald der hintere, bald 
der untere Rand, und zuweilen beide zugleich gezähnelt find, DasGezähnelte ift 

H z 



tf* Sogofißhe. 

bey einigen tief, bey andern nur flach eingefchnitten, und gleichen daher den 
Stacheln; üe unterfcheiden fich indefTen von letztern darinn, dafs fie nicht auf 
den Kiemendeckeln ,- fondern am Rande find. Sie find insgefammt fleifchfref- 
fende Fifche, wie folches aus dem Baue ihres Mundes hinlänglich zu erfehen ifr. 

Der gröfste Theil lebt in den oftindifchen GewäfTern , einige davon tref- 
fen vir auch an den Küften von Afrika und Amerika an. Sie prangen ebenfalls, 
wie die von den zwey vorigen Gefchlechtern, mit fchönen Farben. 

Die Anzahl, die ich befchreiben werde, -beläuft fich auf acht Arten, wo- 
von Klein zwey kurz befchrieben a), Zinne aber keinen einzigen in feinem Syftem 
aufführt. 



a) Perca Miff. Pifc. V. p. 39. n. 14. ProchUusp. 60. n. 4, 



Der Sogo. 



61 



-^ 



Zweiter Abschnitt. 

Vjo n den S o g ofifc hen ins b efo nde r e. 



DER SOGO. 

Holocentrus Sogo. 
CCXXXIIte Tafel. 

Acht Strahlen in der BauchflofTe. K.8, Br. 17, B. f , A. T *p S. §§, R.ff. 
Holocentrus plnna ventrali radiis octo. B. fiu, P. XV 11, V. — Jf 

A IV - C ■• i '- : D — - 



Holocentrus maxilla fuperiore longiore; 
roftro obtufo. Gronov, Zooph. p. 65. 
n. 224. Muf. Ichth. I. p. 40. n, 93. 

Perca capite mox a tergo declivi, pin- 
nis duabus ventralibus, oculis magnis, 
irideaurea, pupilla nigra ; branchioste- 
gis lamellis & lateribus argenteis, dorfo, 
roftro, gulaque flavieantibus cauda 
aequali; per latera a branchiis caudam 



verfus defeendunt 9 vel decem lineae, 
aequis intervallis , aureae, punetatae; 
inferiore mandibula paulo logiore. 
Klein Miff. Pifc. V. p. 39. n. 14. tab, 

Holocentrus. Seb. Thef. Tom. III. p. 73. 

n. 1. tab. 27. fig. I. 
Holocentrus rubellus , laminis branchios- 

tegis ferratis, angulis alternis. in aculeos 

H 3 



6 2, Dtr Sogo. 

abeuntibus, pinna ani radiorum trede- Ican Badoeri Jang ongae. Valeniyn Ant- 

cim, The Welshmann, Brown. Jam, boin. p. 390. n. 137. fig. 137. 

p. 447. n. 1. U ne Sorte de Zeus, qui paroit avoir quel- 

Perca marina rubra, The Squirrel, der 1 ue "Pport avec laCrabe des Achotar- 

rothe Seebarfch. Catesb. Carol. Tom. des ' Du ^m. Trane" de Pech. Secti 5. 

II. p. 3. tab. 3. fig. 2. P- 97- PL 5- fig. 2. 

Perca aculeata. Plumiir. M. S. ^^ ** ""^ a h Cfabe des Ach °- 

tardes. Defcr. des Arts & Metiers 
Schouverdick, Renard Tom. I. tab. 20. ¥ „i YT „_ . r 

y Vol. XI. p. 584. p i. 5. fig. a . 

8 ' ^ ' Parfch, mit gleich vomhohen Rücken u. f. vr. 

Schouverdick Lippfifch, Boddart Naturl. Neuer Schaapl. derNat. Th. VI. S. 361. 

Hirt. S. 42. n. 156. n. 14. 

1. JJie acht Strahlen in den BauchflofTen geben ein ficheres Merkmahl für diefen 

er C80, Fifch ab, ihn nicht nur von den übrigen feines Gefchlechts, fondern auch von allen 

andern, deren BauchflofTen mit einem Stachel verfehen ift, zu unterfcheidea : denn 

noch habe ich unter der grofsen Anzahl von Fifchen, die einen Stachel in der Bauch- 

flofle haben, keinen gefunden, der eben fo viel Strahlen in feibiger aufzuweifen hätte. 

In der Kiemenhaut zähle ich acht, in der Bruftflofle fiebzehn, in der 
BauchfiofTe acht, in der AfterflofTe vierzehn, in der SchwanzflofTe neun und 
zwanzig, und der RückenflofTe fieben und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf fowohl als der Rumpf ift an den Seiten zufammengedrückt, jener 
vorn abfchüfsig, und diefer beinahe wie ein längliches Viereck gehaltet. Der 
Schwanz nimmt nicht wie bey andern Fifchen nach und nach, fondern fällt auf 
einmal ab, und geht in gleicher Breite bis zu feiner Flofie. Die Mundöfnung 
ift von mittler Weite; beide Kinnladen, ingleichen der Gaumen lind mit fehr 
kleinen fpitzigen Zähnen dicht befetzt, daher fie fich wie eine Rafpel anfühlen 
lafTen. Die Zunge ift breit und glatt ; die Augen find grofs , hervorftehend, 
ihren fchwarzen Stern umgiebt ein filberner, und diefen ein gelber Ring. Zwi- 
lchen beiden Augen findet fich am Scheitel ftatt der Schuppen eine Furche. 



Der Sogö. 63 

DieNafenlöcher find länglich, und nur einfach. Am Vorderkiemen decke! 
fieht man einen, und am hintern zwey Stacheln; beide haben einen gezähnel- 
tenRand, und an jenem nimmt man auch eine Reihe queer laufender Schuppen, 
ingleichen am Oberkiefer zwey ftarke Lippenknochen wahr. Die Kiemenöfnung 
iß weit, und der Kiemendeckel, der die Kiemenhaut verdeckt, grofs; der 
ganze Körper ift mit grofsen, harten, feftfitzenden, und am Rande gezähnelten 
Schuppen bedeckt. Längft dem Rücken, ragen die Schuppen auf beiden Sei- 
ten hervor, und bilden eine tiefe Furche, worinn der Fifch nach Willkühr feine 
Flofle verbergen kann. Die Schuppen bedecken auch einen Theil der Afterflofle, 
daher hat es das Anfehen, als wäre der Fifch an diefem Theile eben fo breit, 
als am Bauche. Die Seitenlinie, die unweit des Rückens läuft, macht einen 
flachen Bogen, und verliert fich in der Mitte der SchwanzflofTe. Den ganzen 
Fifch überziehet eine angenehme Röthe, durch welche der Silberglanz der 
Schuppen durchfchimmert, und da beide Farben durch die hellgelben Linien 
unterbrochen werden, fo entfteht hierdurch eine angenehme Farbenmifchung. 
Seine hellrothen langen FloiTen und feine grofsen Augen muffen , wenn er 
fchwimmt , einen reitzenden Anblick gewähren. Ich glaube daher , dafs die 
üppigen Römer , wenn fie diefes Fifches in ihren Gewäffern hätten habhaft 
werden können, fie ihn noch mit gröfsern Summen als den Rothbarth a) wür- 
den bezahlt haben. 

Die fämmtlichen Floflen, nur die an der Bruft ausgenommen, find aus 
«infachen harten und aus vierzweigigen weichen Strahlen zufammengefetzt, und 
iwar von erftern find in der am Rücken eilf, in der am After vier, und in der 
am Bauche ein Stachel befindlich. Da auch zugleich alle Knochen am Kopfe 
fich in gröfsern und kleinern Stacheln oder Spitzen endigen, fo hat ihm Artedi, 

«) S. d. 2 Th. ausl. Fifch. S. 1 14. 



6\ Der Sogo. 

der ihn in der Sebaifchen Sammlung befchrieben', ein eignes Gefchlecht gewid- 
met, das er mit dem angeführten Nahmen Holocentrus (durchaus flachlig) be- 
legt hat b). 

Aufler den angeführten Eigenheiten ift an diefem Fifche noch folgendes, 
zu bemerken: erftlich, die zehn kurzen Stacheln an der Schwanzflofie ; zweitens, 
ein feheibenförmiger Knochen unter derBruftflofle, der ein Fortfatzc) vom Schul- 
terblatt d) ift; drittens, der fehr flarke Stachel in der Afcerflofle, und endlich 
viertens ein Loch, das oberhalb dem Munde zu fehen ift, wenn die Oberkinn- 
lade hervorgezogen wird e). Die vielen und Aarken Stacheln, dienen ihm 
ohne Zweifel zur Verteidigung gegen feine Feinde. 

Ich befitze auch eine Abänderung von diefem Fifche , die in folgenden 
Punkten von eben betriebenen abweicht. 



b) Seb. Thes III. p. 73. 

c) Fortfatz (Proceßus) nennt man in derAna- 
tomie diejenige Hervorragung, oder Er- 
höhung eines Knochens, welcher durch 
die daran befeftigten Muskeln entfteht. 

d) Schulterblatt ift bey den Fifchen der- 
jenige Knochen, der gleich unter der 
Kiemenöfnung fitzt , und der Bruft- 
flofle zum feften Funkt dient. 

e). Bey den Fifchen ift eine jede Kinnlade 
in der Mitte getheilt,und anftatt^dafs bey 
andern Thieren nur die untere Kinnlade 
beweglich ift, fo find es bey den Fifchen 
beide: In der Mitte-, wo die-beiden Hälf- 
ten der Oberkinnlade zufammenftofien, 



hat eine jede Oberkinnlade einen gera- 
den in die Hohe fteigenden Fortfatz. 
An diefen fitzen diejenigen Muskeln 
feft, durch welche die hervorgeftofie- 
ne Kinnlade wieder zurückgezogen 
wird. Erwähnter Fortfatz gehet unter 
der Haut zwifchen den Nafenlöchern 
in die Höhe, und wenn er beim Her- 
vorftoflen der Kinnlade heruntergezo- 
gen wird; fo bleibt bey andern Fifchen 
der leere Raum von der gemeinfchaft- 
lichen Haut bedeckt, bey den unfri- 
gen hingegen, ift alsdann ein Loch zu 
fehen, da die- gemeinfchaftliche- Haut- 
an diefer Stelle fehlt. 



1) Ift 



Der Sogo. 6$ 

i) Ift der Raum zwifchen dem Auge und dem Munde weit kürzer, er ift da- 
her vorn ftumpf, ftatt dafs der unfrige in eine Spitze fich, endigt. 

2) Am ganzen Kopf ift nur ein kleiner Stachel zu fehen. 

3) Ift der eilfte Stachel in der Rückenflofle , der bey dem unfrigen der 

kiirzefteift, bey diefem der längfte, und macht den erften von dem 
hintern Theil diefer Floße aus. 

4) Ift der dritte Stachel in der AfterflofTe bey weitem nicht fo ftark, als bey 

dem unfrigen. 
$ ) Sind in diefer Flofle zwey weiche Strahlen mehr, und endlich find 
6) Die nach der Länge laufenden gelben Linien nicht Achtbar. 

Man fieht hieraus, dafs, wenn ich die Anzahl der Gattungen zu ver- 
gröfsern fuchete, ich aus diefem Fifche leicht eine eigne hätte machen können. 

Ich habe ihn in einer holländifchen Verfteigerung mit der Ueberfchrift 
roede Kaalskop- Vifch de Ocean erßanden. 

Diefen Fifch treffen wir in allen vier Welttheilen an. Plumier zeichnete 
ihn auf den antillifchen Infein ; Browne fah ihn in Jamaica; derjenige, den Duha- 
mel befchreibt, hielt (ich in den europäifchen GewäfTern auf, und ich erhielt ihn 
aus Afrika vom Dr. Ifert , wo er von den dafigen Einwohnern Sogo genannt 
As-ird. Da er der fchönfte diefes Gefchlecht ift,fo habe ich das ganze Gefchlecht 
nach ihm benannt. 

Er wird allenthalben feines weifsen und blättrigen Fleifches wegen fehr 
geachtet. 

Die Deutfchen nennen ihn wie die Afrikaner Sogo; die Holländer in Oftin- 
dien Schouverdick , und die dafigen Einwohner Ican Badoeri fang Ongoe ; 
die Engländer in Jamaica , The Welfchmann, und in Carolina , The Sauirr el. 

Plumier hat zwar unfein Fifch bereits gegen das Ende des vorigen Jahr- 
hunderts gezeichnet, da aber Klein ihn zuerft befchrieben, fo gebührt letzterm 
Mg. Naturg.d. Fifche. Th.vn. I 



66 Der Sogo. 

die Ehre der Bekanntmachung e) ; feine Zeichnung/)'hingegen, ift weit unter der, 
die ich im Plumicr finde. Diejenige, die uns nachher Seba gab, ift ziemlich 
getreu, jedoch hat er die Seitenlinie ausgelaflen g~), welchen Fehler auch die 
Zeichnung des Catesby hat, der zugleich fehlerhaft die Rückenflofle getheilt 
vorftelke A). 

Hierauf gab auch Duhamel eine Abbildung, darin aber die SchwanzfiofTe 
nicht gabelförmig vorgeftellt ift *), den wenigften Werth haben die Zeichnungen 
des Vakntyn k) t und Renard /). 

Wenn Gronov rri) und Browne n) der Afterflofle nur drey Stacheln geben, fo 
find fie zu entfchuldigen, da der erfte nur fehr kurz, und daher leicht zu überfehen ift. 

Boddart irrt o), wenn er den Kiemenfleck des Linne p) für unfern Fifch 
hält: denn nicht nur die Anzahl der Strahlen in den Floflen find verfchieden, 
fondern auch bey dem unfrigen gehen die Banden nach der Länge, und bey 
diefem naeh der Breite. 

Wenn endlich Gronov unferm Fifche einen dumpfen Schnabel giebt fi, 
fo mufs er die eben erwähnte Abänderung vor fich gehabt haben. 

e) MhT. Pifc. V. p. 39. n. 14. /) Tom. I. tab. 29. fig. 127. 

/) J. a. B. tab. 7. fig. 5. m) Muf, Ichth. I. p. 40. n. 39. 

g) Thef. Tom. III. tab. 27. fig. I. n) Jam. p. 447. n. 1. 

ä) Carol. Tom. II. tab. 3. fig. 2. 0) Natur. Hift. S. 42. n. 156. 

i) Traite de Pech. Sec~t. 5 pl. 5. fig. 2. p) Labrus opercularis S. N. p. 474 .n. 7. 

k) Aniboin. p. 390. fig. 137. q) Zooph. p. 65. n. 224. 



Der grünliche Sogo. 6j ' 



DER GRÜNLICHE SOGO. 

Holocentrus virescens. 

CCXXXIIIte Tafef. 

Vier und zwanzig Strahlen in der Rückenflofle, die Schwanzflofle mondförmig. 
K. 6, Br. 14, B. §, A. T % S. 18, R. Jf. 

Holocentrus radiis viginti quatuor in pinna dorfi, pinna caudae lunata. B. yi t 

P.W, V.-L, A.^.C.xnu, D.^. 



JL/ie vier und zwanzig Strahlen in der Rückenflofle ;, und die mondförmige s , 

Schwanzflofle, geben ein Merkmahl für diefen Fifch ab. Der So S° 

In der Kiemenhaut bemerke ich fechsj in der Bruftflofle vierzehn j in der 
BauchflofTe fechs, in der Afterflofle zehn, in der Schwanzflofle achtzehn, und 
in der Rückenflofle vier und zwanzig Strahlen, 

Der Körper ift grünlich und fleifchig; der Kopf lang; der Unterkiefer 
hervorftehend , und beide find mit fpitzigen von einander entfernten Zähnen 
befetzt, wovon die zwey vordem die längften find. An der Oberkinnlade ift 
auf jeder Seite ein langer dünner Knochen. Die Nafenlöcher find doppelt; 
die Kiemendeckel gelb geftrahlt^ die Augenringe roth, und mit einer gelben 
EinfafTung verfehen; derVorderkiemendeckel ift an zwey Seiten gezähnelt, und 
der hintere mit zwey Stacheln bewaffnet. Die Seitenlinie läuft etwas gekrümmt 

I % 



68 Der grünliche Sogo. 

unweit des Rückens, und ift fägeförmig; der After ift in der Mitte des 
Körpers befindlich, und die fämmtlichen weichen Strahlen find vierzweigt. In 
der Afterfloffe find drey, in der Rückenfloffe zehn, und in der BauchflofTe ein 
harter Strahl vorhanden. Unweit des Rückens nimmt man verfchiedene dunkle 
Flecke wahr; die FlofTen haben eine dunkle EinfafTung, am Bauche hingegen, 
wird die grüne Farbe weifs; die Bruft- und BauchflofTen find am Grunde gelb- 
lich, jene find abgerundet, und diefe laufen wie die übrigen FlofTen in eine 
Spitze aus. Den ganzen Körper bedecken harte nnd gezähnelte Schuppen. 

Dem AudionsverzeichnifTe zufolge, gehört diefer Fifch in Weitindien zu 
Haufe, und ift, wie man aus dem Baue feines Mundes fchliefTen kann, ein 
Raubfifch. 

Seine grünliche Farbe gab mir zu feiner Benennung Gelegenheit. 



Der Ongo. 6$ 



DER ONGO, 

Holoncentrus Ongus. 
CCXXXIVte Tafel. 

Fünf und zwanzig Strahlen in der Rückenflofle , die Schwanzflofle abgerundet. 
K.j, Br. iz, B.£; A. T \, S. 18, R. if* 

Holocentrus radiis viginti quinque in pinna dorfi, pinna caudae rotundata. 

B. v, P. xu, V.± t A. *§ t C. xvm, D. 'JL. 



J Jie fünf und zwanzig Strahlen in der Rückenflofle, und die abgerundete Schwanz- 3- 

° ° Der Ongo. 

flofTe karakterifiren diefen Fifch. 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in derBruftflofle zwölf, in der Bauch- 
flofle fechs, in der Afterflofle eilf, in der Schwanzflofle achtzehn, und in der 
Rückenflofle fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift lang ; beide Kinnladen find mit einer Reihe kurzer 
und fpitziger Zähne befetzt ; der Gaumen ift glatt, und an der Oberkinnlade 
find ftarke Lippenknochen. Die Nafenlöcher find doppelt; die Augen haben 
einen goldfarbenen Ring ; der Vorderkiemendeckel ift nur an einer Seite gezäh- 
neltj und der hintere mit zwey Stacheln bewaffnet. Die Kiemenöfnung ift 
ungemein weit, und die freiliegende Kiemenhaut wird von ftarken Knochen 
unterftützt. Die Seitenlinie läuft nahe am Rücken , und der Afcer liegt der 

I 3 



7® Der Ongo. 

SchwanzflofTe näher, als dem Kopfe. Die Schuppen find klein und ungezäh- 
nelt; die Grundfarbe des Fifches ift braun, nach dem Bauche zu fällt fie ins 
Grünliche, und an der After- Schwanz- und RückenflofTe nimmt man gelbe 
Flecke wahr. Die BruftflofTe ift breit, und der Stachel in derBäüchflofTe fehr 
ftark ; beide haben eine gelbe Farbe. In der Afterfloffe hat auch diefer Fifch 
drey, und in der RückenflofTe zehn Stacheln, wie der vorhergehende, aufzu- 
weifen. Die Bruft- After- und SchwanzflofTe find rundlich, die Bauch- und 
RückenflofTe hingegen laufen in eine ftumpfe Spitze aus, die Haut aber, welche 
am Ende des Hinterkiemendeckels befindlich ift, bildet eine fcharfe Spitze. 
Die fämmtlicben weichen Strahlen find an ihren Enden vierzweigigt. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan, wo er unter dem Nahmen Ican 
Ongo bekannt ift, wovon ich Gelegenheit nahm, ihn ebenfalsfo zu benennen. 



Der gefireiffu Sogo. 71 



DER GESTREIFFTE SOGO. 

Holocentrus ftriatus. 

CCXXXVte Tafel. Fig. 1. 

Die Kinnladen gleich lang , die SchwanzflofTe gerade. K. 4, Br. ij, B. £, 
A. T V, S. 15, R.£§. 



Holocentrus maxillis aequaübus, pinna caudae truncata. B. IV, P. XV , 



Da keiner von den Fifchen diefes Gefchlechts mit einer geraden Schwanzflofle, 4. 

Der 
verbunden mit gleich langen Kinnladen, verfehen iß; £0 find die angegebnen geftreif f te 

Merkmahle zu feiner Unterfcheidung hinreichend. Sogo 

In der Kiemenhaut zähle ich vier, in der BruftflofTe fünfzehn, in der 

BauchflofTe fechs, in der AfcerflofTe zehn , in der SchwanzflofTe fünfzehn > und 

in der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen. 

Diefer Fifch ift an den Seiten zufammengedrückt; der Kopf ift abfchüf- 

fig, und das Auge mit einer Nickhaut verfehen; der fchwarze Stern deflelben 

wird von einem weifsen und braunen Ringe umgeben; die Nafenlöcher find 

doppelt und dicht an den Augen befindlich. Die gleich langen Kinnladen find 



j% Der gefireiffu Sogo. 

mit fehr kleinen an einander flehenden Zähnen befetzt. Die Zunge ift glatt, und 
der Gaumen von kleinen Zähnen rauch. An dem Oberkiefer nimmt man auf 
jeder Seite einen Lippenknochen wahr. Der Vorderkiemendeckel ift am hin- 
tern und untern Rande gezähnelt, und der Hintetkiemendeckel, der fleh in eine 
häutige Spitze endigt, hat einen flachen Stachel. DieKiemenöfnung ift fehr weit, 
und die Kiemenhaut mit ihren fchmalen Knochen wenig zu fehen. Die Schuppen 
find klein und gezähnelt; der After liegt der SchwanzflofTe näher, als dem 
Kopfe; die Seitenlinie nähert fich dem Rücken und läuft mit demfelben paralell. 
Auf der fchmutzig-weifsen Grundfarbe nimmt man fünf braune nach der Breite 
laufende Streifen wahr, davon einer am Hinterkiernendeckel, einer am Schwänze, 
und drey am Rumpfe befindlich find. Die Rauchfloflen find dunkel, und die 
übrigen hellbraun. In der AfterflofTe find drey, und in der mit einem fchwar- 
zen Flecke verfehenen RückenflofTe, zehn harte Strahlen. Die weichen find in 
diefen beiden FlofTen gabelförmig, in den übrigen aber vielzweigigt. Die ge- 
rade SchwanzflofTe ift zum Theil mit Schuppen befetzt. 

Auch diefen Fifch habe ich aus einer holländifchenVerfteigerung erhalten: 
ich kann daher feinen Aufenthalt nicht zuverläfsig beftimmen. 

Die Streifen diefes Fifches haben mir zu feiner Benennung Gelegenheit ge- 
geben. 



Der Silber fogo. 7 3 



DER SILBERSOG O. 

Holocentrus argentinus. 

CCXXXVte Tafel Fig. 2. 

Ein Silberftreiff an den Seiten, die SchwanzflofTe gerade. K. 5. Br. 1 4, B. •£, 
A.A, S. 15, R. ||. 

Holocentrus fafcia laterali longitudinali argentea. B. v t P. Xiy, V. —-» 

•^•XT' C>x ^» A XX/T 

13er weifse Silberftreiff an den Seiten und die gerade SclwanzflofTe.find die ■- 

Unterfcheidungszeiclien diefes Fifches. Der ^ beCm 

In der Kiemenhaut bemerkt man fünf, in der BrufMofle vierzehn, in fogo. 
der BauchflofFe fechs , in der AfterflofTe eilf, in der Schwanzflofle fünfzehn und 
in der RückenfioiTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf fowohl, als der Rumpf, ift an den Seiten zufammen gedrückt, 
und mit zarten rauhen Schuppen bedeckt; jedoch find am erftern nur die bei- 
den Kiemendeckel allein damit verfehen. Die untere Kinnlade ßeht vor der 
obern etwas hervor, und beide find mit kleinen, fpitzigen, von einander ent_ 
fernten Zähnen befetzt. Der Gaumen ift rauh, die Zunge glatt und frey; die 
Allg.Naturg.d.Fifche. Th.vil. K 



74 Der Silber figo. 

Nafenlöcher ßehen dicht an den Augen , und ihr fchwarzer Stern wird von 
einem Silberfarbenen ins Gelbe Spielenden Ringe umgeben. Der vordere Kie- 
mendeckel ift an beiden Seiten gezähnelt, und der hintere beftefct aus 
zwey Blättchen, drey Stacheln , und einer anhängenden Haut. Die Kie- 
menöffnung ift weit, und die gröfstentheils frey liegende Kiemenhaut wird 
von fünf feinen gekrümmten Knochen unterßützf. An der innern Seite des 
Vorderkierrsendeckels nimmt man eine einfache Kieme wahr. Die Seitenlinie 
ift unweit der Bruftflofie nach -dem Rücken zu gebogen , und laufe nahe an 
demfelben nach der Schwanzflofie hin. Der After liegt beinahe im Mittel- 
punkt des Körpers. Von den Flößen ift die an der Bruft abgerundet, und ihre 
Strahlen find gabelförmig; die am Bauche läuft in eine Spitze aus, und die 
Strahlen find, bis auf den erften harten, vielzweigigt; die am Schwänze iß ge- 
rade und die Strahlen an ihrem äufserßen Ende gabelförmig. Die fämnitlichen 
Strahlen in der Rücken- und Aftern 1 offe, wovon in der erftern zehn, und in 
der letztern drey hart find, ragen über die Zwifchenhaut hervor und find un- 
getheilt. Am Anfange des Rückens nimmt man einen fchwarzen und am Ende 
des Schwanzes einen violetten Fleck wahr. 

Die Grundfarbe des Fifches ift gelblich; der Kopf oben violett und an 
den Seiten filberfarben. Die FloiFen find blafsbläulich und nur die Bruft- und 
BauchflofTen gelb eingefafst. Von der Gröfse, die er erreicht, und feinem 
Aufenthalt kann ich nichts Beßimmtes fagen, da ich ihn in einer holländi- 
fchen Verfteigerung erftanden habe. 



Der Goldfogo, yj 



.DER GOLDSOG 0. 

Holocentrus auratus. 

CCXXXVIte Tafel. 

Der Körper punktut, neun Stacheln am Rücken. K. 6", Br. 16, B. -J, A. t 3 ^ 

S. 20, R. 2V 

Holocentrus puncZatus , aculäs dorfalibus noyem. B ri y P. xvi > V. — 
A IH C xx D IX 

A 'xTi' C ' KXi v 'Yxiv: 

LJie feinen Punkte, womit der ganze Körper befprengt ift, und die neun f^y '■ 

Stacheln in der RückflofTe geben zureichende Merkmahle für diefen Fifch ab. _ ' ., 
Der Ijold- 

In der Kiemenhaut findet man fechs, in der Bruftflofle fechszehn, in f g . 
der BauchflofTe fechs, in der AfterflofFe zwölf, in der SchwanzfiofTe zwanzig, 
und in der RückeufloiTe vier und zwanzig Strahlen. 

Diefer Fifch hat einen zusammengedrückten und breiten Körper, der von 
einer dicken Haut und ungemein kleinen Schuppen bedeckt wird. Der Kopf 
ifl von mittlerer Gröfse, und von den Augen an bis zur Mundfpitze, wie auch 
an den Seiten, bis an den Kiemendeckel, fchuppenlos. Die untere Kinnlade 
ift die längfte, und beide find mit kleinen fpitzigen Zähnen befetzt. Man be- 
merkt jedoch £n der obern zwey etwas längere Zähne und zwey breite Lippen- 
knochen. Die Nafenlöcher find doppelt und unweit der Augen befindlich, 

K 2. 



7 6 Der Goldfogo. 

wovon die vordem cylinder- und die hintern eyförmig find. Die Zunge ift 
glatt, frey und fo lang, dafs fie einer Vogelzunge gleicht; der Gaumen ift 
bewaffnet; die Lippen find ftark, und vorn mit zwey Flecken verfehen. Die 
etwas hervorragenden Augen flehen dicht am Scheitel, haben einen fchwarzen 
Stern, der von einem ins Violette fpielenden und gelb punktirten Ringe umge- 
ben wird. Der vordere Kiemendeckel ift am hintern Rande fehr fein gezäh- 
nelt, und der hintere, der fleh in eine häutige Spitze endigt, mit drey flachen 
Stacheln verfehen. Die KiemenöfFnung ift fehr weit, die Kiemenhaut halb be- 
deckt, und an der innern Seite des Vorderkiemendeckels eine einfache Kieme 
fichtbar. Die Seitenlinie ift vorn nach oben, und hinten nach unten zu ge- 
bogen. Der After fleht beinahe in der Mitte. Den Körper überzieht eine 
fchöne Goldfarbe, die am Kopfe und am Bauche blafTer, und am Rücken 
dunkler wird, worauf fleh die braunen Punkte gut ausnehmen. Die fämmt- 
lichen Floffen find abgerundet, wovon die an der Bruft gabelförmige, 
die übrigen aber vielzweigige Strahlen haben. Die Rücken- After- und 
Schwanzflofle find am Grunde gelb und am Rande fcharlachfarben ; die Bruft- 
floffen find blafsbläulich und die BauchfiofTen braunroth. In letzterer findet 
man einen, in der Afterfloffe drey, und in der RückenflofTe neun harte Strahlen. 
Diefe letzten neun Stacheln find mit Fafern verfehen, und ihre Zwifchenhaut 
ift dunkelbraun eingefafst. 

Diefen Fifch habe ich erft kürzlich von dem Naturalienhändler Voigt aus 
Amfterdam gekauft, der Oftindien für fein Vaterland angiebt. 

Seine Goldfarbe gab mir zu feiner Benennung Gelegenheit. 



Der getiegerte Sogo. 



77 



DER GETIEGERTE SOGO. 



Holocentrus tigrinus. 



C C X X X V II t e Tafel, 



Der Körper gefleckt, die Schvranzfloße mondförmig. K. 6, Br. 13, B. |, 
A. X V, S. 15, R.B. 

Holocentrus maculatus, pinna caudae lunata. B. Vi, P. Xin, V. — 



Perca dorfo monopterygio : capite mutico, 
fquamofo : operculis monacanthis, fqua- 
mofis: cauda truncata. Gronov. Zooph. 
p. 91. n. 298. 

Perca maxilla inferiore longiore , toto 
maculis Sc lineis transverfis varia. Seb. 
Thef. Tom. III. p. 78. n. 15. tab. 27. 

fig- 15- 

Prochilus ; capite producto ; pinnis ani, 
dorfi caudaeaue maculatis ; branchiali- 
bus oblongis, albis; reliquo toto cor- 
pore, ad lyncis inftar, maculatus &C 
fafciatus Klein MUT. pifc. V. p. 60. 
b. 4. tab. 12. f. 4. 



VI, 



Ikan makekae. Valentyn Amboin. Tom. III. 

p. 3S9- n. 135- H- ni 

Marquille. Renard, Hift de PoifT. Tom. I. 

tab. 6. flg. 45. 
Marquille. Baars met eene geftippeldeKop, 
gevlakte vinnen, en een gemarmed 

lichnaam. Boddart, Nat. Hift. p. 13. 

n. 45. 
Marquille. Hift. Befchryv. der Reiz. Tom. 

XXI. p. 185- n. 131. fig. 131. 
Das Butzmaul, mit verlängertem fpitzi- 

germ Kopfe und Schnautze. Neuer 

Schaupl. d. Nat. Th. I. S. 1043. n. 4. 



K 3 



73 Der gttiegefte So^o. 

~~— M ~~- , _|J er g e fl ec i tte . Körper und die mondförmige SchwanzflofFe unterfcheiden die- 

7' 
D sere- ^ en ^^ c ^ von ^ en übrigen, feines Gefchlechts. 

ger:e Sogo. I n der Kiemenhaut find fechs, in der BrufifiofTe dreizehn, in der Bauch- 

floffe fechs, in der AfterflofTe zehn, in der SchwanzflofTe fünfzehn, und in der 
RückenfleiTe ein und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift fchmahl, von den Seiten zufammengedriiekt, und läuftin eine 
ftumpfe Spitze aus. Von den Kinnladen, die mit kleinen, von einander ent- 
fernten, fpitzigen Zähnen befetzt find, ift die unterfie am Iängften. An der 
Oberkinnlade find in der Mitte .zwey bewegliche Lippenknochen befeftiget. Die 
Zunge ifl glatt und frey ; der Gaumen rauh; die Nafenlöcher lind doppelt^ und 
dicht an den Augen befindlich. Die erftern find röhren- und die andern ey- 
förmig. Die Augen haben einen fchwarzen Stern in einem filberfarbenen 
Ringe; der vordere Kiemendeckel ift' an zwey Seiten gezähnelt, und der hin- 
tere , der fich in eine häutige Spitze endigt, mit drey flachen Stacheln verfe- 
hen. An der innern Seite des Vorderkiemendeckels ift eine einfache Kieme 
fichtbar. Die Kiemenöffnung ift weit, und die freiliegende Kiemenhaut wird, 
von fechs flarken gekrümmten Knochen unterftützt. Die Schuppen find klein, 
gezähnelt, und bedecken aufser den vordem Theil des Kopfes, den ganzen Kör- 
per. Die Seitenlinie, die unweit des Rückens läuft, macht am Ende der 
Rütken Söffe- eine. Beugung, und der After, der von feiner Floße entfernt ift, 
liegt zwifchen der SchwanzflofTe und dem Kopfe in der Mitte. Der Rumpf 
und Kopf find mit Flecken von unbeftimmter Figur bedeckt, die an den Flof- 
fen rundlich find. Der Rücken ifl braun; die Seiten find über der Linie bläu- 
lich, und unter derfelben, fo wie auch der Bauch, filberfarben. ■ Die Flößen 
find bläulich und die SchwanzflofTe gelbbraun eingefafst. Die BrufifiofTe ifl 
abgerundet und ihre Strahlen find gabelförmig; die Hauch- ( und AfterflofTe 
läuft in eine Spitze aus, und ihre Strahlen find vielzweigig ; d:2 SchwanzflofTe 
ift mondförmig und ihre Strahlen find ebenfalls viclzweijig; die Riickenfiofle 



Der getiegerte Sügo. 79 

aber hat gabelförmige Strahlen, wovon an den zehn harten Fafern fitzen. Von 
den drey harten in der Afcerflofle ift der mitteilte der ßärkfte. 

Diefer Fifch iß in Oftindien einheimifeh, und hat, wie Vahntyn ver- 
fichert, ein fehr wohlfchmeckendes Fleifch. 

In Oftindien heifst er Ikan makekae ; die dafigen Holländer nennen ihn 
Maraaillae; die Deutfchen den gethgerten ■ Sogo, und die Franzofen FHolocen- 
dre tigre. 

Vahntyn hat zwar diefen Fifch zu erft befchrieben ä) , allein feine Zeich- 
nung ift fehr fehl echt b). Eben fo fehlerhaft und zugleich fehr bunt ift die, 
welche wir von diefem Fifche beim Renard finden c). Diejenige Abbildung, 
die in der allgemeinen Reife vorkömmt J) ift nur eine Copie der Valentynfchen. 

Klein 3 der unfern Fifch unter feinen Bärfchen befchreibt e), gab uns auch 
eine Zeichnung f), in der man wohl diefen Fifch erkennt, worin aber die 
Seitenlinie nicht bemerkt, der Kopf fehr fchlecht, und die Schwanzflofle nicht 
mondförmig vorgeftellt ift. Bald darauf gab uns Seba eine beffere Abbil- 
dung g) , in der jedoch die Strahlen in der Rückenfloffe durchgängig als 
Stacheln, die Schwanzfloffe gerade, und der gezähnelte Kiemendeckel glatt 
vorgeftellt find. 

i) Amboin. Tom. IH p. 389. n. 135. e) MifT. pifc. V. p. 60. n. 4. 

OI.a.B.fig.135. /) A.a.O. tab.ia.fig. 4. ' 

c) Hift. de Poiff. Tom. I. tab. 6. fig. 45. 

V) Hift. Befchryv. der Reiz, Tom. XXI. S) Thef. Tom. HT. tab, 27. fig. 15. ( 

fig. 131. 



8o Der SHavaififih. 



DER SKLAVENFISCH. 

Holocentrus fervus. 

CCXXXVIlIte Tafel. Fig. r. 

Drey gekrümmte Linien am Rumpfe, die SchwanzflofTe mondförmig. K. 4, 
Br. i,z, B.£, A.Ä, S. 16 , R.££. 

Holocentrus lineis trihus carvis, pinna caudae lunatä. B, iy , P. xn , 

V.±,AM,C.xr IjD .™ 
VI XI XX f 

' "' Die drey gekrümmten Linien am Rumpfe und der mondförmige Ausfchnitt 

_ ' , an der Schwanzflofie karakterifiren diefen Fifch. 
Der Skla- 

venfifch. In der Kiemenhaut bemerke ich vier, in der BruftflofTe zwölf, in der 

BauchflofTe fechs, in der AfcenlofTe eilf, in der Schwanzfloffe fechzehn, und 
in der RückenflofTe ein und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift kurz, dick, an den Seiten zufammengedrückt und vorn 
abfchüffig; die Kinnladen, an deren obern man zwey Lippenknochen wahr- 
nimmt, find von gleicher Länge und mit fehr kleinen von einander entfernten 
Zähnen verfehen. Die Zunge ift glatt, der Gaumen rauh, der vordere Kie- 
mendeckel am hintern und untern Rande gezähnelt, und der hintere in einen 
runden Stachel ausgehend: beide find , gleich dem Rumpfe, mit fehr zarten 
fiiberfarbenen Schuppen bedeckt. Die Augen flehen nahe am Scheitel, haben 

einen 



Der Sklavtnfifck $1 

einen fchwarzen Stern, der von einem goldfarbenen Ringe eingefchloffen ift. 
Die Nafenlöcher ' find doppelt und nahe an den Augen befindlich. Die 
Seitenlinie läuft in einer geringern Entfernung vom Rücken als vom Bauche 
beinahe in einer geraden Richtung. Die drey oben erwähnten Linien find 
von fchwarzer Farbe, und bilden einen flachen nach dem Bauche zu ge- 
krümmten Bogen. Die Grundfarbe ift filberfarben» Der After nimmt den 
Mittelpunkt des Körpers ein; die Bruft - und BauchflofTen find gelblich, 
jene endigt fich in eine ftumpfe und diefe in eine fcharfe Spitze; beide ha- 
ben zarte vielzweigige Strahlen. Die AfcerflolTe hat bey einer fichelförmigen 
Geftalt, die nehmliche Färbe und Strahlen, doch mit dem Unterfchiede, dafs 
in letzterer nur ein harter Strahl, in diefer aber drey dergleichen vorhanden 
find. Die SchwanzflofTe ift bräunlich und ihre Strahlen find wie bey den 
vorhergehenden befchafFenj ihre Spitzen find fchwarz, und in der Mitte 
fieht man drey Linien von der nehmlichen Farbe. Die Rückenfloffe, wel- 
che aus zwey FlofTen zufammengefetzt zu feyn fcheint, ift mit vier fchwar- 
zen Flecken , zwölf harten und neun weichen Strahlen verfehen. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der japanifchen Gewäfler, wird feiner 
Menge und magern Fleifches wegen von den bemittelten Einwohnern nicht 
geachtet , daher er nur eine Speife der Sklaven wird, welcher Umfta-nd die 
dafigen Holländer veranlafst hat, ihm den oben erwähnten Nahmen beizu- 
legen. 

Ich befitze zwey Exemplare, die mit dem hier vorgeftellten von einer 
Gröfse find, welche wahrfcheinlich die gewöhnliche ift. 

Die Holländer in Oftindien nennen ihn wie erwähnt den Slawen -Vifch; 
4ie Deutfchcn Sklavenfifch, und die Franzofen L'Esrtave. 



Allg.Naturg. d. Fifche. Th. Vit, 



8i Der vierünigtc Sogo. 



DER VIERLIN IGTE SOGO. 

Holocentms quadrilineatus. 

C C X X X V I I I t e Tafel. F i g. 2. 

Der Körper lineirt, die SchwanzflofTe abgerundet. K. 6, Br. i 3 , B. i, 
A. T 3 T , S. 16. R.|f. 

Holocentms lineatus, pinng. caudce rotundata. B. Vi , P. afc:.^ V. — ' 

A.^C.xn.D.^L 
XIII 3 XXII 



- JL'er lineirte Körper, und die abgerundete SchwänzflofTe unterfcheiden diefen 

_ . ,. Fifch von den übrigen feines Gefchlechts. 
Der vierh- D 

nigte Sogo. In der Kiemenhaut nimmt man fechs, in der BruftflofTe dreizehn, 

in der BauchflofTe fechs, in der Afterflofie dreizehn, in der SchwänzflofTe 
fechszehn, und in der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen wahr. 

Der Kopf ifl; von den Seiten zufammengedrückt und wenig abfchüffig; 
die Kinnladen find von gleicher Länge und mit kleinen unterwärts etwas 
breiten , oben aber zugefpitzten Zähnen verfehen. Der kleinen MundöfFnung 
wegen habe ich die Zunge und den Gaumen nicht unterfuchen können. Die 
Nafenlöcher find doppelt, die vordem röhrenförmig, und beide Paar den Au- 
gen näher als dem Munde. Von den vier Linien, welche nach der Länge 
über den Körper weggehn, ift eine nahe am Rücken befindlich, die andre 



Der vierlinigtc Soge. 83 

fängt an der Stirn, die dritte an der Mundfpitze, und die vierte am Winkel 
deffelben an. Diefe läuft längft dem Körper, bis in die Mitte der Schwanz- 
flofTe und jene über das Auge weg. Der Stern im Auge ift fchwarz, der 
Ring weifs und roth eingefafst. Der vordere Kiemendeckel ift hinten und 
unten gezähnelt; der hintere abgerundet und mit einem kleinen Stachel 
verfehen; beide find gleich dem Rumpfe mit fehr zarten Schuppen bedeckt. 
Die einfache Kieme am innern Kiemendeckel habe ich nicht bemerken kön- 
nen. Am Rücken, der einen flachen Bogen bildet, bemerkt man eine Fur- 
che zur Aufnahme der RückenflofTe. Die Seitenlinie fängt am hintern Kie- 
mendeckel an., läuft unweit des Rückens, in Krümmungen bis an die Schwanz- 
flofTe hin. Der After ift vom Kopfe weiter als von der SchwanzflofTe ent- 
fernt. Auf der afchgrauen Grundfarbe diefes Fifches nehmen iich die fchwärz- 
lichen Linien gut aus. Der Bauch ift rothgelb } der Rücken bräunlich und 
die Floffen find bleifarben, und nur die Bruft - und Bauchflofle haben eine 
gelbliche EinfafTung. Auf den Seiten nimmt man vor der RückenflofTe einen 
runden und an der FlofTe felbft einen länglich fchwarzen Fleck wahr. Die 
Bruft - After - und SchwanzflofTe find abgerundet-, die Bauchflofle endigt fich 
in eine fcharfe und die RückenflofTe in eine ftumpfe Spitze; alle Strahlen 
darin flnd vielzweigig bis auf einen in der Bauchflofle, drey in der After- 
flofTe, und zwölf in der RückenflofTe, die hart und einfach find. 

Auch diefes Fifchchen ift aus dem Orient: ob es aber in feinem Vater- 
lande gröfser angetroiTen werde, davon ift mir nichts bekannt geworden. 



L % 



84 Der fünfiinigte Sogo. 



DER FUNFL1NIGTE SOGO. 

Holocentrus quinquelineatus. 

CCXXXIXte Tafel. 

Fünf Linien am Körper, die SchwanzflofTe mondförmig. K. 6, Br. i 6, B. •§> 
A. T 3 ö, S. 20, R.ff. 

Holocentrus lineis quinque, pinna caudce lunata. B. Vi > P. XV 1 } V. —* 

A. — , C. xx, D. ~~~. 
X XXIK 

■ — -i-Jiefen Fifcli erkennt man an feinen fünf nach der Länge laufenden Linien^ 

10. 
R f- a- un d an feiner mondförmigen SchwanzflofTe, 

»igte Sogo. In der Kiemenhaut bemerkt man fechs, in der Brußflofie fechszehn, 

in der BauchflofTe fechs, in der AfterßofTe zehn , in der Schwanzrlofle zwan- 
zig und in der RückenflofTe vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift kurz, von den Seiten sufammengedrückt, und bis am Kiemen- 
deckel ohne, auf dem Kiemendeckel mit kleinen und am Rumpfe mit grofsen 
Schuppen bedeckt. Die untere Kinnlade fleht vor der obern etwas hervor und 
hat nur eine Reihe kurzer von einander entfernter Zähne: in der obern 
aber bemerkt man, aufTer einer ähnlichen Reihe, viele kleine ohne Ordnung 
dicht in einander flehender Zähne. Auch der Gaumen ifl mit dergleichen 



Der filnßinigte Sogo 8 J 

Zähnen befetzt. Die Lippenknochen find breit; die Nafenlöcher doppelt, die 
vordem rund und die hintern länglich. Die Augen find grofs, fitzen dicht 
am Scheitel, und haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe. Am 
hintern Kiemendeckel, der in eine häutige Spitze ausläuft, bemerkt man in der 
Mitte feines vordem Randes einen Haken, der in den Ausfchnitt des vordem 
Kiemendeckels eingreift. Letzterer ift an feinem untern Rande gezähnelt, und 
elfterer hat einen flachen Stachel. Die Kiemenöffnung ift weit; die Kie- 
menhaut liegt frey, und enthält fechs ftarke^ Strahlen. Da ich von diefem 
Fifche nur ein getrocknetes Exemplar beiitze: fo kann ich nicht beftimmen, 
ob er auch mit einer einfachen Kieme verfehen feyn mag. Von den fünf 
oben erwähnten Linien entfpringen vier dicht am Auge und die fünfte an 
der Kiemenöffnung. Die erftere verliert fich in der Mitte, die zweite am 
Ende der Rücken - und die übrigen drey in der SchwanzflofTe. Sie find 
von hellblauer Farbe. Der After ift der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe; 
die Seitenlinie läuft nahe am Rücken mit demfelben in gleicher Richtung; 
die Bruft - und BauchflofTen find lang und laufen in eine Spitze aus; die 
After - und Rückenflofle find abgerundet, und die SchwanzflofTe, wie ge- 
dacht, mondförmig. Die weichen Strahlen find vielzweigig; von den har- 
ten und einfachen findet man in der BauchflofTe einen , in der Afterflofle 
drey und in der RückenflofTe zehn lange und ftarke Stacheln. Die Grundfarbe 
ift gelblich; der Kopf und die FlofTen find violett ins Rothe fpielend. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan; ich befitze zwey Stück in der 
Gröfse der mitgetheiken Zeichnung. Von feiner Benennung und Naturge- 
fchichte kann- ich, in Ermangelung hinlänglicher Nachrichten, nichts. Tagen. 



L 3 



g 6 Der bandirte Sogo. 



DER BANDIRTE SOGO. 

Holocentrus fafciatus. 
CCXLte Tafel. 

Der Körper bandirt, der Unterkiefer hervorftehend. K. 6, Br. 13. B. £» 
A.&, S. 16, R.ff. 

Holocentrus fafciatus, maxilla inferiore longiore. B. Vi, P. xm , Jp". _» 
• JUie Banden, welche den Rumpf nach feiner Breite umgeben, und der her- 



vorftehende Unterkiefer geben Merkmahle für diefen Fifch ab. Wir ha- 
Der bandir- ' . . 

te Sogo. ben zwar Taf. 135. F. 1. einen vorgeftellt, der mit braunen nach der Breite 

laufenden Striefen verfehen ift: allein da diefe den Körper nicht ganz umge- 
ben, und außerdem die Kinnladen von gleicher Länge find, fo wird man ihn 
nicht leicht mit gegenwärtigem verwechfeln. 

In der Kiemenhaut bemerke ich fechs, in der BruftflofTe dreizehn, in 
der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe zehn, in der SchwanzflofTe fechs- 
zehn, und in der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift von den Seiten zufammengedrückt , und läuft in eine 
ilumpfe Spitze aus; die MundöfFnung ift weit, und in der obern Kinnlade 



Der bandirtc Sogo. 87 

findet man mehrere Reihen fehr kleiner Zähne, wovon die beiden vordem 
ziemlich lang find; die untere Kinnlade aber, enthält nur eine Reihe weit aus- 
einander flehender gröfserer und einwärts gekehrter Zähne. Statt der Lippen 
ift diefer Fifch an der obern Kinnlade mit zwey langen und dünnen Kno- 
chen verfehen. Der Gaumen ift rauh; die Zunge glatt; die Nafenlöcher 
find doppelt; die Augen ftehen nahe am Scheitel und haben einen fchwar- 
zen Stern in einem grüngelblichen Ringe. Der vordere Kiemendeckel ift 
an beiden Rändern gezähnelt, und die Schuppen an felbigem find weit klei- 
ner, als am hintern , welcher aus zwey Blättchen zufammengefetzt, mit eben 
fo viel flachen Stacheln und am Rande mit einer freihängenden Haut ver- 
fehen ift. Die Kiemenöffnung ift fehr weit, und die Kiemenhaut nur zum 
Theil bedeckt. An der innern Seite des Vorderkiemendeckels ift eine ein- 
fache Kieme befeftiget. Der Rumpf ift dünn, die Schuppen an felbigem find 
gezähnelt, hart und von mittlerer Gröfse. Die Seitenlinie ift gerade und 
laufe unweit des Rückens mit demfelben paralell; der After ift der Schwanz- 
flofTe weit näher als dem Kopfe. Die Grundfarbe diefes Fifches ift gelb- 
gräulich, die am Bauche heller wird. Die Bänder, die fich am Bauche thex- 
len find ftahlfarben ; die Floflen find von der nehmlichen Farbe des Rumpfs, 
abgerundet, und haben vielzweigige Strahlen. In der BauchflofTe ift ein und 
in der Afterflofle drey harte Strahlen vorhanden. Der vordere Theil der 
RückenflofTe, der aus zehn harten Strahlen befteht, ift niedriger als der hin- 
tere, defTen Strahlen weich find. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift mir unbekannt; ich habe ihn aus einer 
Holländifchen Verfteigerung erhalten. 



Der pünktirte Sago. 



DER PÜNKTIRTE S O G 0. 
Holocentrus pundatus. 
C G I X L t e Tafel. 

Der Körper punktirt, eilf Stach-eln in der KückenflofTe. K. . . Br. n, B. -§-, 
A.J-, S. 17, -R.Ü-. 

Holocentrus punäatus, aculeis dorfalibus undecirru B. . . F. Xu. V. —* 

A.-L,C.xrn t D.——. 

IX ' XXIII 



Perca dorro monopterygio : capite mufi- 
co, fquamofo : operculis monacarrthis 
fquamofis: cauda fubrotunda: fafciis 
dorfalibus transverfis albis. var, y. Gro~ 
nov. Zooph. p. 90. n. 296. 

Percis, pinnis fex; undecim aculeis in 
dorfo, tertia longiflima; ventralibus 
pinnis & illa poll anum unica fpina 
firmatis ; maculis fanguineis rotundis 
in toto corpore Sc in pinnis; pinna 
verfus caudam latiore ; oculis magnis, 
iride nigra cum aureo & fanguineo 
mixta; fquamulis parvis ad taftum gla- 



bra, nifi a cauda verfus caput fricetur. 
Klein. Miff. Pifc, V. p. 41. n. 5. 

Pira-pixanga. Prinz Moni M - s - Tom. I; 
p. 306. 

Pira - pixanga. Brafilienfibus. Gatvifch, 
Belgis. Marcgr. Brafil. p. 152. £ p. 153. 

Pira-pixanga. Lufit. Pefche Gatto noftra- 
tibus. Gatvifch. Pifo. Ind. utr.p. 52. 

Pira - pixanga Brafilienfibus. Marcgravii 
quae Turdi fpecies effe videtur: Bel- 
gis Gatvifch. Willughb. Icht. p. 32 r f ' 
tab. X. 7. fig. 1. 

Turdis 



Der punktirtc Sogö. 89 

littdis aflinis, pira - pixanga Brafiliens. Pira - Pixanga. Ruyfik Theatr. Anim. p. 

Rai Synops. Pifc. p. 139- n - IO - I20 - tab - 33- ng. 12. 

Pira - Pixanga. Ionfi. de Pifc pag. 182. Der Kaulparfch mit u. f. w. Neuer Schau- 

tab. 32. fig. 12. P latz d - Narat. Th. VI. S. 366. 

JDiefk Fifch unterfcheidet fich von den übrigen feines Gefchlechts, durch "" " — 

den punktirten Körper, und die eilf Stacheln in der Rückenflofle. 

r . Der punk- 

In der Bruftfloffe findet man zwölf, in der BauchflofTe fechs, in der tirte Sogo. 

Afterflofle neun, in -der SchwanzfloiTe fiebzehn, und in der Rückenflofle drey 
und zwanzig Strahlen. 

Die Mundöfthung ift weit; die Kinnladen find von gleicher Länge, mit 
kurzen auseinandergehenden fpitzigen Zähnen vetfehen, und an der obern 
nimmt man zwey Lippenknochen wahr. Die Nafenlöcher find klein und 
doppelt; die hervorgehenden Augen haben einen blauen Stern, der von einem 
Mutrothen Ringe umgeben wird. Die Stirn ift abfchüffig; der Rumpf,' der 
yon den Seiten zufammengedrückt iß, wird von gezähnelten Schuppen be- 
deckt, daher der Fifch fich rauh anfühlen läfst, wenn man auf demfelben 
die Hand vom Schwänze nach dem Kopfe zu bewegt. Die Seitenlinie laufe 
nahe am Rücken, und der After ift der Schwanzflofle näher, als dem Kopfe. 
Die Flecke, womit der Körper allenthalben gezieret ift, find rund, theils 
roth, und theils fchwarz. Der vordere Kiemendeckel ift abgerundet und fein 
gezähnelt; der hintere läuft in eine Spitze aus, und ift nur mit einem flachen 
Stachel bewaffnet; der vordere Theil des Kopfes ift fchuppenlos; die Kie- 
menöffnung ift fehr weit, und die Kiemenhaut bedeckt. Da ich diefen Fifch 
nicht felbft befitze., fondern feine Zeichnung aus dem Manufkripte des Prin- 
zen Moritz entlehnt habe: fo kann ich auch die Anzahl der Strahlen in der 
Kiemenhaut nicht angeben. Die fämmtlichen FlofTen find abgerundet, und 
ebenfals mit rothen und fchwarzen runden Flecken befprengt. Die weichen 
Allg.Naturg. d. Fifche, Th.VH. M 



9° Der punktirte Sogo. 

Strahlen find vielzweigigt. Von den harten findet man aufTer den oben 
erwähnten eilf in der RückenflofTe , einen in der Bauch- und drey in der 
Afterf Joffe. Die BruftflofTen find durchaus roth, die übrigen roth und gelb. 

Diefer Fifch gehört in Brafilien zu Haufe. Kr hält lieh im Meere 
zwifchen den Klippen auf, daher ihn die dafigen Holländer Gatt- Vifch und die 
Portugiefen Pefche- Gatto oder Klippfifch nennen. Er hat ein weifses, fettes 
und wohlfchmeckendes Fleifch, das fowohl gekocht als gebraten eine ge- 
funde Speife abgiebt; erreicht die Gröfse von unferer Abbildung, und hat ein 
zähes Leben: denn Piß erzählt a) : er habe den Fifch drey Stunden lang 
aufTer dem WafTer lebend gefunden, und zwey Stunden darauf, als man ihn 
aufgeriffen, habe das Herz fich noch bewegt. Man fängt ihndas ganze 
Iahr hindurch in Menge mit Netzen. 

Die deutfehe Benennung diefes Fifches ift der punktirte Sogo, die Bra- 
filianifche Piro. - pixanga , die Portugififche Pefche - Gatto , die Holländi- 
fche Gatt - Vifch, und die Franzöfifche Holocendre pointe. 

Marcgraf, der uns zuerft mit diefem Fifche bekannt machte, gab uns 
auch eine Zeichnung £), die zu den heften von feinen fchlechten Abbildun- 
gen gezählt werden kann. Diejenige, die wir im Pifo c) Willughby d) 
Jonflon e) und Ruyfchf) finden, find nur Kopien von jener. Artedi und 
Linne haben unfern Fifch in ihre Syfteme nicht aufgenommen, vermuth- 
lich, weil fie aus der Befchreibung keine fichere Merkmahle fanden, um ihn zu 
einem oder dem andern Gefchlechte zählen zu können. Willughby g) und 
Rai h) halten ihn für eine Art Seeamfel , oder wie fie die neuen Naturkün- 



<z) Ind. Utr. p. 52. e ) de Pifc. tab. 32 fig. 12. 

£) Brafil. p. 153. f) Theat. Anim. tab. 32. fig. 12. 

c) H. N. Ind. Utr. p. 52. g) Ichth. p. 321. 

d) Ichth. tab. X. 7. fig. 1. h) Syn. Pifc. p. 139. 10. 



Der punktirte Sogo. 91 

diger nennen, für einen Lippfifch i) : allein da er weder einen fchmahlen und 
kleinen Mund noch ftarke fleifchige Lippen hac; fo kann er auch zu diefem Ge- 
fchlechte nicht gezählt werden. BefTer ift er Von Klein, feiner rauhen Schup- 
pen, feines weiten Mundes, und feiner vielen kleinen Zähne wegen, zu den Kaul- 
harfchen k) und von Gronoy zu den Barfchen /) gezählt worden ; letzerer irrt, 
wenn er den Cugupuguaca des Sloan und den Pira - pixanga des Marcgraf, der 
unfer Fifch ift, für einerley Art hält tri), da Sloan ausdrücklich fagt, dafs 
dem feinigen die BauchflofTen fehlen. Auch der, den er aus Bellon dazu 
anführt, kann wohl nicht derfelbe feyn, da Bellon dem feinigen fechszehn Sta- 
cheln am Rücken giebt, und die Befchreibung defTelben nicht zu dem unfrigen 
pafst 72). Eben fo unrichig ift fein Urtheil, wenn er die fünfzehnte Gattung 
der Bärfche des Kleins zu dem befchriebenen Fifche anführt. Man darf nur 
die kleinfche Zeichnung o) mit der unfrigen vergleichen., fo wird man leicht 
die Verfchiedenheit derfelben gewaht werden. 



i) Labrus. m) A. a. O. 

Jt) Miff. Pifc. V. p. 41. n. 6. n) de Aquatit. p. 253. 

t) Zooph. p. 90. n. 297. var. y. (o I. a. B. tab. 8. fig. 3. 



M % 



yt Der Laniettfogo. 



DER L'ANZ'E T T S G Ct 

Holocentrus lanceolatus. 

CCXLIlte Tafel. Fig. i. 

Die Floflen lanzettförmig, eilf Stacheln am Rucken. K. 6 , Br. 1 6 , B. •§, 
A. T 3 r, S. 13, R.|i 

Holocentrus pinnis lanceolatis, aculeis dorfalibus undecim. B, Vi, P. XVi, 

V.L^-B,C. X iii,D.-^-. 
VI XI XXVI 

Perca. Cronov. Zoophl. p. 90. n. 296? 

Lan erkennt diefen Fifch an feinen in eine Spitze auslaufenden Ffoflen, 

Der Lan- un ^ an ^ en e '^ Stacheln am Rücken. 

zettfogo. j n ^ er Kiemenhaut zählt man fechs, in der BruftflofTe fechszehn, in der 

Bauchflofie fechs, in der Afterfloffe eilf, in der SchwanzflofTe dreizehn, und 
in der RückenflofTe fechs und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift grofs; die Mundöffnung weit; die Lippenknochen find 
breit; die Kinnladen von gleicher Länge, und mit mehreren Reihen kleiner 
fpitzigen Zähne bewaffnet. Die Zunge ift glatt und frey; der Gaumen 
rauh; die Nafenlöcher find doppelt, und das hintere Paar dicht an den Au- 
gen befindlich. Bis dahin ift der Kopf fchuppenlos , weiter Rückwärts aber 



Der Lanrettßgo. jj 

mit eben folchen kleinen weichen und glatten Schuppen als der Rumpf be- 
deckt. Die Augen haben einen fchwarzen Stern in einem blauen Ringe. 
Der vordere Kiemendeckel befteht aus zwey abgerundeten Blättcheh, davon 
das hintere ftark gezähnelt ift. An der innern Seite habe ich keine einfache 
Kieme bemerkt. Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut halb be- 
deckt. Der Rumpf ift von den Seiten zufammengedrückt und breit; der 
Bauch hervorftehendj,, und der After in der Mitte des Körpers befindlich. 
Der Grund ift filberfarben; die Bänder und Flecke find braun. An den. 
Floflen, die insgefammt in eine Spitze auslaufen, find ; die weichen Strahlen 
an ihren Enden vierzweigig. Von den einfachen und harten Strahlen findet 
man, aufler den eilf erwähnten in der Ruckenflofle, drey in der After- und 
einen in der BauchflofTe. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Oflindien. 

Seine lanzettförmigen Floflen haben mir zu feiner Benennung Gele- 
genheit gegeben. 

Gronov befchreibt einen Fifch a), den ich für den unfrigen halten 
■würde, wenn er nicht ausdrücklich fagte, dafs er den Gaumen glatt gefun- 
den habe h). 

a) Miff, Ichth. p. 33, n. 190. Z>). A. a. O. n. 7.. 



M 3 



94 Der blaupanktirtt Sogo. 



DER BLAUPUNKTIRTE SOGO. 

Holocentrus coeruleo - punftatus. 

CCXLIIte Tafel Fig 2, 
Die Flößen punktirt, eilf Stacheln am Rücken. K. . . Br. m, B. £, 

a. t v, s. i 3 , r:U. 

Holocentrus pinnis punclatis, aculeis dorfalibus undecim. B... P. xu } V. — • 

v III n " „ XI 

A. — , C. xiii. D. - 

XI ' XXFl 

T~ JUie blauen Punkte, die man an den FlofTen wahrnimmt, und die eilf har- 

Der blau- ten Strahlen in der RückenflofFe find für diefen Fifch karakteriftifche Merk- 

pU So2o. G mam<e - Wir haben zwar bereits eben bey dem punktirten Sogo ä) die 

Punkte als ein Kennzeichen angegeben: allein, da der unfrige nur an den 

FlofTen, jener hingegen auf dem ganzen Körper punktirt ift, fo wird man 

beide nicht leicht verwechsln. 

Diefer Fifch ift zu klein, um die Anzahl der Strahlen in der Kiemen- 
haut genau zählen zu können. In der BruftflofTe bemerke ich zwölf, in der 
BauchflofTe fechs, in der Afterf lofTe eilf, in der SchwanzflofTe dreizehn, und 

*) Tab. CCIXL. 



Der blaupunktirte Sogo. qy 

in der RückenfiofTe fechs und zwanzig Strahlen. Der Kopf ift abfchüflig; 
die MundöfFnung weit; der Unterkiefer länger als der obere, beide find mit 
zarten Zähnen, und letzerer mit zwey Lippenknochen verfehen. Die Zunge 
ift glatt und frey; der Gaumen rtuh, die Nafenlöcher find ihrer Feinheit 
wegen kaum fichtbar. Die Augen, die dicht am Scheitel fitzen, find mit 
einer Nickhaut verfehen, und haben einen fchwarzen Stern, der von einem 
weifsen Ringe umgeben wird. Die Schuppen an den Kiemendeckeln fowohl, 
als am Rumpfe find äufFerft zart; der vordere Kiemendeckel ift abgerundet 
und an zwey Rändern gezähnelt; der hintere der in eine Spitze ausläuft, ift 
mit einem Stachel., und mit einer an ihm anhangenden Haut verfehen. Die 
KiemenöfFnung ift weit,, und an der innern Seite des vordem Kiemende- 
ckels keine einfache Kieme wahrzunehmen. Am Rumpfe bemerkt man 
grofse gelbe. Flecke auf einem blafsblauen Grunde, und die Seitenlinie läuft 
dicht am Rücken.. Der After ift der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe. 
Die FlofTen haben eine braune Farbe; die an der Bruft, und am Schwänze 
find abgerundet, und die übrigen endigen fich in eine Spitze. Die weichen 
Strahlen theilen fich an ihren Enden in mehreren Spitzen, und von den har- 
ten findet man aufTer den eilf erwähnten in der RückenfiofTe, drey in der 
After - und einen in der Bauchflofle. 

Die Heimath diefes Fifches kann ich nicht angeben, da ich ihn ohne 
weitere Nachricht in einer Holländifchen Verftesgerung erftanden habe. Aus 
eben diefem Grunde kann ich auch feine Grofse nicht beftimmen. 

Seine blauen Flecke gaben ihm die Bennennung. 



9 6 -Der gefleckte Sogo, 



DER GEFLECKTE SOGO. 
Holocej^trus maculatus. 

; C C X L I I t e Tafel Fig. 3. 
Der Körper gefleckt, eilf Stacheln am Rücken. K. 6. Br, 13, B. £, A. i 3 T , 

S. iy, R. M. 

Holocentrus maculatus, aculeis dorfaübus undecim. B. vi t P. xui, 
V * A UI C xr D XI 

V 'W A "xV c ' xy > D 'xxvi 



:M : 



an unterfcheidet diefen Fifch von den übrigen feines Gefchlechts durch 

3 ' , die Flecke am Körper, und die eilf harten Strahlen in der RückenflofTe. 
Dergefleck- l 

te Sogo, In der Kiemenhaut find fechs, in der BruftflofTe dreizehn, in der 

BauchflofTe fechs, in der Afterflofle eilf, in der SchwanzflofTe fünfzehn, und 
in der RückenflofTe fechs und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf und der Rumpf find auf den Seiten zufatnmengedrückt; der 
Rücken ift fcharf, und der Bauch rund; die Kinnladen find gleich lang, 
und mit gleichförmigen feinen fpitzigen Zähnen bewaffnet. Die Zunge ift 
glatt; der Gaumen rauh, die Lippenknochen find breit; die Nafenlöcher 
kaum fichtbar; die Augen hervorragend, mit einem fchwarzen Strern in 

einem 



Der gefleckte Sogo. 97 

einem weifsen Ringe. Die Schuppen, womit die hintere Hälfte des Kopfes, 
und der ganze Rumpf bedeckt ift, find äufserft klein. Der vordere Kie- 
mendeckel ift nur an einem Rande gezähnelt, und der hintere zugefpitzte hat 
zwey feine Stacheln. Die Seitenlinie nähert fleh vorwärts dem Rücken, und 
entfernt fich hinterwärts von demfelben. Der After liegt zwifchen dem 
Kopfe und der SchwanzflofTe in der Mitte. Die Farbe diefes Fifches ift 
grau und die Flecke find weifs; die Rücken- Brüll- und SchwanzflofTe find 
abgerundet; die AfterflofTe läuft in eine ftumpfe, und die BauchflofTe in eine 
fcharfe Spitze aus. Die weichen Strahlen in fämmtlichen FlofTen find viel- 
zweigig, und die Anzahl der harten ftimmt mit den des vorigen Fifches gänz- 
lich überein. 

Diefer fchöne Fifch hat Oftindien zu feinem Vaterlande. 

Ich würde das im Seba befindliche Fifchchen d) für das unfrige erklärt 
haben, wenn die SchwanzflofTe nicht fo lang und lanzettförmig vorgeftellt, 
und im Texte nicht b) der Rückenflofle dreizehn Stacheln gegeben worden 
wären. 



d) Thes, Tom, III. tab. 26 fig, 31. 3) I. a. B. p. 72, n. 31. 



Allg. Natarg. d. Fifche. TL vil, N 



o8 Der ßirinatnfehe Sogo. 



DER SURIN AMSCHE SOGO. 

Holocentrus furinamenfis. 

CCXLIIIte Tafel. 

Fünfzehn Strahlen in der AfterflofTe. K. 6, Br. 14, B. £, A. - X 3 T , S. 17, 

Ri 2 
• 2"8 • 

Holocentrus radiis quindecim in pinna ani. B. yi, P. xiv , V. — » 

A.ELc.xvu.D.-Jl 1 -. 

XV XXVIII 

\ 

' - IN och haben wir in diefem Gefchlechte keinen Fifch gehabt, der fünfzehn 

. Strahlen in der AfterflofTe aufzuweifen hätte, es geben daher felbipe ein eu- 
Der fun- > 6 e t> 

namfche tes Merckmahl für ihn ab. 

In der Kiemenhaut fleht man fechs ftarke und gekrümmte Knochen, 
in der BruftflofTe vierzehn, in der BauchflofTe fechs, in der Afterflofle fünf- 
zehn, in der SchwanzflofTe fiebzehn, und in der RückenflofTe acht und zwan- 
zig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, oben etwas breit, und an den Seiten zufammenge- 
diückt. Die MundöfFnung ift eng; von den beiden Kinnladen ift die un- 
tere die längfte, fie hat nur eine Reihe kurzer kegelförmiger von einander 
entfernter Zähne, die nach einwärts gebogen find, die Oberkinnlade hinge- 
gen ift aufser einer ähnlichen Reihe noch mit einer Menge feiner Zähne, 
welche hinter diefer befindlich find, verfehen. Der Gaumen und die Zunge 
find glatt. Da das inwendige diefes Fifches nicht mehr vorhanden war, 



Der furinamßhe Sogo. 99 

fo kann ich auch nicht angeben, ob er mit einer einfachen Kieme verfehen 
fey. Die Lippenknochen find nur fchmahl; die Nafenlöcher einfach, rund 
und nahe an den Augen befindlich, letztere haben einen halb weifsen halb 
rothen Ring, der einen fchwarzen Stern umgiebt. Der vordere an beiden 
Rändern gezähnelte Kiemendeckel, hat im Winkel lange Stacheln; der hin- 
tere ift abgerundet, und mit einem langen runden Stachel verfehen; auf 
beiden find die Schuppen viel kleiner als am Rumpfe, fie find ftark ge- 
zähnelt, und fitzen feil an der Haut. Die Kiemenöffnung ift weit, und die 
Kiemenhaut unbedeckt. Der Rumpf ift an den Seiten zufammen gedrückt; 
der Rücken und Bauch rundlich. Die Seitenlinie, welche am Genicke an- 
fängt, ift dem Rücken ungleich näher, als dem Bauche, und der After der 
Schwanzflofle näher als dem Kopfe. Der Gaumen und der Kopf ift blut- 
roth, der Rumpf gelbviolett marmorirt, und die FlofTen am Grunde gelb und 
dunkel violett eingefafst. Die After- Schwanz- und Rückenflofle find zum 
Theil mit Schuppen befetzt. Diefe fowohl, als die übrigen Flößen find ab- 
gerundet, und ihre weichen Strahlen vielzweigig. In der Bauchflofie ift der 
erfte Strahl hart, der zweite gabelförmig und die übrigen find vielzweigig. 
In der Afterf lofle find die erften drey hart, der vierte weich und einfach, und : 
die übrigen vielzweigig. Die RückenflofTe hat zwölf Stacheln, zu deren Auf- 
nahme eincTFurche vorhanden ift; an der Spitze eines jeden harten Strahls 
hängt eine weiche Fafer. 

Diefer Fifch erreicht die Gröfse unfers gemeinen Flufsbarfches, er hat 
auch, eben fo wie diefer, ein weifses und fettes Fleifch, daher er mit zu 
den bellen Fifchen von Surinam gehörf. 



N 1 



Der Spornträger. 



DER SPORNTRÄGER, 
Holocentrus Calcarifer. 

CCXLIVte Tafel. 
Acht Stacheln in der RückenflofTe. K. 6, Br. 15, B. f, A. T 3 T , S. 17, 

R. i"g> 

Holocentrus aculeis octo in pinna dorfi. B. Vi » P. xv , V. — , A. — » 

VI XI 



~ U nter den bisher befchriebenen Fifchen diefes Gefchlechts hatten alle mehr 
17. 
Der Sporn» ^ s ac ^ li: Stacheln in der RückenflofTe; es giebc daher diefe wenigere An- 
träger, za hl' einen guten Karakter für diefen Fifch ab. 

In der Kiemenhaut hat er fechs., in der Bruftflofle fünfzehn , in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe eilf, in der Schwanzflofle fiebzehn, und 
in der Rückenflofle achtzehn Strahlen. 

Der Kopf ift oben etwas flach und an den Seiten zufammengedrückt; 
von den Kinnladen ift die untere ein wenig länger als die obere , beide in- 
gleichen der Gaumen find mit ungemein kleinen und kaum fichtbaren Zähnen 
befetzt, wovon jedoch die Anzahl in der obern Kinnlade bey weitem die gröfste 
ift. An diefer nimmt man auch zwey Lippenknochen wahr. Die Nafenlöcher 
find doppelt, und die beiden obern dicht an den Augen befindlich. Diefe 
find grofs, fitzen dicht am Scheitel, und haben einen fchwarzen Stern, 



Der Spornträger. ior 

der von einem filberfarbenen Ringe eingefchloflen wird. Der vordere Theil 
des Kopfes ift glatt und der hintere mit Schuppen bedeckt. Am vordem 
gezähnelten Kiemendeckel, fitzen vier Stacheln, die einem Sporn gleichen, 
ein Umftand, der mick zu feiner Benennung veranlafst hat. Auch der hin- 
tere Kiemendeckel ift mit einer Stachel bewaffnet, und das Schulterblatt ä) 
gezähnelt. Die Oeffnung zu den Kiemen ift weit und ihre Haut, die von 
fechs ftarken Knochen unterftützt wird, gröfstentheils bedeckt. Die einfache 
Kieme fehlt diefem Fifche. Der von den Seiten zufammengedrückte Rumpf, 
wird von ziemlich grofsen filberfarbenen Schuppen mit einer gelben Einfaf- 
fung, bedeckt. Der Rücken ift braungelb; die Seiten fpielen ins Violette. 
Auf einer jeden Reihe Schuppen fieht man eine nach der Länge laufende 
Linie. Die Seitenlinie ift gerade und unweit des Rückens befindlich; der 
After liegt der SchwanzfloiTe näher, als dem Kopfe. Die Bruft- und Bauch- 
flofTen laufen in eine Spitze aus; die After- und SchwanzflofTe find abge- 
rundet und mit einigen braunen Linien geziert; die RückenflofTe ift in der 
Mitte niedrig; der vordere Theil befteht aus fehr ftarken harten, und der hin- 
tere aus weichen vierzweigigen Strahlen. Auch die- weichen Strahlen in den 
übrigen FlofTen haben die nehmliche Bildung, und ift die Afterflofle mit 
drey, die Bauchflofle hingegen nur mit einem harten Strahl verfehen. Die 
Bruft- und Bauchfloffen find gelblich, und die übrigen von gelber und 
brauner Farbe. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan. Er ift in der Grofse, in der ich 
ihn erhalten habe, abgebildet. 

a) Der Rand der Kiemenörrnung wird An diefem liegt, nach dem Rücken zu, 

vom Schlüifelbein (clavicula) gebildet. das Schulterblatt (Jiapuld). 



N 3 



Der Bengali/ehe Sogo. 



DER BENGALISCHE SOGO. 

Holocentrus bengalenfis. 
CCXLVIte Tafel Fig a. 

Vier Linien am Körper, die Schwanzflofle mondförmig. K. 6, Br. 1 4, B. ■§> 
A. t 3 ö, S. 18, R.ff. 

Holocentrus quadrilineatus , cauda lunata. B. vi> P. Xiy. V. — , A. — » 

! JLJie nach der Länge laufenden vier Linien, und der mondförmige Aus- 
fchnitt an der Schwanzflofle find fichere Karaktere für diefen Fifch. Wir 



18 
Der benga- ] 
lifche Sogo. k aDen ZW ar in diefem Gefchlechte bereits einen befchrieben, der ebenfals 

mit vier Linien verfehen ift: allein, da an demfelben die Schwanzflofle rund, 

bey dem gegenwärtigen hingegen mondförmig ift; fo wird man fie nicht 

leicht mit einander verwechfeln. 

In der Kiemenhaut find fechs, in der Bruftflofle vierzehn, in der Bauch- 

flofle fechs, in der Afterflofle zehn, in der Schwanzflofle achtzehn, und in der 

RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen, 



Der bengalifchc Sogo. 103 

Der Kopf ift zufammengedrückt, und fein vorderer Theil ohne, der 
hintere aber mit kleinen rauhen feftfitzenden Schuppen bedeckt. Die Mund- 
öffnung ift von mittlerer Weite; die Lippenknochen find ziemlich breit; die 
Kinnladen gleich lang, und mit einer Reihe fpitziger, nach einwärts ge- 
krümmter Zähne befetzt. Die fünf Vorderzähne in der Oberkinnlade find 
weit länger als die übrigen, hinter welchen man fo wie im Gaumen, viele 
fehr kurze und dünne Zähne antrifft. Die Zunge ift glatt, und der vordere 
Kiemendeckel an zwey Rändern gezähnelt. An dem gröfsern Rande findet 
man einen Ausfchnitt, in welchen ein auf dem hintern Kiemendeckel befind- 
licher Haken, eingreift. Diefer Haken fcheint beim Athemholen einigen 
Nutzen zu haben: denn, wenn ich den Mund diefes Fifches öffnete, 
trat der vordere Deckel zurück, und drückte vermittelft des eingreifen- 
den Hakens den hintern feft gegen die Bruft, wodurch die Kiemenöffnung 
verfchlofien wurde. Wahrfcheinlich wird auf diefe Art das eingefchluckte 
Wafler länger zurückgehalten, um das Blut gehörig abzukühlen. Am hin- 
tern Deckel nimmt man zwey feine Stacheln, einen Ausfchnitt, und über 
demfelben eine gezähnelte Stelle wahr. Die Kiemenöffnung ift weit, und 
die Kiemenhaut liegt frey. Der Rumpf ift ziifammengedrückt; die Schup- 
pen find klein und gezähnelt ; der After fleht in der Mitte des Körpers, und 
die Seitenlinie, die unweit des Rückens befindlich ift, verläfst felbigen am 
Ende der Rücken- und verliert fich in der Mitte der ScwanzflofTe. Die 
Farbe diefes Fifches ift am Bauche und an den Seiten weifs; am Rücken 
und oberwärts am Kopfe aber röthlich. Die Linien find blau, und braun 
eingefäfsr. Sie entftehen fämmtlich am Kopfe und verlieren fich, die obern 
drey in der Rücken- und die unterfte in der mondförmigen Schwanzflofle. 
Die Bruft- und Bauchfioffen laufen in eine Spitze aus, letzere fitzt weiter 
nach hinten zu als erftere und ift mit einem harten Stachel verfehen. Die 
weichen Strahlen in fämmtlichen FlolTen find vielzweigig, Die After- und 



104 - Der bengalifihe Sogo. 

RlickenflofTe find abgeruudet, erftere ilt mit drey und letztere mit eilf 
Stacheln bewaffnet. 

Der diefem Fifche beigelegte Nahmen, zeigt den Ort feines Aufenfc. 
halts an. 



Ich habe zwar, im erften Abfchnitte, diefem Gefchlechte nur acht Ar- 
ten gegeben: allein bey einer genauem Unterfuchung meines Vorraths und 
einem neuen Zuwachs defTelben bin ich in Stand gefetzt worden , aufser diefe 
achte noch zehn, mithin achtzehn zu befchreiben. Von diefen hinzugekom- 
menen Zehnen findet fich nur im Marcgraf d) einer, der aber aufser Klein b) 
von keinem Syftematiker ift aufgenommen worden. 

a) Brafil. p. 152, b~) MUT, Pifc. V. p. 41. n, 5. 



LVtes 



Von den Lutjanen überhaupt', ioj 



=% 



LVtes GESCHLECHT 
U T J A N E, 

Lutjanus. 



Erster Abschnitt. 

Von den Lutjanen überhaupt. 

Die Kiemendeckel fchuppig, gezähnelt und unbewaffnet. 
Pifies, operculis fquamatis, ßrratis inermibusque. 

Labrus rupeftris. Linn. Sylt. Nat. p. 478. Prochilus. Klein Min". Pifc. V. pag. 60. 

n. 27. n. 1. 

Labrus rupeftris. Fried. Müller. Prodr. Z. Der Felfenkriecher. Müller L. S. Th. IV. 

D. p. 45. n. 382. S. 210, 

.Die Kennzeichen der Fifche diefes Gefchlechts find die' mit Schuppen be- 
fetzten aber unbewaffneten Kiemendeckel , wovon jedoch die vordem gezäh- 
nelt find. Der vordere Theü des Kopfes ift fchuppenlos ; die mehrften 
haben einen zugefpitzten kleinen Mund, und einen bunten Körper, der von 
ziemlich gfofsen Schuppen bedeckt wird. Auch diefe Fifche prangen mit 
Allg.Naturg.d. Fifche. Th,vil. O 



i o 6 Von den. Lutjanen überhaupt. 

fchönen Farben, und haben fieben Flößen, davon die am Rücken fehr lang ift. 
Der gröfste Theil diefer Fifche gehört in Oft- der kleinere in Weftindien und 
zwey davon in Norden zu Haufe. Die Anzahl, die ich befitze, und befchreiben 
werde, beläuft iich auf fechszehn Arten. Hiervon findet man bey den altern 
Schriftftellern gar keine, bey den neuern aber nur von zweien Nachricht. 

Der Dr. Jago machte uns zuerft mit der Seekaraufche d) und Klein 
mit dem Sattel bekannt F). 

d) Syn. Pifc. p. 163. n. 3. b) MilT, Pifc, V. p, 60, n, 1, 




107 



Zweiter Abschnitt. 

Vo n den Lucjanen ins b efo nde rc. 



DER L U T J A N. 

Lutjanus Lutjanus. 

CCXLVte Tafel. 

Neun Stacheln in der RückenflofTe. K. 6, Br. 17, B. £, A. A, S. 18, 

R. Ä- 
Lutjanus aculeis novem in pinna dorß. JB. ri, P. xm, V. — , ^-—j^ 

C ' xriII > D 'lMiTi 

Die neun harten Strahlen in der RückenflofTe gehen ein ficheres Merk- "" *"? 

mahl für diefen Fifch ab. Der J^ 

In der Kiemenhaut zählt man fechs, in der BruftflofTe fiebzehn, in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe eilf, in der SchwanzflofTe achtzehn, und 
in der RückenflofTe drey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift vorn Schuppenlofs; die Unterkinnlade fleht vor der 
obern hervor, in beiden findet man eine Reihe kurzer nach einwärts gebo- 

O z 



iog Der' La t jan. 

gener Zähne, die dergeftalt von einander entfernt find, dafs fie beim ge- 
fchlofTenen Munde in einander eingreifen. In der Oberkinnlade ift vorn 
auf jeder Seite ein ftarker Zahn, und innerhalb derfelben find viele kleine, fo 
wie auch am Gaumen, fichtbar. Von der BefchafFenheit der Zunge kann ich 
nichts fagen, da ich nur ein getrocknetes Exemplar, wo das Innere ausge- 
nommen ift, befitze. Die einfache Kieme hingegen ift an der innern Seite 
des Vorderkiemendeckels angetrocknet. Die Nafenlöcher find doppelt; die 
Augen grofs; ihr Stern fchwarz, und ihr Ring Goldfarben. Der vordere 
Kiemendeckel ift an beiden Rändern gezähnelt, und der hintere läuft in eine 
häutige Spitze aus. Das Schulterblatt ift durch eine Furche vom Schlüflel- 
bein zum Theil getrennt. An jenem nimmt die Seitenlinie ihren Anfang, 
läuft in der Nähe des Rückens in gleicher Richtung mit demfelben bis in 
die Mitte der SchwanzflofTe fort, in der fie fich verliert. Der Rücken ift 
rundlich; der Bauch fcharf; und die Seiten find zufammengedrückt. Die 
Grundfarbe des Fifches ift weifs, am Rücken blau; von diefem laufen nach 
der Seitenlinie, wie bey der Makrelle, blaue Linien, unter derfelben aber 
liehet man gelbe nach der Länge laufende Linien. Die FlofTen find rech- 
lich, nur der vordere Theil der RückenflofTe ift hellblau. Die BruftflofTen 
find lang; die BauchflofTen, kurtz; die AfterflofTe abgerundet; die Schwanz- 
flofTe breit und mondförmig; die RückenflofTe fchmahl und lang, in allen 
find die weichen Strahlen vielzweigig und die harten nur fchwach. Von 
letzteren findj aufser den angeführten, neun in der RückenflofTe, in der am 
After drey, und in der am Bauche einer vorhanden. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan, wo er unter dem Nahmen 
lkan Latjang, davon ich die Benennung diefes Gefchlechts hergenommen 
habe, bekannt ift. 



Der Lang flachet 



DER LANGSTACHE U 

Lutjanus Hafta. 

CCXLVIt e Tafel. Fig. i. 

Zwölf Stacheln am Rücken, die SchwanzflofTe gerade. K. . . Br. 16, B. f, 

A. T 3 ö, S. 18, R.£f. 
Lutjanus acutus- dorfalibus duodecim, pinna caudm truncata. & . . . 

JDiefer Fifch macht fich durch feine zwölf Stacheln am Rücken, und feine . 
gerade SchwanzflofTe kenntbar, 2 « 

Bey diefem Fifche war die Kiemenhaut nicht mehr vollftändig., daher ftachel 
ich die Anzahl der Strahlen nicht beftimmen kann. In der Bruftflofle fin- 
det man fechs2ehn_, in der BauchfloiTe fechs, in der AfterflofTe zehn; in der 
Schwanzflofie achtzehn, und in der Rückenf lofTe fechs und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift ftark und abfchüffig; die Kinnladen find von gleicher 
Länge und mit einer Reihe, kleiner, nicht dicht an einander flehender Zähne 
befetzt. An der obern bemerkt man, aufser den beiden Lippenknochen, 
hinter den vordem grofsen, viele kleine Zähne, mit welchen auch der Gau- 
men befetzt ift. Die etwas hervorragenden Augen haben einen dunkelblauen 

O 3 



iiö Der Lang flachet 

Stern, der von einem goldfarbenen Ringe eingefchloften wird. Der vor- 
dere Kiemendeckel ift an zwey Rändern ftark gezähnelt, und inwendig 
an felbigem eine einfache Kieme befeftiget. Auch das Schulterblatt ift ge- 
zähnelt. Der hintere Kiemendeckel ift beinahe dreieckig, und beide find, 
wie der Rumpf, mit zarten in der Haut feft fitzenden Schuppen bedeckt. 
Die KiemenöfFnung ift weit; die Seiten find zufammengedrückt., und mit klei- 
nen ftahlfarbenen Flecken, die verfchiedne unbeftimmte Linien bilden, ge- 
ziert. Eben folche Flecke nimmt man auch an der Rückenf lofle wahr. Die 
Seitenlinie, welche am Schulterblatte anfängt, läuft unweit des Rückens mit 
felbigem in gleicher Richtung, macht am Ende deflelben eine Beugung nach 
unten und verliert fich in der Mitte der Schwanzf lofle , von welcher der 
After nicht weit entfernt ift. An den Seiten ift die Farbe weifs, die an dem 
Kopfe mit gelb vermifcht ift; an der Bruft- Bauch- und Schwanzflofle roth 
und an den übrigen FlofTen bläulich. Die Bruftf lofle ift fchmahl und lang; 
die AfcerflofTe kurz, und von ihren drey Stacheln der mittlere fehr ftark 
und lang. An der Rückenf lofle lind die oben erwähnten zwölf harten 
Strahlen viel hoher als die weichen ; letztere find fo wie die übrigen weichen 
Strahlen an ihren Enden zwey- bis vierzweigig. 
Auch diefer Fifch gehört in Japan zu Haufe. 



Der Gelbfloßr. 



DER G E L B F L S S E R. 

Lutjanus luteus. 

C C X L V I I t e T a f e . I. 

Acht Stacheln in der RückenflofTe. K, . . Br. 17, B. £ , A. t 3 t> S. i6> 

"R 8 

Lutjanus radiis.ccio fpinoßs in pinna dorfi. B, . . . P. xyn , V- t-' 
A UI C xvi D VUI 

Hepatus argenteus. Plümier. M. S. 



JL)ie geringe Anzahl von Stacheln in der RückenflofTe, geben ein ficheres '" ""'" - 

Merkmahl für diefen Fifch ab. ^ ' „ 

Der Gelb- 

In der Bruftflofle hat er fiebzehn, in der Bauehflofle fechs, in der floffer. 
Afterflofle fünfzehn, in der Schwanzf Joffe fechszehn, und in der Rücken- 
flofTe neunzehn Strahlen. 

Diefer Fifch ift breit und dünn; der Rücken bogig; der Bauch hervor- 
ragend; der Kopf ift abfchüffig, und die MundöfFnuug nicht fonderlich weit. 
Die Kinnladen, welche mit fehr kleinen körnigen Zähnen befetzt find, haben 
einerley Länge und fleifchige Lippen. Ueber der Oberkinnlade bemerkt 
man vier Oeffnungen, davon die vordere rund, und die hintere länglich find. 
Die Augen find grofs, und ihr fchwarzer Stern wird von einem breiten gold- 
farbenen Ringe umgeben." Von diefem bis an die Mundfpitze ift der Kopf 



Mi Der Gdbfioßr. 

fchuppetilos, der übrige Theil mit kleinern als der Rumpf, und mit gfofserh 
Schuppen als die FlofTen bedeckt. Der vordere Kiemendeckel ift abge- 
rundet und gezähnelt, und der hintere läuft in eine weiche Spitze aus. Die 
Kiemenöffnung ift fehr weit, und die Kiemenhaut zum Theil bedeckt. Ueber 
die Anzahl der Strahlen in derfelben fowohl, als die innnere BefchafFenheit 
des Mundes kann ich nichts Tagen, da ich nur die Zeichnung aus. dem Manu- 
fcripte des Pater Plümier genommen habe. Ohne Zweifel hat er ihn, fei- 
ner Breite und feiner Silberfarbe wegen, den Nahmen Hepatus argmttus bei- 
gelegt: denn beim Rondekt a) und bey mehreren von den alten Ichthyolo- 
gen kommt ein breiter SeefiTch unter der Benennung Leberfifch vor. Auf 
der Silberfarbe diefes Fifches nehmen fich die goldgelben nach der Länge 
laufenden Banden gut aus. Die eine Hälfte fleht über und die andre unter 
der Seitenlinie. Diefe Seitenlinie, die dem Rücken näher als dem Bauche 
ift, krümmt fich vorwärts nach oben und hinterwärts nach unten zu. Dec 
After ift vom Kopfe weiter, als von der SchwanzflofTe entfernt. Die fämmt- 
lichen Flößen find gelb, und ihre weichen Strahlen vielzweigig. Die Bruft- 
ünd BauchflofTe laufen in eine Spitze aus. Elftere ift lang und letztere mit 
einem Stachel verfehen. Die SchwanzflofTe ift gabelförmig. Von den harten 
Strahlen in der Rücken - und AfterflofTe ift der zweite der ftärkfte. In die- 
fer find drey und in jener, wie erwähnt, acht harte Strahlen vorhanden. Letz- 
tere kann der Fifch in der Furche verbergen, welche von den hervorragen- 
den Schuppen gebildet wird. Am Grunde der After - und SchwanzflofTe 
nimmt man kleine Schuppen wahr. 

Diefer Fifch hält fich bey den antillifchen Infein auf. 



a) De Pifc. P. I. p. 147. 



DER 



Das Goldauge. i i 3 



DAS G O L D A U G E. 

Lutjanus chryfops. 

CCXIVIIIte Tafel. 

Drey harte und dreizehn weiche Strahlen in der Afterflofle. K. . . Br. 14, 
B.i, A. T V, S.-i8, R- 4f. 

Lutjanus radiis trihus fpinoßs tredecimque mollibus in pinna ani. B. . . P, xyi, 

K.i-, ■*.*■; C. xviii, D.- X L 

V? XVI * XXV 

IN och habe ich keinen zu diefem Gefchlechte gehörigen Fifch gefunden, ' — 

der aufser den drev harten, noch dreizehn weiche Strahlen in der Afterflofle 
aufzuweifen hätte: fie karakterifiren daher diefen Fifch hinlänglich. - äuge, 

Da mein Mahler, der ihn in Leipzig aus dem Linkefchen Kabinette ge- 
zeichnet hat, es aus der Acht liefs, die Strahlen in der Kiemenhaut zu zäh- 
len; fo bin ich auch nicht im Stande die Anzahl derfclben anzugeben. Aus 
diefem Grunde ift es mir auch nicht möglich, weder von der innern Befchaf- 
fenheit des Mundes, noch von dem Dafeyn einer einfachen Kieme etwas be- 
friedigendes zu fageh. 

Die Bruftflofle hat vierzehn, die Bauchflofle fechs, die Afterflofle fechs- 
zehn , die Schwanzflofle achtzehn, und die Rückenflofle fünf und zwanzig 
Strahlen. 
Allg. Naturg. d. Fifche. 1 h. vir. P 



114. Das Goldauge, 

Der Kopf ift keilförmig; die Mund Öffnung klein; die Kinnladen find 
von gleicher Länge , und mit einer Reihe kleiner, fpitzer, von einander 
entfernter Zähne befetzt. Die Nafenlöcher find doppelt und in der Nähe 
der Augen befindlich, welche letztere einen fchwarzen Stern, und einen brei- 
ten goldfarbenen Ring haben , der mir zur Benennung diefes Fifches Gele- 
genheit gab. Der vordere Theil des Kopfes ift ohne, der hintere aber, 
fo wie auch der Rumpf, mit ziemlich grofsen Schuppen befetzt: fie find 
jedoch am letztern ungleich gröfser, als am erftern. , Der vordere Kiemen- 
deckel fowohl als der hintere beftehet aus zwey Blättchen , beide Deckel find 
abgerundet, und der vordere allein gezähnelt. Die Kiemenöffnung ift weit, 
und die Kiemenhaut liegt unter dem Deckel verborgen. Die Seitenlinie 
bildet nahe am Rücken einen flachen Bogen. Auf den Seiten ift diefer 
Fifch zufammengedrückt, und der After der Schwanzfloffe näher als dem 
Kopfe. Die Bauchfloffe fleht weiter nach hinten, als die BruftflofTe/ beide 
find kurz und breit; die After- und SchwanzflofTe hingegen lang und fchmahl. 
Die drey erftern Flößen find grau, letzere aber, fo wie die mondförmige 
Schwanzfloffe, braun. Die Seiten, der Bauch, und Kopf ift filberfarben, und 
nur der Rücken, und das Genick find fchwärzlich. Die Rückenflofle ift 
aus eilf harten und vierzehn weichen, und die Afterfloffe aus drey harten 
und dreizehn weichen Strahlen zufammengefetzt. Die weichen theilen fich 
insgefammt in vier Spitzen, 



Der Rothßoßr. 115 



DER ROTHFLOSSER. 

Lutjanus erythropterus. 

C C X L J X c e T a f e 1 

Eilf Stacheln am Rücken, zwölf Strahlen in der AfterflofTe. K, 6, Br. 1 j, 

B.f, A. T \, S. 20, R.-H- 
Lutjanus aculeis dorfaübus undeäm^ radiis duodecim in pinna am, B, vi , 

JL/urch die eilf Stacheln in der Rücken - und zwölf Strahlen in der After- j ' 
floffe unterfcheidet fich diefer Fifch von den übrigen feines Gefchlechts. £s 5- 

hat zwar der vorhergehende und der nächft folgende ebenfals eilf Stacheln flofler, 
in der Rückenflofle : allein, da diefer eilf, jener fechszehn, der gegenwärtige 
aber zwölf Strahlen in der AfterflofTe aufzuweifen hat; fo find fie durch diefe 
ungleiche Anzahl leicht zu unterfcheiden. 

In der Kiemenhaut bemerkt man fechs, in der BruftflofTe fünfzehn, 
in der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe 
zwanzig, und in der RikkenflofTe vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift auf den Seiten zufammengedrückt; die Mundöffnung 
eicht fonderlich weit. Von den Kinnladen iii die obere die längfle, und 

P 2. 



n£ Der Rothßoßr. 

mit zwey Lippenknochen verfehen: beide haben nur eine Reihe kurzer, etwas 
ftarker nach einwärts gebogener und zugefpitzter Zähne, von denen die zwey 
vordem in der Oberkinnlade länger und flärker als die übrigen find: der 
Gaumen ift vorn, gleich einer Feile, von zarten Zähnen rauh. Die Zunge 
ift glatt; der Theil des Kopfes zwifchen der Mundfpitze und den Augen 
ingleichen das Kinn ift fchuppenlofs. Der übrige Theil des Kopfes, fo wie 
auch der Rumpf, ift mit kleinen und glatten Schuppen befetzt. Die Nafen- 
löcher, davon nur zw*y fichtbar find, haben eine eyförmige Geftalt. Die 
Augen find grofs, hervorftehend, und ihr fchwarzer Stern hat einen drei- 
fachen Ring, einen von gelber, einen von violetter, und einen von fchwarzer 
Farbe. Der Vorderkiemendeckel ift nur unterwärts gezähnelt, und hat an 
der innern Seite keine einfache Kieme. Die Kiemenöffhung ift weit, und 
die Kiemenhaut nur halb bedeckt. Die beinahe gerade fortlaufende Seiten- 
linie, liegt dem Rücken näher, als dem Bauche, und der After der Schwanz- 
fiofle näher, als dem Kopfe: letztere, imgleichen die After- und Rücken- 
flofTe, find zum theil mit kleinen Schuppen befetzt, die auf beiden Seiten 
bey der RückenflofTe hervorftehen., und durch ihre Hervorragung eine Furche 
zur Aufnahme derfelben bilden. Die Seiten , und der Kopf find filberfar- 
ben; der Rücken ift braun, und die Floffen find roth. Die Bruftflofle läuft 
in eine Spitze aus; die SchwanzfiofTe hat einen mondförmigen Ausfchnitt; 
die übrigen find abgerundet. Die weichen Strahlen in allen FlofTen find 
vielzweigig. Von den einfachen findet man in der BauchflofTe einen, in der 
AfterflofTe drey, und in der RückenflofTe, wie erwähnt, eilf Strahlen. 
Diefen Fifeh habe ich aus Japan erhalten. 



Die Seekar aufche. 



DIE SEEKARAUSCHE. 

Lutjanus rupeftris. 

C C L t e Tafel. F i g. i. 

Siebzehn Stacheln in der RückenfloiTe. K. 5, Br. 13, B...f, A. T 3 T , S. 17, 

R JL2. 

Lutjanus radiis Jpinofis. fipttndecim in junna dorß. B. v, P. xiu, V.—> 

A. II I,C.xvi I ,D.IL I L. VI 

XI XXVI 



labrus rupeftris, L. pinna dorfi ramenta- 
cea, antice macula fusca. Lina. S. N. 
p. 478. n. 27. 

Sciama rupeftris. Scisna margine fuperiori 
cauda? macula fusca notata. Oer-Snyl- 
ta. Mus. Adolph. Frid. Tom. I. p. 65. 

Labrus rupeftris, pinna dorfi ramentacea, 
antice macula fusca, Mull. Prodr. Z. 
D. p. 45. n. 382. 

Perca rupeftris. P. pinna dorfi ramentacea, 
antice macula fusca. Abilgard. Mull. 
Z. D. Fafc. III. pag. 44. tab. 15. 

Kaate, Hav-Karudse, Soe -Karudse, Berg- 
Neppe. Strand - Karudse. Pontoppidoa 
Norw. Th. II. p. 265. 



Labrus rupeftris, Soe - Karufle. Pontopp. 
Dann. p. 188. n. 2. 

Seekarutfche, Labxus rupeftris. Caput li- 
neis coeruleis piftum. I. C. Fabricius 
Reife nach Norwegen. S. 322. 

Karudse. Soe - Karudse , Dam - Karudse. 
Ström. SöndmÖr. Tom I. p. 291. 

Goldfinny Cornubienfium. Rai Syn. pifc. 
p. 163. n. 3. tab. 1. fig. 3. 

Goldfinny Cornubienfum. Penn, B. Z. 
Tom. III. p. 251. n.^121. . 

Der Felfenkriecher. Mull. Lintu Syft. Th, 
IV. S. 210. 

P 3 



1 1 8 Die Setkaraufche. 

^Jzs Kennzeichen diefes Fifches find die angegebne fiebzehn Stacheln in der 
Die Seeka- Rückenfloffe, da keiner von diefem Gefchlechte fo viel aufzuweifen hat. 
raufche j n j er Kiemenhaut zählt man fünf, in der BruftflofTe dreizehn, in der 

Bauchfloffe fechs, in der Afterflofie eilf, in der SchwanzflofTe fechszehn, und 
in der Rückenfloffe fechs und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift vorn fdiuppenlofs, auf den Seiten mit blauen Linien 
geziert, und laufe in eine dumpfe Spitze aus; der Mund ift klein; die 
Kinnladen find von gleicher Länge, und mit einer Reihe kleiner fpitziger 
Zähne bewaffnet, wovon jedoch die vier vordem in der Oberkinnlade, län- 
ger als die übrigen find. Die Zunge ift dick, frey und fo wie der Gau- 
men glatt. Im Schlünde nimmt man zwey gegeneinander überftehende 
Knochen wahr, die mit kurzen, runden, zum Zermalmen gefchickten Zähnen 
befetzt find. Die Lippen find fleifchig; die Nafenlöcher doppelt; die vor- 
dem rund und die hintern eyförmig. Die Augen flehen nahe am Scheitel, 
und haben einen fchwarzen Stern, der von einem blauen ins Silber fpielenden 
Ringe umgeben wird. Der vordere Kiemendeckel, der fein gezähnelt ift, 
befteht aus zwey Bläctchen, und ift mit kleineren Schuppen, als der hintere 
befetzt. An der inwendigen Fläche findet man eine einfache Kieme be- 
feftigt. Die KiemenöfFnung ift weit, und die Kiemenhaut bedeckt. Die 
Schuppen find glatt, und die Seitenlinie läuft nahe an dem Rücken mit 
demfelben in gleicher Richtung bis am Ende feiner FlofTe, worauf fie eine 
Beugung macht, und (ich in der SchwanzflofTe verliert. Der After ift der 
SchwanzflofTe ungleich näher als dem Kopfe. Am Bauche ift diefer Fifch 
weifs, und am Rücken gelbgrünlich. Nach der Länge fieht man röthliche 
Linien, und nach der Breite bräunliche Streiften.. Dicht an der Schwanz- 
flofie ift oberwätts, fo wie am Anfange der Rückenfloffe, ein fchwarzer Fleck 
zu fehn. Die FlofTen find afchgrau und, kurz; die Bruft - Schwanz- und 
BauchfiofTe find abgerundet, die After und Rückenfloffe zugefpitzt. Alle 



Die Seekar au fc he. m» 

weichen Strahlen-, .auiser. den gabelförmigen in der RückenflofTe, find' viel- 
zweigig. In der BauchflofTe ift einer, in der AfterflofTe find drey und in 
der RückenflofTe, wie erwähnt, fiebzehn harte Strahlen, woran weiche Fafern 
fitzen, vorhanden. Der Aufenthalt diefes Fifches ift das Nordmeer, der 
Kanal, und wie mich mein Freund, der Herr Dr. Wallbaiim in Lübeck ver- 
sichert, findet man ihn auch, wiewohl nur feiten, bey Lübeck in der Oftfee. 
Man fangt ihn an den felfigen Ufern von Dännemarck und Norwegen, be- 
fonders im Chrifriansfund, häufig ü). Seine Gröfse ift nack feinem Aufent- 
halte verschieden: denn an den dänifchea Küften wird er, wie Herr Abilgard 
versichert, nicht über vier bis fünf Zoll lang b), in Norwegen hingegen fängt 
man ihn Pontoppidon zufolge in der Bucht bey Wardeace, wo fie am gröfsten 
find, zehn und. mehrere Pfund fchwer c).. Von den fünf Exemplaren, die 
ich befitze,, und die ich meinem Freunde Spengler zu ■< verdanken habe, find faft 
alle von der Gröfse der Abbildung. Er hat ein weifses und leicht zu ver- 
dauendes Fleifch, wovon diejenigen ab,er, die fich in Norwegen, in der Bucht 
bey IVeyle aufhalten, wo fie Pontoppidans Bericht zufolge am fetteften find, 
eine Ausnahme machen. Er wird, auf mancherley Art, wie unfer Flufsbatfdb 
zubereitet und verzehrt. 

Der Magen ift dünnhäutig und lang; unterwärts entfpringt an felbigem 
der Darmkanal, der. zwey Beugungen macht. Die Leber ift lang, die Miltz. 
kurz, der Milch doppelt; die Schwimm blafe. befiehet,. wie bey den Barfchen, 
aus einer längft.dem Rücken ausgefpannten, und an beiden Seiten an den 
Ribben angewacbfenen Haut; an jeder Seite findet man eilf Ribben. 



a) Müll. Z. D. Prod. p. 46. n. 387. Mir fcheint es unwahrfcheinlich , dafs 

V) Müll. Z. D. Fafc. III. p. 44. er an den Dänifchen Küften nur vier 

c) Dann. p. 189. Anmerk. 26. Sollte es bisfünfLoth,undandenNorwegifchen 

auch wohl der nehmliche Fifch feyn? über zehn Pfund wägen follte. 



\ 



Die Seekar auf che. 



In Dännemark wird diefer Fifch Sts - Karuffe, in Norwegen Raate, Berg- 
Neppe, Strand Kar udfe , Hav-Karudfi, Saz-Karudfi, in Schweden Oer-Snylta, 
in England Goldßnny , und in .Deutfchland. Seekar auf che oder Felfenkriecher 
genannt. 

Der Dr. Jago hat uns dt'efen Fifch zuerft kennen gelehrt dy, Rai, der 
ihn für eine Art von Meerdroifel e) hält, lieferte uns die erfie Zeichnung/). 

Zinne betrachtete ihn anfänglich als einen Umher- g) nachher aber als 
einen Lippfifch h'); für letzteren erklärt ihn auch Müller i) , Fabricius k), und 
Pennant l) : Herr Abilgard hingegen hält ihn für einen Barfch m). 

Pennant's Vermuthung, dafs der Fifch, den er aus Cornwal erhielt, und 
befchreibt, der Goldfinny des Dr. Jago, der mit dem unfrigen einerley ift, 
fey n), fcheint ungegründet zu feyn, da aufserdem, dafs die Zeichnungen fehr 
von einander abweichen o), auch die Anzahl der harten Strahlen in der Rü- 
ckenflofTe nicht mit einander übereinftimmen, und der unfrige keinen fchwar- 
aen Fleck, wie der feinige, am Bauche aufzuweifen hat. 



d) Rai Syn. Pifc. p. 162. n. 3. 

e) Turdus, von den neuern Labrus ge- 

nannt. 
/) I. a. B. tab. 1. fig. 3. 
g-) Scisna Mus. Adolph Frid. T. I. p. 65. 
ä) S. N. p. 478. n. 27. 



i) Zool. Dan. Prodr. p. 45. n. 328. 
k) Reife nach Norweg. S. 32a. 
/) B. Z. Tom III. p. 251. n. 121. 
m) Müller. Z. D. Fafc. III. p.44. 
n) A a. O. 
o) I. a, B. tab. 58. n. 121. 



DER 



Der Sattel. i 2 c 



DER SATT E- L. 
Lutjanus Ephippium. 
€ C X L t e Tafel. Fig. 2. 
Beide Kiemendeckel gezähnelt. K. 6, ßr. 19, B. £, A. t 2 ö., S. 16, JR.ff 

VP M ' XVI 



Lutjanus operculis ßrratis. B. jrij P. XIX, V. — A. -?—■<■ C. XVI* 



XXVI 

Prochilus, ovatöe figurs; macula Fufca Chstodon albefcens, ad dorfuni nigricans'; 

magna, ad inftar aulsorum fephippii laminis operculorum ferratis. Seb, 

e dorfo dependente ; fquamulis lseviga- Thes. III. pag. 77. n. 25. tab. 26. fig. 25. 

tis. Klein. MhT. Pifc. V. pag. 60. n. I, DasButzmauIjVoneyförmigerGeftaltu.f w. 

tab. 12. fig. 1. **• Schaupl. d. Nat. Th. I. S. 1043. n. I. 

Da bey diefem Fifche beide, bey allen übrigen diefes Gefchlechts hingegen ^ ~ 
nur der vordere Kiemendeckel allein gezähnelt ift: fo geben fie auch ein D 
ficheres Kennzeichen für ihn ab. 

In der Kiemenhaut zählt man fechs, in der BruftflofTe neunzehn, in der 
Bauchfiofle fechs, in der AfterfloiTe fechszehn, in der Schwanzfloffe eben fo 
viel , und in der Rückenfloffe fechs und zwanzig Strahlen» 

Der Kopf ift kurz, fehr abfchüffig, und von den Seiten zufammenge- 
drückt; die Mundöffnung ift klein, und von den -Kinnladen ift die untere die 
Aflg. Naturg. d. Fifche. Th. vir. Q 



uz Der Sattel 

lSngfte, beide find mit kurzen , breiten oben zugefpitzten Zähnen befetzt. Die 
Zunge ift kurz, dick, und fo, wie der Gaumen, glatt. Die Lippen find fleifchig 
und ihre Knochen kurz und fchmahl. Die Nafenlöcher find einfach, und 
die Augen haben einen fchwarzen Stern, der in einem rothen Ringe fleht; 
unter denfelben nimmt man einen gezähnelten Rand wahr. Bis dahin ift 
der Kopf fchuppenlos, der übrige Theil, fo wie auch der Rumpf, und ver- 
fchiedene FlofTen find mit kleinen gezähnelten Schuppen verfehen. Die bei- 
den Kimendeckel find an ihrem hintern und untern Rande gezähnelt, und 
am erftern nimmt man einen Einfchnitt wahr, der von der Bewegung der 
dicht daran befindlichen Bruftflofie herrührt. Die Seiten find breit, zufam« 
mengedrückt; der Rücken und die Seitenlinie bilden einen flachen Bogen; 
letztere bricht am Ende der Rückenflofle ab, fängt in der Mitte des Schwan- 
zes wieder an, und verliert fich darauf in der nahe befindlichen Flofle 
defTelben. Der After ift dem Kopfe näher, als der SchwanzflofTe. Die Grund- 
farbe des Fifches ift röthlich, die des Rückens fchwarz. Diefe Farbe 
breitet fich auf beiden Seiten aus, und bildet einen grofsen Fleck, der 
fich eben fo wie die rothe Farbe, nach der Gröfse des Fifches richtet; je 
kleiner der Fifchift, defto röther ift er, und defto kleiner ift der fchwarze 
Fleck; je älter er wird, defto mehr verfchwindet die rothe und an deflen 
Stelle kömmt die fchwarze Farbe zum Vorfchein. Die vier Stücke, die ich 
befitze, liefsen mich folches deutlich wahrnehmen. 

Klein, der wie oben gefagt, diefen Fifch zuerft befchrieb, gab uns 
auch eine gute Zeichnung. Eben diefes that nachher Seba. Erfterer zählt 
ihn feinen Butzmäulen bey, und im Seba erfcheir.t er als Klippfifch. Klein 
irrt, wenn er fagt, dafs die Schuppen an diefem Fifche glatt find. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Oftindien. 



Der Doppel^ahn. 1x3 



DER DOPPELZAHN. 

Lutjanus Bidens. 
CCLIte Tafel Fig' i t 

Zwey Zähne in der Oberkinnlade. K. 5 , Br. 1 3, B. •§-, A. T ^-, S. 1 y } 

Ri <j 
• äs- 

Lutjanus dmtibus duobus in maxilla fuperiori. B. v, P. xiii , V. — » 

j m r *l n XVI 

XIII * XXV 



JJie in der Oberkinnlade befindlichen zwey Zähne, geben ein ficheres Merk- == 5= 

R 

mahl für diefen Fifch ab, da er der einzige in diefem Gefchlechte mit Co _ 

Der Dop- 
wenigen Zähnen ift. pelzahn. 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in der Bruftflofle dreizehn, in 
der BauehflofTe fechs, in der AfterflofTe dreizehn, in der SchwanzflofTe fünf- 
zehn, und in der Rückenflofie fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift von den Seiten zufammengedrückt, vorwärts fchmahl und 
Schuppenlofs ; die Mundöffnung ift klein; die Lippen find fleifchig, und die 
Kinnladen gleich lang. Die gedachten zwey Zähne find breit; die Unter- 
kinnlade ift mit einer Reihe kurzer und abgerundeter Zähne befetzt. Die 
Nafenlöcher, davon man nur zwey fleht, find am obern Augenrande be- 

Q * 



J 24 Der Doppeliafin, 

findlieh. Die Augen flehen dicht am Scheitel 1 , und haben einen fchwarzen 
Stern, der von einem goldnen Ringe umgeben wird. Von den Kiemende- 
ckeln ift der vordere allein gezähnelt, an beiden find die Schuppen, wie 
auch am Rumpfe glatt und von mittlerer Gröfse. Die Kiemenöffnung ift 
weit, und die Kiemenhaut halb bedeckt. An der innern Fläche des Vor- 
derkiemendeckels ift eine einfache Kieme ausgebreitet. Der Rumpf ift fchmahl, 
etwas zufammengedrückt,und die Seitenlinie nahe am rundlichen Rücken befind- 
lich. Diefe macht am Ende der Rückenfiofle eine Beugung und läuft darauf 
in einer geraden Richtung nach der Mitte der SchwanzflofTe hin. Der Af- 
ter ift nicht fo weit von der SchwanzflofTe, als vom Kopfe entfernt. Der 
Rücken ift roth; die Seiten find oben blafsroth und nach dem Bauche zu, 
filberfarben. Das Kinn und die Flößen find grün. Am Grunde der Bruft- 
flofTe ift ein fchwarzer Fleck, und auf jeder Reihe Schuppen eine blafsgelbe 
Linie fichtbar. Die fämmtlichen Flößen find abgerundet; die weichen 
Strahlen in der Bruft- Bauch- und SchwanzflofTe find gabelförmig, die in den 
beiden übrigen vierzweigig. Die Bauchflofie hat nur einen, die Afterflofle 
drey, und die RückenflofTe fechszehn harte Strahlen. 

Das Vaterland diefes fchönen Fifches ift mir unbekannt. 



Der ge^ücßmte Lutjan. ■ i ± j 



DER GEZEICHNETE LUTJA.K. 
Lutjanus notatus, 

G C L I t e Tafel. F i g. 2. 

Vierzehn Stacheln am Rücken , dreizehn Strahlen in der AfterflofTe. K. f> 
Br. 14, B. i, A. T V, S. 16, R.M- 

Lutjanus Jpinis dorfalibus quatuordecim , radiis tredecim in pinna ani. B. f, 

lVXan erkennt diefen Fifch an den vierzehn Stacheln in der Rücken - und 

9. 
den dreizehn Strahlen in der AfterflofTe.. Der 

In- der Kiemenhaut finde ich fünf, in der BruftflofTe vierzehn, in der zeichnete 

Lutjan. 
BäuchfiofTe fechs., in der AfterflofTe dreizehn, in der SchwanzflofTe fechs- 

zehn, und in der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift zufammengedrückt, und läuft in eine ßumpfe Spitze aus; 
die Lippen find fleifchig; die Mundöffnung ift klein; die Zunge und der 
Gaumen find glatt; die gleichlangen Kinnladen, find nur mit einer Reihe 
dicht an einander flehender, zugefpitzter Zähne bewaffnet. Von den Nafert- 
löchern, find nur zwey längliche dicht am obern Rande der Augen fichtbar ; 
an letztern entdeckt man bey genauer Betrachtung einen Kreis von Wärz- 
chen , die in der Mitte eine Oeffnung haben : diefe find die Ausgänge der 



12.6 Der gezeichnete Lutjan. 

darin Hegenden Schleimröhrgen. Die Augen haben einen grünen Stern, 
und ihr Ring fpielt blau und weifs. Am Kopfe bemerkt man nur an den 
Deckeln Schuppen. Zwifchen den Augen und dem Munde finden fich mehrere 
kleine Schleimröhrgen. Der Vorderkiemendeckel ift an beiden Rändern gezäh- 
nelt. Die KiemenöfFnung ift weit, und die Kiemenhaut bedeckt. An der 
innern Seite des Vorderkiemendeckels, ift eine einfache Kieme ausgebreitet* 
Die Schuppen an Rumpfe find gröfser, als die am Kopfe; alle find weich 
und glatt. Die «nahe am Rücken laufende Seitenlinie bildet mit felbigem 
einen flachen Bogen, am .Ende der Rückenf lofle aber krümmt fie fich nach 
der Mitte des Schwanzes, und verliert fich in dem am Grunde der Schwanz- 
flofTe befindlichen fchwarzen Fleck. Der After fleht zwifchen der Schwanz- 
flofTe., und dem Kopfe in der Mitte. Auf der gelben fchmutzigen Farbe, 
womit der Fifch überzogen ift, flehen braune Flecke. Die Flößen endigen 
fleh in ftumpfe Spitzen. Die Strahlen in der SchwanzfiofTe find gabelföttnig, 
die in den übrigen Flößen einfach. An den harten Strahlen in der Rücken- 
flofTe find Fafern befindlich; die Anzahl der harten Strahlen in den übrigen 
FlcfTen ift der des vorhergehenden Fifches gleich. 
Oftindien ift das Vaterland difes Fifches, 



Der linke fihe Lutjan., 



DER LINKESCHE LUTJAN. 

Lutjanus Linkii. 

C C L I I t e Tafel. 

Fünfzehn Stacheln am Rücken, vierzehn Strahlen in der Afterflofle. K. . . 
Br. 14, B.-|, A. T V, S. 13, R.U- 

Lutjanus Jpinis dorfalibus quindecim, radiis quatuordecim in pinna ani. B, . . 

F. xir,' V. L, A. JI* C. xiii, D.-^L. 
VI XIV* XXVI 



Di 



iefer Fifch läfst fich durch die fünfzehn Stacheln am Rücken, und die ■ 



10. 



vierzehn Strahlen in der Afterflofle, von den übrigen feines Gefchlechts leicht 

Der hnla- 

unterfcheiden. fche Lutjan. 

Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut, kann ich nicht beftim- 
men, da ich diefen Fifch, welcher fich in der Linkefchen Sammlung befindet, 
nur in der Zeichnung erhalten habe. 

In der Bruftflofle zählt man vierzehn, in der Bauchflofle fechs, in der 
Afterflofle vierzehn , in der Schwanzflofle dreizehn , und in der Rückenflofle 
fechs und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift vorn fchmahl und fchuppenlofs ; die Kinnladen find 
gleich lang, und mit einer Reihe ftarker, nach einwärts gekrümmter fpitziger 

Zähne 



riS Ber ünkefche Laijan. 

Zähne befet2t. Der Gaumen und die Zunge find glatt, im 'Schlünde aber be- 
finden fich wahrfcheinlich eben folche Zähne, wie bey der Seekaraufcbe, 
deren Mund eben Co wie diefer hefchaffen ift. Die Nafenlöcher -find ein- 
fach, länglich , und flehen nahe an den Augen: diefe haben einen fchwar- 
zen Stern , der von einem filberfarbenen und grünlichen Ringe umgeben 
wird. Die Schuppen an dem vordem gezähnelten Kiemendeckel iind 'kleiner 
als die am hintern. Die KiemenöfFnung ift nicht fonderlich weit, und die 
Kiemenhaut bedeckt. Die Seitenlinie, die unweit des Rückens mit densel- 
ben in gerader Richtung^ läuft, entfernt fich wieder davon unweit der 
Schwanzfioffe. Der After fleht dem Kopfe näher als der SchwanzflofTe. 
Die .Flößen .find kurz. Die BauchflofTen fitzen nicht gerade unter den 
BruftfiofFen, fondern etwas rückwärts: in beiden find die weichen Strahlen 
vielzweigig» in den übrigen Flößen aber gabelförmig. Aufser den erwähn- 
ten fünfzehn Stacheln in der RückenfiofTe, find auch in der Afrerflofle drey 
und in der Bauchflofie einer vorhanden. Der Kopf ift grau, über der Nafe 
violett; der übrige Theil des Körpers ift weifs ins Violette fpielend. 
Der Aufenthalt diefes Fifches ift mir unbekannt. 



-Ende des fiebenten Theils. 



D. MARCUS ELIESER BLOCH'S, 

ausübenden Arztes zu Berlin; der Göttinger, Utrechter, Frankfurter, Vliefsinger und Harlemer Societäten der Wiffen- 

Jchaften; der churfürftlich Maynzifchen Akademie der Wiflenfchaften ; ^ der Berliner, Danziger, Hallifchen und Zürcher 

naturforfchenden Gefellfchaften ; der römifch-kayferlichen Akademie der Natnrforfcher; der St. Petersburger, Leipziger, 

Bayerifchen und Zellifchen ökonomifchen Gefellfchaften; der Ackerbau- Gcfcllfchaft, und des 

Mufee zu Paris, Mitglieds oder Correfpondenten, 

NATURGESCHICHTE 

DER AUSLÄNDISCHEN FISCHE. 

MIT SECHS UND DREISSIG AUSGEMALTEN KUPFERN NACH ORIGINALEN. 



FÜNFTER THEIL. 




BERLIN, 1791. 
Bey den Königl. Akademifchen Kunfthändlern J. Morino 8C Comp. 




V o 



e 



e. 



fi-^ey der Herausgabe diefes achten Theils wird es nöthig feyn, eine 
Nachricht über die auf den letzten achtzehn Tafeln befindlichen 
Worte : geflochen auf Kofien u. £ w. zu geben. 

Als ich mich vor zehn Jahren entfchlofs, die Fifche der preufsi- 
fchen Staaten zu befchreiben, und mit ausgemahlten Kupfern heraus- 
zugeben, konnte ich des Koftenaufwandes wegen, die diefes Werk er- 
forderte, keinen Verleger finden, um fo viel weniger, da es für den 



Vorrede. 
Ausländer wenig Intreffe haben könnte, und die Zahl der Liebhaber im 
Lande bey weitem nicht zureichend war , den erforderlichen Abfatz 
zu verfchaffen. Ich entfchlofs mich daher den Verlag felbft zu überneh- 
men, wobey ich den Weg der Subfcription wählte. 

Kaum waren die erften Probehefte erfchienen, fo fanden fich fo 
viel Subfcribenten , dafs , wenn fie ausgedauert hätten , ich nicht nur voll- 
kommen entfchädigt, fondern auch für meine Arbeit belohnt worden 
wäre. 

Da ich mich nun in der Folge auch auf die ausländifchen Fifche aus- 
dehnte, binnen fechs Jahren eben fo viel Theile lieferte, und hiernächft 
nebft einer deutfchen Ausgabe in Octav , auch eine franzöfifche Ueber- 
fetzung in Folio veranftaltete, fo fand fich's, dafs ich an zwanzig taufend 
Thaler ausgegeben, darauf aber kaum die Hälfte wieder eingenommen 
hatte. Hieran find mancherley Urfachen Schuld, von denen ich nur erft 
in der Folg& durch die Erfahrung belehrt worden bin. Hieher gehören 
gewiffe politifche VerhältnhTe und Begebenheiten, die die Aufmerkfam- 
keit des Publikums von der Naturgefchichte ab, und auf fich zogen, 
als : die Kriege , die Unruhen in Holland , in den Niederlanden, 
u. a. m. Ferner der Abgang mehrerer Perfonen , die entweder ge- 



Vorrede. 

ftorben, verdorben, oder verreift find: auch folcher bey denen der Eifer 
für die Beförderung diefes Werks, in der Folge erlofchen. Wenn nun 
hierzu noch diefes kömmt, dafs auch manche mit der Zahlung zurück- 
blieben, fo fah ich, dafs ich bey der Fortfetzung diefes Werks meine 
Familie in einen unfehlbaren Verluft verfetzen würde, und fchlofs es vor 
der Hand, bis auf günftigere Zeiten, mit dem fechsten Tfieile. 

Vor einiger Zeit meldeten (ich zur Fortfetzung diefes Werks, 
die hiefigen akadernifchen Kunfthändler , die Herren Morino & 
Comp. Ungeachtet ich ihnen die Schwierigkeiten diefer Unternehmung 
vorftellte, fo wollten fie doch ihren Vorfatz nicht fahren lafTen, weil, 
wie fie mir fagten, es ihnen, bey ihrer Bekanntfchaft mit den Kunft- 
liebhabern ein leichtes feyn würde, den Abfatz diefes Werks zu beför- 
dern. Als fie nun auf diefe Art neun Hefte oder anderthalb Bände auf 
ihre eigenen Koften herausgegeben hatten, fanden fie fich bey ihrer Be- 
rechnung getäufcht, und gaben das Unternehmen auf. 

Einige Gelehrte, welche die Beendigung diefes Werks wünfchten, rie- 
then ihnen daher, eine Subfcription zu dem Stiche der Platten, auf eben 
die Art, wie Willughby's Ichthyologie und JVilkms Infecten in England, 
und unlängft Scopolis Delicto. Infubrica in Italien erfchienen find, zu 

*3 



Vorrede, 

eröffnen, und die Nahmen derer, welche die Koften dazu hergäben, 
auf der Tafel mit den Worten:, geflochen auf Kofi en u. C w. zu bemer- 
ken. Ob mir nun gleich diefer an und für fich unverwerfliche Vorfchlag 
einer läftigen Zudringlichkeit Ähnlich fah , fo willigte ich doch darin ein, 
um der Vollendung diefes "Werks fo viel an mir liegt, nicht entgegen zu 
feyn, und es übrigens der "Willkühr eines jeden überlaffen bleibt, ob er 
aus Eifer für diefen eben fo unbearbeiteten als nützlichen Zweig der Na- 
turgefchichte lieh zu einem mäfsigen Beitrage verliehen wolle. 



Inhalt. 



JLJer Steinkahlkopf. 

Der Grünflofier. 

Der Rüfiel. 

Der See -Eber. . 

Der norwegifche Lutjan. 
Von den Meerbraffbmen überhaupt. 

Der bandirte Braflem. 

Der Siechelflofler. ; 

Der abildgaardfche Braffem. 

Der Grünfchwanz. 

Der Rothfchwanz. 

Der Goldfchwanz. 

Der Ciining. 

Der geftreiffte Braflem. 

Der Geifsbraflem. 

Der Goldftrich. . 

Der Goldbraffem. 

Der Sackfloffer. 



Seite 3 Tafel CCLIII/ 

— 5 — CCLIV. fig.'i. 

— 9 — CCLV. 

— ii — . ccivr. 

— 13 

— 18 — CCLVII. 

— 20 — CCLVIII. 

— 22 — CCLIX. 

— 24 — CCLX. 

— 26 — CCLXI. 

— 28 — CCLXII. 

— 31 — CCLXIII. fig. 1. 

— 33 — — % a. 

— 36 — CCLXIV. 

— 44 — CCLXV. 

— 52 — CCLXVI. 

— 62 — CCLXVII. 



Inhalt. 



Der Zahnbraffem. 
Der MeerbrafTem. 
Der Laxierfifch. 
Der SparbraiTem. 
Das Grofsauge. 
Der CaftagnoL 
Die Rothfchuppe. 
Der Blauftreiff. . 
Der Ankerzahn. . 

Der japanifche BrafTem. 
Der furinamfche BrafTem. 
Der Hundszahn. 
Der Vierftachel. . 
Von den. Lippßfiken überhaupt. 
Der brafilianifche Lippfifch. 
Der violette Lippfifch. 
Der grüne Lippfifch. 
Das Doppelband. . . . 

Der Doppelflrich. . 
Der grofsfchuppige Lippfifch. 
Der Schwarzflofler. 
Der Blaukopf. 
Der Meerjuncker. . 
Der getropfte Lippfifch. . 
Der GrünfloiTer. 



Seite 69 Tafel CCLXVIII. 

— 77 — CCLXIX. 

— 80 — CCLXX. 

— 87 — CCLXXI. 

— 93 — CCLXXII. 

— 95 — CCLXXIII. 

— 100 — CCLXXIV. 

— 106 — CCLXXV. 

— 108 — CCLXXVI. 

— 110 — CCLXXVII. fig. 1. 

— 114 — CCLXXVIIL 

— 116 — CCLXXIX. 

— 118 

— IS5 — CCIXXX. 

— 127 — CCLXXXI. 

— 129 — ccLxxxir. 

— 131 — ccLxxxiir. 

•7- 133 — CCLXXXIV. fig. 1. 

— 135 — — —"2. 

— 137 — CCLXXXV. 

— 139 — CCLXXXVI. 

— 141 — CCLXXXVII.fig.i. 

— 149 ~ — —2. 

— 151 — CCLXXXVIII. 



ALI- 



ALLGEMEINE NATURGESCHICHTE 

DER FISCHE. 



ACHTER T H E I L. 



ODER 



DER AUSLÄNDISCHEN 
FISCHE. 



FÜNFTER T HE I L. 




DER STEINKAHLKOPF. 

Lutjanus furinamenfis. . 

CCLIIIte Tafel. 

Die Oberkinnlade zahnlos. K. 6, Br. 16, B. ■§•", A. ■&» S. 16, R. ff. 

Lutjanus maxilla fuperiore edentula. B. vi, P. xvi, V.-yj, A. -j», Cxvi, 

XIV 
D - XXIX 



De 



'er zahnlofe Oberkiefer giebt ein ficheres Merkmahl für diefen Fifch ab. ir. 

In der Kiemenhaut bemerkeich fechs, in der BruftflofTe fechszehn, in Der Stem - 
der BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe zehn , in der Schwanzflofle fechszehn, 
und in der Rückenrlofle neun und zwanzig Strahlen. 

Die Mundöffnung ift klein, die Unterkinnlade länger als die mit zwey 
Lippenknochen verfehene obere ,. und mit vielen dicht an einander flehenden 
kleinen fpitzen Zähnen bewaffnet; der Gaumen ift rauh, die Zunge glatt,, 
und die Lippen find ftark. Die Nafenlöcher find doppelt , die vordem rund, 

A z 



4 Der Steinkahlkopf. 

die hintern länglich, und dicht an den Augen befindlich. Diefe find grofs, 
und haben einen fchwarzen Stern in einem hellblauen Ringe. Der Kopf ift 
abfchüffig und vorn fchuppenlos; die Schuppen am Vorderkiemendeckel find 
kleiner, als die am hintern: fie find aber an beiden, fo wie am Rumpfe ge- 
zähnelt und hart. Der hintere Kiemendeckel ift aus zwey Blättchen zufam- 
mengefetztj und der vordere, der fich in eine flumpfe Spitze endiget, an 
beiden Rändern gezähnelt. Die Kiemenöftnung ift weit, und die Kiemenhaut 
bedeckt. Der Rumpf ift vorn breit und hinten fchmahl; die unweit des Rückens 
fichtbare Seitenlinie hat eine gerade Richtung, und der After ift der Schwanz- 
flofle näher, als dem Kopfe. An dem rundlichen Rücken flehen die Schup- 
pen hervor, und bilden eine Furche zur Aufnahme des vordem Theiles feiner 
FlofTe: der hintere Theil wird eben fo, wie die After -und Seh wanzflofle, bis 
ungefähr zur Hälfte von kleinen Schuppen bedeckt. Die Flößen find abge- 
rundet, und ihre weichen Strahlen fpalten fich in vier Zweige. Die Rücken- 
flofle ift am vorderften Theile, der aus vierzehn Stacheln beftehet, nach 
hinten fehr niedrig; in der AfterflofTe ift der erfte Stachel klein, der zweite 
lang und ftark und der dritte fchmahl; in der BauchflofTe ift nur der erfte 
Strahl hart. Die Grundfarbe des Fifches ift röthlich, mit dunkelgrauen 
Flecken und Streifen verfehen. Die FlofTen haben eine blaue EinfaiTung, 
und nur die am Schwänze ift oberwärts roth. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Surinam, wo er bey den dafigen Hol- 
ländern Steen - Kaal - Kop heifst : die Deutfchen nennen ihn daher Stein- 
kahlkopf. 



Der Grünfiojfer. 



DER GRUNFLOSSER. 
Lutjanus virefeens. 

CCLIVte Tafel Fig. i. 

Eine Reihe Zähne in jeder Kinnlade, zwölf Strahlen in der AfterflofTe. K. 5, 
Br. iz, B. f, A. t%, S. 16, R. ff. 

Lutjanus firie unica dentium } radiis duodecim in pinna ani. B. v , P. xu, 

«L i ' m ■'"'"'„ ~ xvi 

v -vv A 'läv axri > D 'XXK 



l_Jie in jeder Kinnlade befindliche Reihe Zähne, und die zwölf Strahlen in der I2 . 
AfterflofTe, find Kennzeichen für diefen Fifch. Der Grün- 

Die Seekar aufche , die wir im vorhergehenden Bande S. 117 befchrie- ° er ' 
ben haben, hat zwar viele Aehnlichkeit mit dem Grünflojjer'. allein da jene 
nur zwey Zähne in der Oberkinnlade, und in der AfterflofTe nur zehn Strahlen, 
der gegenwärtige aber an beiden Orten mehr aufzuweifen hat; fo find fie 
nicht leicht mit einander zu verwechfeln. 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der BruftflofTe zwölf, in der Bauch- 
f lofTe fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der Schwanzf lofTe fechszehn , und in 
der Rückenf lofTe fünf und zwanzig Strahlen. Der Kopf ift länglich und läuft 
in eine ftumpfe Spitze aus; die Lippen find fleifchig, die Kinnladen gleich 
lang, und mit einer Reihe dicht an einander flehender fpitziger Zähne be- 
waffnet , wovon die vordem die ftärkften find. Der Gaumen und die Zunge 
find glatt, und im Schlünde perlenförmige Zähne vorhanden. Die Lippcn- 

A 3 



6 Der Grünflojfer. 

knochen find oberwarts fchmahl , und im Winkel breit. Von hier bis an die 
Augen ift der Kopf fchuppenlos. Die Nafenlöcher find einfach, länglich und 
am Augenrande befindlich; der Stern in den Augen ift fchwarz, und fein Ring 
grüngelblich. Der vordere Kiemendeckel ift abgerundet, und an beiden 
Rändern gezähnelt; der hintere läuft in eine Spitze aus: beide find mit klei- 
nern Schuppen, als der Rumpf bedeckt, die alle weich und glatt find. Die 
Kiemenöffnung ifi fehr weit; die Kiemenhaut unbedeckt, und eine einfache 
Kieme vorhanden. Der Rumpf ift fchmahl, an den Seiten zufammen gedrückt, 
am Rücken und Bauche rundlich. Die nahe am Rücken laufende Seitenlinie 
macht am Ende feiner Flofle eine Beugung nach unten. Der After liegt der 
Scbwanzflofle näher als dem Kopfe: an diefem fbwohl, als an jeder Reihe 
Schuppen flehet man violette Linien. Die Grundfarbe des Fifches gleicht der 
Oliven -Farbe, die Floflen aber find grün. Sowohl die fechszehn Stacheln 
in der Rücken- als die drey in der AfterflofTe find mit Fafern verfehen. Auch 
in der BauchflofTe ift ein Stachel vorhanden. Die weichen Strahlen find vier- 
zweigig, und die Floflen abgerundet. Die FlofTen am Bauche flehen weiter 
hinten als die an der Bruft. 

Das Vaterland diefes Fifches ift mir unbekannt. Ich habe ihn ohne wei- 
tere Nachricht aus einer Au&ion in Hamburg erftanden. 



Der RÜjJel 



DER RÜSSEL. 

Lutjanus roftratus. 

CCLIVte Tafel Fig. %; 

Der Kopf in eine ftumpfe Spitze auslaufend , die SchwanzflofFe gerade. 
K. 5, Br. 12, B.£, ' A.A, S. 15, R\|f. 

Lutjanus capite acuminato , pinna caudce truncata, JB. v, P. xir, V. 77,, 

III XV 

A. -^ Tp C, XV, D. xx^. 



JDer in eine ftumpfe Spitze auslaufende Kopf, und die' gerade SchwanzflofTe *3- 
unterfcheiden diefen Fifch. Der RüffeI - 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in der BruftflofTe zwölf, in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe fünfzehn, 
und in der Rückenflofle fünf und zwanzig Strahlen. 

Die MundöfFnung ifl klein und von den Kinnladen die untere die längfle: 
beide find mit einer Reihe kleiner dicht an einander flehender dünner fpitziger 
Zähne bewaffnet , und an der obern zwey Lippenknochen fichtbar. Der 
Gaumen und die Zunge find glatt; die Nafenlöcher einfach, rund und flehen 
xwifchen der Mundfpitze und den Augen in der Mitte. Diefe haben einen 
fchwarzen Stern, von einem türkisblauen Ringe umgeben. Bis dahin 
ift der Kopf fchuppenlos. Der vordere Kiemendeckel ift fein gezähnelt: beide 
find abgerundet und mit kleinern Schuppen, als der Rumpf überzogen. Die 



£ Der Rüßl. 

Kiemenöffnung ift weit, die Kiemenhaut nur zum Theil fichtbar. Die ein- 
fache Kieme ift an der innern Seite des Vorderkiemendeckels befindlich. Der 
Rücken ift rundlich, und der Bauch fcharf. Die unweit des Rückens laufende 
Seitenlinie bildet einen flachen Bogen, und der After liegt der SchwanzflofTe 
näher als dem Kopfe. Die FlofTen find bis auf die am Schwänze kurz, die 
weichen Strahlen einfach, in den übrigen FlofTen aber find felbige gabel- 
förmig. Die Anzahl der harten Strahlen in der RückenflofTe beläuft fich 
auf fünfzehn, in der Afterflofle auf drey, und in der Bauchfloffe auf einen. 
Die erftern find mit Fafern verfehen. Der Rücken ift dunkel, und der 
Bauch hell violett; die Seiten find gelblich; die Bruft-und Schwanzflofle am 
Grunde von der nehmlichen Farbe und nach dem Rande zu gelblich. Bey 
den übrigen FlofTen verhält fich diefes umgekehrt. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift mir unbekannt; ich habe ihn vom Herrn 
Vosmer in Haag erhalten. 



DER 



Der See- Eber. 



DER SEE-EBER. 

Lutjanus Verres. 
CCLVte Tafel. 

Der Rücken violett, der Mund rüfTelförmig. K. J, Br. i6, B, f-, A. T 3 ¥ , 
S. i J , R. ff. 

Lutjanus rofiratus, dorfo yiolaceo, B. r, P. xri, V. r^., A. -™=, C. xv t 
XII 

D ' xxir 



JLJiefer Fifch läfst fich leicht durch feinert violetten Rücken, und rüfTelför- ™ 
migen Mund von den übrigen diefes Gefchlechts unterfcheiden. Der See- 

in der Kiemenhaut bemerkt man fünf, in der Bruftf lofle fechszehn , in E ^ er * 
der Bauchfloffe fechs, in der Afterf Joffe dreizehn, in der Schwanzflofle fünf- 
zehn, und in der Rückenflofle zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift zufammen gedrückt, abfchüfsig, und läuft in eine ftumpfe 
Spitze aus; die Mundöffnung ift weit, und von den Kinnladen die obere am 
längften: beide find mit Zähnen bewaffnet, die von den übrigen bey diefem 
Gefchlechte merklich abweichen. In der untern Kinnlade bemerkt man vorn 
vier grofse, einwärts gebogene, fpitze Zähne, davon die an den Seiten die fta'rk- 
ften find; dann folgen fechs ganz kurze, die paarweife ftehen , aufdiefe drey 
gröfsere, die einwärts gebogen find, und dann drey kurze. In der Oberkinn- 
lade hingegen fiehet man, aufser den vier vordem, den untern ähnlichen Zäh- 
nen, hinten nur zwey, und zwifchen beiden Orten einzelne kurze perlenför- 
AHg.Naturg. d. Fifche. Th. vni. B 



io Der See- Eber. 

mige Zähne , womit auch der Gaumen befetzt ift. An der inneren Seite des 
vordem Kiemendeckels, der am Rande gezähnelt ift, ift die halbe Kieme ficht- 
bar. Der Kopf ift bis an die Augen fchuppenlos, und dicht an diefen find 
die Nafenlöcher, davon man nur zwey wahrnimmt, vorhanden. Der Stern 
ift fchwarz, und fein Ring orangefarben. Der hintere Kiemendeckel endigt 
fich in eine ftumpfe Spitze. Die KiemenöfFnung ift weit, und die Kiemen- 
haut zum Theil bedeckt. Die Schuppen an den Deckeln find kleiner als die 
am Rumpfe. Auch die Rücken -After- und SchwanzflofTe werden gröfstentheils 
von ihnen bedeckt, die üerhaupt hart und gezähnelt find. Am Kopfe, Rücken 
und zum Theil an den Seiten, glänzt eine Purpurfarbe, am übrigen Theile 
des Rumpfes hingegen, eine Silberfarbe. Die Seitenlinie hat eine faß gerade 
Richtung, und der After liegt in der Mitte des Körpers. Die fämmtlichen 
Floflen, ausgenommen die an der Bruft, laufen in eine Spitze aus, haben wei- 
che Strahlen mit vier Zweigen , und an den harten , Fafern : von diefen har- 
ten Strahlen find in der BauchflofTe einer, in der AfcerflofTe drey, und in der 
RückenflofTe zwölf vorhanden. Die Schwanz -und BruftflofTen find roth ; die 
BauchflofTen violett, und die übrigen nehmen an beiden Farben Theil. 

Diefer Fifch war mit unter der Sammlung, die ich aus Japan erhielt. 
Die Aehnlichkeit feines Mundes mit der Schnautze des Ebers bewog mich, da 
mir fein Japanifcher Nahmen unbekannt geblieben, ihn See -Eber zu nennen. 



Der Norwegifche Lutjan. 



DER NORWEGISCHE LUTJAN. 
Lutjanus norwegicus. 

CCLVIte Tafel. 

Sechszehn Stacheln am Rücken , dreizehn Strahlen in der Afterflofle. K. J, 
Br. 14, B.h A. T 3 ¥ , S. 16, R/ff 

Lutjanus Jpinis dorfalibus fedecim, radiis tredecini in pinna ani. B. V, P. xiy, 

1 in xvi 

V. vv A. XIW C. xvi, D. xxr 



lVLan erkennt diefen Fifch an den fechszehn Stacheln in der Rücken, und den 15. 

dreizehn Strahlen in der AfterflofTe. DerNor- 

In der Kiemenhaut hat er fünf, in der BruftflofTe vierzehn, in der Bauch- we 8 lscie 

Lutjan. 
flofTe fechs , in der AfterflofTe dreizehn , in der SchwanzflofTe fechszehn und in 

der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Die Mundöffnung ifl: klein; die gleich langen Kinnladen find mit einer 
Reihe fpitziger dicht an einander flehender Zähne befetzt. Die Zunge und 
der Gaumen find glatt, und im Schlünde drey Knochen, die mit perlenför- 
migen Zähnen befetzt find, vorhanden. Die Lippen find ftark, die Lippen- 
knochen aber fchmahl. Die Nafenlöcher find einfach, und dicht an den Au- 
gen befindlich; letztere haben einen fchwarzen Stern, von einem hellblauen 
Ringe umgeben. Um den Augen erblickt man viele kleine OefFnungen, 
die, wenn fie gedrückt werden, eine fchleimige Feuchtigkeit von fich geben. 
Bis dahin ifl der Kopf fchuppenlos und von violetter Farbe. Der 
Rumpf ift breit; der After liegt zwifchen dem Kopfe und der Schwanzflofie 
in der Mitte ; der vordere Kiemendeckel ift gezähnelt , und der hintere läuft in 

B 2 



^^ Der Norwegifche Lutjan. 

eine ftumpfe Spitze aus. Am erftern bemerkt man an der innern Fläche 
eine einfache Kieme. Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut 
zum Theil bedeckt. Die Seitenlinie laufe unweit des Rückens , und macht 
am Ende defselben eine ftarke Beugung. Die Schuppen find gezähnelt, hart, 
fitzen feft in der Haut, und, da fie die Rücken -und AfterflofTe zum Theil be- 
decken; fo bilden fie nicht nur an beiden Stellen eine Furche, fondern ge- 
ben auch dem Fifche durch ihre Hervorragung eine breite Geftalt. Die Flof- 
fen find fämmtlich abgerundet, und ihre weichen Strahlen vielzweigig. Die 
oben erwähnten fechszehn harten Strahlen in der RückenfiofTe haben an 
ihren Spitzen eine Fafer hängen. Aufser diefer FlofTe ift auch die am Bau- 
che mit einem und die am After mit drey Stacheln verfehen. Das Genick 
und der Rücken find violett; die Seiten und der Bauch gelb und violett ge- 
fleckt, von welcher Farbe auch die RückenflofTe ift. Die Bruft-und Bauch- 
flofTen find gelblich und blau eingefafst, bey der After und SchwanzflofTe ift 
die EinfafTung violett, und der übrige Theil gelblich. 

Diefer Fifch ift in Norwegen einheimifch. Ich habe drey Stück von 
meinem um die Naturgefchichte verdienten Freund Spengler erhalten, die 
fämmtlich die Gröfse der Abbildung haben. 

Der Magen ift fchmahl; der Darmkanal hat zwey Beugungen; die 
Schwimmblafe ift kurz, weit, einfach, von ftarker Haut, und fowohl auf den 
Seiten, als am Rückgrad angewachfen. 

Zur genauem Kenntnifs der oben erwähnten drey Knochen mit perlen- 
förmigen Zähnen im Schlünde, habe ich den Kopf von unten aufgefchnitten 
vorgeftellt, damit man diefe Knochen in ihrer natürlichen Lage fehen könne. 
Sie bilden gleichfam zwey Kinnladen, die an der innern Seite des Schlundes 
fitzen, und die Speife zermalmen : von denen, wie bey den Kinnladen, die obere 
getheilt ift. 



Von den Meerbrajßmen überhaupt. 



J 3 



==% 



LVItes GESCHLECHT 

MEERBRASSEME. 
S.p a r u s. 



Erster Abschnitt. 

Von den Meerbrajfemen überhaupt. 
Die Kiemendeckel fchuppig, ungezähnelt und unbewaffnet. 



Pifces operculis fquamatis, non ferratis. 

inarmatisque. 
Sparus. Linn. S. N. Gen. 165. p. 467. ed. 
Gmel. p. 1270. 

— Artedi. Gen. 28". p. 35- s Y n - P- 57- 

— Forskäl. Defcript. Anim. p. XV. & 

3i- 

— Müll. Prodr. Z. D. p. 4.5 

— Brunniche. Vife. Mafs. p. 36. 

— Forfter. Enchirid. Hift. Nat. p. 86. 
Cynaedus. Gron. Zooph. p. 60. n. 214. p. 62. 

n. 216. p. 63. n. 219. 220. Scarus. p. 67. 
n. 229. Perca. p. 89- n. 295. 



Maenas. Klein. Mifs. Pifc. V. p. 44. n. I. 

Cicla. p. 48. n. II. Synagris, p. 49. n. 

I — 7. & p. 51. n. 12.16. Sargus. p. 57. 
'n. 1 — 2. 
Spare. Encycl. Method. Ichth. Gen. XIII. 

P : 96. 

La Dorade. Goüan. Hift. d. Poifs. Gen. 

XI1L p. 103. 135. 
Gilt-head. Pennant. B. Z. tom. III. Gen, 

XXV. p. 240. 
Seebrafse. Lefke. Anfang, d. Naturg. Ge- 

fchl. 25, S. 374. 
Meerbrafleme. Müll. L. S. Th. IV. S. 179. 



j\lan erkennt die Fifcbe diefes Gefchlechts an ihren mit Schuppen verfehe- 
nen, aber unbewaffneten und ungezähnelten Kiemendeckeln. 

Fifche mit diefen Kennzeichen treffen wir in allen vier Welttheilen an. 
Sie haben eine lange aus harten und weichen Strahlen zufammengefetzte Rücken- 

B 3 



14 Von den Meerbr offline n überhaupt. 

flofTe, prangen mit fchönen Farben, und haben ein efsbares Fleifch. Eini- 
gen find, dicke Lippen, anderen flarke Zähne eigen. Die Anzahl derer, welche 
ich befchreiben werde, belaufe fich auf fechs und dreißig Arten, davon im 
linneifchf.n Syfteme nur acht befindlich find. 

Da es bey einer fo grofsen Anzahl fchwer hält, fi e der Aehnlichkeit 
wegen , durch ein oder zwey Merkmahle gehörig zu unterfcheiden ; fo habe ich 
fie in fünf Abtheilungen geordnet. In der erften erfcheinen diejenigen, deren 
SchwanzflofTe einem Schwalbenfchwanze ähnlich ift; in der zweiten, die 
bey denen die SchwanzflofTe gabelförmig ift, in der dritten folche, bey denen 
fie einen mondförmigen Ausfchnitt hat; die von der vierten haben eine abge- 
rundete SchwanzflofTe, und zu der fünften werden diejenigen gezählt, bey de- 
nen felbige gerade ift. Wenn die Endftrahlen der SchwanzflofTe über die mitt- 
lem gleich langen Strahlen weit hervorragen , fo nenne ich fie Schwalben- 
fchwan{\ wenn die mittelften Strahlen kurz find, und die übrigen fich al- 
mählig in eine Spitze verlängern, fo ift die FlofTe gabelförmig; bey der mond- 
förmigen SchwanzflofTe find die mittlem ein wenig kürzer, als die am Ende- 
die gerade enthält Strahlen von einerley Länge, und bey der abgerundeten 
find die Strahlen an der Mitte länger, als an beiden Enden. 

Zinne' giebt folgende Kennzeichen für die MeerbrafTeme an : Schneide-, 
oder ßarke Hundesiähne, und dicht an einander flehende fiumpfe Backzähne, 
doppelte Lippen, fünf Strahlen in der Kiemenhaut , fchuppige Kiemendeckel, ei- 
nen von den Seiten [ufammengedrückten Körper, eine hinterwärts gekrümmte 
Seitenlinie, und abgerundete Bruflfloffen. Das erfle Kennzeichen wäre allein 
hinreichend, wenn anders alle Arten, die er in diefes Gefchlecht aufnimmt, 
dergleichen Zähne hätten : allein die Schneide - oder flarken Bundesbahnen fehlen 
mehreren. Ich will nur den Steinbraffem d) anführen, weil man von diefem 



a) Sparus faxatilis, Lim. S. N. p. 468. n. 7. 



Von den Meerbrajfemen überhaupt. 15 

beim Gronow, auf den fich Linhe bezieht , eine gute Zeichnung und genaue 
Befchreibung findet b). Diefer Schrifcfteller fagt ausdrücklich, beide Kinn- 
laden wären mit fehr kleinen Zähnen dicht befetzt c). Das zweite Merk- 
mahl, oder die doppelten Lippen, worunter der Ritter ohne Zweifel die Lip- 
penknochen und eine fleifchige Haut, oder eigentliche Lippen, welche die 
Zähne bedecken, verfteht, trifft man auch bey vielen andern, befonders bey 
den Lippfifchen an. Ob das dritte Kennzeichen, die fünf Strahlen in der 
Kiemenhaut fich bey den Meerbraffemen allein finden } und ob juft diefe 
Anzahl bey allen ftatt findet, mufs ich, da ich fie nicht alle befitze, un- 
entschieden lafsen ; von den mehreflen , die ich befchreiben werde, haben fafl 
alle, fechs. Eine ähnliche Bemerkung hat auch Cetti d) gemacht. Die 
fchuppigen Kiemendeckel finden wir auch bey vielen Lippfifchen, Barfchen und 
Umberfifchen. Eben diefe Bewandnifs hat es auch mit dem ^ufammen ge- 
drückten Körper und der hinterwärts gebogenen Seitenlinie, welche man bey 
wenigen Meerbrajfemen , aber bey vielen Lippfifchen antrift. Man fieht hier- 
aus, dafs die Merkmahle des Ritters unzulänglich find , und glaube ich durch 
die meinigen der Sache nähergekommen zu feyn. 

Arifloteles gedenkt bereits vierzehn Arten, nehmlich : des Goldbraffems e), 
des Schwanpingels /")-, des Bandirten Meerbraffems g~) } des Schwar^fihwan- 
%es h), des RothfioJJers i), des Laxierfifches k), des Rothkopfes /)., des 



h) Mus. IL p, 2.9. n. J85. tab. 6. fig. 3. g) N. H. lib. 5, c. 9. 11. 1. 6. c. 17. S. Sar- 

c) Dentes in utrisque maxillis conferti, in- gus. X. n. 3. 

numeri, minimi, find feine Worte a. a. O. A)~ — — lib. 8. c. 2. S. Melanurus. X. n. 4. 

d) Naturg. v. Sardin. Th. 3. S. 124. i) lib. 8. e. 30. S. Smaris. X. n. 5. 

e) H. N. lib. 1. c. 5. lib. 2. c. 17. S.Aurata. H) lib. 6. c. 15. 17. lib. 8. c. 30* S. 

Linn. n. 1. Maena. X. n. 6. 

f) üb. 4. c . 8, üb. 5. c. 11. S. annu- t) lib. 5. c. 10. lib. 8. c. 13. 15. S. 

laris. X. n. 2. Orphus. X. n. 8. 



16 Von den Meerbrqffimen überhaupt. 

Sackfloßrs m), des Ringauges n) , des Börfienfloßrs o) , des Goldflriches p), 
des ZahnbraJJems q) , des Murmelbraflems r), und der Rothfchuppe s). Pünius 
erwähnt des Grofiauges t). Von diefen fünfzehn Arten befchreibt Jovius zuerft 
etwas "umftäodlich fieben Arten, die fich in den römifchen Gewäfsern aufhal- 
ten, als: den GoldbraJJem u) , den Z dhnbraffem v) , die Rothfchuppe x) , den 
Goldfirich y), den bandirten Meerbraffem £), das Großauge ad) und den 
Schwarifchwani bb). Bälon hat darauf nicht nur diefe fieben , fondern auch 
die übrigen bis auf den Borfienfioffer genauer befchrieben, und von allen bis 
auf den Sackfloßer und Purpurbrajjem eine Abbildung im Holzfchnitte gelie- 
fert cc). Diefe fünfzehn Arten hat Artedi unter dem Nahmen Sparus in fein 
Syftem aufgenommen dd). In den neuern Zeiten haben Nieuhof ee) , Mola- 
na ff), Ray gg) und Cetti hh) ein jeder diefes Gefchlecht mit einem, Pallas ii) 

mit 



m) H. N. lib. 8. c. 13. S. Pagrus. L. n. 11. 

n) Hb. 8. c. 13. S. Cantharus. L. n. 13. 

0) lib. 4. c. 8. 9. üb. 5. c. 9. S. Chro- 

mis. L. n. 14. 
p) lib. 4. c. 8. lib. 5. c. 9. 10. S. 

Salpa. X. n. 15. 
q) lib. 2. c. 13. 15. lib. 8- c. 2. 13. 

S. Demex. L. n. 20. 

r) Hb. 6. c 17. S.Mormyrus.X.n. 24. 

s) lib. 4. c. II. lib. 6. c. 13. S. Ery- 

thrinus. X. n. 10. 
t) Box. Sc Böca. N. H. lib. 33. c. 11. S. 

Boops, Linti. n. 12. 
u) Aurata. de Pifc. rom. c. II, 
v) Dentex. c. 12. 
x) Fragolinus. c. 13. 
y) Salpa. c. 14. 
$ Sargus. c. 15. 



ad) Boca. c. 2. 

b'S) Melanurus. c. 24. 

cc) Dentex. Aquat. p. 179. f. igi. Mor- 

mylus. p. 183. f. 184. Erythrinus. p. 185. 

£ 186. Salpa. p. 187. f. 189. Aurata. p. 

192. f. 193. Orphus. p. 198. f. 200. Mae- 

na. p. 225. f. 226. Smaris. p. 226. fig; 

228- Boces. p. 228. £ 230 Sparus. p. 

240. fig. 242. Sargus. p. 242. fig. 244. 

Cantharus. p. 245. f. 247. Pagrus. p. 251. 

Melanurus. p. 269. £ 271. 
dd) Gen. p. 35. 
es) Geel-Stardt. Ind. tom. 2. p. 269. fig. 

1. S. argyrops. X. 
ff) S. chilenfis. Naturg. von Chil. S. 197. 
gg) Brama marina. Syn. Pifc. p. 115. n. 4. 
hh) S- Puntazzo. Faun. Sardin. p. 28. 
ii) Mit dem Lißigen S. infudiator Sjn~ 



Von den Meerirq/Jemen überhaupt. i 7 

mit {wey, Hafetquifi kk) und Osbeck 11) jeder mit drey, Linnimm), Cates- 
by nn), Brunniche 00) und Duhamel pp) jeder mit vier, und Gronov qq), Fors- 
kael rr) und Houttuyn ss) jeder mit fechs bereichert. Diefe machen zufam- 
men acht und fünfzig Arten aus. Rechnet man nun die acht und zwanzig in 
erwähnten Schrifcftellern nicht befindlichen, und die ich befchreiben werde, 
noch hinzu; fo belaufen fich die in diefes Gefchlecht gehörigen Fifche auf 
fünf und achtzig Arten. 

Da Oftindien fahr reich an Fifchen aus der Klaffe der BruflflofTer ift, fo 
enthält Renard ohne Zweifel viele hieher gehörigen Fifche: ich getraue mir 
aber, der ungetreuen Abbildungen wegen, keine einzige beftimmt dafür aus- 
zugeben; auch will ich nicht dafür Bürge feyn, dafs alle aus obigen Sehrift- 
ftellern angeführten Fifche, wenn man fie genau unterfuchen wird, zu die- 
lem Gefchlechte, befonders nach den von uns -angegebenen Gefchlechtskenn- 
zeichen, gehören. 



lil. Zoolog, fafc. 8. p. 4i.und dem 
Klappauge (palpebratus). Neue Norweg. 
Beyträge, B. 2. S. 55. 

kk) Sparus orientalis, Reife nach PalaefL 
n. 74, S. niloticus. n. 75 & S. galilaeus. 
n. 76. 

tf) S. nobilis. Reife nach China. S. 336, S. 
Spinus. S. 357. & S. chinenfis. S. 340. 

mm) S. faxatilis, S. Hurta, S. virginen- 
fis und S. capiilratus. 

nn) Perca rhomboides. Carolin, tom. 2. p. 
4. (S. rhomboides L.) Aurata bahamen- 
fis p. 16. (S. chryfops L.), Turdus oculo 
radiato p. 12. (S. radiatus L.) und Salpa 
purpurafcens. p. 17. (S. Synagris X.) 

Allg. Naturg. d. Fifche. Th. VIII. 



00) Spams n. 53. Pifc. Mafs. S. n. 57. S. 

Zebra, n. 63. S. Bogaraveo n. 65. 
pp) Plomb. Trait. d. Pech. III. pl. 4. £ 3. 

Serram pl. 6. f. 2. Große Sarde grife pl. 7. 

f. I. & petite Sarde rouge pl. 7. f. 2. 
qq) Cynaedus. Zooph. n. 215, 217, 218 & 

219. Sparus. n. 223, Coracinus. n. 226. 
rr) Sparus crenidens. Defcript. Anim. p # 

XV. n. 19. S. strongilus. n. 23. S. Sarba> 

p. 31. n. 22.' S. Spinifer. n. 23. S. Berda. 

n. 24. S. Haffara. n. 25. 
ss) Sparus auratus, Holl. Maatschapp. tom. 

XX. S. 318, S. argentatus S. 319, S. no- 

tatus. S. 320, S. latus. S. 322, S. virga- 

tus. S. 323 Sc S. fufcefcens. S. 324. 



Der bandirte Brajjetn. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Meerbrajfemen insbefbndere. 

Erste Abtheilung. 
SCHWALBENSCH WANZE, 



DER BANDIRTE B R A S S E M. 

Sparus fafciatus. 

CGLVIIte Tafel. 

Der Körper bandirt, die Seitenlinie unterbrochen. K. 5, Br. 12, B. •§, 
A. A, S. 13, R. &. 

Sparus corpore fasciato , linea luterali interrupta. B. v, P. xn, V. -pj, 
. III .„ n IX 

^•xn> axiII > D xx- 



1, 



Der bandir- - Ie ^ ueer ^ er den Kör P er laufenden Banden und die unterbrochene Seiten- 
te Braffem. linie geben fichere Merkmahle für diefen Fifch ab. 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in der Bruftflofie zwölf, in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe dreizehn, 
und in der Rückenflofle zwanzig Strahlen. 



Der bandirtt Brqjfem. 19 

Der Kopf ift von den Seiten zufammengedrückt,, und bis an die Augen 
fchuppenlos; die Mundöffnung ift weit; die Kinnladen find von gleicher 
Länge, und vorwärts auf jeder Seite mit einem ftarken einwärts gebogenen 
Hundszahn bewaffnet; zwifchen diefem fowohl, als auf den Seiten ift eine 
Reihe ftarker dicht an einander flehender kegelförmiger Zähne vorhanden. 
Aufser diefen nimmt man vor und hinter den gedachten Zähnen einige perlen- 
förmige wahr. Der Gaumen und die Zunge, ingleichen die beiden Kiemen- 
deckeln find glatt. Die Nafenlöcher find einfach, länglich, rund und un- 
weit der Augen befindlich: diefe find klein, ihr Stern fchwarz, und ihr Ring 
grünlich. Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut gröfstentheils 
unbedeckt. An der innern Seite des Vorderkiemendeckels ift eine einfache 
Kieme vorhanden, und der hintere endigt fich in eine ftumpfe Spitze. Der 
Rumpf ift breit zufammengedrückt, von grünlicher Farbe , und mit fechs brau- 
nen Banden geziert. Die Schuppen find breit, dünn, glatt, und dehnen fich 
über einen Theil der Rücken - After -und Schwanzflofle aus. Ueber die letz- 
tere j die eine braune Einfaflang hat, geht ein fchwarzes Band hinweg. Der 
Kopf, die Bruft, die beiden Ränder der After-und die Spitze der Schwanz- 
flofle find mit. vielen kleinen Flecken befprengt- Die Seitenlinie ift gerade 
und doppelt; die eine fängt am Rücken an, und läuft in einer geraden Rich- 
tung bis ans Ende der Rückenflofle ; die andere nimmt bald in der Mitte des 
Körpers ihren Anfang, und endigt fich in der Schwanzflofle« Die weichen 
Strahlen find vierzweigig, und von den harten trifft man in der. Rückenfloffe 
neun , in der Afterflofle drey , und in der Bauchfloffe einen an : die Ränder 
der beiden erften find braun eingefafst, und laufen in eine Spitze aus. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan. 

Ich befitze zwey Stück davon, und die Farben find bey dem kleinern 
viel lebhafter, als .bey dem gröfsern. 



C % 



Der Sichelßoßr. 



DER SICHELFLOSSER. 

Spams falcatus. 

C C L V I I I t e' Tafel. 
Vier Stacheln in der AfterflofTe. K. 6", Br. 10, B. ■§-, A. ■£%, S. 10, 

R. U- 

f< r ■ ■ . . I IV 

Spams fpims quatuor in pinna anl B. vi , P. x, V. r-, A. -^xlv* 



-x.°-m 



Hepatus falcatus. Plümier M, S. 



2 - JL)ie vier harten Strahlen , welche diefer Fifch in der AfterflofTe aufzuhelfen 

, ,„ r, nat » geben ein ficheres Kennzeichen für ihn ab. 
chelflofler. ° 

In der Kiemenhaut hat er fechs, in der BruftflofTe zehn, in der Bauch- 
flofTe fechs, in der AfterflofTe vier und zwanzig, in der SchwanzflofTe zehn 
und in der RückenflofTe ein und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift grofs, und nur an den Kiemendeckeln mit Schuppen be- 
fetzt; die Mundöffnung ift weit; die Kinnladen find gleich lang, vorn mit vier 
ftarken einwärts gebogenen Hundszähnen , auf jeder Seite mit vielen kleinen 
abgerundeten, und hinten mit zwey grofsen fpitzen Zähnen bewaffnet. An 
der Oberkinnlade fiehet man zwey breite gelbe Lippenknochen, und unweit 
der Augen zwey längliche und eben fo viel runde Öeffnungen. Der Augen- 
ftern ift fchwarz und der ihn umgebende Ring goldfarben. Der vordere 



Der Sichelfloffer. it 

Kiemendeckel beßeht aus zwey Bläctchen , und der hintere endigt fich in eine 
fiumpfe Spitze. Die KiemenöfFnung iß weit, und die frei liegende Kiemen- 
haut wird von Harken Knochen unterfiützt. Der Rumpf ift vorn breit, und 
der Bauch kurz, daher der After nicht weit vom Kopfe entfernt ift. Die 
Seitenlinie, die fich in der Nähe des Rückens befindet, ift in der Mitte ein 
wenig gekrümmt. Die Schuppen find klein, dünn, und bedecken, aufser dem 
Kiemendeckel und dem Rumpf, auch einen grofsen Theil der Rücken - After- 
und Schwanzflofle. Der Kopf und die Flößen find grün , und letztere bis auf 
die ganz grüne Brußflofle an ihren Enden gelb. Die weichen Strahlen find 
bis auf die äufsern vierzweigig, und von den harten aufser den oben erwähnten 
vier in der Afterflofle, in der am Rücken zehn vorhanden. 

Diefer fchöne Fifch gehört auf den antillifchen Infein, wo ihn der Pa- 
ter Plümier gezeichnet bat, zu Haufe. Seine Abbildung iß gröfser, als die, 
welche ich "hier liefre. 



C 3 



Der abildgaardfche Braffem. 



DER ABILDGAARDSCHE B RASSEM. 
Sparus Abildgaardi. 

C C L I X t e Tafel. 



Die Schuppen fechseckig. K. . ., Br. n , B. £, A. ^, S. 17, R. T ^. 

- A ^ 
VV M ' XIV 



Sparus fquamis luxagonis. B, . ., P. Xii , V. —, A. -~ C. xvu , 



D 'XIX' 



3- JLJiefer Fifch ift an feinen fechseckigen Schuppen leicht zu erkennen. 
Der abild- _ . 

caardfche nur ein aus g efto P ftes Exemplar befitze; fo kann ich die Anzahl 

Braflem. der Strahlen in der Kiemenhaut nicht angeben. 

In der BriiftrlofTe bemerke ich zwölf, in der BauchflofTe fechs in der 
AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe ' fiebzehn , und in der RückenfloiTe 
neunzehn Strahlen. 

Der Kopf ift grofs, auf den Seiten zufammen gedrückt, oben breit 
und bis auf die beiden Kiemendeckel fchuppenlos; die Mundöffnung ift weit • 
die Kinnladen find gleich lang, und mit einer Reihe ftarker Zähne bewaffnet, 
von denen die vordem den Schneidezähnen, und die hintern den Hundszäh- 
nen gleichen, nur mit dem Unterfchiede, dafs jene ftarker gewölbt, und diefe 
flumpfer find. Die Lippen find ftark, die Nafenlöcher doppelt, die vordem 
rund, die hintern länglich, und beide unweit der Augen befindlich, die nahe 
am Scheitel flehen, und mit einem blauen Ringe, und fchwarzen Stern ver- 



Der abildgaardfche BraJJem. 23 

fehen find. Unter denfelben liegt ein Kreis von Schleimröhren. Der vor- 
dere Kiemendeckel befteht aus zwey Blättchen; die Kiemenöflhung ift weit, 
und die Kiemenhaut zum Theil bedeckt. Der Kopf ift abfchüfsig; der Rü- 
cken faft gerade; die Bruft breit; der Bauch dick und kurz. Die baumfor- 
mige Seitenlinie entfpringt am Anfange des hintern Kiemendeckels, verbreitet 
fleh in der zweiten Reihe Schuppen bis ans Ende der Rückenflofle, von der fie 
nach der dritten Reihe abfpringt, und fich in Schwanz endigt. Der After 
fleht beinahe in der Mitte des Körpers; die Schuppen find grofs, dünn, an 
den Kiemendeckeln abgerundet, und an der SchwanzflofTe viereckig. Die 
Floflen find klein, und die erften Strahlen in der Schwanz-und BruftflofTe ein- 
fach, die übrigen achtzweigig. Alle übrigen Floflen haben nur vierzweigige 
Strahlen, und an den harten eine Fafer: von letztern nimmt man an der Rü- 
ckenflofle neun, und an der Bauchflofle einen wahr. Der Rücken ift violett; 
der Kopf, die Seiten und die Floflen find theils gelb, theils violett. 

Diefer Fifth gehört in Amerika zu St. Crolx zu Haufe. Ich habe ihn 
von meinem Freund dem Herrn Profeflbr Abildgaard erhalten. Er mufs eine 
anfehnliche Gröfse erreichen, da meine Abbildung, um einen dritten Theil 
kleiner ift als das Original. 



Z4 Der Grünfchwani. 



DER GRUNSCHTTANZ. 

Sparus chlor ourus. 

CCLXte Tafel. 

Die Seitenlinie unterbrochen, die Bauchflofle in eine lange Spitze auslaufend. 
K. 5, Br. 12, B. £, A.x 3 T , SL 15, R. i% . 

Sparus linea laterali interrupta, pinnis ventralibus in acumen elongatis. B, v> 

P. xu, V.-f r A.§ IiC .xv } D.^ 

4. JUie unterbrochne Seitenlinie, und die in eine lange Spitze auslaufende Bauch- 
Der Grün- fl ff e fl n£ j für diefen Fifch hinlängliche Unterfcheidungszeichen. 

Da ich von diefem Fifche nur ein getrocknetes Exemplar befitze; Co 
kann ich von« den Knochen im Schlünde, und von einer einfachen Kieme 
nichts Gewifles Tagen. 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der Bruftflofle zwölf, in der 
'Bauchflofle fechs, in der Afterflofle eilf, in der Schwanzflofle fünfzehn , und 
in der RückenflofTe neunzehn Strahlen. 

Der Kopf ift fchmal, die Mundöffnnng nicht fonderlich weit; die 
Kinnladen find von gleicher Länge, und, wie alle übrigen Knochen, die Back- 
zähne ausgenommen , grün : in beiden find zwey hinterwärts gebogene Hunds- 
zähne, und an den Seiten eine Reihe kurzer etwas von einander entfernter 
kegelförmiger Zähne befindlich. Zwifchen der MundöfFnung und den Augen 
flehet man keine Schuppen, aber kleine blafTe Flecke . an den Seiten, und 

ober- 



Der Grünßhwan{. aj 

oberwarts ein Paar längliche Nafentöcher. Die Augen flehen nahe am Schei- 
tel, und ihr rother Ring umgiebt einen fchwarzen Stern. Der vordere Kie- 
mendeckel beftehet aus zwey Blättchen , und der hintere läuft in eine ftumpfe 
Spitze aus. Die Kiemenöffnung ift eng, und die Kiemenhaut zum Theil be- 
deckt. Der Rumpf ift fehr dünn, und hinterwärts faft eben fo breit als vorn. 
Die Seitenlinie, die nur einen Daumen weit vom Rücken entfernt ift, endigt 
fich an defien FlofTe, und eine andre wird der Mitte der AfterflofTe gegen- 
über fichtbar. Der After befindet fich der SchwanzflofTe näher, als dem Kopfe. 
Die Schuppen find breit, dünn, und bedecken auch einen Theil derRücken- 
und Afterflofle. Die weichen Strahlen endigen fich in vier Spitzen, und die 
harten, von denen man in der RückenflofTe zehn, in der Afterflofie drey, 
und in der BauchflofTe einen findet, find mit einer weichen Fafer verfehen. 
Die Grundfarbe des Fifclies ift grün , und am Rumpfe ins Gelbe fallend. Die 
BruftflofTen find gelb, die übrigen dunkelgrün, und nur die RückenflofTe an 
dem hintern Ende gelb. Bey der BauchflofTe bildet der zweite, und bey 
der Schwanzfiofle der dritte Strahl, die lange Spitze. 

Ich befitze zwey Fifche in der hier mitgetheilten Gröfse. Der eine ift 
aus Japan , und der andere aus St. Domingo. 

Er wird von den Holländern der grüne Papagayfifch genennt. Da ich 
aber bereits im vorigen Bande S. 29 einen Fifch unter diefer Benennung 
befchrieben; fo habe ich, um alle Irrungen zu vermeiden, diefen Nahmen 
nicht beibehalten. 



Allg. Naturg. d. Fifche. Th. vn D 



%6 Der Rothfchwan{. 



flg= - - — ^r==m^^^ ^m = ^ 



Zweite Abtheilung. 
GABELSCHWÄNZE. 



DER ROTH SCHWANZ. 

Sparus erythrourus. 
CCLXIte Tafel. 

Die Zähne fehr klein, zehn Strahlen in der AfterflofTe. K. . ., Br. i J , B. ■§., 
A. T V, S. io, R. &. 

Sparus dentibas minutißmis, radiis decem in pinna ani. B..., P. XV, V. 77« 
-4. ~x, C. xx y D. ^. 



5* iVLan erkennt diefen Fifch an den äufserft kleinen Zähnen, und den zehn 

Strahlen in der AfterflofTe. 
fchwanz. 

Von diefem Fifche habe ich auch nur ein getroknetes Exemplar vor mir. 

In der BruftflofTe findet man fünfzehn, in der BauchflofFe fechs, in der 
Afterflofle zehn, in der SchwanzflofTe zwanzig } und in der RückenflofTe eben 
fo viel Strahlen. 

Der Kopf und die MundöfFnung find klein, die Augen und die Kiemen- 
öffnung hingegen grofs. Die Kinnladen find gleich lang, nur mit einer Reihe 
kleiner fpitziger Zähne verfehen, die Lippenknochen breit und roth und 



/ Der Rothfchwan{. zj 

die Nafenlöcher länglich und einfach. Von der Mundfpitze bis an die Augen 
ift der Kopf fchuppenlos, der übrige Theil deflelben aber, wie auch der Kör- 
per werden von breiten und dünnen Schuppen bedeckt. Auch ein Theil der 
Rücken -After -und SchwanzflofTe find damit verfehen, jedoch an diefen, und 
an den Kiemendeckeln , kleiner als am Rumpfe. Die nahen am Scheitel fle- 
henden Augen find gröfs, ihr Stern ift fchwarz, und ihr Ring roth. Der 
Rumpf ift breit, befonders in der Gegend von der Bruft; der Rücken, 
ingleichen, die ihm nahe liegende Seitenlinie bilden vorwärts einen Bogen. 
Der Bauch ift lang, daher der After der SchwanzflofTe näher, als dem Kopfe 
liegt. Die Seiten und der Kopf find filberfarben , der Rücken blau, und 
die FlofTen find roth. Die RückenflofTe ift aus neun harten und eilf weichen 
und gabelförmigen , die Afterfloffe aus drey harten , und fieben weichen und 
vierzweigigen Strahlen zufammengefetzt. An der BauchflofTe ift der erfte Strahl 
hart , der zweite fehr lang t und die übrigen find vierzweigig. Bey der 
SchwanzflofTe ift der dritte der längfte, und der erfte einfach, der zweite theilt 
fich in zwey , und die übrigen in acht Zweigen. 

Auf jeder Seite find zehn Ribben, und im Rückgrad drey und zwanzig 
Wirbelbeine vorhanden. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan. 



D x 



2.8 Der Goldfchwan{. 



DER GOLD SCHWANZ. 

Sparus chryfurus. 
CCLXIIte Tafel. 

Die Seitenlinie goldfarben. K. .., Br. 14, B. §', A. ^V, S. 19, R. |f. 

Sparus linea laterali aurata. B... t -P. Xiv , V. r^j, A. xxv p C. Xix, 
X 

D ' xxvir 

Acarapitangiaba, Prinz Moriti M. S.Tom. Acarapitamba, Jonfi. de Pifc. p. 183. tab. 

L P- 337- 33- f - 3- 

Acarapitomba, Marcgr. Bras. p. 155. — — Ruyfch, Theat. Animal. p. 
Acarapitanga, Piß Ind. Utr. p. 50. 127. tab. 33. fig. 3. 

Acarapitamba, Wittughby. Ichth. p. 337. — — Rai, Synops.Püc.pag.147. 

tab. X. 8. fig- 2. n. 4. 



6. JL)as vom Kopfe bis an die Schwanzflofle ßch erftreckende gelbe Band fällt, 
Der Gold- ak Karakter diefes Fifches , fehr leicht in die Augen. 

Da ich diefe Abbildung aus den Handzeichnungen des Prinzen Moriti 
entlehnt habe, fo kann ich auch von der Kiemenhaut, von der einfachen Kieme 
u. f. w. nichts melden. 

In der Bruftflofle zählt man vierzehn, in der Bauchflofle fechs, in der 
Afterflofle fechs und zwanzig, in der Schwanzflofie neunzehn, und in der 
Rückenflofle fieben und zwanzig Strahlen. 



Der Goldfchwan^ 2.9 

Diefer Fifch ift geftreckt, der Kopf klein, abfchüfsig, bis an die Kie- 
mendeckel fchuppenlos und die Mundöffnung nicht fonderlich weit; die Kinn- 
laden find mit vielen kleinen fpitzigen Zähnen befetzt, die Nafenlöcher einfach, 
und unweit der Augen befindlich: diefe find klein, ihr ift Stern fchwarz, und 
ihr Ring filberfarben. Die Kiemendeckel laufen in einen ftumpfen Winkel aus. 
Es fcheint, dafs die Kiemenöffnung klein, und die Schuppen weich feyen. 
Aufser dem oben erwähnten langen gelben Streif, findet fich am Bauche ein 
ähnlicher , der aber nur von der Bauchflofle bis zur Afterflofie geht ; diefe ift 
eben fo, wie die Schwanz -und Rückenfloffe goldgelb. Der Bauch ift kurz, 
daher der After dem Kopfe näher, als der Schwanzfloffe ift. Die Grundfarbe 
diefes Fifches ift Silber und violett, worauf die Goldfarbe fehr angenehm ab- 
glicht. Diefe foll, dem Piß ä) zufolge, fo lebhaft feyn, dafs, wenn ihrer meh- 
rere zur Nachtzeit verfammelt find, man bey ihrem Scheine lefen könne. 
Eine Erfcheinung, die, wenn fie anderft gegründet, einem phofphorifchen 
Lichte zuzufchreiben feyn möchte, welches, wie bekannt, mehreren Seefifchen 
eigen ift, wovon Pifo aber damals noch nichts wufste. Die fämmtlichen 
FlofTen find fchmahl und endigen fich in eine Spitze. Ihre weichen Strahlen 
find an den Enden getheilt. Von den harten findet man in der Rückenfloffe 
zehn, in der Afterfloffe drey, und in der Bauchflofle einen: diefe ift fchwärz- 
lich, und die an der Bruft grau. 

Diefer fchöne Fifch ift ein Bewohner der brafilianifchen Gewäfser, und 
was defTen Werth erhöhet , ift fein fehr gutes Fleifch , das gebraten , einen Le- 
ckerbiflen abgiebt b\ 

Pifo vergleicht feine Geftalt und Gröfse, mit der unfers Barben; dem 
Prinzen Morit{ zufolge, wird er ein bis anderthalb Fufs lang angetroffen , und 
Marcgrav fah ihn in der Gröfse von zwey Fufs. Diefer Schriftfteller erzählt 

a) Pifo, Ind. Utr. p. 51. *) Marcgr. Brafil. p. 155. 

D 3 



30 Der Goldjchwan^, 

auch, dafs unfer Fifch von einem Infekt fehr geplagt würde. Wahrfcheinlich 
ift diefes eine Art Seebremfe c), von denen man bey verfchiedensn Fifchen 
welche an^-rifft. 

Dem Marcgrav haben wir die erfte Bekanntmachung diefes Fifches zu 
verdanken d), aber feine Zeichnung ift bey weitem nicht fo gut., als die des 
Prinzen ' Morit{ e), die ich hier mittheile. 

Die Abbildung des Pifof), Jonflong), Willughby H) , und Ruyfch i) 
find fämmtlich Kopien von der marcgravfchen. 

Von den Brasilianern wird diefer Fifch Acarapitanga oder Acarapitamba 
genennt; zu der deutfchen Benennung hat feine goldfarbene Schwanzflofle An- 
lafs gegeben. 

Ohne Zweifel find die nicht genug karakteriftifchen Befchreibungen und 
fchlechten Abbildungen des Marcgrav und Pifo fchuld daran , dafs Artedi und 
Linne diefen Fifch in ihre Syfteme nicht aufgenommen haben. 



c) Onifcus. L. g) De Pifc. tab. 33 fig. 3. 

<Q Marcgr. Brafil. p. 155. h) Ichth. Tab. X. 8. fig. 3- 

e) M. S. tom. I. p. 337. Theat. Anim. Tab. 33. fig. 3. 
/) Ind. Utr. p. 51. 



Der Cunieg. 3 1 



D E R C U N I N G. 

Sparus Cuning;. 
CCLXIlIte Tafel. Fig. I. 

Die Zähne fehr klein, vierzehn Strahlen in der Afterflofle. K. 6, Br. ig, 
B. f, A. T ^, S. 19, R.f T . 

Sparus dentibus minutißmis , quatuordecim radiis in pinna anu B. vi, P. 

xviu, v. yv A - Wv> a X1X > D - xxv: 



JLJie fehr kleinen Zahne, und die vierzehn Strahlen in der AfterflofTe find 7- 
die Kennzeichen diefes Fifches. er u ~ 

In der Kiemenhaut hat er fechs, in der Bruftflo/Te achtzehn, in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe vierzehn, in der Schwanzfloffe neun- 
zehn , und in der Rückenf loffe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, von den Seiten zufammen gedrückt, und bis ans 
Genicke fchuppenlos. Von den Kinnladen ift die untere die längfte, und in 
beiden nimmt man nur eine Reihe gedachter Zähne, die fpitzig find M wahr. 
Die Zunge und der Gaumen find glatt, und an der Oberkinnlade die Lip- 
penknochen fichtbar. Zwifchen diefen und den Augen find zwey runde, 
und eben fo viel längliche Oeffnungen zu bemerken. Der Augenring ifl 
filberfarben , und der Stern darin, fchwarz. Beyde Kiemendeckel find 
glatt, und mit kleinern Schuppen als der Rumpf bedeckt. Der vordere 



3* Der Cuning. 

ift aus zwei Blättchen zufammengefetzt , und der hintere lauft, nach der Bruft- 
floffezü, in eine ftumpfe Spitze aus. Die Kiemenöffnung ift weit, und die 
Kiemenhaut liegt frey. Eine einfache Kieme habe ich an diefetn Fifche nicht 
gefunden. Die Seiten find zufammen gedrückt; der Rücken und Bauch ifr 
fcharf; die nahe am Rücken laufende Seitenlinie ift mehrentheils gerade, 
und der After nicht weit von der gabelförmigen Schwanzf loffe entfernt. Die 
Schuppen find glatt, dünn, und bedecken zugleich einen Theil der Rücken- 
After -und Schwanzf loffe. Die Bauchfloffen flehen weiter hinten als die Bruft- 
f loffen , beide lind fchmahl und laufen in eine Spitze aus : ihr erfter Strahl ift 
einfach, und die übrigen find weich und vierzweigig. Die Rücken- und Af- 
terf loffe ift aus harten einfachen, und aus weichen gabelförmigen Strahlen 
zufammengefetzt; in letzterer find drey, und in erfterer zehn harte Strahlen 
vorhanden , auch in der Bauchfioffe ift ein harter Strahl. Der Rücken ift vio- 
lett; die Seiten find filberfarben mit goldenen Linien geziert. Die Floffen find 
gelb, und nur die am Rücken ift violett. 

Diefen Fifch habe ich aus Oftindien unter der Benennung Ikan Tembrat 
Cuning erhalten. 

Ich habe die Zeichnung etwas kleiner als das Original, welches ich 
davon befitze, machen lafsen. 



DER 



Der geflreiffte Brajßm. 



33 



DER GESTREIFFTB BRASSEM. 

Spams vittatus. 

CCLXIIIte Tafel. Fig. 2. 



Schwarze Binden und gelbe StreifFen. K. . ., Br. 12., B. f-, A. T 3 T , S. 16, 

R. & 

Sparus fafciis nigris vittis latus. B. . ., P. xn t V. v^, A. -^fff, 



C.xvi, D. 



IX 

xxur 



Acara Pinima, Prinz Morit[TA. S. Tom. I. 

P- 34i- 

— — Marcgrav. Brafil. p. 152. 

— ■ — Pifo. Ind. Utr. p. 51. 

_ _ Jonßon. de Pifc. p. 182. tab; 
33. fig. n. 

— — Ruyfch. Theat. Anim. p. 126. 

tab. 32. fig. 11. 
_. _ Wdlughby. Ichth. p. 310. 
Perca pinnis duabus ventralibus, dorfo al- 



tiore ventre ; fquamulis argenteis exau- 
ro fplendentibus ; in Iateribus feptem 
magnis itriis longitudinalibus, coloris 
fufci lücittf; in capite nigra lata ftria def- 
cendens utrinque; ore csruleo, pinnis 
& cauda divifa luteis ; iride rubra, fusco 
& albo mixta. Klein MifT. Pifc. V. p. 37. 
n, 3. 

Barfch mit zwo Bauchfloffen, u. f. w. 

Neuer Schaupl. der Natur. B. VI. S. 355. 



Uiefer Fifch ift an feinen fchwarzen Binden und gelben Streiffen leicht zu er- 
kennen. Von erftern geht eine über das Auge, und die andere über die Brufl Der & e ~ 

hinweg, und von letztern hat der Prinz Morit? , aus defsen Haiidfchrifc ich 

D Branem. 

AUg. Naturg. d. Fiiche. Ih. vm. E 



H Der geßreiffu Braßm. 

diefe Zeichnung entlehnt habe, fieben angedeutet, worin Marcgrav a), und 
Piß b), mit dem Prinzen übereinftimmen. 

Da ich nicht felbft ein Exemplar von diefem Fifche befitze, fo kann ich 
auch weder die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut angeben, noch von 
feiner innern Befchaffenheit etwas fagen. 

In der Bruftflofle find zwölf, in der Bauchflafle fechs, in der AfterflofTe 
dreizehn, in der Schwanzflofle fechszehn, und in der Rückenflofle drey und 
zwanzig Strahlen, von dem Prinzen angezeigt worden. 

Der Körper ift breit, dünn., und mit filbernen Schuppen bedeckt, nur 
der Kopf ift bis an die Augen fchuppenlos. Die Mundöffnung ift weit; die 
Kinnladen find gleich lang, und dicht mit kleinen fpitzen Zähnen befetzt. Un- 
weit der Augen, deren Stern fchwarz , und deren-Ring röthlich ifl, flehen die 
Nafenlöcher. Die Kiemenöffnung ift weit, und beide Kiemendeckel find glatt 
und abgerundet. Der Rücken ift violett, und bildet einen Bogen. Die Seiten- 
linie ift in der Zeichnung nicht angegeben, wahrfcheinlich läuft fie in der Nähe 
des Rückens mit ihm paralell. Der Bauch ift lang, daher der After der 
Schwanzflofle näher, als dem Kopfe ift. Die Schuppen bilden am Rücken 
durch ihre Hervorragung eine Furche, zu dem oft erwähnten Gebrauch. Die 
Anzahl der Stacheln in der Rückenflofle beläuft fich in der Zeichnung des Prin- 
zen auf neun: wahrfcheinlich aber hat der Fifchzehn, und ift der erfte kurze 
Stachel überfehen worden. Die Bauchflofle hat einen, und die AfterflofTe 
drey harte Strahlen, die weichen find beinahe alle vierzweigig. Die Bruft- 
und BauchflofFen find zugefpitzt, die Rücken -und Afcerflofle abgerundet. 

Diefer Fifeh gehört in Braßlien zu Haufe, und wird nach dem Berichte 
des Marcgrav nicht über fechs bis fieben Zoll lang. Er hält fich an den fel- 



a) Brafil. p. 152. F) Ind. Utr. p. 51. 



Der geßreiffte Braffhn. 3$ 

fjgen Ufern auf, wo die See rein und mit Fifchbrut angefüllt rft. Hierin liegt 
der Grund, warum Marcgrav c) und Piß d) ihn zu den wohlfchmecken- 
den Fifchen, deffen Fleifch nach letzterm das des Karpfen übertreffen föll, 
rechnen. 

Marcgrav hat diefen Fifch zuerft bekannt gemacht, und uns auch eine 
gegen feine übrigen noch ziemliche erträgliche Zeichnung geliefert, die Piß e ), 
Jonßon f) und Ruyfch g), kopiert haben. 

Von den Syftematikern hat ihn niemand als Klein A), und Willugh- 
by i) aufgenommen. Vermuthlich haben Artedi und Linni fowohl in den Be- 
fchreibungen als Zeichnungen keine fichere Merkmahle, um ihn claiTificiren zu 
können , gefunden. 

Ob übrigens diefer Fifch, wie Willughby glaubt k) , mit dem Ringauge /) 
einerley fey, kann ich, da ich letzteren nicht befitze, nicht entfcheiden. 



c) Brafil. p. 152. h) Miß. Pifc. V. p. 37. n. 3. 

d) Ind. Utr. p. 51. Ichthyol, p. 310. 

e) A. a. O. *) A. A. O. 

f) De Pifc. tab. 30. fig. iL Cantharus. L. 
g) Ttieat. Anim. tab. 32. fig. ir. 



E i 



3* 



Der Geißbraßm. 



DER GEIS BRASS EM. 

Sparus Sargus. 
CCLXIVte Tafel. 



Acht Schneide -und zwey Reihen Backzähne in jeder Kinnlade. K. 6, Br. i6, 
B. f, A. T V, S..ZZ, R.ff 

Sparus dentibus inciforibus oclo, ordinibus duobus maxillarum, B. Vi* P. xy j, 



V- vv A. 



III XI 

, c.xxii, d:~. 



XVII 



' xxv: 



Sparus Sargus, S. ocello fubcaudali, cor: 
pore fafciis nigris. Linn. S. 
N. p. 467. n. 3. edit. Cmel. 
p. 1270. n. 3. 

•r- • — S. corpore argentato, lineis 
luteis fafciisque tranfverfa- 
libus [nigris, inciforibus 
truncatis. MafTil. Sar. Brunn. 
Pifc. Marl", p. 38. n. 52. 
Spalatis Pagaro. p. 110. 

-— — Cetti Faun. Sardin. p. 28. n. 
211. Sarago, Naturg. v. Sard. 
Th. III. S. 124. 

_ — Arx«S*fof. Forskäl. Defcript. 

Anim. p. XV. n. 20. 
Sparus lineis tranyerfis varids, macula ni- 



gra infigni ad caudam. Artedi Gen. p. 37. 
n. 13. Syn. p. 58. n. 2. 

Cyncedus corpore ovato. lato : cauda bifur- 
cata: dentibus aequalibus obtufis. Gro- 
nov. Zooph. p. 63. n. 219. 

Sargus pinnis ventralibus minoribus fubni- 
gris, poft branchialibus &c majoribus 
fubrubris; pinna ab ano unica innixa 
aculeo; cauda lunata; ventre fubalbido; 
dorfo ex cineratio flavefcente; circa 
branchias & caudam nigra macula nota- 
tus. Klein Mi/T. Pifc. V. p. 57. n. 1. 

z*iw. Ariflot. H. N. lib. 5. c. 9. 11. &. 
lrb. 6. c. 17. & lib. 7. c. 2. 

— Aelian. De Animal. lib. 1. c. 23. p. 

29. & lib. 1 r c. 19 & lib. 13. c. 2. 

— Athen, Deopnofoph. üb. 7-p. 321. 



Der Geißhrajßm. 



37 



s*(ik. Schneiders. Artedi Syn. p. 69 & 90. 
Sargus Ovid. Haliaet v. 105. 

— Plin. N. H. üb. 9. c. 5.1. 

— Jov. Pifc. Rom. c. 15. p. 131. b. 

— Bell. Aquat. p> 24a. fig. 244. 

— Oppian. de Pifc. lib. 1. p. 5. 11. & 

Üb. 4. p. 42, 43, 47. *), 

— Rondel de Pifc. üb. 5. c. 5. p. 122. 

— Sargo. Salv. de Aquat. p. 178. b. 

Geyfibrac!if[men , Sargbrajfmen , 
Gefner. Fifchb. S. 24. b. 

— Gefner. Icon.. Anim. p. 44. Aquat. 

p. 825. 

— Aldrov, de Pifc. p. 173. 

— Jonfl. de Pifc. p. 71. GeifsbrafTmen. 

tab. 19. fig. 1. 

— The Bafe. Charlet. Onomaft. p. 141. 

n. 15. 

— Wülughby. Ichth. p. 309. tab. U. 4. 



Sargus RaL Synop. Pifc. p. 130 n. 6/ 
— Ruyfch. Theat. Anim. p. 46. tab. 19. 

fig. 1. 
Le Sargo, Rondel Hift. de PoiiT. P. I. p. 

114. 
Le Sar de Touton. Duham. trait. de Pech. 

Tom. III. p. 15 PI. 3. fig. 1. Sarguetou 

Sarg de Provence, Sargo enLanguedoc. 

p. 18'. PI. V. fig. 2. 
Le Sargue. Bonnat. Encycl. Ichth. p. 97. 
Sargo, Sargus. Bomare. Diction. tom. 10. p. 

248, 
Der Bandirte Meerbrafsem, Müll. L. S. 

Th. 4. S. igo. n. 3. 
Der fchwar{bandirte Brachfme. Martini. Nat, 

Lex. B. 9. S. 280. 
Der Breitiahn, mit kleinem fchwärzlichen 

Bauch u. i. w. Neuer Schaupl. der Nat. 

Th. 5. S. 966, n. 1. 



JUie acht Schneide - und. die zwey Reihen Backzähne in jeder Kinnlade karak- 

terifiren diefen Fifchb. , 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der BruftfloiTe fechszehn , in der 9. 

BauchflofTe fechs, in der AfcerflofFe fiebzehn,. in der SchwanzflofTe zwey Der Geifs " 
und zwanzig, und in der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift abfchüfsig, und vom Genicke bis an die Mundfpitze fchup- 
penlos. Die MundöfFnung ift klein, die Lippen find fleifchig, und die Kinn- 
laden gleich lang. Die gedachten Schneidezähne find am Rande breit, und 
am Grunde fchmahl , die vier mittlem gröfser und breiter als die vier, die ih- 
nen zur Seite flehen. Hinter diefen befinden fich eine Menge kurzer mit 



*) Ich befitze nehmüch die Lippefche Ueberferzung, die 1534 zu Strafsburg in 4t© 
herauskam. 

E 3: 



38 Der Geifsbraßm. 

einer geraden Fläche verfehener, und auf den Seiten eine doppelte Reihe abge- 
rundeter Backzähne, davon die hinterften die ftärkften find. Aus diefem fo 
ftark bewaffneten Munde ergiebt fich, dafs der Fifch von den Schaalthieren, 
als, Auftern., Schnecken, Korallen, u. dgl. leben müfse. 

Der Gaumen und die Zunge find glatt, die Lippenknochen fchmahl und 
dünn. 

Man wird nicht leicht einen Fifch finden, bey dem, fo wie bey diefem 
das Nafenbein lang ift, und zugleich die doppelten Nafenlöcher, fo dicht an 
den Augen flehen. 

Die vordem Oeffnungen find rund, und die hintern länglich. Die Au- 
gen find grofs, und mit einer Nickhaut verfehen; ihr Stern ift fchwarz, und 
ihr Ring filberfarben. Der vordere Kiemendeckel ift abgerundet, und der hin- 
tere fchwarz eingefafst. Sie habene kleiner Schuppen, als der Rumpf. 
Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut halb bedeckt. Der 
Rumpf ift vorn breit, der Bauch rundlich, der Rücken fcharf und bogig. 
Die Seitenlinie ift fchwarz und bildet unweit des Rückens einen flachen Bogen, 
und der After fteht zwifchen dem Kopfe , und der Schwanzfloffe in der Mitte. 
Die Grundfarbe des Fifches ift Silber, auf der fich die gelben Linien und 
fchwärzlichen Bänder gut ausnehmen. Man bemerkt auf jeder Schuppe eine 
kleine Linie. Da nun die Schuppen vom Kopfe nach dem Schwänze zu gehen 
fo entftehen eben fo viel Linien, als er Reihen Schuppen hat, von denen die 
fünf über der Seitenlinie orange, und die unter derfelben , gelb find. Die 
Bänder laufen nach der Breite des Fifches, und find die äufserften am fchwärze- 
ften, das Genick und der Rücken find fchwärzlich. Die Bauchfloffe ift 
fchwarz, die After - Rücken - und Schwanzfloffe find gelblich, und letztere 
fchwarz eingefafst; die Bruftfloffe ift fehr lang, welches von dem verlän- 
gerten vierten bis fechsten Strahl herrührt: diefe find vierzweigig, die übri- 
gen gabelförmig, und nur der erfte einfach. In der Bauchfloffe ift der erfte 



Der Geißbrajfcm. 39 

hart, und die übrigen vierzweigig; in der AfterflofTe find die drey erften flach- 
lich, und die übrigen weich und einmal gefpaken. Eben fo find auch die 
Strahlen in der RückenflofTe befchaffen , nur mit dem Unterfchiede , dafs,- ftatt 
in jener nur drey, in diefer zwölf hart find, die der Fifch in der am Rücken 
befindlichen Furche verbergen kann.- Die Afterflofle wird zum Theil mit 
Schuppen bedeckt. Die SchwanzflofTe hat vierzweigige Strahlen. 

Wir treffen diefen Fifch im mittelländifchen und rothen Meere ä) , wie 
auch in Ocean bey dem Gouvernement Poitou und Aunis, an b). Sein Dafeyn 
im griechifchen Meer hat uns bereits Arifiotües gemeldet. Willughby be- 
schrieb ihn in .Venedig c) und Brunniche in Marfeille J). 

Jovius zählt ihn unter die römifchen und Cettif), unter die fardini- 
fchen Fifche. 

In Frankreich fiehet man ihn auch an den Ufern der Provence und Lan- 
guedoc g). Nach dem Bellon kömmt er im Nil fo häufig vor, dafs er zu den 
Bewohnern des Berges Sina verfahren , und verkauft wird li). 

Diefer Fifch erreicht eine anfehnliche Gröfse; denn im Gouvernement 
Poitou wird er zu zwey Fufs und darüber gefangen 1). 

Arißoteles hat ihn mit Recht nach feiner Eintbeilung^u den Uferfifchen 
gezählt, die fleh haufenweife zufammenhalten k~) : denn man findet ihn, das 
ganze Jahr hindurch, unweit der Ufer in ziemlicher Menge beifammen /). 



x) Bellon. Aquat. p. 142. g) Duham. A. a. O. 

b) Duham. Trait. de Pe\:h. p. 17. K) I. a. B. S. 243- 

c) Ichtyol. p. 309. Duh. La, B. p. lg. 

d) Pifc Maffil. p. 38. *) H. N. lib. 8. c. 17. 

c) De Pifcib. roman. c. 15. Duham. I. a. B. p. 16. 



_/) Naturg. von Sard. III. S. 124. 



4° Der Gäfsbraßtm. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Sargo, Sargut und Sargus ; in Toulon 
und Mar fällt befonders Sar. t und in der Provenct Sarguet oder Sar*; in 
England #a/e; in Italien und in Sardinien Sargo; in Dalmatien Pagaro, und in 
Deutfchland, der GtifsbraJJtm und bandirte Braßem. 

Arißoteks zufolge, foll diefer Fifch im Frühjahre und Herbfte laichen ni), 
voran aber, wenn man anderft von den Fifchen hiefiger Gegend auf die jener 
Gegend fchliefsen darf, deshalb zu zweifeln ift, da die unfrigen nur einmal lai- 
chen , wovon bey den mehrften die jungen früher, die vom mittlem Alter 
fpäter, und die gröfsten am fpäteften diefes Gefchäft verrichten. Da ich in- 
deffen bey allen nachherigen Naturkündigern, keine neuere Beobachtungen, 
üSjer diefen Gegenftand finde, fo wünfche ich, dafs diejenigen, welche Ge- 
legenheit haben, die Fifche des mitteiländifchen Meers zu beobachten, es fich 
angelegen feyn Iafsen mögen, uns über ihre Naturgefchichte zu belehren. 

Dem Oppian zufolge giebt es bey unfrem Fifche mehr Weibchen -als 
Männchen n), welches nach meinen bisherigen Beobachtungen, wohl bey allen 
Fifcharten der Fall ift. 

Das Fleifch diefes Fifches ift trocken, daher er nicht fo hoch, als der 
Goldbrajfem, den wir bald befchreiben werden, geachtet wird : wenn er aber im 
September und October an {reinigten Gegenden gefifcht wird, fo findet man ihn 
mit jenem von gleicher Güte. In allen Fällen fchmeckt er am beften, wenn 
er im Tiegel mit Butter oder frifchem Oehl gebraten wird, indem dadurch 
das Fleifch locker und faftig wird. a). 

Diefer Fifch gehört "zu den fleifchfreiTenden Thieren, und verzehrt nicht 
nur andre Fifche, fondern auch vorzüglich Schaalthiere, als Krebfe Schnecken 
und Mufcheln, die er mit feinem ftarken Gebifse fehr gut zermalmen kann. 



m) H. N. üb. 5. c. 9. fl ) Jov. de Pifcib. rom. c. 15. 

n) Haliaet. üb. 1. p. 105. ' 



Man 



Der Gcifsbrajjan. 4 1 

Man fängt diefen Fifch mit verfchiedenen Werkzeugen, als mit dem 
Garn, dem Netze, und der Angelfchnur: auch foll er fich mit blofsen Händen, 
in den Löchern der (reinigten Ufer greifen lafsen /?). Man mufs ihn bald 
nach feinem Fange verzehren, weil er leicht verdirbt. 

Der Magen ift grofs; beim Anfange des Darmkanals , der mehrere Um- 
Windungen hat, fitzen drey Blinddärme. Die Leber ift röthlich, die Galle 
gelb, und die Milz fchwärzlich. 

Den Ringelfleck an der Schwanzflofle , den Linne ' q) zum Merkmahl für 
unfern Fifch angiebt, kann ich an meinem Exemplare nicht finden. Diefer 
Fleck wird überdies von einigen Schrifcftellern nur als ein irregulairer Fleck 
und von den mehrften als ein Band befchrieben. 

Ray irrt, wenn er unferm Fifche die körnigen Backzähne abfpricht r). 
Artedi hat diefe Behauptung s) dem Ray vermutlich nachgefchrieben. 

Wenn Artedi die Queerlinien zum Merkmahl unferes Fifches macht /), fo 
liegt wohl ein Schreibfehler zum Grunde, denn da die Linien nach der Länge, 
und die Bänder nach der Queere laufen, fo mufs es entweder, fafciis trans- 
verßs, oder lineis longitudinalibus heifsen. 

Bellon u) , Salvian *) und Klein j) irren , wenn fie der AfterflofTe ftatt 
drey nur einen Srachel geben. 

Willughbys Meinung, dafs der Jaguar aca des Marcgrav mit dem unfri- 
gen einerley, oder wenigftens ihm fehr ähnlich fey () , läfst fich durch die Ver- 
gleichung unfers Fifches, mit dem, den wir auf der äfften Tafel vorgeftellt 
haben, und der der Jaguaraca ifi, leicht widerlegen. 



p) Aelian. üb. 4. c. 13. ") Aquat. p. 242. 

q) S. N. p. 467. n. 3. *) Aquat. p. 179. a. 

r) Synop. Pifc. p. 130. n. 6. jO Miß. Pifc. V, p. 57. n. I. 

5) Gen. p. 37. n. 3. Ichth - P- 3°9- 

Syn. p. 58. n. 3. 

Allg.Naturg. d. Fifche. Th. vni. F 



4 1 Der Geifsbraßm. 

Wenn Plinius behauptet , dafs unfer Fifch vom Kothe lebe ja), hat er 
eben fo Unrecht, als wenn er erzählt, dafs er aus dem Ocean komme bb). 

Gronovs Frage, ob der Hepatus des Rondelet der unfrige fey cc)? läfst 
fich verneinen, denn diefes ift der Leberfifch (Zabrus Hepatus) des 'Zinne. 

Duhamel macht zwar aus dem Sar dd) und Sargnet ee) zwey befon- 
dere Fifche : allein da ich weder aus den Befchreibungen , noch aus den Zeich- 
nungen wefentläche Merkmahle des Unterfchieds finden kann; fo halte ich 
fie fo lange für einerley, bis genauere Unterfuchungen mich anders beleh- 
ren werden. 

Was Aelianff) und Oppian gg) von der auffallenden Liebe diefes Fifches 
zu den Ziegen vorgeben, auch was fie von dem Triebe, fich den Sonnenftrahlen 
auszufetzen, fagen , gehört eben fo wohl zu dem wunderbaren, womit die 
Naturgefchichte der damaligen Zeit durchwebt ift, als wenn behauptet wird, 
dafs zur Laichzeit, die Männchen fich um die Weibchen fchlagen. Und dafs 
wenn man einen von feinen Zähnen bey fich trage, folches die Zahnfchmer- 
zen lindere hh). 

Bellon hat uns die erfte aber fchlechte Abbildung von unferm Fifche 
geliefert «). 

Bald darauf gab auch Salvian kk) und Rondebet IL), ein jeder eine neue. 
In erfterer find die nach der Länge laufenden Linien, und in letzterer die . 
nach der Queere laufenden Bänder angezeigt. Beide find zwar befTer, als 
die bellonfche, aber nicht getreu genug, um fie gut nennen zu können. 



aa) N. H. lib. 9. c. 17. gg) De Pif. p. 7. 

bb) I. a. B. c. 51. hh) Jonß. de Pifc. 71. 

cc) Zooph. n. 219. U) Aquat. p. 244. 

dd) Trait. de Pe'ch. III. p, 15. PL 3. fig. 1, jfcjfc) Aquat. p. ig 7 . b. 

«) I. a. B. p. 18. PI. 5. f. 2. U) De Pifc. P. I. p. 122. 
ff) H. Anim. lib. 11. c. 11. 



Der Geifsbrajfem. 43 

Gefner gab uns ebenfalls eine neue Zeichnung mm) , die aber nicht befler' 
als die bisherigen ift. 

Aldrovand hat nicht nur diefe copirt /z/z), fondern hinterliefs auch zwey 
neue od), davon eine fchlechter, als die andre ift. 

Willughby pp), Jonfion qq) und Ruyfth rr), haben die falvianfche 
copirt. 

Endlich hat uns auch Duhamel mit zwey neuen Zeichnungen be- 
fchenkt ss) , in welcher aber die AfterflofTe fehlerhaft vorgeftellt ift, und die 
in der Defcription des arts metiers tt) verkleinert vorkommen. 



mm) Aquat. p. 825. qq) De Pifc. tab. 19. fig. 1. 

nn) De Pifc. p. 176. rr) Theat. Anim. tab. 19. fig. 1. 

00) I. a. B. S. 174. 175, ss) I. a. B. PI. 3. fig. I. & PI. 5. fig. 2. 

pp) Ichth. tab, V. 4. tt) Tom. XI. PI. 2. fig. 9, & PI, 4. fig. 14.: 



F % 



44 



Der Goldfirich. 



DER GOLDSTRICH. 

Sparus Salpa. 

A CCLXVte Tafel. 
Eine Reihe Schneidezähne. K. 6, Br. 16, B. ■§., A. T 3 T , S. 10, R. lf . 

Sparus dcntibus inciforiis, B. vi , P.xvi, V. yj- A - YviP C% XX ' D ' 
XI 

xxvnr 



Sparus Salpa. S. cauda bifida, lineis fulvis 
longitudinalibus utrinque undecim. Linn. 
S. N. p. 470. n. 15. edit. Gmel. p. 1275. 
n. 15. 

Sparus lineis utrinque undecim aureis, 
parallelis longitudinalibus. Artedi Gen. 
p. 38. n. 15. Syn. p. 60. n 7. 

Sparus Salpa. S. lineis fulvis longitudina- 
libus utrinque decem, inciforibus fu- 
perioribus obtufis. Maflil. Saupe. Brunn. 
Pifc. MafF. p. 46. n. 61. 

Cynaedus cauda bifurcata: dentibus aequa- 
libus , fuperioribus bifidis : capite fubob- 
tufo: pinnis pectoralibus curvis. Gron. 
Zoopk. p. 62. n. 216. 

Synagris, dorfo nigricante, lateribus ven- 
treque candidis, oculeis aureis; a capite 



ad caudam novem plerumque aureis ru- 
bentibusque lineis; ventrali pinna uni- 
ca: macula nigra ad bafes branchialium ; 
pinna dorfali caudae proximiore. Klein. 
Mifs. Pifc. V. p. 50 n. 6. 

H«fA«*. Arißou Hift. Nat. üb. 4. c. 8. hb. 
5. c. 9. 10. Üb. 6. c. 17. üb. 

8. c. 2. 13. üb. 9. c. 37. 

— Aelian. H. Anim. üb. 9. c. 7. p. 516. 

— Schneiders Artedi Syn. p. 94. 
Salpa. Oppian. de Pifc. üb. 1. p. 5. & üb. 

3- P- 34- 

— Plitu Nat. Hill:. Üb. 9. c. 57. 

— Jovius. de Pifc. Roman, p. 131. c. 14. 

— Bellon. Aquat. p. 187. 

— Salvian. Aquat. p. 119. 120. 



Der Goldßrich. 



45 



Szupe.Bonnat. Encyclop. Ichth, p, 100. n. 

18. PL 49- fig. 188. 
Sopi, Salpa. Duham. Trait, de Pech. Tom. 

III. p. 17. PI. 5. fig. 3. 
Goldftreymer, Streimfifch. Gefner. Fifch- 

buch. S. 34. b. 
Goldftrich. Müll. L. S. Th. IV. S. 187. 
Meerbrafiem, mit fchwärzlichen Rücken, 

u. f. w. Neuer. Schaupl. d. N. Th. 5. S. 

476. 11. 6. 
Brachfme, goldgeftreifte. Mart. Nat. Lexic. 

Th. 9. S. 300. 
La Saupe. Defcript. des Arts & Metiers. 

Tom. XI. p. 482. PI. 3. fig. 10. 
Salpe, Vergadelle. Bomar. Diclrion. Tom. 
XII % p. 120. 570. 



Salpa. Handelet, de Pifc. P. t. p. 154. Ver- 
gadelle. p. 156. 

— Rondeleüi. Willughb. Ichth. p. 316. 

tab. V. 7. 

— Gefner. Icon. An. p. 67. Aq. p. 8 12- 

— Goldßein. Jonfl. de Pifc. p. 73. tab. 

19. fig. 6. 

— Ruyfch. Theat. Anim. p. 48. tab. 19. f. 6. 

— Ray. Synop. Pifc. p. 134. n. 15. 

— Charlet. Onomaft. Zoic. p. 141. n. 19. 
Goldlin. p. 142. 

I. Scylpa. Forskael. Defcr. Anim. p. XIX. 
La Salpa. CettL Sard. Th. III. S. 128- S. 

Salpa. Faun. Sardin. p. 29. n. 222. 
Sarpa. Aldrov. de Pifc. p. 187. 
Saupe. Rondel. Hift. de Poifs. P. I. p. 136. 

Vergadelle. p. 138. ___«™™ 

J_)ie einzige Reihe von Schneidezähnen, womit eine jede Kinnlade bewaffnet . 10. 

ift, eiebt ein ficheres Merkmahl für diefen Fifch ab : denn noch ift mir keiner zu ec 

' 5 . ftnch. 

Geficht gekommen, deffen Zähne eben fo gebildet wären. In der Oberkinn- 
lade find zwanzig, und in der Unterkinnlade zwey und zwanzig vorhanden, 
die auswärts ein wenig gewölbt, und inwendig etwas vertieft find. Die obern 
haben in der Mitte einen kleinen Ausfchnitt, und die untern auf eben der 
Stelle eine fcharfe Spitze. Diefe Spitzen fetzen den Fifch in Stand, feine 
Nahrung defto fefter zu halten. Zu mehrerer Deutlichkeit habe ich das Ge- 
bifs auf unferer Tafel vergröfsert vorgeftellr. 

In der Kiemenhaut hat er fechs, in der Bruftiioffe fechszehn, in der 
BauchfiofTe fechs, in der AfterfiofTe fiebzehn., in der Schwanzfloffe zwanzig, 
und in der Rückenfiofle acht und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift fo, wie der Fifch felbft, ftark zufammengedrückt, und bis 
ins Genick fchuppenlos; die Mundöffnung ift klein; die Kinnladen find von 

F 3 



46 Der Goldßrich. 

gleicher Länge; die Zunge ift frey, dünn, breit, und £o wie der Gaumen 
glatt. Die Nafenlöcher find doppelt. Dicht an jedem Augenrande ift 
eine längliche, und nicht weit davon eine runde OeiFnung fichtbar. Der Au- 
genftern ift fchwarz, und wird von einem roth und gelb fpielenden Ringe ein- 
gefchloflen. Die Kiemendeckel find abgerundet und mit kleinern Schuppen 
als der Rumpf bedeckt; der vordere befteht aus zwey Blättchen, der Rand 
des hintern fcheint gezähnelt zu feyn: allein er ift es nicht, denn er ift 
nicht fcharf. Die Kiemenöftnung ift weit, und die Kiemenhaut gröfsten- 
theils bedeckt. Der Bauch ift lang und rundlich; die Seitenlinie faft gerade, 
und unweit des Rückens befindlich. Die Schuppen find grofs, glatt, bilden 
am Rücken eine Furche, und bedecken zum Theil die After- und Schwanz- 
flofte. Der Rücken ift fcharf, und der After der SchwanzfiofTe näher, als 
dem Kopfe. Am Grunde der Bruftfloffe nimmt man einen fchwarzen Fleck 
wahr; der erfte Strahl in derfelben ift kurz und einfach, der zweite, dritte 
und vierte vielzweigig, und fehr lang, die übrigen aber find achtzweioig. 
Von letzterer Art find auch die Strahlen in der Bauchflofle, wovon jedoch 
der erfte hart ift. Die After -und Rückenflofie find fchmahl, und aus harten 
und weichen Strahlen zufammengefetzt : erftere hat drey, und letztere eilf 
Stacheln, in beiden find die weichen nur vier -in der Schwanzflofte aber acht- 
zweigig. Die fämmtlichen Flofien laufen in eine, und nur die Schwanzflofie 
in zwey Spitzen aus. Der Rücken ift fchwärziich; die Seiten und der Bauch 
find filberfarben: auf diefen nehmen fich die nach der Länge laufenden gelben 
Linien gut aus. Die Floffen find grau, und bräunlich eingefafst, von 
welcher Farbe auch die Seitenlinie ift. 

Arifioteles rechnet unfern Fifch zu denen, die fich fowohl im hohen 
Meere , als in den Buchten aufhalten a); wenn er aber fagt, dafs er einzeln 

d) H. N. lib. 8. c. 13. 



Der Goldßrich. 47 

herum fchwimme, fo mag fich diefes nur in der Gegend von Griechenland fo 
verhaken: denn in der von Genua />) an den Küften von Sardinien, und bey 
den Balearijchen Infein, vornehmlich bey Ivica c) trifft man ihn in Menge 
beifammen an, daher er auch hier häufig gefangen wird. Die GrÖfse ift eben 
fo wie der Ort feines Aufenthalts verfchieden; Brunniche d), fand ihn einen 
Spann lang, Duhamel e~) in Languadoc rieben bis neun Zoll lang, und Sal- 
vian f) erzählt, dafs er in Rom allezeit in der Länge eines Fufses, und eines 
Pfundes fchwer gefangen werde. Letzterer macht noch die Bemerkung, dafs 
er allezeit unter der nehmlichen Gröfse und Schwere gefangen werde. Wenn 
wir dem Bellon , der fonft ein guter Beobachter ift, glauben wollen, fo er*. 
reicht er die Schwere von zwey Pfund g). Derjenige, den ich befitze, und 
nach welchem diefe Zeichnung gemacht ift, hat die Länge eines Fufses». 

Er laicht im October, und legt feine Eyer zwifchen den Seekräutern 
ab //)• Fr hält fich gewöhnlich in den. Tiefen auf, und kömmt in einer an- 
fehnlichen Menge nach den feichten Stellen der Ufer, um fich an den dafelbft 
wachfenden Seekräutern und Schwämmen zu fättigen, wozu ihm feine Schnei- 
dezähne gut zu ftatten kommen. Er hat ein weiches , zähes t aber mit wenig 
.Gräten durchwebtes Fleifch, das zuweilen einen üblen Geruch von fich giebt, 
welches wahrfcheinlich von dem Genufse der Schwämme herrührt. Aus die- 
fer Urfache ift er von dem Dichter, ob er gleich dem Auge durch fein äu- 
fserliches einen angenehmen Anblick gewährt, als ein häfslicher Fifch ge- 
fchildert worden i). 



b) Willugby. Ichth. p. 317. g) Aquat. p. 187. 

c) Cetti. Sardin. Th. 3. S. 128. K) Ariflot. lib. 5, c. O. 

d) Pifc. Maff. p. 46. Atque immunda chromis merito viliffi- 
<») Tratte de P£ch. III. p. 17. ma Salpa. Ovid, Hai. v. 131. 

f) Aquat, p. 120. 



48 Der Goldßrich. 

Man fängt ihn mit Netzen, auch mit Kürbifsen, die er fehr liebt; am 
häufigften erhält man ihn im Winter aus den tiefen Stellen in den Buchcen, 
wo er (ich diefe Jahreszeit über aufhält. 

Den Beobachtungen des Arißoteks k), und der Nacherzählung feiner 
Nachfolger des Plinius l) und Aelian tri) zu Folge, foll diefer Fifch ein fehr 
fcharfes Gehör, aber defto fchlechtern Gefchmack haben, indem er vom 
Koth lebe n) , welches der griechifche Naturkiindiger vermuthlich nur analo- 
gifch aus feinem zu Zeiten von fich gebenden Hinkenden Geruch fchlofs. Mir 
ift es indefTen weit wahrfcheinlicher, dafs er blos von Kräutern und Schwäm- 
men lebe, wozu ihm feine gleichfam fenfef örmigen Zähne gut zu ftatten kom- 
men, und dafs der üble Geruch von den Schwämmen herrühre. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Saupe, und in Languedoc befonders 
Vergadelle: in Italien Salpa, und in Genua befonders Sarpa; auf der In fei 
Maltha Scylpa; in Sardinien Salpa; in England Goldlin; in Holland Gold- 
firömer , und in Deutfchland Goldßrich. 

Das Darmfell ift fchwarz; der Magen weit; der Darmkanal, wie bey 
den vierfüfsigen Thieren, fehr lang. In eitiem Fufs langen Fifch war er fechs 
und vierzig Zoll lang. Beim Anfange deflelben fitzen vier ftarke Blinddärme. 
Die Leber beftehet aus drey Lappen von verfchiedener Gröfse. An dem 
längften fitzt eine lange Gallenblafe. Die Milz ift grofs und fchwärzlich; der 
Eyerfrock und Milch find doppelt j und reichen bis ans Zwerchfell. 

Wenn Artedi und Zinne' die Anzahl von eilf gelben Linien zu einem Merk- 
mahle machen; fo haben fie einen unbeftändigen Karakter gewählt: denn 

Duha- 



k) H. N. lib. 4. c. 8. m) Anim. lib. 6. c. 7. 

N. H. lib. 9. c. 57. „) I. a B. lib. 8. c. 2. 



Der Goldfirich. 49 

Duhamel ö) bemerkt nur acht bis neun; Salvian p), Bellon q) und Klein r) neun, 
Brünniche s) und Ray t) zehn bis eilf und Willughby a) eilf. 

Klein v) irrt, wenn er unferm Fifche nur eine BauchfiolTe giebt, welcher 
Irrthum im neuen Schauplat^ der Natur fortgepflantzt wird *). t 

Gronov's Frage: ob der Mormyrus des Salvian fein Cynaedus fey , den 
wir zu den unfrigen angeführt haben x)> läfst fich verneinen, da fein Cynae- 
dus, mit Schneide -jener aber mit fpitzen Zähnen verfehen ift. Aus eben die- 
fem Grunde find auch die übrigen Schriftfteller unrichtig angeführt. 

Den Fifch , den der Abbe Bonnatere aus dem Cateshy y) zu dem unfrigen 
hat copiren lafTen p, ift nicht der Goldfirich (Salpa) fondern der Purpur- 
b raffe m (Synagris) des Zinne. 

Dafs Ovid von unferm Fifche fagt, er lege nach Art der Vögel feine 
Eyer in Neftern aa), hat er vermutlich daraus gefchlofsen, weil man die 
Brut zwifchen den Seefchwämmen findet, wo die Jungen, feiner Meinung nach, 
gleich in einem Nefte ausgebrütet werden müfsen: allein hieraus folgt weiter 
nichts, als dafs er hier laiche, und zwar aus der Urfache., weil die Thiere 
durchgängig ihre Eyer dahin legen t wo die Brut bey ihrem Ausfchlüpfen fo- 
gleich ihren Unterhalt findet. 

Wenn Bellon blf) und Salvian cc) der Rückenfloffe ßatt eilf, zwölf, und 
der Afterfloffe ftatt drey, nur zwey Stacheln geben, welches letztere auch 



0) Trait. de Pech. III. p. 17. *) Th. 5. S. 476. n. 6. 

p) Aquat. p. 120. x) Zoophl. n. 216. 

q) Aquat. p. 187. y) Carolin, tom. II. tab. 17. 

r) MUT, Pifc. V. p. 50. n. 6 $ Encycl. lchth. PI. 40. f. 188. 

s) Pifc. Mafs. p. 46. ad) Seine Worte find: atque avium dulces 

t) Synops. Pifc. p. 134. n. 13. nidos imitato fub undis. in frgm. 

u) lchth. p. 316. bb) Aquat. p. 187. 

v) A. a. O. cc) Aquat. p. iao. 



AUg. Naturg. d. Fifche. Th. vni. 



5° Der Goldfirich. 

Duhamel thut dd), fo ift ihnen diefer Irrthum zu verzeihen, da der erfte Sta- 
chel in der AfterflofTe nur klein ift, und fehr viele Fifche von diefem Ge- 
fchlechte zwölf Stacheln in der RückenflofTe haben. 

Wenn, zu Ariftoteles Zeiten nicht noch ein Fifch unter dem nehmlichen 
Nahmen des unfrigen bekannt war, der würklich zweimahl im Jahre laicht, 
und derfelbe nur ein und demfelben Fifch meint, fo wiederfpricht er fich: 
denn an einer Stelle fagt er, dafs er im Friijahre, und zu Zeiten auch im 
Herbfte laiche «)» und an einer andern, dafs er nur in letzterer Jahreszeit 
fich von feiner Brut entledige *). 

Rändelet #') giebt unrichtig unferm Fifche viele fägeförmige, und 
Duhamel gg) viele feine Zähne, indem er nur eine Reihe Schneidezahne hat. 

Dem Bellon hli) und Willughby ii) , die die Anzahl der Zähne in der 
Oberkinnlade auf fechszehn , und in de'r Unterkinnlade auf achtzehn angeben, 
mufs ich wiederfprechen: denn ich habe in jeder vier mehr gefunden; ver- 
muthlich haben fie ein Exemplar vor fich gehabt, das noch nicht feinen völ- 
ligen Wachsthum erreicht hat. 

Die erfte Abbildung von unferm Fifche haben wir dem Bellon zu ver- 
danken, die aber, zu den fchlechten gehört, weil die RückenflofTe zu weit 
hinten anfängt, und die Mundöffnung zu grofs vorgeftellt ift kk). 

Salvian gab uns darauf eine befTere Abbildung im Kupfer, an der je- 
doch zu viel harte, und zu wenig weiche Strahlen in der RückenflofTe an- 
gedeutet find //). 



dd) Tim. de Pech. III. p. 17. M) Aquar. p. 137. 

et) H. N. lib. 5. 09. ü) I c hth. p. 316. 

*) — — Hb. 6. c. 17. kk~) Aquat. p. 189. 

HO De Pifc. P. I. p. 155, . . //) Aquat _ p . II0> a . 

gg) Trait. de Pech. III. p. 17. 



Der Goldfirich. j-r 

Die Rondektfche Zeichnung, die mit der vorhergehenden zugleich er- 
fchien, ift ebenfals fchlechf gerathen mm), 

Es fcheint., als hätten die Naturkündiger fich um die Wette bemüht, 
wer von ihnen die fchlechtefte Zeichnung liefern wollte: denn auch Gef- 
rier nri), Aldrovand oo) und Duhamel pp) haben neue aber fchlechte Zeichnun- 
gen gegeben. Die Geßnerfche ift noch die befte, die von Aldrovand die 
fchlechtefte, und an Duhamels Abbildung ift der Mund zu grofs, die Rücken- 
flolTe zu weit hinten und alle Strahlen in derfelben, ingleichen die in der Af- 
terfloße, find als Stacheln vorgeftellt. 

Willughby qq) hat feine Zeichnung vom Salvian geborgt. 

Jonfion hat auch eine neue aber ebenfals ungetreue Zeichnung rr) 
geliefert, die Ruyfch getreulich kopirt hat ss). 



mm) De Pifc. I. p. 154. qq) Iehth. tab. V. 7. 

an) Fifchb. S. 34. b. rr) De Pifc. tab. 19. fig. 6. 

00) De Pifc. p. 189. ss) Theac Anim. tab. 19. fig. 6. 
pp) Trak. de PSch. HI. PI. 5. fig. 3. 



G z 



5* 



Der Goldbraffem. 



DER GOLDBRASSEM. 
Spams aurata. 

C C L X V I t e Tafel. 



Sechs Schneidezähne in jeder Kinnlade. K. 6, Br. 16, B. f, A. x 3 j> S. 17, 

R. fy. 

«Sjwrw Ä/ir^a* inciforüsßx. B. PjJ P. xvi, V. ^ A. 1 —, C. xvn\ 



D. 



XI 

xxv: 



Sparus Aurata. S. lunula aurea inter oculos. 
Linn. S. N. p. 467. n. I. 
edit. Gmel. p. 1270. n. 1. 

— dorfo acutiffimo, linea arcuata 

aurea inter oculos. Artedi.Gen. 
p. 35. n. 1. Syn. p. 63. n. 14. 

— Aurata. S. corpore fubvittato , lu- 

nula aurea inter oculos, 
cauda bifurca & opercu- 
lorum maculafufca, Aurado. 
Brunn. Pifc. Mafs. p. 36. 
n. 50. 
' — — Hafdq. Paläfi. S. 383. n. 73. 
Sippuris. S. 386. 



Sparus Aurata. Cetti Faun. Sardin. p. 28. n. 
209. La orata. Narurg. v. Sardin. Th. 
III. S. 122. Canina, Orada. S. 123. 

Sparus. dorfo acutiffimo , linea arcuata au- 
rea inter oculos. Gronov. Mus. I. p. 38. 
n. 90. Act. Helvet. tom. IV. p. 263. n. 
149. Cynaedus cauda lunulata : dentibus 
aequalibus acutis : maxilla inferiore lon- 
giore : capite acutiusculo. Zooph. p. 63. 
n. 220. 

Synagris. dorfo obfcuro viridi, lateribus 
fufcis, intermicante aureo; iride argen- 
tea, pinna dorfi cultellati capiti caud<e- 
que squaliter proxima, aculeis unde- 



Der GoldSratfem. 



n 






cim rigidis , flexilibus tredecim; in fu- 
peiiori maxilla prioribus dentibus acutis 
fex, in inferiori octo, mandibulis amba- 
bus ' tuberculis exafperatis. Klein. Mifs. 
Pifc. V. fp. 5°- n - 4- 
öxii'^ft- Ariß. H. N. lib. I. c. 5. üb. 2. 

c. 17. Hb. 4. c. 10. üb. 5. 

c. IO. lib. 6. c. 17. &, lib. 8- 

c. 2. 13. 15- 19- 

— r Aelian Anim. lib. I. 3. c. 28- p. 

796. üb. 11. c. 33. &lib. 16. 
c. 12. p. 920. 
_ Athen. Deipnofophiftarum. Üb. 7. 
& lib. §. 

— Schneiders Arted. Syn. p. IOO. 
346. 

Aurata. Oppian de Pifc. lib. I. p. 5. 

— Ovid. v. in. 

— Pliru N. H. lib. 9. c. 16. & Üb. 32. 

c. II. 

— Jovius de Pifc. roman. c. II. p. 

129. b. 

— Rändelet, de Pifc. P. I. p. 115. 

Orata Romanis, OnzVenetiis, Do- 

rade in Hifpania. Salv. Aquat. 

P- 175- 

Gefner de Aquat. p. HO. Icon. Ani- 

mal. p. 4L Goldbrachfsem. Fifch- 
buch. S. 23. 

— Rondeletii, Gilt - Head. Willughby. 
. Icht. p. 307. tab. U. 5. 



Aurata, Dorada Bellon. Aquat. p.' 193. 

— Jonfl. de Pifc. p. 70. tab. 19. f. 2. 

— Ruyfch Theat. Anim. p. 46. tab. 19. 

fig-2. 

— Gild-Head, or Gild-Poll. Ray. Sy- 

nops. Pifc. p. 131. n. 1. 

— Aldrov, de Pifc. p. 169. 
Daurade. Bomar. Diction. [tom. IO.'p. 10a 
L'Aurada. Forskäl. Defc. Anim. p. XVIII. 
Daurade. Rondel. H. d. Poifs. p. 108. 

; — ou Aourade de nos cotes, Orata, 
Aurata. Duham. traite de Pech, 
tom. III. p. 9. PI. 2. 

— ou Aourade Defcript. des Arts & 
des Metiers. Tom. XI. p. 467. 

La Dorade Bonnat. Encycl. Ichth. p. 97. n. 

1. PI. 48. fig. 180. 
The Gild-Head. Charlet. Onomaft. Zoic. p. 

140. n. 14. 
Gild-Head, or Gild-Poll. Art of Angüng. 

p. 194. n. 73. 
Lunulateo-Gild-Heat. Penn. B. Zool. tom. 

III. p. 240. n. 112. PI. 42. 
Goldfifch. Kolbens Reife nach dem Vorgeb; 

S. 373. tab. 11. 
Goldbrachfem. Müll. L. S. Th. IV. S. 177, 

tab. 6. fig. 5, 
Meerbrajjem , mit dunkelgrünen Rücken 

u. f. w. N. Schaup. derNat.Th.V.S.474. 
Goldbrachfem, Mart. Nat. Lexic. Th. IX. 

s. 275. 



Die fechs Schneidezähne, welche diefer Fifch in jeder Kinnlade aufzuwei- ir - 
■*^ t Der Gold- 

fen hat, bezeichnen ihn hinlänglich. brafTem. 

G 3 



$4 Der Goldbrajßm 

In der Kiemenhaut findet man fechs, in der Bruflflofle fechszehn, in der 
Bauchflofle fechs, in der Afterfiofle fünfzehn, in der Schwanzfloffe fiebzehn 
und in der Rückenfioffe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift zufammen gedrückt, abfchüffig, und bis auf die Kiemen- 
deckel fchuppenlos. Die Kinnladen find gleich lang; die Lippen fleifchig 
die Lippenknochen fchmahl, und die MundöfFnung klein. Die erwähnten 
Schneidezähne find von einander entfernt, und ein wenig abgerundet. Von 
den Backzähnen finde ich in der erften Reihe auf jeder Seite zehn, von denen 
die drey vordem breiter und oben zugefpitzt find: fie gleichen daher den 
Hundszähnen des Menfchen. Die Anzahl in den übrigen beiden Reihen ift 
nicht fo grofs, und in der dritten befinden (ich einige fehr ftarke, wovon der 
hinterfte der gröfste ift, und der, wie Duhamel erzählt t als Ringftein gefafst, 
und als Krötenftein verkauft wird ä). Auf der Infel Maltha beitzen die Gold- 
fchmiede mit Scheidewafser einen fchwarzen Fleck in die Mitte deßelben 
und verkaufen ihn für Schlangenaugen, denen fie grofse Heilkräfte zufchrei- 
ben. Mit diefen ftarken Zähnen zerbeifst, oder verbiegt er die eiferne An- 
gel, je nachdem das Eifen fpröde, oder gefchmeidig ift £). Aufser diefen 
fehe ich in meinem Exemplare, in der untern Kinnlade, einen Anfatz zu einer 
vierten Reihe Zähne. Da das Exemplar bey weitem noch nicht ausgewachfen 
ift, fo vermuthe ich, dafs er noch nicht alle Zähne habe, und dafs man daher 
bey einem alten eine ungleich gröfsere Anzahl Zähne antreffen würde. Die 
Zunge ift kurz, dick und fo wie der Gaumen glatt. Die Nafenlöcher find 
doppelt; die vordem rund. Von diefen geht eine Furche bis zn den hintern 
die länglich und dicht an den Augen befindlich find: letztere haben einen 
fchwarzen Stern in einem goldfarbenen Ringe. Ueber den Augen ift ein 
mondförmiger goldner Fleck vorhanden. Die Kiemendeckel find glatt und 



<*) Trait, de Pech. III. p. 10. V) A. a. O. 



Der Goldbrqffim. 5 5 

abgerundet. Der vordere fcheint zwar gezähnelt zu feyn: allein es find nur 
fchwache Eindrücke auf der Oberfläche, und an der innern Fläche ilt eine 
einfache Kieme fichtbar. Die kleinen Bogen der Kiemen find mit kolben- 
förmigen Körperchen befetzt. Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kie- 
menhaut liegt verborgen. Der Rumpf iß breit, der Rücken feharf, der 
Bauch rundlich, der After der Schwanzfloffe näher, als dem Kopfe, und die 
Seitenlinie, die einen flachen Bogen bildet, in der Nähe des Rückens befind- 
lich. Die Schuppen find weich, glatt, am Rumpfe größer, als an den Kie- 
mendeckeln, und bedecken einen Theil der Schwanz -und AfterflofTe, fo dafs 
fie eine Furche zur Aufnahme diefer Floflen bilden, von denen die erfte aus 
eilf einfachen harten, und aus vierzehn weichen und gabelförmigen, die 
zweite aus drey einfachen harten, und aus zwölf weichen und gabelförmigen 
Strahlen zufammengefetzt ift. Die Strahlen in den übrigen FlofTen find vier- 
zweigig, und nur der erfte in der Bauchflofie ift hart. Der dritte Strahl in 
der Brnftflofle, hat den dritten Theil der Länge des ganzen Körpers. Die 
Seiten, der Kopf und Rumpf find filberfarben. Der Rücken ift, fo lang der 
Fifch im Wafser ift, fchön hellblau, fo bald er aber in die Luft kömmt, wird 
er dunkel, und wenn er tod ift, fchwärzlich. Oberwärts am Rande des Hin- 
terkiemendeckels ift ein fchwarzer, und hinter demfelben über der Bruftflofle 
ein kirfchrother Fleck fichtbar, welcher letztere zu Zeiten heller ift. Auf 
den Seiten nimmt man mehrere nach der Länge laufende , blafsbraune Linien 
wahr, welche an einigen Stellen dunkler find. Die RückenflofTe ift fchwarz, 
die am After braun, die übrigen find fchwärzlich, und die am Schwänze hat 
eine fchwarze EinfafTung. . Auch die Seitenlinie ift von der nehmlichen Farbe. 
Diefen Fifch treffen wir im mittelländifchen und im atlantifchen Meere, 
wie auch in der Nordfee an c). Auch mufs er in Griechenland häufig feyn , da 

c) Linn. S, N. p. 467. 



$6 Der Goldbraßm. 

Arißotdes feiner fehr oft erwähnt d). In Frankreich, und befonders in der Ge- 
gend von Languedoc e), in Rom/), in Sardinien g) , und bey Malta Ä) trifft 
man ihn häufig an. Am Vorgebürge der guten Hoffnung gehört er zu den ge- 
meinen i), an den englifchen, und holländifchen Küften aber, zu den feltnen 
Fifchen k). Er erreicht eine anfehnliche Gröfse. Hafelquifl fahe ihn zu 
Smirna über eine Elle lang /). In der Gegend von Rom wird er nicht über 
zehn Pfund m), in Sardinien aber zwanzig Pfund fchwer ri). Diefer Fifch hat 
nach der Verfchiedenheit feiner Gröfse, verfchiedne Benennungen erhalten: 
fo heifst er in Languedoc, wenn er fechs Zoll lang ifi, Sauquefne, von einem 
Fufse Dorade; der, welcher zwifchen diefen beiden Gröfsen in der Mitte flehet, 
Mejanes, vermuthlich foll diefes fo viel als Mojennes (mittel) heifsen, ift er 
über einen Fufs lang, erhält er den Nahmen Super - Dorada. In Narbonne 
belegt man den fechszölligen mit dem Nahmen Saucanelle, den neunzölligen 
Paumergrav , und die gröfsern Dorade o). 

Arifloteles rechnet unfern Fifch mit Recht zu denenjenigen , die fich an 
den Seeufern aufhalten p); Bellon weift ihm fowohl die felfigen und fandigen 
Ufer als auch die hohe See zu feinem Aufenthalte an q); Cettis Berichte zufol- 
ge trifft man ihn auch in den Teichen^ von Sardinien an r), und nach Duha- 
mel 



d) H. N. Üb. i. c. 5. lib. 21 c. 17. lib. 4. Jt) Groti. Muf. I. n. 90. 
c. 10. lib. 5. c. IO. lib. 6. c. 17. & lib. /) Palaeß. S. 386. 

8. c. 2. 13. 15. 29. m) Sah. Aquat. p. 175. 

e) Duham. Trait. de Pech. III. p. 9. n) Cetti. S. 123. 

f) Joviiis de Pifc. rom. c. 13. 0) Duham. Trait. de Pech. III. p. 9. 

g) Cetti Sard. p. 85- p) H. N. lib. 8. c 13. 

A) Forsk. Defcript. Anira. p. XVIII. q) Aquat. p. 192. 

Kolb. Reife. S. 372. r) Sardin. III. S. 85. 



Der Gotdbraßlm. 57 

md in den mit dem Meere verbundenen Kanälen und Landfeen, darinn er 
gewöhnlich fehr fett wird, und die er im Herbfte wieder verläfst s). Er begiebc 
fich alsdann in die Tiefen, in welchen er den Winter über bleibt, um fich 
vor Kalte zu fchützen, die er nicht ertragen kann, fo dafs er, wenn fie plötz- 
lich eintritt, umkömmt, welches der Fall im Jahre ij66 war, wo man ihn 
in einer Ungeheuern Menge tod fand t). 

Da er alfo auch in füfsen Wafsern fortkömmt ; fo follte man es fich an- 
gelegen feyn lafsen, ihn -zu verfetzen, befonders da er diefem Schriftfteller zu 
Folge in diefem Wafser gedeihet , und im Herbfte fehr wohlfchmeckend ift u). 

Seine Laichzeit fällt dem Arifioteks zu Folge in den Sommer x). 

Man fängt ihn in Frankreich längs der Küfte der Provinz Langue- 
doc, vom May bis October, mit dem Netze , auch beifst er an die Angel, 
wenn ein Stückchen Mufchelfchaale , Krebsfcheere, oder ein Fifch daran be- 
feftigt ift, welches feine Nahrungift. 

Nach Kolbens Erzählung, wird er am Vorgebürge der guten Hoffnung 
vom May bis Auguft häufig, aufser diefer Zeit gar nicht, gefangen j), in 
Italien aber das ganze Jahr ausgefifcht. 

Er hat ein fehr zartes Fleifch, daher er von den Römern allen andern 
Fifchen vorgezogen, und fehr theuer bezahlt ward {) ; befonders wird derjenige, 
der im Winter aus dem hohen Meere gezogen wird, für den beften gehal- 
ten ad). Was feinen Werth noch erhöhet, ifl die vorgefafste Meinung, 
dafs er für blutreinigend gehalten wird bb). 



i) Trait. de P£ch. III. p. 11. » y) Reife. S. 273. 

t) I. a. B. 1) Linn. S. N. p. 467. 

u) A. a. O. ad) Sah. Aquat. p. 175, 

x) H. N. üb. 6. c. 17. M) Kolhe. a. a. O. 

Allg.Naturg. d. Fifche. Th. VIII. H 



58 Der Goldbraßm. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Dorade, Daurade, oder Aourade , und 
in Marfeille befonders Aurado. In Languedoc, die von einem Fufse Daurade, 
die von ungewöhnlicher Größe Subre Daurade, die von fechs Zoll Sauqueßne, 
und die von neun Zoll Mejanes. In Narbonne, die von fechs Zoll Saucanelles, 
die von acht bis neun Zoll Poumerengues. In Venedig nennt man ihn Ora, 
in Rom Orata , in Sardinien Canina und zu Algier befonders Orada t auf 
Malta Aurada , in Spanien Dorado, in Holland Goud - BraaJJem , in Eng- 
land Gild-Head und Gild-Poll; die heutigen Griechen nennen ihn Sippuris, 
und die Deutfchsn Goldbrajjlm. 

Das Darmfell ift inwendig fchwarz, der Magen lang, und am Ende mit 
drey Blinddärmen verfehen. Der Darmkanal hat drey Umwindungen; die 
Leber ift grofs, von blafsgelber Farbe; die Gallenblafe lang; die Milz fchwärz- 
lich; die Schwimmblafe am Rücken befindlich, der Eyerftock und der Milch 
doppelt. 

Zinne fetzt das Kennzeichen unfers Fifch es in dem mondförmigen gold- 
nen Fleck zwifchen den Augen cc): allein da diefer nicht allezeit vorhanden 
ift, und nach dem Tode leicht verfchwindet , fo kann er auch nicht als Ka- 
rakter gebraucht werden. Salvian fagt, dafs er bey den Jungen nicht zu fehen 
wäre dd). Müller erzählt, dafs er auf derjenigen Zeichnung diefes Fifches, 
die in der Sammlung von Abbildungen afrikanifcher Thiere befindlich ift, und 
unter die Zinne mit eigner Hand Sparus aurata gefchrieben hat, nicht vor- 
handen war ee). Auch ich kann verflchern , dafs auf meinem in Weingeifte 
befindlichen acht Zoll langen Exemplare keine Spur davon zu fehen ift. 

Artedi giebt aufser diefem Fleck noch den fcharfen Rücken zum Merk- 
mahl an ff') : allein da die mehrften aus diefem Gefchlechte mit einem folchen 



cc) S. N. p. 467, n. I. ee) L. S. Th. IV. S. 178. 

dd) Aquat. p. 175. ff) Syn. p. 63. n. 14. 



Der Goldbraßm. 59 

Rücken verfehen find; fo ift auch diefer nicht hinlänglich, unfern Fifch zu ka- 
rakterifiren. 

Der fchwarze Fleck in der SchwanzflofTe t den Linnc an feinem Exem- 
plare wahrnahm g#) , mufs wohl nur etwas Zufälliges feyn, da kein anderer 
Schriftfteller deffen erwähnt, und Cetti ausdrücklich fagt, dafs er ihn nie 
bemerkt habe hh). Diefes kann ich ebenfalls beftätigen. 

Gronov führt in feinem Zoophl. den unter No.zzo befchriebenen Fifch, 
zu dem unfrigen an : allein da er ihn durch eine mondf örmige SchwanzflofTe, 
fpitze Zähne, eine verlängerte Unterkinnlade, und einen zugefpitzten Kopf 
bezeichnet ; fo kann es auch nicht der unfrige feyn. 

Loefiing hält den Cochicato der Spanier für unfern Fifch : feiner Befchrei- 
bung zu Folge, ift es zwar eine Gattung von Meerbraflem, allein da er an dem 
feinigen nur eilf Strahlen in der AfterflofTe , und einen blauen mondf örmigen 
Fleck gefunden hat ii), fo ift er auch von den unfrigen verfchieden. 

Bcllon irrt, wenn er vorgiebt, dafs Unfer Fifch in Frankreich unbe- 
kannt und dafs der unter diefem Nahmen dafelbft bekannte Fifch, ein anderer 
fey kk). Das letztere ift in fo fern wahr, dafs würklich zwey verfchiedene 
Fifche, nehmlich der unfrige, und der gefleckte Stutzkopf (ßoryphaena Hip- 
puris L.) einerley Nahmen führen 

Arißoteks fagt, unfer Fifch fchlafe auch zu Zeiten am Tage, und zwar 
aus dem Grunde, weil man ihn am Tage fange //) ; vermuthlich hält er ihn für 
einen fehr fchlauen Fifch, der beim Wachen den Nachftellungen auszuweichen 
weifs. Eben fo ungegründet fcheint mir die Behauptung des Aelian, dafs 
unfer Fifch der furchtfamfte unter allen übrigen wäre mm)- 



gg) S. N. p. 467. n. I. *fc) Aquat. p, 192. 

hh) Sard. III. p. 123. U) H. N. lib. 4. c. 10. 

i*0 Reife- S. 150. mm) H. Animal. lib. 2. c. 33. 

H z 



6o Der Goldbrajßm. 

Sahian mufs die Zähne nicht genau unterfucht haben, da er fie fäge- 
förmig nennt *). 

Die erfte Abbildung von unferm Fifehe finde ich im BeUon; fie ift aber 
ungetreu, indem der Mund weit, und die SchwanzfiofTe gerade vorgeftellt 
ift nri). 

Die bald darauf erfolgte neue Vorftellung, die Sahian im Kupfer gab, 
ift belTer: es find jedoch die fämmtlichen Strahlen in der Rücken -und After- 
flofTe als einfache vorgeftellt oo). 

Die neue Abbildung des Rondekt , die faft zu gleicher Zeit erfchien , ift 
befTer pp) , indem die Fehler der beiden vorhergehenden darinn vermie- 
den find. 

In der Gefsnerfchen Zeichnung find die Flößen fchlecht, und der Rumpf 
gut vorgeftellt qq). 

Aldrovand hat nicht nur die Rondeletfche Figur copirt rr), fondern auch 
eine neue gegeben, die aber eben die Fehler hat, die wir in der vorherge- 
henden gerügt haben ss). 

In der Jonfionfihen Vorftellung ift der Fifch viel zu fchmahl gerathen, 
und die Strahlen in den mehrften 'FlofTen als einfache vorgeftellt tt). 

In der Zeichnung, die uns Kolbe liefert, ift alles verzeichnet, bis auf 
die BruftflofTe uu). 

Willughby hat den Sahian xx), und Ruyfch den Jonfion copirt yy). 



*) Aquat. p, 175, ss ) L a. B. p. 170. 

nn) — p. 193. tt) De Pifc. tab. 19. fig. 2. 

00) I. a. B. p. 174. b, U u) Reife nach d. Vorgeb. tab. 11. 

PP ) De Pifc. I. p. 115. xx) Ichth. tab. U. 5. 

qq) Fifchbuch. S. 33. 3» yy) Theat. Anim. tab. 19. fig. % 

rr) De Pifc. p. 171. 



Der Goldbraßem. 61 

In der Abbildung des Statius Müller ift die MundöfFnung viel zu grofs, 
und die Unterkinnlade zu kurz vorgeftellt %Q, 

Die Zeichnung des Duhamel ift, bis auf einige Kleinigkeiten , gutgera- 

then ö). 

Die Pennantfche ift nicht fo gut, indem die SchwanzflofTe darinn faft 
gerade, und der Mund zu grofs vorgeftellt ift b). 

Warum der Abbe Bonnaterre lieber diefe, als die beflere feines Land- 
mannes, des Duhamel, copirt hat c), weifs ich nicht. 

In der Defcription des Arts & Metiers d) ift die Duhamelfche Vorftel- 
lung unfers Fifches copirt. 



?? ) L. S. Th. IV, tab. 6. fig. 5. «) Encycl. Ichth. PL 48. fig. I8a 

a) Trait. de PSch. III. PI. 2. d) Tom. XI. p. 467. 

i) Penn. B. Z. tab. 42. 



6z 



Der Sackßoßr. 



DER SACKFLOSSE R. 
Spams Pagrus. 

CCLXVIIte Tafel. 

Der letzte Strahl der Rücken - und AfterflofTe in einer Haut eingefchloflen. 
K. 6, Br. 15, B. £, A. fr-, S. zo, R. ff . 

Sparus radio ultimo pinnae dorfi anique cute inclufö. B. vi , P. xv. V. rp r , 
XIV C ' xx > D ' XXIV 



Sparus rubefcens , cute ad radicem pinna- 
rum dorfi &c ani in finum pro- 
ducta. Artedi Gen. p. 36. n. 4. 
Syn. p. 64. n. 15. 
— . Pagrus. Lirin. S. N. p. 469. n.'n. 
edit. Gmel. p. 1273. n. 
II. 
■ — — Cetti Faun. Sardin. p. 29. n, 
21 8> i Pagro. Naturg. v. 
Sardin. III. p. 128. 
— — S. argenteus rubro fafciatus, 
corpore pone pinnam dorfalem & ana- 
lem per finum anguftato. Anconitanis^r- 
boretto, Dalmatinis, Arbun. Brunn, Spo- 
lia e Mare adriat. p. 94. n, 6. ? 



0*^0*. Arifl. H. N. lib. 8. c. 13. 

' — Aelian. H. Animal. lib. 10. c. 19. 

— Athen. Deipnofoph. lib. 7. 
Pagrus. Plcn. H. N. lib. 9. c. 16. lib. 32. 

c. 10. 

— Bellon. Aquat. p. 251. 

; — Italis pagro, non nullis phagario, 
Dalmatis & Lufitanis, phagros. 
Bond, de Pifc. P. I. p. 14s. 

— Bondeletii, Gefn. Aquat. p.Ö56.Icon. 

Animal. p. 46. Grofser rother 
Meerbrachfem. Fifchbuch. S. 
25- b. 

— feu Phagrus. Aldrov de Pifc. p. 

151. 



Der Sackfloßer. 6% 

Pagrus. Rondeletii. Sea-Bream. Wülughby. Pagre. Rondel. Hill, de Poifs. P. I. p. 127. 

Ichth. p. 312. tab. V. I. fig. 5. — Arroquero. Duham. Trait. de Pech. 

— Ray. Synops. Pifc. p. 131. n. 2. III, p. 29, 

Phagrus. Jonß. de Pifc. p. 67. tab. 17. fig. — Defcript. des Arts & des Metiers 

I3 . Tom. XL p. 502. 

— Ruyfch. Theat. Anim. p. 43. tab. — Bonnau Encycl. Iehth. p. 99. PI. 49. 
17. fig. 13. fi g- 186. 

Phagrus feu Pagrus, tfae Hake, Charlet. — Bomar. Dict. tom. VIII. p. 155. 

Onom. p. 139. n. 7. Der facktragende Braflem. Mart. Natur. 

Red Gild - Head. Penn. B. Z. III. p. 242. Lexic. Th. IX. S. 294. 

n> ug. Die Sackflofle, holländifch Sak-Braafem. 

Mertfan. Türe. Forskäl. Defcript. Anim. p. Müll. L. S. Th. IV. S. 184. 

XV. il Pagru. p. XVIII. 



JVlan erkennt diefen Fifch an der Haut, worin der hinterfte Strahl der Rü- I2 - 

Der Sack- 
eken -und AfterflofTe eingehüllt liegt. Die den Fifch umgebende Haut ver- 

längert fich an der Rücken -und AfterflofTe, und bedeckt aufser den gedach- 
ten Strahlen auch den Grund der weichen Strahlen in diefen FlofTen. Diefer 
Umftand, den man an keinem andern Fifche wahrnimmt, ift von Wülughby 
zuerft bemerkt worden d). 

In der Kiemenhaut zählet man fechs, in der BruftflofTe fünfzehn , in der 
BauchflofTe fechs , in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe zwanzig, 
und in der Rückenflofle zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift zufammen gedrückt, und aufser den Kiemendeckeln fchup- 
penlos; die Mundöftnung ift klein; die Kinnladen find gleich lang, und vorn 
mit einer Reihe dicht flehender, kleiner, fpitzer und einwärts gekrümmter Zäh- 
ne befetzt. Auf den Seiten flehen zwey Reihen abgerundeter Backzähne, 



ä) Ichth. p. 312. 



o"4 Der Sackfloßr. 

von welchen die hinterften oben und unten die ftärkften find; hinter den vor- 
dem nimmt man viele kleine oben abgeftumpfte Zähne wahr, wie folches zu 
mehrerer Deutlichkeit auf der Tafel vorgeftelk ift. Der Gaumen und die 
Zunge find glatt; die Lippenknochen fchmahl, und die Lippen dünn; die 
Nafenlöcher doppelt, und dicht an den Augen befindlich, wovon die hintern 
länglich find. Die Augen flehen nahe am Scheitel, find grofs, und haben 
einen filberfarbenen Ring, der einen fchwarzen Stern einfchliefst. Die Stirn 
ift abfchüfsig, und das Genick breit; die Kiemendeckel find glatt, und jeder 
ift aus zwey Blättchen zufammen gefetzt. Die KiemenöfFnung ift weit, und 
die Kiemenhaut zum Theil bedeckt. Die Seitenlinie laufe nahe am Rücken 
mit felbigem in gleicher Richtung. Der Rücken ift fcharf 3 der Bauch rund- 
lich, und der After der SchwanzfiofTe näher, als dem Kopfe. Die FlofTen 
laufen in eine, und nur die am Schwänze in zwey Spitzen aus: ihre weichen 
Strahlen find vierzweigig; von den harten find in der Rückenflofle zwölf, in 
der AfterflofTe drey, und in der BauchflofTe einer vorhanden. Die Grund- 
farbe des Fifches ift roth, ins Gelbe fpielend, der Bauch filberfarben, und 
die FlofTen find roth, an den Seiten nimmt man nach der Länge laufende 
gelbe Linien, und am Grund der BruftflofTe einen fchwarzen Fleck wahr. Die 
Schuppen find glatt, von mittlerer Gröfse, und bilden am Rücken die öfters 
erwähnte Furche. 

Diefen Fifch treffen wir fowohl im mittelländifchen- als atlantifchen 
Meere, wie auch in der Nordfee, an. Er geht auch, wie Athenaeus 3) und Ae. 
lian c) verfichern, in die FlüfTe über. Nach dem Berichte des letztern, verbrei- 
tet feine Erfcheinung im Nil, aufweiche bald darauf diefer Flufs auszutreten, 

und 



Deipnofoph. üb. 8. c) H. Animal, üb, io. c. 19, 



Der Sackflqßlr. ' 6j 

und die dafigen dürren Felder zu tränken pflegte, bey den Aegyptiern eine 
allgemeine Freude unter dem Volke, indem ^fie diefem Fifche diefe wohlthäeige 
Wirkung zufchreiben, und aus Dankbarkeit, ihn als eine Gottheit verehren, 
und feiner Menge ungeachtet, keinen einzigen verzehren d). Auch in die 
Flüfse Frankreichs mufs er übergehen, da man ihn in den Mündungen derfel- 
ben fängt e). Er hält fich fowohl im hohen Meere als an den Küften auf, 
wo er im Frühjahre erfcheint, und dem Ronddet zu Folge gegen Ende diefer 
Jahreszeit feinen Laich dafelbft abfetzt/). Er begiebt fich im Winter, um 
fich vor der Kälte zu fchützen, welche nach Plinius Berichte , eine Blindheit 
bey ihm verurfachen foll g) , in die Tiefe des Meers. Der Sackbraßem näh- 
ret fich von Schwämmen, Schaalthieren, und befonders ift er nach der Brut 
des Dintenfifches A), der Seekatze i) und nach den Sandkrebs k) fehr be- 
gierig /). 

Das Fleifch diefes Fifches ift trocken, feit, jedoch dabey nicht zähe. 
Derjenige, der in der See gefangen wird, hat ein fchmackhafteres und helle- 
res Fleifch, als derjenige, welchen die FlüfTe liefern rri): einUmftand., wel- 
cher fich bey dem Stör ri) und der Alfe o) umgekehrt verhält. Die Urfache 
liegt darin, dafs letztere als Raubfifche, in den FIüfTen Nahrung im Ueber- 
flufs finden, erfterer hingegen trifft in felbigen nicht fo viele Schaalthiere 
und Schwämme an als im Meere. 

Diefer Fifch wird gewöhnlich aus dem Salzwafser gekocht, mit einer 
holländifchen Brühe genofTen, oder auch auf dem Rolle gebraten, und mit 



d) Aelian. H. Animal. Hb. 10. c. 19. *) Cancer Scyllarus Lina, 

e) Duham. Trait. de Pech. III, p. 29. Gondel A. a. O. 
f) De Pifc. P. I. p. 143. iA) A. a. O. 

g) N. H. lib. 3a. c 10. n) Acipenfer Sturio Linn.2 

K) Sepia Linn. o) Clupea Alofä — j 
t) Loligo — . 
AUg. Naturg. d, Fifche. Th, viu. I 



66 Der Sackßoßr. 

Oehl, Effig oder Citronenfaft verzehrt. Wenn er gebraten,' mit Gewürz 
beftreuet, und in fcharfen Weineffig gelegt wird, erhält er fleh lang, und 
giebt im Sommer eine erquickende Speife ab. 

Gewöhnlich hält fich diefer Fifch haufenweife beifammen, daher man 
auch viel mit einemmahle zu fangen pflegt. In Sardinien fängt man ihn 
fo häufig, dafs er dafelbft zu den gemeinen Fifchen gezählt wird p). Auch 
an den Ufern von Maltha q), England r) und am Cap du Breton wird er 
gefangen s). 

Er erreicht eine anfehnliche Gröfse; Willughhy fah in Genua einen 
von zehn Pfund t) t und bemerkt an ihm zuerft die Eigenfchaft, dafs er im 
Dunkeln ein phofphorifches Licht von fich gebe, und gleich einer glü- 
henden Kohle leuchte. 

Im Winter holt man ihn aus der Tiefe, vermittelft des Grundnet^s, 
und im Sommer fifcht man ihn durch Angelfchnüre , und an den fandigen und 
flachen Stellen , unweit des Ufers mit nicht eben tief eingefenckten Netzen u). 

Der Magen ift lang, weit, und hat am untren Ende zwey lange, und 
eben fo viel kurze Blinddärme. Der Darmkanal hat nur eine Umbeugung; 
die Leber ift röthlich, und in zwey ungleiche Lappen getheilt. An dem 
gröfsten hängt eine lange Gallenblafe. Die Milz ift fchwärzlich und die 
Schwimmblafe auf beiden Seiten an den Ribben angewachfen. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Pagre x in England Hacke, Sea- Bream 
und Red Gild-Head, zu Cap Breton Arroauero, in Portugal Phagros, in 
Spanien Parghi, auf der Infel Maltha Pagru, in Sardinien Pagra> in An- 



p) Cetti Sardin. m. S. 12 s) Duham. III. p. 29. 

$) Forsk. Defcript. p. XV. t) Ichth. p. 313. 

r) Penn. B. Z. IH. p. 243. u) Duham. I. a. B. 



Der Sackflqffer. 67 

cona Arboretto, in Dalmatien Arbum, in der Türkey Mertsan t in Deutfeh- 
land der rothe Brqffem und der Sackflqffer, und in Holland Z^-^ra^z. 

Plinius v) und Bändelet x) geben die im Gehirne diefes Fifches befind- 
liehen Steinchen, die eigentlich feine Gehörknochen ausmachen, als eine 
Urfache an, warum unfer Fifch. keine Kälte vertragen kann. Diefe Meinung 
ift eben Wohl ein Vorurtheil jener Zeiten, als jene Erzählung fabelhaft äft, 
dafs , wenn man den grofsen Zahn diefes Fifches fünf Tage lang in den Haa- 
ren trüge, man das Fieber davon verlöre j). Ob übrigens, wie Plinius 
ebenfals erwähnt £), diefer Fifch nach einem ftrengen "Winter blind werde, 
erfordert erft durch die anzuftellenden Beobachtungen der neuern Naturkün- 
diger, Beftätigung. 

Wenn der Abbe' Bonnaterre ad) fagt, dafs unfer Fifch in der Oberkinnlade 
vier fpitze Schneidezähne habe , welche die übrigen an Gröfse übertreffen, und 
dafs er nicht über drey Zoll lang werde, fo mag er wohl einen andern Fifch 
vor fich gehakt haben , da der unfrige vorwärts mit lauter kleinen gleich lan- 
gen Zähnen bewaffnet ift, und zehn Pfund fchwer wird. 

Diefer Fifch hat mit der Bothfchuppe bb) viel Aehnlichkeit, daher Bon- 
delet cc) und Willughby dd) die Merkmahle, worinn fie von einander ab- 
weichen, genau aufgefucht und angezeigt haben. Erfterer hat fogar die In- 
nern Theile nicht vergeffen; allein fie haben doch einen wefentlichen Unter- 
fchied, der in der Bildung der Zähne befteht, überfehen, da der Bothfchup- 
per vorn ftarke, der Sackflqffer hingegen nur zarte Zähne hat. 



v) N. H. Hb. 9. c. 16. ad) Encycl. Ichth. p. 99 & IOO, 

x) De Pifc. I. p. 143. bb) Sparus Erythrinus £. 

y) N. H. Üb. 32. c. 10. cc) De Pifc. I. p. 143, 

l) I. a. B. Üb. 9/c. 16. dd) Ichth. p. 312. 

I % 



68 Der Sackßoßr. 

Dem Ronddtt haben wir die erfte und ziemlich getreue Zeichnung zu 
verdanken ee), die Geßerff), Willughby gg) und Bonnaterre hh) copirt haben. 

Aldrovand gab uns zwar eine neue, aber weit fchlechtere Zeichnung «), 
von der Jonflon kk) und Ruyfih 11) ihre Abbildung entlehnt haben. 

Die Farbe des Augenringes wird von Bellon mm) und Aldrovand nn) 
Goldfarben t von Rondelet oo) und den übrigen Schriftftellern Silberfarben be- 
fchrieben. Ob das Alter, oder die Jahreszeit diefe Veränderung hervorbringe, 
darüber läfst fich vor der Hand nichts GewÜTes fagen, fo viel fieht man da- 
raus, dafs man ;die Farbe diefes Ringes nicht wohl zum Merkmahl nehmen 
könne, wie folches von Artedi und Zinne oft gefchiehet. 

Pennant irrt, wenn er fagt, dafs die Zähne diefes Fifch es mit denen des 
Goldbrajfem gleich gebildet wären pp): da diefer mit grofsen und der un- 
frige nur mit kleinen fpitzen Zähnen bewaffnet ift. 



ee) De Pifc. T. p. 143. //) jheat. Anim. tab. 17. fig. 13. 

ff) De Aquat. p. 656. mm) De Aquat. p. 251. 

gg) Ichth. tab. V. I, fig. 5. nn) De Pifc, p. 151. 

hh) Encycl. Ichth. PI. 49. fig. ißö. 06) I. a. B. p. 152. 

ü) De Pifc. p. 151. pp-) B. Z. III, p, 242, n, 113, 

kk) De Pifc, tab, 17. fig. 13. 



Der Zahnbrajfcm. 



6 9 



DER 2 A H N B R A S S E M. 

Sparus Dentex. 

CCLXVIIIte Tafel. 

Viele kleine und vier grofse fpitzige Zähne. . K. tf, Br. i j, B. ■§-, A. T 3 T , 

S. 15, R. §£• 
Sjarus dentibus parvis acutis plurimis caninisque quatuor. B. n,P. xr t V. y r 
III XI 

A.-x r c.xv> z>-xxr r 



Sparus Dentex. S. cauda bifida, corpore 
variegato , dentibus quatuor ma- 
joribus. Linn. S. N. p. 471. n. 20. 
edit. Gmel. p. 1278. n. 20. 
varius, dorfo acuto, dentibus qua- 
tuor majoribus. Arted. Gen. p. 36. 
n. 5. Syn. p. 59. n. 6. 

— Dentex. S, irciforibus 4. majoribus, 

corpore variegato. Brün- 
nick. Pifc Mafs. p. 46. h. 
62. Dente. p. 47. Spolia e 
mari ädriat. p. 96. n. 8. 

— — Cetti Faun. Sardin. p. 29. n. 
223. il dentice. Mararg. v. Scrdin, III. 
S. 128. 



Cynaedus cauda lunulata: dente fecundo 
antico utriusque maxillae maximo. Grotu 
Zooph. p. 60. n. 214. 

Synagris, colore rubro varius, interdum 
fiavicans & purpurafcens, maculis cae- 
ruleis vel nigris; dorfali pinna aequali- 
ter capiti caudaeque proxima; aculeis 12- 
vel 14, reliquis mollibus ; ore fat am- 
plo; dentibus minoribus ferratis; fupe- 
rius aliis quinis, inferius octonis cani- 
nis & validis. Klein. Mifs. Pifc. V. p. 49. 
n. 1. 

Coracinus aureo fplendens, iride lutea, 
oculis & dentibus canimis majoribus 
Braun, Jam. p. 448. n. 7. 

I 3 



Der Zahnbraßm. 



&>mm, Arifl:. H. N". lib. 2,'c. 13. 15. üb. 
8. c. 2. '13. lib. 9. c. 2. 

— Schneiders Arted. Syn. pag. 92* 
ximSw. 'Aeüati H. Anim. lib. 1. g. 46. p. 52. 
EuvoSov k«i cuvu^iu Athen. Deipnof. lib. 7. 
Dentex. Jov. de Pifc. rom. c. 12. p. 130. 

— Dentale. Sah. Aquat. p. 110. b, 

— Zahnbrachfsmen. Gefner Fifchbuch 

S. 26. Dentalis feu Dentex. 
Aquat. p. 934. Synagris & Syno- 
dus. Icon. Anim. p. 47. 
5= five Synodon. Willughb. Ichth. p. 
312. tab. U. 3. Synagris Bellonii. 
p. 313. tab. U. I. fig. 6. 

— five Synodon. &zy Synop» Pifc. p. 
134. n. 7. Synagris. p. 113. n. 8. 

Synodon. five Dentex. Aldrov. de Pifc. p. 

160. Dentex alter, p. 163. 
— Jonfl. de Pifc. p. 69. Zanbrafin. 

tab. 18. fig. 9. Synagris fig. 10. 
— • Ruyfch.\ Theat. Anim. p. 45. tab. 

18. fig. 9. Synagris. fig. 10. 



Synodon. Dentix, Dentatus, Dentalis, the 

Sea-Rough. Charlet. Onomaft. p. 140. 

n. ir. 
Synagris. Bellon. Aquat. p. 18 r. 

— Handel, de Pifc. P. I. p. 150. 
i Dentici. Forsk. Defcript. Anim. p. XVIII. 
Le Dentale, Marmo en Languedoc, Ron- 

del. Hift. de Poifs. P. I. p. I33 . 
Le Dente, Dentillac a Narbonne. Duham. 
Trait. de P^ch. III. p. 25. 

— — Bonnacerre. Encycl. Ichth. p; 

102. PI. 50. fig. 190. 

— — Defcript. des Arts &c Metiers. 
Tom. XI. p, 497. 

Dentale, Dentex. Bomare. Dict. d. H. N. 

tom. IV. p. 56. 
Zahnbrachfem. Müll. L. Sylt. Th. IV. S. 189. 
Meerbraßem, von Farbe röthlichbunt. u. f. 

w. N. Schaup. d.Nat. Th, V. S. 472. n. 1. 
Zahnbrachfem. Marc. Nat. Lexic. Th. IX. 

s. 307. 



*3- Jjie vielen kleinen und die vier grofsen fpitzigen Zähne, womit jede Kinnlade 
brafiem" bewaffnet ift > find fur diefen Fifch ein Unterfcheidungs - Merkmahl. 

In der Kiemenhaut zählt man fechs, in der Bruftfloffe fünfzehn , in der 
BauchflofTe Techs, in der AfterflofTe eilf, in der SchwanzflofTe fünfzehn, und 
in der Rückenflofle zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift abfchüflig, zufammen gedrückt, und bis ins Genick fchup- 
penlos. Die Kinnladen lind von gleicher Länge, und jede iß mit einer Reihe 
einwärts gekrümmter fehr fpitzer Zähne befetzt. Von den erwähnten vier 
Zähnen find auf jeder Seite zwey, wovon der hinterfte, der gröfste ift. Sie 



Der Zahnbrajfcm. 71 

find etwas von einander entfernt, damit fie in die gegenüberftehenden ein- 
greifen , und der Fifch feine Beute defto ficherer fafTen kann. Zwifchen den 
Grofsen flehen Kleine, und von denen, welche auf den Seiten befindlich find, 
ragen einige über die andern etwas hervor. Auch habe ich in der Unterkinn- 
lade hinter den vordem einige Reihen ganz kurze , dünne und fcharfe Zähne 
bemerkt. Man fehe die auf unfrer Tafel vorgeftellten Kinnladen. Die Zunge 
ift dünn, breit, und Co wie der Gaumen glatr. Die Lippen find ftark, und 
die Knochen an denfelben fchmahl. Die Nafenlöcher find doppelt, die hin- 
tern länglich, die vordem röhrenförmig, und beide Paar unweit der Augen 
befindlich, die nahe am Scheitel flehen, und einen fchwarzen Stern haben, der 
von einem orangefarbenen Ringe umgeben ift. Die Kiemendeckel find mit 
kleinern, aber eben fo harten Schuppen, als der Rumpf befetzt. Der vor- 
dere hat an feiner innern Fläche einen ftarken Muskel, und eine einfache 
Kieme. Am äufsern Rande der erßen Kieme fitzen breite zugefpitzte Körper, 
die an der innern Seite gezähnelt find , und am innern Rande find ftatt die- 
fer dornige Hügel zu fehen, welche Bewandnifs es auch mit den übrigen 
Rändern der Kiemen hat. Es ift zu bemerken , dafs diefe Hügelchen auf der 
zweiten Kieme kleiner, als auf der erften find, und dafs fie in eben dem Ver- 
hältnifse auf der dritten und vierten an Gröfse abnehmen. Unftreitig dienen 
diefe Erhabenheiten dazu, den fremden Körpern im Wafser, beim Athem- 
holen, den Eingang zu verwehren. Die KiemenöfFnung ift weit, und die 
Kiemenhaut liegt verborgen. Der Rumpf ift breit und dünn ; der Rücken 
fcharf, und mit der oft erwähnten Furche , welche die hervorftehenden Schup- 
pen bilden, verfehen. Die Seitenlinie läuft in der Nähe des Rückens, und 
der After ift der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe. Die Schuppen bedecken 
auch einen Theil der Schwanz- und Afterflofle. Die Haut in den Fl offen ift 
zart. Die weichen Strahlen in der Bauch -und SchwanzflofTe find vierzwei- 
gig, und die in den übrigen gabelförmig. In der BauchflofTe ift einer, in 



jz Der Zahnlrajjetn. 

der AfterrlofTe find drey, und in der RückenflofTe eilf harte mit Fafern 
verfehenen Strahlen vorhanden. 

Die herfchende Farbe diefes Fifches ift Silber, durch welche etwas 
gelb durchfcheint. Der Kopf ift theils filberfarbig, theils goldgriin, der 
Rücken rothbraun, die Bauch -und Afterflofien find orange-, und die übrigen 
afchfarben. Wenn diefer Fifch alt wird, fo erfcheint er in einer Purpurfarbe 
und im Winter foll erweifs fein a). Die zwey fchwarzen Flecke, deren Wil- 
lughby erwähnt £), ingleichen die zwey fchwarzen Bänder, die Brünnichc 
wahrnahm c) , habe ich bey meinem Exemplare nicht bemerken können, wohl 
aber blaue Puncte an den Seiten, befonders nach dem Rücken zu. 

Diefer Fifch gehört im rothen- d) mittelländifchen Meere, und auch 
um Jammca e) zu Haufe. 

Es ift merkwürdig, dafs man dem JVillughby zu Folge, feiten einen 
kleinen fängt; gewöhnlich wiegt er drey bis vier Pfund/). In der Gegend 
von Rom wird er zehn Pfund fchwer gefangen g). In Narbonne kömmt er 
nicht feiten, in einem Gewichte von fünf und zwanzig bis dreifsig Pfund auf 
den Markt h) : ja Herr Gortier verfichert Herrn Duhamel er habe einen von 
fechs und fiebzig Pfund am Gewichte gefehen i). In Rom und Venedig wird 
er häufig gefangen k) , und in Sardinien gehört er zu den gemeinen /), in 
Marfeille hingegen , zu den feltnen Fifchen m). Er hält fich im Wmter, in 

den 



d) Duhatn. III. p. 25. g) Sah. Aquat. p. Iio. b. 

h) Ichth. p. 313. h) Duham. P. III. p. 25. 

c) Pifc. Mafs. p. 47. i) A. a. O. 

d) Bellon. Aquat. p. 182. *) Willughb. Ichth. p. 313. 

e) Braun. Jamaic. p. 448. n, 7. /) Cetti Sardin. III. S. 128. 
/) A. a. O. m) Brunn. Pifc. Mafs. p. 47. 



Der Zahribrqßem. 72 

den tiefen Stellen des Meers, in der Nähe des Ufers auf, im Frühjahre ver- 
läfst er felbige, und begiebt fich nach den flachen Stellen und an die Ufer. 
Bey warmer Witterung begiebt er fich in eine Tiefe von acht bis zehn Klaf- 
ter, welche ihn vor dem nachtheiligen Einflufse der Sonnenftrahlen fchü- 
zet ri). Seine Laichzait fällt im May, und feine Nahrung beftehet im Fleifche. 
Er ift ein ftarker Räuber, und da an dem Orte feines Aufenthalts, zu allen 
Zeiten Fifche im Ueberflufse vorhanden find, fo ift es kein Wunder, wenn er 
fchnell und zu einer anfehnlichen Gröfse wächft. 

'Man fängt ihn fowohl mit verfchiedenen Arten Netzen, als auch mit 
der Angelfchnur. 

Diefer Fifch hat eine folche Kraft, dafs, wenn er Fifche im Netze 
anfällt, nicht eher von ihnen abläfst, als bis er an der Stelle das Netz zer- 
rifTen hat. An den Ufern der Levante und Dalmatiens , und vorzüglich bey 
Salona ift der Fang Co häufig, dafs man ihn nicht frifch verzehren kann, fon- 
dern man verfährt einen igrofsen Theil davon marinirt in andere Städte. Man 
fchneidet auf diefen Fall den Fifch in Stücke, kocht ihn halb gahr, legt ihn 
in Eilig., thut Gewürz hinzu, und fchlägt ihn in Fäfser. So zubereitet hält 
er fich fafl ein Jahr lang. Wenigftens war diefes der Gebrauch zu den Zeiten 
des Jovius , wider welchen aber die damaligen Aerzte fehr eiferten, indem 
fie diefe Speife für fehr unverdaulich hielten o). 

Die Leber ift aus einem langen und kurzen Lappen zufammen gefetzt, und 
am erftern die Gallenblafe befindlich. Die Milz ift klein , rundlich, und von 
fchwärzlicher Farbe. Der Magen ift dünn, und am Ende mit vier Blinddärmen 
verfehen. Der Milch und Rogen ift doppelt; die Scbwimmblafe liegt längs 



n) Duham. III. p. 26. ö) Jov, de Pifcih. rom. c. 12. 

Allg. Naturg. d. Fifche, Th. vni. K 



74 Der Zaknbrajfem. 

dem Rücken, und ift durch eine Verengerung gleichfam in zwey befondere 
BehältnifTe getheilt. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Denti und Dentale, in Narbonne be- 
fonders Dentillac, und in der Provence Mormo; in Sardinien Dentice, und 
auf der Infel Malta DenticL Von den heutigen Griechen wird er Synagrida, 
von den Italienern Deutele; von den Engländern Sea-Rougk, von den Hol- 
ländern Tan-Braafim, und von den Deutfchen Zahnbrachfem und Zahn- 
braßem genannt. 

Ich finde, dafs von Gefner an, alle Ichthyologen den Dentex des Bellon 
zu unferm Fifche angeführt haben: allein, wenn man feine Befchreibung die- 
fes Fifches, worinn er demfelben in der Oberkinnlade fünf, und in- der un- 
tern fechs Schneidezähne, ferner auf jeder Seite acht nach der Länge laufende 
rothe ins Schwarze fpielende Streifen , einen in eine Spitze auslaufenden Kopf, 
und zwanzig Stacheln in der Rückenfloffe giebt/?), (lauter Merkmale, davon 
ich kein einziges bey unferm Fifche wahrnahm), mit der unfrigen vergleicht; 
fo ift es klar, dafs Bellon unter dem Nahmen Dentex einen andern Fifch ver- 
banden, und daher der Tadel des Duhamel, dafs Bellon feinem Fifche Schnei- 
dezähne gegeben q) , ungegründet. Sein Synagris hingegen hat in jeder 
Kinnlade vier vor den übrigen hervorragende Zähne r), ein Umftand, der 
unfern Fifch karakterifirt, daher ich ihn auch zum ZahnbrafTem angeführt 
habe. 

Willughby irrt, wenn er glaubt, dafs der Dentex und Synagris des 
Bellon ein Fifch fey s): da es aus den angefühlten Gründen fich ergiebt, dafs 
lue würklich verfehieden find. 



P) Aquat. p. 180. r ) I. a. B. p. 18a. 

q) Trait. de Pech. III; p. 0.6. s) Ichth. p. .314. 



Der Zahnbraßem, 7 j 

Linnes Zweifel, ob der Schwdn\ahn f) von dem unfrigen verfchieden fey, 
Iäfst fich dadurch heben, dafs diefer eilf, jener aber nur neun Strahlen in der 
AfterflofTe aufiuweifen hat. 

Klein mufs unfern Fifch Wohl nicht genau unterfucht haben , fonft würde 
er nicht ftatt eilf , vierzehn bis fünfzehn Stacheln in der Rückenflofle angege- 
ben haben u). 

Das Merkmahl, welches Gronov v) von den beiden äufsern, an Gröfse die 
beiden übrigen übertreffenden Zähnen hernimmt, findet nur bey alten Fifchen 
ftatt, indem ich einen von acht Zoll befitze, bey dem unter den vier Zähnen 
kein Unterfchied wahrzunehmen ift. Eben diefer Schriftfteller führt "unrich- 
tig den Goudfißh des Kolbe, welcher der Goldbraffem ift, zu unferm Fifch 
an x). Seine Frage, ob der Acara- Aya des Marcgrav unfer Fifch fey, kann 
ich verneinen, da Marcgrav ausdrücklich fagt, dafs er nur mit zwey ftarken 
Zähnen verfehen fey j). Auch hat er am Kiemendeckel einen Stachel. Man 
vergleiche die Abbildungen, die ich auf der zi7ten Tafel von diefem Fifche ge- 
liefert habe, mit der des Zahnbraßems ; fo wird man noch mehrere Verfchie- 
denheit finden. Auch der Acara des Marcgrav, den er aus Ray anführt, ift 
von dem unfrigen ganz verfchieden: denn, aufser dafs diefem die grofsen 
Zähne fehlen, hat er auch zwey fchwarze Flecke, und eine gerade Schwanz- 
flofle {). 

Die Figur in dem Willughby , die Linni zu unferm Fifche anführt ad) 
ift eine Copie von Marcgravs Acara -Aya, deflen Verfchiedenheit von dem 
unfrigen wir eben gezeigt haben. 



S. Hurta. S. N. p. 469. n. 9. y) Brafil. p. 167. 

«) Mifs. Pifc. V. p. 49. n, I. () I. a. B. p. 168. 

v) Zooph. n. 214. ad) I. a. B, p. 471, n. so,' 

*) A, a. O. 



K 



7 6 Der Zahnbraßm, 

RohcUlet bb) und Sahian cc) haben uns zu gleicher Zeit (1554) mit 
einer Abbildung befchenkt, diefer im Holzfchnitte, und jener im Kupfer. In 
beiden ift unfer Fifch kennbar. 

Willughby hat beide dd), und Geßer die erfte allein «) copirf. 

Aldrovand gab uns darauf zwey neue ff), die aber weit unter den bei- 
den vorerwähnten find. Nicht beffer find die Copien des Jonßon gg) und 
Ruyfih hh), 

Diejenige Abbildung, die der Herr Abbe Bonnaterre kürzlich geliefert 
hat ii)j ift von Salvian genommen. 

Die Erzählung des Adian, dafs die Fifche von diefer Art in gleichem 
Alter fich üets zufammen halten **), bedarf wohl erft die Beftatigung neuerer 
Beobachter. 



W) De Pifcib. I. p. 150. gg ) De Pifcib. tab. 18. fig. 9. 10. 

cc) Aquat. p. 110. M) Theat. Anim. tab. 18. fig. 9. 10. 

dd) Ichth. tab. V. 1, fig. 6. tab. V. 3. ii) Encycl. Ichth. PI. 50. fig. 190. 

et) Fifchb. S. 26. **) c. 4 6. p . 5a . 

f) De Pifcib. p. 161. 163. 



Der Meerbrajjem. 77 



DER MEERBRASSEM. 
Spams Brama. 

C C L X 1 X t e Tafel. 

Eine Reihe kurzer, fpitzer Zahne, kleine Schuppen über der Seitenlinie. 
K. 6, Br. 15, B. f-, A. T V, S. 19.R.Ü. 



Sparus ordine dentium acutorum brevium unica, fquamis fupra lineam lateralem 

xxir 



parvis. B. vi, P. xv. V. yj, ^xffrt C.xix.D. YxT r 



Britne ou Carpe de Mer. Dukam. Trait. de Britne ou Carpe de Mer. Defcript. des Arts 
P6ch. Tom. III. p.2l. PI. 4. fig. I. 6- Met. Tom. XI. p. 400. PI. a. fig. 8. 



J_Jie einfache Reihe kurzer fpitziger Zähne, womit jede Kinnlade verfehen 14, 
iß, und die Schuppen, die über der Seitenlinie kleiner, als unter derfelben Der Meer- 
find, geben Unterfcheidungszeichert für diefen Fifch ab. 

Die Zähne in der Oberkinnlade find am Grunde breiter, als die in der 
untern: jene flehen dicht zufammen, diefe etwas von einander entfernt. In 
beiden find fie einwärts gekrümmt. 

In der Kiemenhaut findet man fechs, in der BruftflofTe fünfzehn, in der 
Bauchfloffe fechs, in der Afcerfiofie dreizehn, in der Schwanzflofie neunzehn, 
und in der Rückenflofie zwey und zwanzig Strahlen. 

K 3 



jS Der Meerbrajfem. 

Der Kopf ift klein , zufammen gedrückt, und bis ans Genick fchuppen- 
ios. Die Mundöffnung ift klein, und die Kinnladen find von gleicher Länge. 
Die Lippen find nicht flark, und die Lippenknochen nur fchmahl. Die Zunge 
ift frey, und fo wie der Gaumen glatt. Die Nafenlöcher find doppelt, die 
untern röhren-, die obern eyförmig, und beide unweit der Augen befindlich : 
letztere find von mittlere^ Gröfse, ihr Stern von dunkelblauer ins fchwarze 
fpielende Farbe, und ihr Ring filberfarben. Die Kiemendeckel find 'glatt, 
abgerundet, und mit fehr kleinen Schuppen befetzt. Der hintere befteht aus 
zwey Blättchen, und der vordere ift an der innern Seite mit einer einfachen 
Kieme verfehen. Auf dem äufsern Rande der erften Kieme fitzen dünne , un- 
ten breite, und oben in eine Spitze auslaufende Blättchen t die inwendig mit 
Stacheln verfehen find. An der innern Seite diefes Bogens, ingleichen an 
den übrigen, find kleine Hügel frchtbar. Die KiemenöfFnung ift eng, und 
die Kiemenhaut bedeckt. Der Rumpf ift breit und dünn; der Rücken 
fcharf, und der Bauch rundlich; die Seitenlinie breit, nahe am Rücken, 
vorn nach oben, und hinten nach unten zu gebogen. Sie ift auf beiden Sei- 
ten mit einer Reihe fchwarzer Punkte eingefafst. Die Schuppen fitzen feft in 
der Haut, find fteif, daher der Fifch, wenn man mit der Hand vom Schwänze 
nach dem Kopfe zu fährt, fich rauh anfühlen läfst. Der After liegt der 
SchwanzflofTe etwas näher als dem Kopfe. Die RückenflofTe ift aus zehn harten, 
und zwölf weichen, die AfterflofTe aus drey harten und zehn weichen , und die 
Bauchflofle nur aus einem von erfterer , und fünf von letzterer Art Strahlen zu- 
fammen gefetzt. Alle weiche Strahlen find vierzweigig, und die erften davon 
einfach. Die Stacheln in der Rückenfiofle find mitFafern verfehen, und ragen 
über der Verbindungshaut, die fchwarz eingefafst ift, hervor. Die Schuppen 
unter der Seitenlinie find grofs, an der Bruft- Rücken- After-, und Schwanz- 
flofTe aber klein. Diefe fowohl, als die übrigen Flößen, find röthlich, die Seiten 
glänzend weifs ins Gold fpielend, der Bauch ift mattweifs und der Rücken grau. 



Der Meerbrajfem* 79 

Diefen Fifch treffen wir im Kanal zwifchen England und Frankreich, an 
den franzöfifchen Küften, und im atlantifchen Meere beim Vorgebürge der 
guten Hoffnung an ä). Er hält lieh gewöhnlich an den Ufern und andern 
untiefen Stellen auf. 

Man fängt ihn mit Netzen, und mit der Angel. Am häufigften erhält 
man ihn im Ju» und JuL Er gehört zu den Raubfifchen, und lebt vorzüg- 
lich von den Eyern und der Brut anderer Fifche. Er hat ein weifses, aber 
dabey weiches Fleifch, daher er bey weitem nicht fo gefchätzt wird , als der 
Goldbrajßm, mit dem er übrigens viel Aehnliches hat. Wenn diefer Fifch 
grofs ift, und fich an felfigen Gegenden aufgehalten hat, fo wird er wohl- 
fchmeckend, befonders, wenn er auf dem Rofte gebraten .,. und mit einer Sar- 
dellen-Brühe zubereitet wird. Bey einem Ungewitter, oder Sturme begiebt 
er fleh häufig nach den flachen Stellen der Ufer,, welchen Umftand die Fifcher 
2U feinem Fange nutzen b)~ 

In Frankreich wird diefer Fifch Breme und Carpe de mer, und in Deutfch- 
land Seebrajfem genannt. 

Zu Folge der Befchreibung, welche uns Duhamel von feinem Breme de 
mer giebt, ift er mit dem unfrigen einerley Art, und es gebührt ihm daher 
die Ehre der erften Bekanntmachung. 

Ich begreife nicht, warum der Herr Abbe' Bonnaterrt in dem erft kürz- 
lich erfchienenen ichthyologifchea Theil der Encyclopedie diefen Fifch nicht 
mit angeführt hat, da er doch zu den Fifchen feines Landes gehört, und fein 
"Werk., dem Titel zu Folge, von allen bekannten Fifchen Nachricht geben 
foll. Er hat zwar eine Breme de mer angeführt c) ; allein diefe ift nicht der 
Duhamelfche, fondern der Gelbflojfer aus Amerika dj. 



m) Duham. Trait. de Pech. III. p. 2.3. c) P. 101. n. 20. 

*) Duham. A. a. O.. d) S. rhomboides. Lina. 



$o 



Der Laxierfifih. 



DER LAXIERFISCH. 

Sparus Maena. 

CCLXXte Tafel. 

Kleine pfriemenförmige Zähne, dreizehn Strahlen in der AfterflofTe. K. 6, 
Br. ij, B.$, A. ^ S. 19, R.f|. 

Ǥwkj A/irifow /ww fubulatisquc , radiis tredecim in pinna ani, B. vi 



Sparus Mama. S. ocello fufco laterali, cor- 
pore variegato. Linn. S. N. 
p. 468. n. 6. edit. Gmet. p. 
1271, n. 6. 

— — S. corpore argenreo, ma- 

cula laterum nigra, pinnis 
rubefcentibus, Mafliüenfi- 
bus. Mundoure. Brünnich. 
Pifc. Maff. p. 42. n. 56. 

— — Cetti Faun. Sardin. p. 29. 

n. 215. La Menola. Naturg. 
v. Sard. Th. III. S. 126. 

— — Forskäl. Defcript. Anim. p. 
XV. n. 21. il Minula. p. XVIII. 

— varius, macula nigricante in medio 

latere, dentibus quatuor majori- 



bus. Artedi. Gen. p. 36. n. 7. Syn. 

p. 61. n. 9. 
Sparus Mamas, dilute viridis, aut fordide 
flavicans, areolis obfcuris, tranfiverfis, 
lineis longitudinalibus csruleis, macula 
nigricante magna in mediis lateribus. 
Klein. Miff. Pifc. V. p. 44. n. 1. tab. 8.' 
fig. 4. 

ri Mxm;. Arißot. Üb. 6. C 15. 17. Üb, 8. 

c. 30. üb. 9. c. 2. 

— Oppian. Haiist. üb. i. c. 5. 

— Ovid. Haust, ver 121. 

— Athen. Deipnos. Üb. 7. p. 5.13. 

— Schneiders. Arted. Syn. p. 96. 
Mama. Plin. N. H. üb. 9. c. 26. 

— » Bellon. Aquat. p'. 225. 

Mama. 



Der Laxkrfifch. 



Si 



Msna. Rondel. de Pifc. P. I p. 138. 

— Gefner. Aquat. p. 519- Scheyjferling, 
Icon. Anim, p. 65. Ein ScheyjJ'er, 
Fifchbuch. S. 33- a. 

— Aldrov. de Pifc. p. 224. 

— /o/z/?, de Pifc. p. 82. tab. 20. fig. 4. 

— 2toy/cA. Theat. Anim. p. 54. tab. 20. 

fig. 4. 

, The Cackerel. Charlet. Onomaft. 

p. 144. n. 31. 

— WillughL Ichth, p. 318. tab. U. 8. 
fig. 4. 

Mamas. Rondeletii. Ray Synops. Pifc. p. 135. 

n. 19. 
laMendole, Sclave a la mer Adriatique. 

Rondel. Hift de PoifT. P. Lp. 124. 



La Mendole, Cagarelle en Languedoc, /*«- 
c/e a Narbonne, Ger/e ä 
Toulon. Duham. Trait. de 
Pech. Tom. III. p. 41. PL 6. 

fig. 3- 

— — Defcript. des Am &c Met. 

Tom. X>. p. 523. PL 3. f. 8. 

— — Bomar. Did. d'Hift. Nat, Tom. 

VII. p. 30. 

— — Bonnat. Encycl. Ichth. p. 38. 
PL 48. fig. 183. 

Parfchbaftard, der entweder blafsgrün u. f. 

w. N. Schaupl d. Nat. Th. VI. S. 385. 

n. I. 
Der Laxierfifch. Müll. L. S. Th. IV. S. 181. 

n. 6. 
Purgirbrachfem. Mart. Nat. Lexic. Th. IX. 

S. 284. 



JL)ie dreizehn Strahlen in der Afterflo'ffe, und die kleinen pfriemenförmigen ^. 
Zähne find die Karaktere, wodurch man diefen Fifch von den übrigen feines Der Laxier- 
•Gefchlechts unterfcheiden kann. 

Die Zähne flehen dicht beifammen, und bilden in jeder Kinnlade eine 
Reihe. Wenn man :fie durch ein Vergröfserungsglas betrachtet-, fo findet 
man, dafs fie einwärts gekrümmt, oben fpizig, in der Mitte breit und am 
Grunde dünn und rund find. Da de viel Aehnlichkeit mit einem Pfriemen ha- 
ben; fo habe ich fie pfriemförmige Zähne genennt. Man fehe die zweite Figur 
auf unferer Tafel. Sowohl in der Ober- als Unterkinnlade find hinter den er- 
wähnten, viele fehr kleine fpitzige Zähne vorhanden. 

In der Kiemenhaut bemerkt man fechs, in der Bruflflofle fünfzehn in 
der Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe dreizehn, in der SchwanzflolTe neun- 
zehn , und in der RückenflofTe drey und zwanzig Strahlen. 
Allg. Naturg. d. Fifche. Th. viii. L 



8i Der Laxierfifik. 

Der Kopf ift von mittlerer Gröfse, auf den Seiten zufammen gedrückt, 
und bis ans Genick fchuppenlos. Die MundöfFn ungut klein , und die Kinn- 
laden find von gleicher Länge. Der Gaumen ift rauh, die Zunge frey und 
glatt. Die Nafenlöcher find doppelt, die vordem rund, die hintern oval, 
und beide Paar dicht an den Augen befindlich: diefe flehen unweit des Schei- 
tels, haben einen fchwarzen Stern, und einen rothen Ring. Die Kiemen- 
deckel find glatt , abgerundet und mit Schuppen bedeckt. Der hintere ift 
aus zwey Blättchen zufammen gefetzt, und mit einem blauen Fleck geziert. 
Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut Hegt gröfstentheils verbor- 
gen. Der Rumpf ift zufammen gedrückt, und mit dünnen, weichen Schup- 
pen bedeckt. Die Seitenlinie ift gerade, und dem Rücken näher, als dem 
Hauche. Der After ift der Schwanzfloffe näher, als dem Kopfe. Die Hoffen 
find röthlich, ihre weichen Strahlen vierzweigig, und die harten mit Fafern 
verfehen. Von den Stacheln findet man in der Rückenfloffe eilf, in der Af- 
terfloffe drey, und in der Bauchfloffe einen. Die Grundfarbe des Fifches 
ift weifs, durch welche blaue Linien durchfielen. Auf den Seiten nimmt 
man in der Mitte einen fchwarzen Fleck wahr. Es ift bereits bekannt, dafs die 
Farben bey den Fifchen veränderlich find: bey keinem trifft di efes aber mehr 
ein, als bey dem unfrigen, indem durchgängig von ihm behauptet wird, dafs 
er im Winter weifs fey, im Sommer aber mit verschiedenen Farben, beforv- 
ders mit der blauen , prange. 

Rondelet erzählt, er habe in Italien die Farben diefes Fifches weit leb- 
hafter, als in Frankreich gefunden ä). 



«0 De Pifc. P. I. p. 139. 



Der Laxier fifch. 8j 

Willughby fah ihn in Venedig , wo er fich im Winter aufhielt ganz 
weifs, in dem darauf folgenden Sommer aber zu Rom und Neapel mit blauen 
Linien prangen 3). 

Diefer Fifch gehört im mittelländifchen Meere zu Haufe, und befonders 
findet man ihn in Griechenland , Sardinien c), Malta d), Venedig , Rom , Nea- 
pel e), Marfeille f) und Toulon g-) fehr häufig. Er hält fich unweit der Ufer 
an fteinigten und fandigten Gegenden in Menge beifammen, und gehört 
daher bey dem Ariftotdis zu feinen in Gefelfchaft H) lebenden Uferfifchen i). 

Es ift ein Raubfifch 1 , und thut dadurch, dafs er die Brut verzehrt, der 
Fifcherey Abbruch. Man fängt ihn zwar dafür häufig; allein er gewährt kei- 
nen Erfatz, da nur wenig für ihn bezahlt wird. Er hat ein mageres, zähes 
und unfchmackhaftes Fleifch, und in der Laichzeit foll das vom Milcher 
einen widrigen Geruch bekommen, daher die Alten, wie man aus dem Mar- 
tial erflehet, diefen Fifch verachteten k). Indeffen hängt auch bey diefem 
Fifche, fo wie bey vielen andern, der Werth von der verfchiedenen BefchafFen- 
heit des Wafsers und der Nahrung ab. So fagt Rondelet , dafs er im Sommer 
fett werde, und alsdann keine üble Speife abgebe /> 

Der Rogner fchmeckt, wrnn er voller Eyer ift, befTer, als zu jeder an- 
dern Zeit tri). Er vermehrt fich fehr ßark, welchen Umftand auch Ovid be- 
merkt hat ri). 



b") Ichth. p. 318. *) Seine Worte find: Fuifle gerres aut ia- 

c) Cetü Sard. III. fig. 20. tutiles marnas. 

d) Forskai Defcript. p. XV. Odor impudicus hirci fatebatur. 

e) Willughb. I. a. B. »*>• 12- E pig r - 32- 

f) Brunn. Pifc. Maff. p. 42. De Pifcib - L P- J 39- 

g) Duham. Trait. de PSch. IH. p. 41. m) Bellon Aquat. p. 225. 

Ä) Gregales. n) Er fagf. Faecuadymque genus man?. 
Littorales. Haiist. v. 121. 

L a 



84 Der Laxierfifik. 

Diefer Fifch wird nicht fonderlich grofs, wenigftens giebt ihm Herr 
Brünniche o) nur die Gröfse einer Spanne, und Rondelet fieben bis acht ZoWp). 
Von dem gröfsten der zwey Exemplare, die ich befitze, theile ich hier eine 
Abbildung mit. 

Man fängt ihn mit Netzen , wie auch mit der Angel. In Venedig wird 
er fo häufig gefangen, dafs er weder nach dem Gewichte noch ftückweife, 
fondern haufenweife verkauft wird £). Auch wird er feiner Menge wegen, 
eingefallen r). Nach dem Diofcorides foll fowohl der Genufs der Brühe , als 
auch das Einreiben des Unterleibes mit der Lake ein Abführungsmittel feyn, 
daher die alte unfchicklich deutfche Benennung Scheyßerling s), die hollän- 
difehe Zet-Schyter f). und die englifehe Cackerel u) entftanden find. 

Das Darmfell ift fchwarz; beim- Anfange des Darmkanals fitzen vier 
Blinddärme. Die Leber ift grofs, blafsgeib, und beftehet aus einem langen, 
und einem kurzen Lappen : an erfterm hängt die Gallenblafe: mit einer gelben 
Galle. Die Milz ift fchwärzlich; der Magen dünnhäutig und lang,, und dis 
Schwimmblafe an den Ribben auf beiden Seiten angewachfen- 

In Frankreich heifst diefer EiCch Mendole ; in der Provinz Languedoc be- 
fanders Cagarel/e, zu Narbonne Jufcle, zu Toulon Gerle, und zu Marfeille 
Mundoure. In England nennt man ihn Cackerel, in Holland Zes-Schyter, in 
Rom und Sardinien Menola, in Venedig Menelo, und in Malta Minute. Die heu- 
tigen Griechen nennen ihn Maris, von den- alten Deutfchen wurde ihm der 
Nahmen Scheißer, oder Scheufferling beigelegt, und die heutigen nennen 



e) Pifc. Mafs. p. 42: i) Gefner icon, Anim. p. 65, 

p) De Pifc. I. p. 139. Müll L. S. IV. S. 181. 

q) Wiliughb.Ichth. p. 318; «) Charlet. Onom. p. 146, 
r) Plitt. N. H. lib. 31. c 7: 



Der Laxier fifch. . %% 

ihn Laxierfifch. Die Fifcher am adriatifchen Meere haben ihm Sclave zur 
Benennung gegeben. 

Die vier grofsen Zähne, die Artedi mit als ein Kennzeichen für unfern 
Fifch angiebt v), kann ich an meinem Exemplare nicht finden. Vermuthlich 
ift er durch den Wülughby dazu verleitet worden, da diefer fagt/ dafs die 
vier Vorderzähne in der Unterkinnlade gröfser, als die übrigen wären w). 

Klein x) macht unrichtig aus dem Rothflojjer y} und aus dem unfrigen 
nur eine Gattung: denn da diefer durchaus mit fpkzigen , jener hingegen mit 
Schneide -und Backzähnen verfehen ift j>, fo flehet man fchon hieraus, dafs. es. 
zwey Arten find. 

Linnes Unterfcheidungsmerkmahle diefer beiden Fifche find unzurei- 
chend, da er fie blos von den Farben hernimmt ad). 

Die erfte Abbildung, vom Bellon ift fchlecht bB). 

Rondelet cc) gab uns bald darauf eine beflere. 

Gejher dd) beforgte ebenfalls eine neue , die aber nur der erften gleich 
kömmt. 

Aldrovand ee) kopirte die Rondeletfihe, und fetzte eine neue hinzu, die 
aber der erften nachfteht. 

WiUughby ff) hat die Rondelet fihe , Jonflon gg) und Ruyfch hh) die 
Gejnsrfche kopirt. 



v) Syn. p. 61. n. 9. cc) De Pifc. I. p. 138. 

w) Ichth. p. 318- dd) Aquat. p. 519.- 

x) Miß. Pifc. V. p. 44. n.'i* ee) De Pifc. p. 224, 

y) Sparus Synagris Linn. ff) Ichth. tab. V. 8. fig. 4. 

I) Brünnich. Pifc. Maff. p„ -54, gg) De Pifc. tab. 20. fig. 4. 

aa) S. N. p. 468. n. 5. 6. hh) Theat. Anim. tab. 20. fig. 



bb) Aquat. p. 226; 



£ 3 



%6 ' Der Laxierfifih.- 

In den neuem Zeiten hat Duhamel ii) diefen Fifch aufs neue zeichnen 
laflen, die ebenfals nicht gut gerathen Hl: denn die FlofTen find darin fo 
fchlecht vorgestellt, dafs die harten Strahlen von den weichen nicht zu unter- 
fcheiden find. 

In der Defiription des Arts & Metiers ift die Duhamelfihe nach gefto- 
chen worden kk). Endlich hat auch kürzlich der Herr Abbe' Bonnaterre lt) 
die Rondeletfche aufs neue copiren laden. 

Die befondern Heilkräfte in verfchiedenen Krankheiten, die Galenus mm) 
und Plinius nn) unferm Fifch beylegen, find, meines Wiffens, in den fpä- 
tern Schriften der Aerzte nicht beftätiget worden. 



ii) Trait. de Pefch. III. PI. VI. fig. 3. mm) De Simpl. Üb. 11. 

kk) Tom. XI. PI. 3. fig. g. nn ) n. H. Üb. 32. c. 8. 9. .10. 

II) Encycl. Ichth. PI, 48. fig. 183. 



Der SparbraJJctn: 



87 



DER S P A R B RA S S E M. 

Sparus anftülaris. 
C C L X X I t e Tafel. 



Ein fchwarzer Fleck am Schwänze , vierzehn Strahlen in der AfterflolTe. K. 6, 
Br. 14, B.h A. ^, S. 20, R. |£. 

Sparus macula nigra caudali, radiis quatuordecim in pinna anu B. Vi, 

111 \ XI 

P. xiv f *'y~p -A. xiv> ^' xx ) XXIV' 



Sparus annularis. S. ocello nigro fubcau- 

dali, corpore flavef- 

cente. Linn. S. N. p. 

467. n. 2. edtt. Gmel 

p. 1270. n. 2. 

— - i — S. corpore argenteo li- 

neis luteis fafciisque 

transverfalibus nigris, 

inciforibus acutis. Maf- 

filienfibus Cante. Briiti- 

nich. Pifc. Maff. p. 37. 

n. 51. Spalatis Pili. 

p. 110. 

— — Cetti Faun. fard. p. 28. 

n. 210. Lo Sparo, Naturg. von Sard. 

Th. m. s. 85. 



Sparus annularis. Turcis. Smarid, Arabis. 
Häros. Forstk. Defcript. Anim. p. 
XV. n. 17. i Spargu. p. XIX. 

— unicolor flavefcens, macula nigra 
annulari ad caudam. Artedi. Gen. p. 37. 
n. 12, Syn. p. 57. n. 1. edit. Schneider. 
p- 89. 

rT« f o«. Ariflot. H. N. lib. II. c. 17. 
Sparulus. Ovid. vers. III. 
Sparus. Plin. N. H; Hb. 32. c. II. 

— Oppian. lib. I. v. 109. 

— Bellon. Aquat. p. 240. 

— Rondel. de Pifc P. I. p. 118, Italis 

Sparlo, Hifpanis Spargoil. p. II 9. 

— Sparo. Sah. Aquat. p. 176. b. 

— Aldrov. de Pifc. p. 182. 



88 Der Sparbraffan. 

Sparus. Jonßort. de Pifc. p. 72. tab. ig. Sparaiilon. Sparulas, Pargus, Sparlas, i 

fi g- ir - Narbonne Rafpaillon. Duhatn. 

— Charleton. Onomaft. p. 141. n. 16. Trait. de P^ch. Tom. III. p. 

— Ruyfch. Theat. Anim. p. 47. tab. 18. 13. PI. 1. fig. c. 

fi g- Ir - — ■ Bonnat. Encych ichth. p. 97, 

■ — Rondeletü. Wlllughb. Ichth. p. 308. n. 2. 

tab. U..2. fig. 2. — Defcripüoa des Ans & Me'tiers. 

— Ray. Syriops. Pifc. p. 129. n. 5. Tom. XI. p. 475. Pi. I. fi g . ^ 
Sparulus. Geßi. Icon, p. 42. Sparus man- Spare. Bomare Diclion. Tom. XL p. 33. 

nus. Aquat. p. 880. Sparbrajfem. Fifchb. Der Schwar{ringel Müller. L. S. Th. IV. 

S. 34- S. 180. n, 2. 

Sparaiilon. Rondel Hift. de PoÜT. P. I. Der Ringelbrafenu Man. Nat. Lexic. Th. 

P-JH- IX. S. 279. 



l6 ' Jjer fchwarze Fleclc am Schwänze, und die vierzehn Strahlen in der After- 
braflem. floffe find MerkmaMe > wodurch man diefen Rfch von den übrigen feines Ge- 
fchlechts leicht unterfcheiden kann. 

In der Kiemenhaut hat er fechs, in der BruitflofTe vierzehn, in der 
BauchfloiTe fechs, in der AfterfloiTe vierzehn, in der SchwanzflofTe zwanzig, 
und in der Rückenflofie vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein # abfchlifsig, von den Seiten zufammen gedrückt, 
und bis auf die Kiemendeckel fchuppenlos. Die Kinnladen find von gleicher 
Länge, vorn mit fpitzigen Schneide-, und auf den Seiten .mit abgerundeten Back- 
zähnen vejrfehen, Von letztern findet man in der untern Kinnlade zwey, und 
in der obern vier Reihen, wie fölche auf unferer Tafel zu mehrerer Deutlich- 
keit befonders vorgeftellt find. Die Nafenlöcher find doppelt, die vordem 
rund, die hintern länglich, und beide den Augen näher, als der Mundfpitze. 
Die Lippen find ftark, und die Lippenknochen fchmahl. Die Zunge ift frey, 
und der Gaumen glatt. Die Augen haben einen fchwarzen Stern, der von 
einem gelben Ringe umgeben wird. Die Kiemendeckel find abgerundet, 

und 



Der Sparbraffem, g q 

und glatt. An dem vordem ift an der innern Seite eine halbe Kieme fichtbar. 
Der Rumpf ift mit kleinen, glatten Schuppen bedeckt, die fich auch über den 
Grund der After- und RückenflofTe erftrecken. Der Rücken ift fcharf; der 
Bauch rundlich; die Seitenlinie dem Rücken näher als dem Bauche, und der 
After in der Mitte des Körpers befindlich. Die RückenflofTe beftehet aus eilf 
einfachen harten, und aus dreizehn vielzweigigen weichen Strahlen, und die 
AfterflofTe aus drey von erfterer und eilf von letzterer Art. Die BauchHofle 
hat eine Mittelflofle, und ift aus einem harten und fünf weichen Strahlen zu- 
farnmen gefetzt, die, wie die übrigen, in vier Spitzen getheilt find. Die Grund- 
farbe des Fifches ift gelb, durch die, die filberigen Schuppen durchfpielen. Der 
Rucken, mit feiner Floße, Co wie die am Bauche und After, find fchwarz, und 
von erfterm laufen Streiften von gleicher Farbe queer über den Fifch weg, die 
fich nach dem Bauche zu verlieren. Die Bruft- und die fchwarz eingefafste 
SchwanzflofTe ift röthlich. 

Diefen Fifch treffen wir an verfchiedenen Stellen im mittelländifchen 
Meere an; fo fah ihn Herr Brünniche ä) zu Marfeille, Wittughby b) im adria- 
tifchen Meere ; Salvian c) zählt ihn zu den römifchen , und Cctti d) zu den far- 
dinifchen Fifchen. Auch in der Türkey und in Arabien gehört er zu Haufe e). 
Diefer Fifch wird nicht leicht über zehn Zoll lang angetroffen. Da er nur 
dünn ift, und ein weiches Fleifch hat, fo erfcheint er auch nicht auf den Tafeln 
der bemittelten Leute: indeflen giebt er doch gebraten, wodurch das Fleifch 
eine Feftigkeit bekömmt, eine gute Speife ab. Er hält fich in Haufen unweit 



d) Pifc. Mafs. p. 37. n> 51. d) Faun. Sard. p/28. 

b) Ichth. p. 308. Fersh Defcript. p. XV. n. 17. 

c) Aquat. p. 176. b. 

Allg. Naturg. d. Fifche. Th. virf. M 



9° Der SparbraJJetn. 

der Ufer zufammen, und geht auch in die Seen und Flüffe, wenn felbige noch 
SalzwafTer führen/). Im Winter verbergen fie fich in die Tiefe, und legen 
fich dicht an einander, um vor der Kälte gefichert zu feyn. Nach einem lan- 
gen Winterfchlaf kommen fie im Frühjahre ganz mager wieder zum Vorfchein, 
und machen zur Zeiten anfehnliche Reifen. Ihre Laichzeit fällt nach dem Pli- 
nius um das Aequinoctium g). Sie vermehren fich fehr ftark , leben von der 
Brut der Krebfe, Krabben, Mufcheln und Schnecken, und beifsen daher leicht an 
die Angel, wenn felbige mit einem Stückchen Schaale von diefen Thieren verfehen 
ift. Gewöhnlich fängt man diefen Fifch mit dem Netze. Sehr häufig wird er 
in Sardinien, und zwar im October gefifcht. Der Teich von Cagliari ifl we- 
gen des Fanges des RingelbrafTems fehr berühmt h). Auch im adriacifchen 
Meere ift fein Fang fehr anfehnljch, am ftärkften aber in den toskanifehen Ge- 
wäffe rn i). 

Das Darmfell ift fchwarz, der Magen lang, dünnhäutig, und am Ende 
mit fünf Anhängfein verfehen. Der Darmkanal ift lang, und macht mehrere 
Umwindungen; die Leber ift röthlich, die Gallenblafe lang, und enthält eine 
blafsgrüne Galle. Die Milz ift klein, und von bläulicher Farbe. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Sparaillon, Sparulus, Pargus , Sparlus, 
zu Narbonne befonders Rafpaillon, und zu Marfeille Canti , in Italien Sparlo 
in Dalmatien Pi{i, in der Türkey Smind, in Spanien Spargoil, in Sardinien Li 
Sparo , auf der Infel Malta Spargu, und in Deutfchland Schwarrringd Rin- 
gel- und SparbraJJem. 



f) Ron&/. Hifh de Poiff. P. I. p. in. K) Cetti Sard. III. S. 85. 

.g) N. H. Lib. 9. c. 51. 1) Müll. L. S. Th. IV. S. igo. n. 2. 



Der Sparbraffem. 9 i 

Ob. unfer Fifch bereits dem Ariftotehs bekannt gewefen, und ob «runter 
'dem AJparaglus des Aeüan zu v erflehen fey, darüber find die Meinungen 3 fo- 
wohl der Aeltern, als neuern Ichthyologen, getheilt. Rondelet k) behauptet 
das erftere, und Salvian l) , Aldrovand m) und Jonfion n) das letztere. Ar- 
tedi o) pflichtet Rondelet, und Herr Schneiderp') Salvian bey. 

Dem Bellon haben wir zwar die erfte Abbildung von unferm Fifche 2a 
verdanken: allein fie ift nicht nur fehr fchlecht, fondern auch darin unrichtig, 
dafs er ihr Schneidezähne gegeben q). 

Rondelet gab auch eine neue aber ebenfalls fchlechte Zeichnung r). 

Diejenige, die uns Salvian liefert, ift fchon etwas befier; es find jedoch 
in derfelben die fämmtlichen Strahlen in der Rückenflofle weich vorgeftellt, 
•und der Fleck am Schwänze nicht angemerkt worden s). Auch Aldrovand hat 
uns eine neue, aber ungetreue Zeichnung hinterlafTen *•)• 

Gesner hat die rondeletfche copirt, und eine neue , weit fchlechtere hin- 
zugefügt ü). Jonfion x), Ruyfchy) und Willughby £) liefsen die falvianfche 
nachftecben. 

In den neuern Zeiten lieferte Duhamel ad) eine, die in den Defiriptions 
des Arts ■& Metiers copirt ift bb). 



k) De Pifc. I. p. 119. s) Aquat. p. 176. b. 

I) Aquat. p. 177. t) De Pifc. p. 182. 

m) De Pifc. p. 182. u) Icones p. 42. 

n) De Pifc. p. 72. x) De Pifc. t. 18- fig. II. 

o) Syn. p. 57. n. 1. y) Theat. Anim. tab. 18- fig- II. 

p) Artedi Syn. p. 89- ?). Ichth. tab. U. fig. 2. 

q) Aquat p. 242. ad) Trait. de Pech. III. PI. I. fig. 5. 

r) I. a. B. p. 1 IS- bb) Tom. XI. p. 475. PI. I. fig. 4. 

M 2 



9 ^ Der Sparbrafim. 

Forskai hat Recht, wenn er wider Zinne bemerkt , dafs unfer Fifch nicht 
mit einem eingefaßten Flecke, den Linne als ein Kennzeichen angiebtcc), fondern 
nur mit einem fchwarzen Flecke ohne EinfafTung verfehen fey dd). 

Wenn Artedi unferm Fifche breite Schneidezähne giebt et), fo ift et ver- 
muthlich durch die Abbildung des Bellon dazu verleitet worden; ein Feh- 
ler, welchen er nicht würde begangen haben, wenn er feine Betreibung dazu, 
nacbgelefen hätte. 

Da unfer Fifch fo viel Aehnlichkeit mit dem Gold- und GeifsbraJTem hat, 
dafs er felbft in Rom keinen eignen Namen hat//), und einer mit dem andern 
verwechfek wird; fo wird es nicht Überrlüfsig feyn, das, was fie verfchiedenes ha- 
ben, hier auseinander zu fetzen. Der Goldbrajjem hat nemlich über dem Auge 
einen goldnen, und hinter den Kiemen einen violetten, der unfrige aber nur 
am Schwänze einen fchwarzen Fleck; ferner hat der unfrige in der Unterkinn- 
lade nur zwey, jener aber drey Reihen Backzähne. Der GeifsbrafTem hat nach 
der Länge laufende goldfarbenen Linien, die dem unfrigen fehlen, auch ift er 
vorn mit Schneide- der unfrige aber mit fpitzigen Zähnen verfehen. 



»0 s - N - P- 467- n- 2. ee) Gen. p. 37. n. ia. 

dd) Defcripr. Anim. p. XV. n. 1-7. ff) Bell. Aq-uat. p. 34s, 



Das Großauge. 9.3. 



DAS GROSSAUGE. 

Sparus «nacrophthalmus. 
CCLXXIIte Tafel. 

Das Auge grofs, vier Hundszähne in der Oberkinnlade. K. 6, Br. 1 J , B. •§•, 
A. T 3 T , S. 20, R. -§f. 

Sparus oculo magno > dmtibus quatuor caninis in maxilla ßiperiore. B. VI, P. -X V,, 

I III XII 

V. — , A. i C.XX> D. . 

VI XI XXII 



XJas fehr grofse Auge und die vier Hundszähne in der Oberkinnlade find die r ^ 
Kennzeichen diefes Fifches. Das Grofs- 

In der Kiemenhaut fleht man fechs, in der BruftflofTe fünfzehn, in der au & e ' 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe eilf, in der SchwanzflofTe zwanzig, und in 
der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift abfchüfsig, zufammen gedrückt, und bis auf die Kiemen- 
deckel fchuppenlos. Die Mundöffhung ift weit, und die Kinnladen find von 
gleicher Länge , an den Seiten mit einer, vorn aber mit mehreren Reihen klei- 
ner fpitzen Zähne befetzt. In der Unterkinnlade find die acht Vorderzähne 
größer, als die übrigen. Die Lippenknochen find breit, die Nafenlöcher dop- 
pelt, und unweit der Augen befindlich. Die Zunge ift frey und glatt;, die 

M 3. 



9 4 Das Großauge. 

Augen find grofs , haben einen fchwanen Stern, und einen rothen Ring; die 
Kiemendeckel find glatt, aus zwey Blättchen zufammen gefetzt, und am vor- 
dem ift eine einfache Kieme fichtbar. Die Zoten find einfach , und die Zähne 
auf dem kleinen Kiemenbogen rund, und an den Seiten gezähnelt. Der 
Rumpf ift vorn breit, und hinten fchmahl, der Rücken und Bauch find dünn, 
die in der Nähe des Rückens befindliche Seitenlinie bildet mit felbigem einen 
flachen Bogen, und der After liegt in der Mitte des Bauches. Die Schuppen 
bilden fowohl am Rücken, als hinter dem After eine Furche; die Floße am 
letztern ift aus drey harten und acht weichen Strahlen , die am erflern aus zehn 
von diefen, und aus zwölf von jenen zufammen gefetzt ; die Bauchflofle hat nur 
einen harten und die übrigen FIolTen gar keinen harten Strahl. Alle weichen 
Strahlen find, bis auf den erften in der Bruft- und SchwanzflofTe, vielzweigig. 

Die Farbe diefes Fifches ift gelb , durch welche die weifsen gezähnelten 
Schuppen durchfpielen ; die Flößen find roth, von welcher Farbe auch die in 
der Länge laufenden Linien find. '- Sein Aufenthalt ift mir unbekannt, indem 
ich ihn aus einer Verfteigerung erhalten habe. 



Der Caflagnol. 9 5 



DER CASTAGNOL. 
Sparus Raii. 

CCLXXIIIte Tafel, 

Die Hoffen mit Schuppen befetzt. K. 5, Br. 20, B. f, A. 7 \, S. 22, R. -3V 

Sparut pimüs fiuamatis. B. V, P. XX, V. — , A. -r— — , C XX7J, 
III 

' xxx flu 

Brama marina, cauda forcipata. Raii Synops. La Caftagnole. Duham. Trait. de Tech. 

Pifc. p. 115. n. 4. Tom. III. p. 26. PL 5. 
• Willughb. Ichthyol, tob. V. fig. I. 

I2 . — — Defcript. des Arts & 

i_ Toothed Gilt-Head. Pen«. Metiers. Tom. XL p. 

B- Zoolog. III p. 243. 499. PI. 3- fi g- 4-] 

n. 114. PI. 43. Breme dente. Bonnaterre. Encycl. Ich- 
thyol, p. 104. PI. 50. fig. 192. 



Lan erkennt diefen Fifch an feinen mit Schuppen befetzten FlofTen, wovon l8> 
die an der Bruft nur am Grunde, die am Bauche bis über die Hälfte, und die Der Ca- 
übrigen aber ganz damit bedeckt find. - b ' 



9 6 Der Caflagnol. 

In der Kiemenhaut bemerkt man fünf, in der BruftflofTe zwanzig, in 
der Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe zwey und dreifsig, in der Schwanz- 
flofle zwey und zwanzig, und in der RückenflofTe acht und dreifsig 
Strahlen. 

Der Körper ift zufammen gedrückt, vorn breit und am Schwänze fchmahl; 
der Kopf ift fehr abfehüfsig, und bis auf die Nafe mit Schuppen befetzt. Von 
den Kinnladen ift die untere dielängfle, und mit zwey Reihen dünner, fpitzer 
Zähne befetzt, wovon die in der innern Reihe die längften find. In beiden 
find fie einwärts gekrümmt und von einander entfernt, zwifchen denen man 
kleinere andere Zähne wahrnimmt. In der untern Kinnlade ift vorn eine Reihe 
ähnlicher Zähne vorhanden, hinter welchen fehr viele kleine rafpelartige zu fehen 
find. Mitfolchen ift auch die Zunge hinten, und der Schlund und der Gau- 
men vorn bewaffnet. Die Lippenknochen find lang und breit- die Nafenlöcher 
einfach und dicht an den Augen befindlich: diefe find grofs, und haben einen 
fchwarzen Stern, der in einem filberfarbenen Ringe fleht. Die Kiemendeckel 
find glatt, und die Kiemenöffnungen fehr weit. Die Schuppen find weich, glatt, 
und mit einer Haut überzogen. An der After- und RückenflofTe find auch die 
Strahlen mit Schuppen bedeckt. Die Seitenlinie ift nahe am Rücken, und hin- 
terwärts gekrümmt, und der After dem Kopfe näher, als der Schwanzflofle. 
Die fämmtiiehen FlofTen laufen in eine Spitze aus, und haben vierzweigige 
Strahlen j nur die drey erften.in der Rücken-, die zwey vordem in der After- 
und der erfte in der BauchflofTe find hart. Am Grunde der letztern nimmt 
man eine Mittelflofie wahr. Der Rücken ift fchwarz, die Seiten find heller, 
und nach dem Bauche zu filberfarben. 

Diefer Fifch, den Rai zuerft befchrieb, und den Jonfon (i 68 O bey der 
Ebbe am Strande der Bucht Middelburg fand , gehört wahrfcheinlich im nörd- 
lichen Ocean zu Haufe, und ift nur durch einen Zufall dahin gerathen. Pen- 

nant 



Der Caßagnol. 97 

nant rechnet ihn zwar zu den Fifchen Englands ä) , und Duhamel zu denen von 
Frankreich £) : allein da keiner von beiden, weder von feinem Fange, noch 
von feinem Werthe und feiner Zubereitung etwas erwähnt; fo mufs er alfo da 
nicht häufig feyn. Der eigentliche Aufenthalt ift mir daher unbekannt. Er 
hat auch mit andern See- und Flufsfifchen zu wenig Aehnlächkeit, als dafs zu 
vermuthen wäre , er werde unter dem Nahmen anderer Fifche, wie diefes bey 
mehreren der Fall ift, verkauft. 

Derjenige, den Rai befchrieb, war fechs und zwanzig Zoll lang, und 
fechszehn breit; die Länge des dühamelfchen betrug achtzehn , und die Breite 
zehn Zoll, welche Gröfse der meinige um ein weniges überfteigr. 

In England wird er Toothed- Gilt-Raed, und in Frankreich und Deutfch- 
land Cafiagnole genannt. 

Rai t der unfern Fifch zuerft befchrieb, brachte ihn zu den Karpfen c): 
allein, da er den Mangel der Zähne als das Kennzeichen diefer Fifche angiebt, 
der unfrige hingegen damit verfehen ift ; fo kann er auch nicht darunter gerech- 
net werden. Auch hat er die rafpelartigen Zähne überfehen. 

Im Willughby finden wir die erfle Zeichnung d), in der aber die Rticken- 
und Afterflofie ohne Schuppen, und die Strahlen in derfelben einzeln vorgeftellt 
find. Auch ift die Mittelflofle und die Seitenlinie darin übergangen worden. 
Die beiden letzten fehlen auch der Abbildung, die uns Herr Pennant von die- 
fem Fifche gegeben hat e), und die beiden Hundszähne in der Unterkinn- 
lade, die diefer Schriftfteller bemerkt hat/), finde ich weder in meinem Exem- 



a) B. Zoolog. III. p. 243. n. 114. d) Ichthol. tab. V. 12. 

h) Trait. de Pech. Tom. III. p. 36. e) B. Zoolog. III. tab. 43. 

c) Synops. Pifc. p. 115. n. 4. f) — — p. 243. 
Allg. Naturg. d. Fifche. Th. vnr. N 



98 . Der Caßagnol 

plare, noch haben Rai und Duhamel fie bemerkt. Letzterer gab uns eine 
neue und gute Abbildung, es find- jedoch darin die Schuppen auf den FlolTen 
nicht angedeutet, und im Text finde ich auch keine Erwähnung davon. Auch 
finde ich nur die erften drey, nicht aber, wie diefer Schrifcfleller angiebt, 
fechs Strahlen in der RückenfiofTe hart. Ferner find nicht die vorderften acht 
Strahlen in der Rücken- und AfterHofTe die längflen, fcndern in erllerer ift es 
der vierte bis zehnte , und in letzterer der dritte bis (leben te. 

Die Beschreibung (Wohl, als Abbildung, die wir in dem Werke Defirip- 
tions des Arts & Metiers finden, find aus Duhamel copirt. 

Es wundert mich, dafs der Herr Abbe' Bonnaterrc in dem erft kürzlich er- 
schienenen ychthyologifchen Theile der Encyclopedie diefen Fifch nur aus Pen- 
nant, deifen Abbildung er copirte, kennt, und ihn mit einem neuen Nahmen 
Breme dente belegt, da er doch die richtigere Benennung und belfere Zeich- 
nung feines Landmannes, des Duhamels hätte gebrauchen können. 

Obgleich unfer Fifch bereits vom Rai befchrieben, und vom Wilhiohby abge- 
bildet war, fo haben ihn deffen ungeachtet Artedi und Zinne' in ihr Syftem nicht 
aufgenommen. Auch in der neuen fehr vermehrten Gmelinfchen Ausgabe des 
Linne'ifchen Syftems ift er ausgeladen worden. Endlich ift noch zu bemerken, 
dafs" in Frankreich unter dem Nahmen Caßagnol noch drey andere Fifche be- 
kannt find. Zwey davon führt Herr Duhamel, und einen Herr Rrünniche an. 

Der Cafkgnol der Genuefer und der Sardinier ift auch nicht unfer 
Fifch, fondern der oben erwähnte BorftenflorTer. 

Ich finde nicht die minderte Aehnlichkeit zwifchen der zweiten Art von 
Scare des Rondelet und dem unfrigen, die Duhamel bemerkt. Man ver- 
gleiche nur die Zeichnung des Sears, der in der lateinifchen Ausgabe auf der 
iöcjten und in der franzöfifchen auf der I46ten Seite befindlich ift, mit un- 
ferm Fifc&e, fo wird man mein Urtheil gegründet finden. 



Die Rothfchuppe. 



99 



DIE ROTHSCHUPPE. 

Spams Erythrinus. 
CCLXXIVte Tafel. 



Zwölf Stacheln am Rücken, zwey Reihen Backzähne, K. 5, Br. 17, B. -}, 

A. T V> S. 10, R. i-f. 

Sparus fpinis dorfalibus duodecim , ordine dentium maxilarum duplici. B. V, 

I III XII 

P.XVII, V. — , A. , C.XX, D. . 

r * VI XII XXII 



Sparus Erythrinus. S. caudafubintegra, cor- 
pore rubro. Lim. S. N. p. 469. n. 10. 
edit. Gmel. p. 1272.11. 10. 

Sparus totus rubens, iride argentea. Arted. 
Gen. p. 36. n. $< Syn. p. 59. n. 5. 

Sparus Erythrinus. S. corpore argenteo ru- 
bente, Maflil. Pageau, Pageur. Brunn. 
Pifc. Mafs. p. 43. n. 58. 

Erythrinus. Cetti Fauna Sardin. p. 29. il 
Pagello. Naturg. v. Sardin. Th. III. S.I2 8- 

11 Pagella. Forskael Defcript. Animal. p. 
XVIII. 



Synagris, capite complanato, argenteo, 
ventre fubalbido, corpore reliquo ru- 
befcente; ore parvo, mediocribus & 
acutis dentibus ; dorfali pinna fpinofa, 
aequaliter a capite & cauda diffita. 
Klein Mifs. Pifc.V.p. 52. n. 14. 

Erythrinus primus, feu major, vulgo 
Bouccanegre. Pfänder M. S. 

Fragolinus. Jovius de Pifcib. Rom. c, 13. 

Erythrinus, feu Rubellio. Bell. Aqu. p. 185. 
— — — Aldrov. de Pifcib. 

P- 154- 

N 1 



100 



Die Rothfchuppe. 



o E' r *e<«lf & i&v»<. ArifiouYxb.^.c.ii. Le Pagel. Bonnate'rre Encycl. Ichthyol. 



lib. 6. c. 13. & Üb. 8. c. 13. 

ifüfinf. Oppian. Haliaet. lib. I. p. 108. 

— ■ Schneid. Arted. p. 92. n. 5. 
Erythrinus. Plin. lib. 9. c. 16. 52 & lib. 
32. c. 9. 10. 
— Rondel. de Pifcib. I. p. 144. 

Pajeau ou Pagel, Pageu a Antibes.- Duham. 



P- 99- PI- 49-% 18 5- 

— — Rondel. Hifioire de PoifT. I. p. 

I2g. 

— — -Bomarc Diftion. d'Hiftoire Na- 
tur. Tom. VIII. p. I54 . 

Die Rothfchuppe. Müll. L. S. Th. IV. 



19. 



S. 1 84. 

Trait. de Pech. Tom. Meerbrachfem mit u. f. w . Neuer Schaupl. 
IIL P- 2 9- d - Nat.Gefch. Th. V. S. 479. n. 14. 

— — Defcript. des Arts & Fragolino. Salvian. Aquat. p. 238. b. 

de Metiers, Tom. XI. p. 503. 

JJie zwölf harten Strahlen, womit die RückenflofTe bewaffnet ift, und die 
Die Roth- doppelte Reihe Backzähne und diefes Fifches Kennzeichen, 
fchuppe. In der Kiemenhaut finde ich fünf, in der BruftflofTe fiebzehn, in der 

Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der Schwanzflo/Te zwanzig, und 
in. der RückenflofTe zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift abfchüfsig, und oben bis an's Genicke, und auf den Seiten 
bis an die Kiemendeckel fchuppenlos; die Kinnladen find gleich lang, die obere 
ift mit zwey Lippenknochen verfehen, und beide find ftark bewaffnet. Die 
Vorderzähne find ftark und fpitzig, die an den Seiten periförmig, und hinter 
den vordem viele kleine fpitze in zwey Reihen geordnete Zähne fichtbar. Die 
Nafenlöcher find doppelt, die Augen grofs, und ihr fchwarzer Stern wird von 
einem gelben und filberfarbenen Ringe umgeben. Die Zunge ift frey, fchmahl 
und fo wie der Gaumen glatt. Der vordere Kiemendeckel beftehet aus zwey 
ftumpfwinklichen Blättchen, und der hintere ift abgerundet; dieKiemenöffhungift 
weit, die Kiemenhaut bedeckt, und an der innern Fläche des Vorderkiemen- 



DU Rothfchuppe. iox 

deckeis eine einfache Kieme fichtbar. Der Rumpf ift breit und dünn; die 
Schuppen find glatt, und bilden an der After- und Rückenfioffe eine Furche. 
Der Rücken und Bauch find rundlich, und der After ift der SchwanzflofTe näher 
als dem Kopfe. Die rofenrothe Farbe an den Seiten, die die Alten verlieren, 
und durch welche die iilberglänzenden Schuppen durchfpielen, giebt dem Fifche 
ein fchönes Anfehen. Am Bauche ift er allezeit weifs , und die FlofTen fpielen 
in's röthliche. Die RückenflofTe ift aus zwölf harten , und aus zehn vier- 
zwei<»igen weichen, die AfterflofTe aus drey harten, und aus neun dreizweigigen 
weichen, und die BauchfloiTe aus einem einfachen, und aus fünf dreizweigigen 
weichen Strahlen zufammen gefetzt. 

Diefer Fifch Mit fich in vielen Meeren auf. Die Griechen kannten ihn 
aus ihrem Meere; Jovius ä) und Salvian h) rechnen ihn zu den römifchen, 
Cettic) zu denfardinifchen, Forskäl d) zu den malthefifchen, Brünniche e) zu 
den marfeillifchenFifchen, und Piümier zeichnete ihn nach der Natur auf den 
antiliifchen Infein. 

Von Arißoteles f) wird diefer Fifch zu den in der offenen See fich aufhal- 
tenden, und vom Oppian g~) zu den Uferfifchen gezählt. Beide haben nur zum 
Theil Recht; denn im Winter hält er fich in erfterer. und im Frühjahre und 
Sommer in letzterer Gegend auf, um an den flachen Ufern feinen Laich abzu- 
fetzen, und da in diefer Abficht mehrere Fifche dahin kommen, fo verweilt er 
dafelbft noch nachdem er feinen Laich abgefetzt hat, eine Zeitlang, um 



a) De Pifcib, Roman, c. 13. De Pifs. Mafs. n. 58. 

b) De Aquat. p. a3g. b. /) H. N. üb. 4. c, in 

e) Faun. Sardin. p. ac>. g) Haliaet. üb. 1. p. 108 

d) Defcript. Anira. p. XVIII. 

N 3 



10 2- DU Rothfihuppe. 

feine Gefräfsigkeit an der jungen Brut zu füllen, und da er mit einer doppelten 
Reihe von Backzähnen verfehen ift; Co fucht er auch die hartfchaaügen Seege- 
fchögfe, als: Mufcheln, Schnecken, Krebfe u. f. m. auf. 

Seine Gröfse wird von verfchiedenen Schrifcftellern verfchieden angegeben. 
So behauptet Salvian Ä), dafs er höchft feiten über eine Hand breit angetroffen 
werde; Brünnichc i) fah ihn bey Marßlk anderthalb Spann und drüber lang, 
und aus der Handfchrift des Paters PlümUr ergiebt fich, dafs er an den antiili- 
fchen Infein über einen Fufs grofs werde. Die Urfache diefer verfchiedenen 
Gröfse ift theils die mehr oder minder häufige Nachftellung , theils der Man- 
gel oder Ueberflufs an der Nahrung mancher Gegenden. 

Die Zeichnung, die ich hier mittheile, ift vom Plümier. Ich habe He 
mit den Originalen, die ich von diefem Fifche befitze, verglichen, und fie voll- 
kommen, bis -auf die Gröfse, übereinftimmend gefunden. 

Diefer Fifch, und befonders, wenn man ihn zur Winterzeit in der vollen 
.See fängt, hat ein weifses, fettes und fehr wohlfchmeckendes Fleifch, und 
wird fein Gefchmack, wenn er gebraten wird, noch um einen grofsen Theil er- 
höhet. Ja, Jovias k) fagt fogar, dafs, wenn man ihn gleich nach dem Fange 
brate, ihn einige Tage in gewürztem Pommeranzenfaft liegen Iafle, und dann 
kak verzehre, er am Gefchmack'e alle übrigen gebrarnen Fifche übertreffe. 

Seine Laichzeit fällt im April, da man zu Anfange diefes Monaths feine 
Eyerftöcke angefchwollen findet. Er vermehrt fich fehr ftark, und feinWachs- 
thum hängt von der mehr oder minder nahrhaften Gegend feines Aufent- 
halts ab. . 



h) Aquat. p.238. b. jfc) De Pifc. rom, c. 13. 

i) Pifc. Mafs. p. 43^ 



Die Rothfchuppe. 103 

Er gehört zu den Raubfifchen, die ilch haufenweife beifaramen halten, 
und verzehrt nicht nur kleine Fifche, fondern, wie bereits erwähnt worden, viele 
hartfehaaligen WafTergefchöpfe. x 

Die Leber diefes Fifches ift weifslicht, und beftehet aus einem langen, und 
einem kurzen Lappen; unter jenem liegt ein langer dünnhäutiger Magen, an 
de/Ten Ende einige wurmförmige Anhängfei befindlich find; die Gallenblafe ift 
grofs; der Darmkanal ift lang, und hat mehrere Umbeugungen; der Milch 
und Rogen ift doppelt; die Milz grofs und fchwärzlich. 

Die Deutfchen nennen diefen Fifch die Rothfchuppe; die Holländer 
Roode Brafern; die Fran^oßn Paget und Pageur, und die Marfeiller befonders 
Pageau, und zu Antibes Pageu; in Rom ift er unter dem Nahmen Frangolino 
und Fragolino ; in Venedig unter Alboro und Arboro ; in Spanien unter Pogel ; 
in Malt ha unter Pagella; in Sardinien unter Pagello; und auf den antillifehen 
Infein unter Bouccanegre bekannt. 

Wenn Linne eine nur wenig vertiefte SchwanzflofTe mit zum Kennzeichen 
diefes Fifches angiebet /), Co mufs er entweder ein verftümmeltes Exemplar, 
oder eine fehlerhafte. Zeichnung vor fich gehabt haben: denn nicht nur die drey 
Exemplare, die ich befitze, und die Plümierfche Zeicnung haben eine gabel- 
förmige Schwanzfloffe, fondern auch die Befchreibungen des Be Hon ni) , die 
Zeichnung des Rondekt n) und des Salvian 0) ftimmen darin überein. 

Arifloteks irrt, wenn er glaubt, dafs es bey diefem Fifche kein Milcfeer 
gäbe p), dafs er fich ohne Männchen fortpflanzen könne und dafs man ihn 



/) S. N. p. 369. n. 10. o) Aquat. p. 238- b. 

m) Aquat. p. 18*5. p) H. N. Üb, 4. c- II. 

n) De Pifc. p. 144. 



i<H Die Rothfihuppe. 

zu allen Jahreszeiten mit Rogen angefüllt finde: denn Jovius fah oft von un- 
ferm Fifche Milcher und auch den Rogen ohne Eyer q\ Wenn aber diefer 
Schriftfteller daraus den Schlufs macht, dafs diefes Umftandes wegen, der Ery- 
thrinus des Arifiotehs mit dem Fragolino der Römer nicht einerley Fifch'fey ; fo 
hat er dem Arifiotehs zu viel geglaubt. Man hat bey vielen Fifchen wahrgenom- 
men, dafs es mehr Rogner als Milcher giebt, wahrfcheinlich hatte Arifiotehs 
lauter Weibchen, die eben voll Rogner waren, gefehen, und daraus den 
Schlufs gemacht , dafs es bey diefer Art gar keine Männchen gäbe. Pliniüs, 
der blofs gefammelt., aber felbft keine Beobachtungen gemacht hat, ift blofs 
der Wiederhall feines Vorgängers, und fagt daher ebenfalls, dafs unfer Fifch 
aus nichts, als aus Weibchen beftünde, die beftändig trächtig wären r). 

Müller hat unrecht, wenn er den Karfe des Olaffen zu unferm Fifche an- 
führt s): denn, wie man aus der von Olaffen mitgetheiken Zeichnung fiehet i), 
fo ifl es ein fchmahler Fifch, der achtzehn Strahlen in der RückenflofTe, und eine 
runde SchwanzflofTe hat, lauter Merkmale, die fich an dem unfrigen nicht finden. 

Die erfte Abbildung von diefem Fifche hat uns Bellon im Holzfchnitt u), 
und nicht lange nachher Salvian eine in Kupferftich geliefert x): beide find für 
ihr Zeitalter gut genug. Eben diefes gilt auch von der bald darauf erfolgten 
neuen Abbildung des Rondeht j). 

Auch 



q) De Pifcib. Rom. c. 13. s~) Prodr. Z. D. n. 380. 

r) Seine Worte find: In quodam genere om- i) Island, tab. 29. 

tiino non funt mares, ficut in erythrinis & li) Aquat. p. 186. 

Chanis. Omnes enim ouis gravidae capi- x) Aquat. p. 236.' 

iuntur. H.N. üb. 9, c. 16. y) De Pife. p. 144. 



Die Rothfchuppe. 105 

Audi Gefiier gab uns eine neue Abbildung, die er in Venedig machen lief«, 
und die nach feinem eignen Geftändnifie fchlechter, als die des gondelet 

In der Folge beforgte ALdrovand zwey neue Abbildungen ad) , die noch 
weit fchlechter find, und widerfpriebt Geh felbft bh), indem er die Länge des 
Fifches nur eine Hand breit angibt, und ihn doch weit länger vorteilt. 

Willughby cc) hat den Salyian, Jonfion dd) den Gefner , und endlich 
Ruyfch et) den Jonfion copirt. Die Zeichnung, die wir in den erft kürz- 
lich erfchienenen Theüe der Encyclopedic methodique finden ff) , find in der 
Bauch- Bruft- und Afterfloffe alle Strahlen weich vorgeßellr. 

Zu den Zeiten, da man alles nach der ariftotelifchen Philofophie erklärte, 
war es leicht, einem jeden Gefchöpfe, nach feinem praedominirenden Elemente eine 
Heilkraft anzudichten. Da nununferFifch kein fchleimiges., fondern ein trocknes 
Fieifch hat , fo mufste auch der Genufs defTelben , dem Galenus zu Folge , den 
Durchfall, woran eine überflüfsige Feuchtigkeit fchuld ift, hemmen: da er aber, 
als Fifch überhaupt betrachtet, von feuchter und kalter Natur ift, fo nimmt es 
Jov'ius den Aerzten übel, dafs fie ihn in hitzigen Krankheiten verboten } da 
doch Hippocrates ausdrücklich behauptet, dafs in diefen Krankheiten feuchte 
Mittel heilfam wären gg). 



$ Aquat. p. 365. dd) De Pifc. tab. iS. fig. 6. 

aa) De Pifc. p. 154. 155. ■«) Theat. Anim. tab. ig. fig. 6. 

W) I. a. B. p. 153. fD Ichth - Pl- 49- H- 185. 

cc) Icht. tab. V. O. gg) De Pifc. rom. c. 13. 



Allg.Naturg.d.Fifche. Th.vm. Q 



106 Der Blauflreiff. 



Dritte Abtheilung, 
MONDSCHWÄNZE. 



DER BLAUSTREIF F. 
• Labrus trivittatus. 
CCLXXVte Tafel. 

Drey blaue nach der Länge laufende Streiffen. K. 5, Br. 16', B. -f-, A. ■&, 
S. 18, R. if. 

Sparus vittis trihus caeruläs, B. V, P.XVI, V. , A C XVI IT 

VI x 3 ; * 

XIX 



20. Uie drey nach der Länge laufenden blaue Streiffen machen diefen Fifch 
Der Blau- kennbar. 
ftreiff. In der Kiemenhaut hat er fünf, in der BruftflofTe fechszehn, in der Bauch- 

flofTe fechs, in der Afcerflofle zehn, in der SchwanzfloiTe achtzehn, und in der 
RückenflofTe neunzehn Strahlen. 

Der Kopf ift abfchüfsig, zufammen gedrückt, und bis auf die Kiemen- 
deckel fchuppenlos. Die Nafenlöcher find einfach , rund, und den Augen 



Der Blaufireiff. ioy 

naher als der Mundfpitze. Die Kinnladen und gleich lang , vorn mit vier 
Hundszähnen, und hinter diefen, ingleichen auf den Seiten, mit vielen kleinen 
fpitzen Zähnen bewaffnet, wovon jedoch die in der untern die gröfsten find. 
Der Gaumen, die Kiemendeckel und Schuppen find glatt; die Kiemenöffnung 
ift grofs, und die Kiemenhaut halb bedeckt. Der Kumpf ift fchmahl; der 
After vom Kopfe weiter als von der SchwanzflofTe entfernt, und die Seitenlinie 
in der Nähe des Rückens .befindlich. 

Die drey erwähnten blauen Streiften fangen hinter dem rothen Augenringe 
an , endigen iich an der SchwanzflofTe ; und geben dem Fifche , da fie auf dem 
Silbergrunde gut abftechen, ein fchönes Anfehen. Die Bruft- und Bauchfloflen 
find röthlich., die übrigen zum Theil gelb, und zum Theil blau. In allen 
find die weichen Strahlen vierzweigig. Die RückenflofTe hat eilf , die am 
After drey , und die am Bauche einen harten Strahl. 

Diefer Fifch gehört in Japan zu Haufe. 



O i 



io8 Der Anker {ahn. 



DER ANKERZAHN. 

Spams Anchorago. 
CCLXXVIte Tafel. 

Dreizehn Stacheln am Rücken, die Hundszähne auswärts gerichtet. K. < t 
Br. ij, B.-f, A.^, S. 16, R. |£ 

Spar us aculeis dorfaübus tredecirn , dentibus caninis exertis. B. V > P, XV. ', 

v.L,A.EL,c.xri,D.EE. 

VI XII XXI 



~ J\lan erkennt diefen Fifch an den dreizehn Stacheln in der RückenflofTe, und 

Der Anker- ^ en aus wärts flehenden Hundszähnen. Die in der Unterkinnlade gleichen, da 

zahn. fie vorn und auf den Seiten auswärts gerichtet und einwärts gekrümmt find, 

einigermafsen einen Anker. Ich habe daher Gelegenheit genommen, ihn den 

Anker^ahn zu nennen. Anehorago nennten die Alten den Lachs, weil bey 

dem Männchen die Unterkinnlade hakenförmig gebogen ift. 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in der Bruftflofie fünfzehn, in 
der Baucbflofie fechs , in der Afterflofie zwölf > in der Schwanzflofle 
fechszehn, und in der Rückenflofle ein und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift ftark, abfchüfsig, auf den Seiten zufammen gedrückt, und 
bis auf die Kiemendeckel fchuppenlos; die Mundöffnung ift weit, die Lippen 
find ftark, und von den Kinnladen ift die untere die längfte. Aufser den 



Der Anker [ahn. ro^ 

erwähnten Hundszähnen, davon man unten vier und oben 'zwey wahrnimmt, 
find an den Seiten noch eine Reihe kleiner, fpitzer Zähne, und in der Ober- 
kinnlade am Winkel ein hervorftehender Zahn befindlich. Die Zunge, der 
Gaumen und die Kiemendeckel find glatt. Die Nafenlöcher find einfach, und; 
dicht an den Augen befindlich; diefe flehen nahe am Scheitel, haben einen 
fchwarzen Stern, der von einem Bläulichen Ringe umgeben wird. Die Kie- 
menöfTnung Hl fehr weit, und an der innern Seite des Vorderkiemendeckels 
eine einfache Kieme fichtbar. Der Rumpf ift zufammen gedrückt,, am Rücken 
fcharf, am Bauche rundlich, und mit grofsen, glatten Schuppen bedeckt. 
Die Seitenlinie ift in- der Nähe des Rückens, befindlich ^ und bildet wie jener 
einen flachen Bogen. Die Rückenfloffe ift bey diefem Seebraflem nicht Co 
lang, als bey den vorhergehenden. Sie beftehet aus dreizehn mit Fafern 
verfehenen Stacheln,, und acht vierzweigigen weichen Strahlen. Die Afterflafte 
ift aus drey harten, und neun weichen, und die BauchflofTe aus einem harten 
und fünf weichen zufammen gefetzt; die letztern find fowohl in diefen als 
in den übrigen Flößen vierzweigig. Die BauchflofTen flehen weiter hinter- 
wärts, als die BruftflofTen; alle laufen in eine, und die am Schwänze 
in zwey Spitzen aus. Der Kopf und die FlofTen find röthlich ., und nur die 
am Rücken ift bläulich, von welcher Farbe auch die queer über den Rumpf 
laufende Bänder find. Die Grundfarbe ift gilb ins- rothe fpielend. 

Da ich diefen Fifch aus einer hoilänthfchen Auction erhalten habe; fo 
kann ich weiter nichts mit Gewifsheit von ihm fagen, als dafs er feines ßark 
bewaffneten Mundes wegen , unftreitig zu den Raubfifchen gehöre». 



G 3. 



Der japanifche Braßetn. 



DER JAPANISCHE BRASSMM. 

Spams japonicus. 
CCLXXVIIte Tafel/ Fig. r. 

Zehn Stacheln am Rücken. K. 5, Br. 18, B. £, A. Jg-> S. iS, 
R 10 

Spams aeukis dorfalibus Jecem. B. V, J?. XVIII, V. — , A , 

,c. xvni, n. JL 

= Da:alle Mondflofler, die ich befchreibe, mit mehr oder weniger als zehn 
2.2. 
Der japafii- Stacheln am Rücken verfehen find; fo .dient die Anzahl .von zehnen für un- 

■fche ,Braf- fern 'Fifch zum Unterfcheidungszeichen. 

^ em ' In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der Bruftflofie achtzehn, in der 

Bauchflofie fechs, in der AfterfiofTe^zelnr, ;in der SchwanzflofTe achtzehn , und 
in der RückenflofTe neunzehn Strahlen. 

Der Kopf ift kurz, abfehüfsig, zufammen gedrückt und bis an die Kie- 
mendeckel fchuppenlos; die Kinnladen, wovon die unterße die längfte ift, 
ifind 3iur :mit einer Reihe kurzer fpitzer Zähne verfehen; der Gaumen und 
die Zunge und glatt; die Lippenknochen lang und breit; die Nafenlöcher 



Der japanifche BraJJem. r i r 

einfach, und dicht an den Augen befindlich: diefe find grofs, flehen nahe 
am Scheitel und haben einen blauen und einen filberfarbenen Ring. Die 
Kiemendeckel find glatt, die KiemenöfFnung ifl fehr weit und die Kiemen- 
haut liegt verborgen. Der Rumpf ifl zufammen gedrückt, die Seitenlinie ge- 
rade und nahe am Rücken befindlich. Der After liegt der Schwanzflofle 
näher, als dem Kopfe. Die Schuppen find grofs und glatt, und bilden am 
Rücken eine Furche. 

Die Rückenflofle ifl aus zehn harten und neun weichen, die After- 
flofTe aus drey harten und fieben weichen, und die lange BauchflofTe aus 
einem harten und fechs weichen Strahlen zufammen gefetzt. Bey alllen 
ifl ein Theil roth und der andre grau. Alle weichen Strahlen find, bis auf 
die erflen, vierzweigig. 

Der Kopf ifl nach oben zu gelb, unten filberfarben und am Kiemen- 
deckel grün, der Rumpf ifl an den Seiten filberfarben und am Rücken grünlich, 
Tom Kopfe bis nach dem Schwänze fieht man gelbe Linien. 

Der dem Fifche beigelegte Nahmen zeigt fein Vaterland an. 



Der furinamfcfie Braffem. 



DER SURINAMSCHE BRAS8EM. 

Sparus furinamenfis. 

CCLXXVIIte Tafel. Fig. 2. 

Fünfzehn Stacheln am Rücken, die Seitenlinie unterbrochen. K. j, Br. 1 j, 
B.£, A. A, S. 16, R.-Ü-. 

Sparus aculeis .tredecim dorfaübus^ linta Jattrali Interrupt cu JB.V, P. XV, 

V.J-.A^CXVI.V.. XV 



VI „XI XXV III 



~T JL3ie Fünfzehn Stacheln in der Rückenfloßfe, und die unterbrochene Seiten- 
Der fürt- linie machen die Merkmahle diefes Fifches aus. 
anamfche J n <J er Kiemenhaut hat diefer JEifch fünf, in der BruftflofTe funf- 

fflralfem. ^^ i n der BauchflofTe fechs, in der ÄfterflofTe eilf, in der SchwanzflofTe 
iechszehn , und in der RückenflofTe acht und zwanzig Strahlen.' 

Der Körper ift dünn rJ der Kopf ftark abfchüfsig, und bis an die Kie- 
mendeckel fchuppenlos; die MundöfTnung ift klein ; die Kinnladen find gleich 
lang und mit einer Reihe kleiner fpitzer Zahne befetzt. Der Gaumen, die 
Zunge und die Kiemendeckel find glatt ; die Nafenlöcher einfach , und 
ilehen zwifchen den Augen und der MundöfTnung in der Mitte; erftere haben 
=einen fclwarzen Stern, und einen filberfarbenen Ring. Die Kiemen Öffnung 

ift 



Der ßirinamfche Brajjcm. 1 1 3 

ift weit, und die Kiemenhaut iiegt verborgen. Die Seitenlinie ift, wie ge- 
wöhnlich, am Ende der RückenflofTe unterbrochen, und der Fortfatz fängt 
diefer gegen über an, und geht in gerader Richtung bis nach der Mitte 
der Schwanzflofle. Der After liegt letzterer näher als dem Kopfe. Die 
Schuppen find glatt, dünn, am Rumpfe gröfser, als an den Kiemendeckeln, 
am vordem kleiner als am hintern, und am kleinften die an der Bruft be- 
findlichen. 

Die Grundfarbe des Fifches ift gelblich und roth bandirt. Die Flof- 
fen find gelblich und braun geftreifft , und auf den Seiten nimmt man 
drey fchwarze Flecke wahr, wovon einer nahe am Kiemendeckel, der zweite 
in der Mitte des Körpers, und der dritte dicht an der SchwanzflofTe befind- 
lich ift. Die weichen Strahlen find zart, und gröfstentheils nur gabelförmig. 
Die RückenflofTe ift aus fünfzehn harten und dreizehn weichen, und die After- 
floße aus drey harten und acht weichen Strahlen zufammen gefetzt. Die 
Bauchflofie ift lang und hat nur einen fteifen und fünf weiche Strahlen. 

Der ihm beigelegte Nahmen zeigt den Ort feines Aufenthalts an. 



Allg. Naturg. d. Fifche. Th. vnr, 



* 1 4 Der Hundszahn. 



DER HUNDSZAHN. 

Sparus Cynodon. 
CCLXXVlIIte Tafel, 

Vier Hundszähne in der Oberkinnlade, vierzehn Strahlen in der Afterflofle. 
IL 5, Br. ij, B. £, A. T V, S. 10, R. ||. 

Sparus dentibus caninis quatuor in maxilla fuperiore, radiis quatuordecim in 
pinna ani. B. V, P. XV, V. — , A. ~—, C. XX, D. ■ * 



VI XIV ' J 'XXV 



24. JL/ie vier Hundszähne, die man nur in der Oberkinnlade wahrnimmt, und 
Der Hunds- die vierzehn Strahlen in der Afterflofle geben für diefen Fifch einen Unter- 
fcheidungskarakter ab. 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der Bruftflofle fünfzehn , in der 
BauchflofTe fechs, in der Afterflofle vierzehn, in der SchwanzflofTe zwanzig, 
und in der Riickenflöfle fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift bis auf die Kiemendeckel fchuppenlos; die Augen lind 
länglich, ihr Stern ift fchwarz und ihr Ring blau. Die Nafenlöcher find 
einfach, länglich und dicht an den Augen befindlich. Die Kinnladen find 
gleich lang, und mit einer Reihe von einander entfernter Zähne, wovon die 
in der untern, nach den erwähnten Hundszähnen, die ftärkften find, bewaffnet 



Der Hundszahn. 1 1 «f 

Die Kiemenhaut liegt zum Theil bedeckt ; die Seitenlinie läuft nahe am Rücken, 
und der After ift der Schwanzflofle näher als dem Kopfe. Die Schuppen 
find glatt, dünn und klein. 

Der Kopf, die Seiten , und der Bauch find filberfarben ; der Rücken 
ift bräunlich in's Grüne fpielend ; die Bruft- Bauch- und Schwanzflofle ift 
roth ; die Rücken- und Afterflofle vorn blau und hinten roth. Die 
Rückenflofle .hat eilf und die Afterflofle drey harte Strahlen. Die weichen 
find vierzweigig. 

Diefen Fifch habe ich aus Japan unter dem Nahmen Ican Caccatoea 
Jju erhalten , wofelbft er von den dafigen Holländern JPapageyfifch genannt 
wird. Da ich indeflen fehr viele Pifche von daher unter diefem Nahmen 
erhalten habe, fo habe ich von den erwähnten Zähnen feine Benennung 
hergenommen. 



P 2 



ii 6 Der VUrßachel. 



DER VIERSTACHEL. 

Spams tetracanthus. 
CCLXXIXte Tafel. 

Vier Stacheln in der Afterfloffe. K. . . . , Br. 13 , B. |, A. T * r , S. n } 



Sparus aculäs guatuor in pinna ani. B. . . . . F. XIII > V. . A. — 

VIII XI' 

XI 
C.XXII, D. 



XVIII 

Anthias maior. Pliimier M. S. 



25 Uie vier Stacheln in der Afterflofle unterfcheiden diefen Fifch von den 
Der Vier- übrigen feines Gefchlechts. 
ftachel. i n fe T BruftflofTe zählt man dreizehn, in der BauchflofTe acht, in der 

AfterflofTe eilf, in der SchwanzrlofTe zwey und zwanzig, und in der Rücken- 
flofle achtzehn Strahlen. 

Der Kopf ift fehr abfchüfsig, und bis auf die Kiemendeckel fchuppen- 
Ios; die Lippenknochen find breit, die Kinnladen von gleicher Länge, und 
die doppelten Nafenlöcher zwifchen der Mundfpitze und den Augen in der 
Mitte ; letztere find länglich und haben einen fchwarzen Stern in einem 
filberfarbenen Ringe. An den Kiemendeckeln find die Schuppen kleiner als 



Der Vierfiachel, tif 

am Rumpfe. Die KiemenöfFnung ift weit und von den Strahlen in der 
Kiemenhaut find in der Zeichnung, die ich aus dem Pater Plümier entlehnt 
-habe, nur drey fichtbar. Der Rumpf ift breit r die Seitenlinie nahe am 
Rücken , und wie diefer gebogen. Der After liegt mitten im Körper. 
Die Rückenflofle hat eilf einfache harten und fieben vierzweigige weichen 
Strahlen; die Afterfiofle vier von erfterer und fieben von letzterer Art, und 
die übrigen FlofTen beftehen aus vielzweigigen Strahlen. Die BauchflofTe 
hat diefes vor allen andern ährer Art bey den übrigen BrafTemen, befonders, 
dafs fie aus einem harten und fieben weichen Strahlen befteht. 

Der Kopf> der Rücken und die Floflen find blafsgelb und fpielen ins 
violette; der Bauch ift filberfarben., und beim Anfange der Seitenlinie ift ein 
weifser und fchwarz eingefafster Fleck fichtbar. 

Die antillifchen Infein find , dem Pater Plümier zu Folge^ das Vaterland 
diefes Fifches. Er erreicht eine anfehnliche Gröfse, da die plümierfche 
Zeichnung weit gröfser ift, als die, welche ich hier mittheäle. 



* 3 



j i 8 Von den Lippfifihen überhaupt. 



LVHtes GESCHLECHT 

LIPPFISCHE. 
Labrus. 



Erster Abschnitt. 

Von den Lip pfifc he n überhaupt. 

Die Lippen faltig, die Lippenknochen bedeckt. 

Pifces lab'üs plicatis maxiliis externis teäis: 

Labrus. Linn. S. N. Gen. 166. p. 473. WrafTe. Pennant. B. Zoolog. III. Gen. 26. 
edit. Gmel. p. 1283. p. 244. 

— Artedi. Gen. 27. p. 33. Syn. Labre. Bonnaterre Encycl. Ichth. gen. 14. 

p. 53- P- 105. 

— Cronov. Mus. I. p. 36. Mus. iL Perroquet. -Goüan, Jlift. de Poiff. gen. 12. 

p. 26. Zooph. p. 7r. p. 103. 133. 

- — Forskad. Defcript. Anima!. p. Vieille, Vielle. Duham. Trait. de Pech. 

34- HI- p. 34. Turdus. p. 59. Demoifelle 

— Brunnich. Pifc. Mafs. p. 49. 95. iAntibes, p. 54. 

Cicla. Klein. Mifs. Pifc. V. p. 46. Sy- Xippfifche. Müller. L. S. Tb. IV. S. 195. 
nagris. p. 50. n. $ — 11, Sargus. p. 58. — le/fe. Anfangsgr. Gen. 26. 

n. 4. 5 & 7. S. 575. 

JVLan erkennt die Fifche diefes Gefchlechts an den flark aufgeworfenen 
und faltigen Lippen, und an den kurzen und unfichtbaren Lippenknochen. 



Von den Lipp fifchen überhaupt. i i*p 

Damit auch diejenigen Lefer, die fich nicht genau mit der Anatomie 
der Fifche bekannt gemacht haben , die angegebnen Merkmahle beim erflen 
Anblick eines hieher gehörigen Fifches erkennen mögen,, will ich felbige 
genau beftimmen. 

Bey den Fifchen überhaupt ifl auch die obere Kinnlade dergeftalt be- 
weglich, dafs fie fich hervor- und zurückfchieben läfst. Sie beßeht aus 
zwey Knochen, die in der Mitte zufammen ftofsen. Ein jeder von diefen 
ift an dem Orte der Zufammenfügung mit einem in der Höhe gerichteten 
Fortfatze ä) verfehen. Ueber diefen halben Kinnladen fieht man nach der 
Breite des Mundes zwey andere dünne Knochen, die mit ihren fchmahlen 
Enden in der Mitte zufammen ftofsen, und mit ihren breiten Enden über 
den Winkel des Mundes wegreichen. Sie fitzen gleich unter der Haut,, und 
flehen mit den übrigen Knochen in keiner unmittelbaren Verbindung. Artedi 
nennt fie die äußern Kinnladen b). Da fie indefTen nur die Stelle der Lippe 
vertreten, auch nur höchft feiten mit Zähnen verfehen find, und überdem 
weder die Oher- noch Unterkinnlade unmittelbar berühren, fo können fie 
wohl nicht eigentlich Kinnladen genannt werden. Noch weniger aber kann 
man fie mit dem Linne Lippen nennen, da man unter diefem Nahmen nur 
fleifchige, aber keine knöcherne Theile verficht. Dafs aber Linne letztere 
Art darunter verftehen muffe, erhellt aus dem, was er von folchen Fifchen, 
die mit fhrken Lippen verfehen find, fagt: diefen eignet er nehmlich dop- 
pelte Lippen bey c). Der Herr Doktor Wallbaum nennt fie in feiner 
neuen Ausgabe des Artcdi Seite 20 Knebelbart. Diefe Benennung drückt 



a) Proceffus. f) Labia duplicata. S. N. p. 473. 

b) Maxillae externae. 



no Von den Lippfifchen übtrhaupt. 

zwar ihre äufsere Gefallt ziemlich gut aus: da man indeffen unter Bart nur 
einen haarigen Theii zu vergehen pflegt, diefe aber knöcherner Subftanz 
find; fo halte ich die Benennung Lippenbein., oder Lippenknochen für eben 
fo fchicklich, als die Benennung Zungenbein, welches auf gleiche Art nur 
durch Muskeln an den übrigen Theilen befeftigt jft. 

Da nun die zu diefem Gefchlechte gehörigen Fifche mit fchmahien und 
kurzen Lippenknochen, die man der ftarken und breiten Lippen wegen, 
nicht feben kann, verfehen find; fo geben fie für diefes Gefchlecht einen 
Karakter ab. Diefe Merkmahle finden fich nun zwar auch bey verfchiede- 
nen Fifchen, die ich unter andern Gefchlechtern befchrieben habe, als: bey 
der Seekar aufche d) } dem D9ppd{ahn O , dem gewidmeten /) und linke fihen 
Luijan g~), ingleichen beim Grünfloffer li): allein, da mich bey diefen an- 
dere Merkmahle berechtigten^ fie dahin zu clafsificiren, fo glaubte ich nur 
diejenigen, welche ich gegenwärtig befchreibe, und deren Anzahl ohnedies 
beträchtlich ift, in diefes Gefchlecht zufammen bringen zu muffen. 

Die hieher gehörigen Fifche haben einen geftreckten Körper, einen 
in eine ßumpfe Spitze auslaufenden Kopf, der bey einigen ohne Schuppen, 
bey andern nur zum Theil damit bedeckt ift. Die Schuppen find, wie die 
der Schlangen weich und oval. Die Seitenlinie ifl bey den mehrften 
hinterwärts ftark gebogen, bey vielen unterbrochen und nur bey wenigen 
gerade. Die Floffen findhey dem gxöfsten Theile abgerundet, und nur bey 

einem 



d) Lutjanus rnpeftris. Taf. 250. g) Lutjanus Linckei. — 252. 

e) — Sidens. — 251. f. £. h) — viridis. — 254. f. r. 
/) --- notatus. — — — 2. 



Von den Lippfifchen überhaupt, Xu 

einigen wenigen in eine Spitze auslaufend. Sie haben fieben Flößen, wovon 
die am Rücken vorzüglich lang ift, prangen mit fehr fchönen Farben, und 
werden in allen Welttheilen angetroffen. Sie leben vom Raube, lieben einen 
reinen Grund, und haben daher ein derbes und gefundes Fleifch. 

Den griechifchen Naturkündigern find bereits fechs Arten von Lipp- 
fifchen bekannt gewefen. So gedenkt Arißoteles des Meer Junckers i)„ 
des Leberfifches k) , des Röthlings /), des Springers m), der Seemerk n) 
und Aetheneus des Steinfifches o), von welchen Bellon folgende, als : den Meer- 
juncker p) , die Seemerle q) , den Steinfifch f) , und den Leberfifch s~) befchrie- 
ben und abgebildet, den Springer r) nur allein befchrieben hat. Bald darauf 
fchenkte uns Rondelet nicht nur eine Zeichnung diefes Fifches u), fondern 
auch vom bunten Lippfifche x) und dem Meerfchleye j). Salvian gab uns 
eine Abbildung vom Meerpfaue £) und in der Folge befchrieb Wiüughby den 
marmorirten ad) und Aldrovand den griechifchen Lippfifchbb), welchen letztern 
wir wegen feiner, flatt der Zähne s hervorragenden Kinnladen von den Lipp- 



i) H. N. Üb. 9. c. 2. Labrus Julis Linn. 

k) — 4. — • 1 1. — Hepatus — 

/) — 6. — 1 7. — Anthias — 

m) — — — ft. — — ; — Scarus — 

n) 8 15. — Merula — 

o)Deipnos. — 7.. — 281.— -Cynaedus— * 
p) Aquat. p. 254. 
q) — — 260. 
r) — — 263. 

,) 2 65. 

Allg. Naturg. d. Fifche. Th. vm. 



t) Aquat. p. 239. 
u) De Pifcib. I. p. 188- 
x) — — — — 169. Labrus variu.s 
Linn. 

T) — ™ — — *7°- 

L. Tinea Linn. 
j) Aquat. p, 233. L. Pavo Linn. 
aa) Ichtb. p. 322. L. Mixtus. L. 
IV) De Pifcib. p. 8. L. cretenfis. L. 



1 1 1 Von den Lippßfihen überhaupt. 

fifchen getrennt, und ihn im vorhergehenden Theile unter die PapageynTche 1 , 
denen er ähnlicher ift, gebracht haben cc). Diefe zwölf Arten hat Artedi 
unter] dem Nahmen Lippfifche in ein eignes Gefchlecht zusammen gebräche. 
Ich finde im Rondelet noch eilf dd); im Sahian zwey ee) und im Marcgraf 
einen ff) , die ihrer Bildung wegen hieher gehören, die aber Artedi nicht 
aufgenommen hat. Die falvianifche finde ich zwar in dem" Anhang zu feiner 
Synonomie S. 1 1 2, unter dem Nahmen Cicla : warum er f e aber von den 
Lippfifchen getrennt, und ein eignes Gefchlecht daraus gemacht, kann ich 
nicht errathen , da er kein Gefchlechtskennzeichen angegeben , und fie auch 
in feinem Genera Pifcium nicht aufgeführt hat. 

Nach der Zeit hat. Catesby das Langohr gg) , den grauen und den 
gelben Lippfifch hh) , den blauen Lippfifih ii) und mit Linne zu gleicher Zeit 
den punktirtin kk), und Hafelquifl den Wolkenfloßer befchrieben //). Die 
Bekanntmachung des braunen Lippfifihes mm) und des Saumflojfers nn) 
haben wir Loefling od) zu verdanken. Linni lehrt uns den Kiemenfleck pp), 



cc) S. s 3 . 

dd) Turdus. n. r — . u. de Pifcib; I. p. 

174 — 179. 
ee) Turdo. Aquat. p. 2X0. b. fig. I, Ver- 

done. p. 221. a. 
ff) Pudiano verde. Brafil. p. 140. 
gg) Carolin. II. S. 8. L. auritus. Linn. 
hh) — -=s — 9 & 10. L. grifeus 

& L. furvus. Linn. 
ii) Mus. II, n, iflo. L, Iunaris Linn. 



kk) Erfterer in Mus. I. p. 57 und letzterer 
in Mus. Adolph. Fried, p. 66. Beide 
Schriften find im Jahre 1754 erfchie- 
nen. In Syftem ift er unter dem Nah- 
men L. punetatus aufgebracht. 

11) Reif, nach Paläft. S.392.L. nilotirus.Linn. 

mm) Labrus Guaza Linn. 

nn) — marginatis Linn. 

00) Reif, nach Spanifch. Land. S. 149.' 

pp) Labrus operculatus. 



Von den Lippfifchm überhaupt, izg 

den Siechelfioffer qq), den Gähnfifih rr) , den rofifärbigtn- Lippfifih ss"), 
das Blauohr tt) , den Schweinsrücken uu) t den geftreifiten Lippfifih xx), 
das Pfauenauge yy) , den Doppelfieck {{) , das Schwar^auge aaa), den Eu- 
ropäer bbb) } den Schmut^bauch ccc), den Grünling ddd), den Blinker eee), 
.den bley färbigen fff) , den blafsfärbigen ggg) , den chinefifchen hhh) und 
den indianifihen Lippfifih iii) kennen, die zufammen ein und vierzig aus- 
machen, und die Linne in fein Syftem aufgenommen hat. Aufser den oben 
angeführten finde ich im Gronov kkk) noch vier , im Klein Hl) fünf, und 
•im Seba mmm) eben fo viel, die aber insgefammt iich in Linne nicht be- 
finden. In den neuern Zeiten hat Forskael diefes Gefchiecht aufser drey 
Abweichungen, mit eilf nnti) , Brünniche mit fieben ooö) und einer Varie- 



qq) Labrus falcatu$„ 


rr) — 


HiatuJa. 


Ss) - 


ferrugineus. 


tt) — 


paroticus. 


1(U) - — 


Suitlus. 


XX) — 


Striatus. 


yy) — 


Ocellaris. 


id - 


bimaculatus. 


aaa) — 


Melops. 


bbb) — - 


oflifagus. 


cce) — 


Onitis. 


ddd) — 


viridis. 


eee) — 


Lurcui. 


fff) : — 


liveus. 


££#) — 


exoletus. 


AM) — 


chlnenfis.' 


üi) — 


linearis- 



.kkk) Mus. IL n. 182, JS3- Zaoph.>ri. 238, 

243- 
VI) Moenas. Mifs. Pifs. V, p. 45. n. 5. 

Synagris. p. 51. n. 9 — 11. Sargus. 

p. 58. n. 6. 
mtnm) Mus. III. p. 93. n. 1 , p. 94. n. a,' 

p. 95. n. 4 & 5, p. 96. n. 8. 
nnn) Labrus ftriatus, L. tinea. Defcript. 

Animal, p. XV. n. 24. 25. L. Perdica. 

p. 34. n. 26. L. inermis. n. 27. L. ra- 

mentofus. n..28- L. Oyena. p. 35.11. 29. 

L. Scina. p. 36. n. 30. L.Lapina. n. 31. 

X. Chanus. n. 32. L. Ocellatus. p. 37. 

n. 33. L. lunulatus. n. 34. 
■4>od) Pifses Maßt. p. 56. Labrus n. 71 

— 76. Spoliae Mari Adriatic. p. 98. 

n. n. 

Q 2, 



12^ V° n ^ m Lippfifchen überhaupt, 

tat ppp), Pennant aaa) und Duhamel rrr) jeder mit vier, Afcanius mit 
drey sss), Hottuyn mit zwey ttf) , Köhlreuter uuu) und Forfier xxx), 
jeder mit einem bereichert. Diefe machen zufammen ohne die Varie- 
täten iieben und neunzig aus. Auch im Renard finde ich acht und zwanzig 
Abbildungen yyy~), von denen viel hieher gehören mögen, weil fich aber 
aus den fchlechten Zeichnungen nichts beflimmen läfst, fo wollen wir nur 
die Hälfte annehmen. Fügt man nun noch diejenigen vierzehn neuen Arten, 
die ich befchreiben werde, hinzu, fo würde diefes Gefchlecht aus hundett und 
eilf Specien beliehen, die fich unmöglich, wenn man fie nicht unter gewifle 
Abtheilung bringt, durch kurze Beftimmungen unterfcheiden laden. Ich werde 
mich daher hier eben fo, wie bey denBraflemen, nach der Bildung der Schwanz- 
floffe richten, und felbige in drey Abtheilungen bringen. Da aber der gröfste 
Theil mit einer abgerundeten Schwanzflofle verfehen ift, fo habe ich diefe wie- 
derum in Kahl- und Schuppenköpfe abgetheilt. 



ppp) Pifc. Mafs. p. 97. n. 10. ttt) Labrus japonicus. Maatfchapp. tom. 

qqq) Ballan. B. Z. III. p. 246. n. 116. 20. p. 324. n. 13. L. Boops. p. 326. 

trimaculated. p. 248. n. II 8- Striped. n. 45. 

p. 249. n. 119. Gibbous. p. 250. uuu) Labrus trichopterus. Nov. Commenl. 

"• I20. Petrop. tom. IX. p. 45%. n. 7. 

rrr) Grand Grife, Perroquet de mer, xxx) — Zeylonicus, Zoolog. Ind. tob. 

Trau, de Pech. III. p. 5 1. Canadelle. p. 13. fig. 3. 

52. autre Perroquet de mer. Planch. yyf) Hiß. de Poijf. Tom. I. n. 20, 2.1, 

VII. % 5- 26 — 28, 36, 45» 46, 48» 50, 5r, 

sts") Labrus Bergylte. Icon. faß. I. 62,97,115,144, 179,211,2135c 

p. 3. L. carneus. L. Rone. fafc. II. 214. Tom. II. n. 26, 39, 74, $j t 89, 

p. 6. iao, 143, 160 & 223. 



Der Brafilianifche Lippfifch. izj 



m^tm^^mr^^ 



Erste Abtheilung. 
■ SCHWALBENSCHWÄNZE. 



DER BRASILIANISCHE L I P P F I S C H. 

Labrus brafilienfis. 
CCLXXXte Tafel. 

Die Rücken- und Afcerfiofle lineirt. K. . ., Br. n, B. |-, A. ?\, S. 18, 
Labrus pinna dorfi aniqut lineata. B. . . t P. XI, V. •—, A. > 

c - xvm ' D --ISFi 

Pudiano verde lufitan. Marcgr. Brafil. p. 1 46. Pudiano verde. Ruyfch. Tlieat. Anim. p. 1 24. 
— - — Willughh. Ichtholp. 340. tab. tab. 32. fig. 6. 

X. 9. fig. 2. • — — ' Rai Syn. Pifc. p. 14g. n. 9. 

1» — Jonfton de Pifcib. p. 179. Tetimixira. Pifo Ind. utriusque. p. 53. 

tab. 32. fig. 6* — PrinziJforttjM.S.tom.II.S.388« 

JL)iefer Fifch unterfcheidet fich von den übrigen feines Gefchlechts durch j. 

die gefchlängelten Linien in der Rücken- und Afterflofle. Der Brafi- 

In der BruftfloflTe findet man eilf, in der BauchflofTe fechs, in der Iianifche 
Afterflofle fünf und zwanzig, in der SchwanzflolTe achtzehn, und in der 
Rückenflofle drey und zwanzig Strahlen. 

Q 3 



;iiö -Der Braßäanifchc Lippfifch. 

Der Kopf ift fchuppenlos, abfchüfsig und mit blauen wurmförmigen 
Linien geziert. Die MundöfFnung ift klein, die Kinnladen find von glei- 
cher Länge, die obere ift mit zwey, und die untere mit vier nach einwärts 
gekrümmten Hundszähnen bewaffnet. Beide find auf den Seiten mit einer 
Reihe kleiner fpitzen Zähne befetzt. Die Nafenlöcher find doppelt, und un- 
weit der Augen befindlich-, diefe haben einen fchwarzen Stern, der von 
einem dunkelrothen und blauen Ringe umgeben wird. Die Seitenlinie ift 
wie der Rücken gekrümmt, dem fie näher, als dem Bauche, fo wie der After 
dem Kopfe näher, als der Schwanzflofie ift. Die Schuppen find grofs und glatt, 
und die weichen Strahlen vielzweigig. Die herrfchende Farbe diefes Fifches 
ift die Goldfarbe, auf der fich die länglichen blauen Flecke, die wir nahe 
am Rücken fehen, fehr gut ausnehmen. Die Rücken- und AfterflofTe find 
aufser den oben erwähnten Linien, gelb, und die übrigen FlofTen durchaus blau. 

Diefer fchöne Fifch ift ein Bewohner des brafilianifchen Meers, und er- 
reicht dem Marcgraf zu Folge,, nur die Gröfse von zehn Zoll, nach dem 
Prinzen Morit^ aber, die des Karpfens. Erlebt vom Raube, heifst daher 
an die Angel, und hat ein. fehr gutes Fleifch. 

Von den Brafilianern wird diefer Fifch Tetimixira, von den Portugiefen 
Bodiano verde, und von denPeutfchen brafilianijchir Lippfifch genannt. 

Marcgraf, der diefen Fifch zuerft bekannt gemacht., hinterliefs auch 
eine Zeichnung, die aber den guten nicht beizuzählen ift, und die Pifo, 
Jonfion und Ruyfch copirt haben. Die neue Zeichnung, die Willughby gab, 
ift etwas b'efler. Die Meinige ift nach der Handzeichnung des Prinzen Morit-r 
gemacht. 



Der violette Lippfifch. 



"7 



DER VIOLETTE LIPPFISCH. 

Labrus lunaris. 

C C L X X X I t e Tafel. 

Der Körper violett, acht Stacheln am Rücken. K. $, Br. ij, B. -§-, A. T 2 TJ 
S. 14, R. Ä- 

I 



Labrus purpureus , aculeis dorfalibus octo. B. V t P. XVII» V. 

A. -iL. C. XIV, D, M 
XIII XXI 



VI 



Labrus lunaris. L. pinna caudali medio trun- 
cata, dorfali anique linea purpu- 
rez, labüs pHcatis. Linn. S. N. 
p. 474. n. ö.edit. GmeUp. 12,84. 
— • oblongusy cauda bifurca, capite pur- 
purafcente. Gronov. Mus. II. p. 
26. n. 180. tab. 6. fig. 2. L. capite 
obtufo purpuracente: cauda bi- 
furcatain medio truncata. Zooph, 
p. 71. n. 242. 



Labrus polyodon ; capite caeruläeo; cauda 
bifura. Seb. Mus. III. p; 96. tab. 31, 
fig.. 7. 

Gaffdflaart, Hottuyn Mus» S, 43. n. 

344- 
Der Gabelfchwani. Müll. I. S. Th. IV. S. 

T99,. tab. 6. fig. 6;_ 
Le Croijfant, Bonnate'rre Encycl. Ichth. p„ 

IOÖ. n. 6. PI. 5.1. fig. 196. 



Jfylan erkennt diefen Fsfch an feinem violetten Körper, und acht harten 
Strahlen in der Rückenßofle. 



2. 
Der violette 

In der Kiemenhaut bemerke ich fünf, in der BruftfloflTe fiebzehn; in der Ll PB nfcf) - 

Bauchflofie fechs, in der Afterfiofle dreizehn, in der Schwanzflofie vierzehn 

und in der Riickenfloße ein- und zwanzig Strahlen. 



n8 Der violette Lippfifch. 

Der Kopf ift klein , zufammen gedrückt, fchuppenlos, und mit vielen 
Schleimöffnungen verfehen; die Mundöffhung ift klein, die Kinnladen find 
gleich lang, und nur mit einer Reihe fpitzer Zähne befet2t, wovon die vordem 
die längften und. Die Zunge und der Gaumen find glatt, und im Schlünde 
Knochen mit perlenf örmigen Zähnen vorhanden. Die Augen find klein, haben 
einen blauen Stern in einem iilberfarbenen Ringe, und find mit einer Nickhaut 
verfehen ;> vor denfelben nimmt man die Nafenlöcher wahr. Der hintere Kie- 
mendeckel befteht aus zwey Blättchen j und Jäuft in eine Spitze aus. Am vor- 
dem ift inwendig eine einfache Kieme fichtbar. Der Rumpf ift zufammen ge- 
drückt , mit weichen und glatten Schuppen bedeckt. Der Rücken ift fchneide- 
förmig, der Bauch vor dem After rundlich, und hinter dernfelben fcharf. Der 
After ift dem Kopfe näher, als der Schwanzflofie ; die Seitenlinie dem 
Rücken näher, als dem Bauche, und hinterwärts ftark gekrümmt. Auf jeder 
Schuppe giebt fie zwey Seitenäfte .von fich. Die weichen Strahlen find bis auf 
den j-erften in der Bruft- und Schwanzflofie vi erzweigig. Der Kopf, dieBrnft-und 
RückenflofTe find dunkel; die Seitenlinie, der Bauch und die übrigen FIo/Ten 
hell violett. Die RückenflofTe ift oben und unten weifs eingefafst, und die 
.Afterflofie am Grunde dunkel violett. 

Diefer Fifch gehört in Oftindien zu Haufe. 

¥on den Holländern wird diefer Fifch Gaffelflaart , von den Franzofen 
Croljfant, und von den Deutfchen der Mondfchwan^, oder der blaue Lipp- 
fifch genannt. 

Gronov 'hat diefen Fifch zuerft befchrieben und auch eine getreue Zeich- 
nung davon geliefert, die Statius Müller und der Abbe' Bonnaterrt copirt haben; 
indefTen Jiat er, doch üie Nafenlöcher und die Pori am Kopfe unbemerkt gelau- 
fen, und die Bauchflöffen zu weit hinten vorgeftellt. 

DER 



Der grüne Lippfifch. iiq 



DER GRÜNE LIPPF'ISCK 
Labrus viridis. 

€ C L X X X I I 1 e Tafel. 

Der Körper grün, acht Stacheln am Rücken. K, . , ., Br. 12,, B. -§- , 
A. T V, S. 14, R.-sV 

Labrus viridis * acideis dorfalibus oclo. S. , . * P. XII £ V. — , 

III VIII 

A. , C.XIK D. , 

XIII XX 

JL/ie fchöne grüne Farbe, die an diefem Fifche allenthalben fichtbar ift, 

und die acht Stacheln in der RückenflofTe , geben fiebere Merkmahle für Der grüne 

ahn ab. Lippfifeh,; 

In der Bruftflofle find zwölf, in der Bauchflofle fechs, in der After- 
flofle dreizehn, in der Schwanzflofle vierzehn, und in der Rückenflofle 
zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, zufammen gedrückt, fehuppenlos, und mit grünen 
Linien geziert; die, Mundöffnung ift klein; die Kinnladen find gleich lang, 
und mit einer Reihe kleiner Zähne befetzt, wovon die vorderften die gröfs- 
Allg. Naturg. d. Fifche. Th.viH. R 



»3© Der grüne Lippfifch. 

ten find. Die Nafenlöcher find doppelt, und unweit der Augen befindlich: 
diefe haben einen fchwarzen Stern, der von einem goldfarbenen Ringe ein- 
gefchlofien wird. Der Rumpf ift fchmahl,, zufammen gedrückt, und von gro- 
fsen, glatten, gelben und grün eingefafsten Schuppen bedeckt. Die Seitenlinie 
läuft nahe am Rücken, und ift hinterwärts gebogen: diefer ift fcharf, der 
Bauch dünn, und der After im Mittelpunkte des Körpers befindlich. Die 
Flößen find, bis auf die am Schwänze, fchmahl. Der Kopf ift bräunlich und 
grün geftreifft, die Flößen find gelb, und grün eingefafst. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan, wo er von den dafigen Hol- 
ländern der grüne Papageyfifch genannt wird. 

Ich befitze zwey Stück, davon der größte hier abgebildet ift. Wegen 
Mangel der Kiemenhaut, kann ich deren Strahlenanzahl nicht angeben. 



Das Doppelband, -igt 



DAS D O P P E L B A N D» 

Labrus bifafciatus. 
CCLXXXII I t e T a f e J. 

Zwey braune Bänder am Rumpfe. K. f, Br. iz, B. £, A. ^, 5. 13, 
R. ,fe 

Labrus fafciis duobus in tkorace. M. V * P. XII, V. — -, A. —~t 

IX 
. C XIII ^ D. 



XXI 



Die zwey braunen Bänder, womit diefer Fifch geziert ift, geben ein leicht ~ 
in die Augen fallendes Mefkmahl für ihn ab. Das Dop- 

In der Kiemenhaut hat er fünf, in der BruftflofTe zwölf, in der Bauch- pelband. 
floffe fechs, in der AfterflofTe vierzehn, in der SchwanzflofTe dreizehn, und 
in der Rückenflofle ein und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf iß fchuppenlos, und mit kleinen Oeffnungen, aus denen ein 
Schleim hervorquillt, verfehen. Der Mund ift klein; die Kinnladen find 
gleich lang, und mit einer Reihe dicht an einander flehenden Zähne, wovoa 
die vorderften die langften find, bewaffnet. Die Zunge und der Gaumea 

R 2 



*3i Das Doppelhand. 

find glatt, und im Schlünde die Knochen mit perlenformigen Zähnen ver- 
fehen. Der Rumpf ift zufammen gedrückt, mit grofsen, dünnen und glat- 
ten' Schuppen bedeckt. Die Seitenlinie läuft dicht am Rücken, und macht 
hinterwärts eine ftarke Beugung. Der After liegt dem Kopfe näher, als 
der Schwanzflofle. 

Der Kopf ift violett, der Rumpf grau mit braunen Banden verfehen; 
die SchwanzflofTe ift an den Seiten und am Grunde braun , und in der Mitte 
bläulich; die Bruft weifs; die BauchflofTen find gelblich; die After- und Rücken- 
floffe röthlich und weifs eingefafst; diefe ift aus neun harten und zwölf wei- 
chen , jene aber aus drey harten und eilf weichen Strahlen zufammen gefetzt. 
An erßerer bemerkt man "einen langen fchwarzen Fleck, und an den Stacheln 
Fafern. Die weichen Strahlen in der Rücken- und Afterflofle find gabel- 
förmig, und die in den übrigen Flößen vierzweigig. 

Das Vaterland dkks Fifches ift Oftindien, und von feinen Banden 
habe ich zu feiner Benennung Gelegenheit genommen. 



Der Doppelflrich. 13,3 



_as&^te£^M^s&. 



Zweite ÄBTHEiLtJKe* 
R UND SCHWANZ S, 

Ä. ifefi/- glattem Kopfe. 



D ER DOPPELSTRICH, 

Lauras bivittatus. 

€CLXXXrVte Tafel, Fig. r* 

Zvey Streiften am Körper. K. 5 , Br. 14,, B. •§ , A. ^, S". n, R. ^e> 

Zafrai vitfis duabus. B. V, F. XIV, V. , A. -— , C. XIM, 

IX 
D. 



XXI 



JL/ie zxrey nach der Lange des Körpers laufenden Braunen Streiffen, davon * 
der eine über das Auge und der andre über den Bauch geht^ geben ein Der Dop* 
Merkmahl für diefen Fifch ab. pelftrich* 

In der Kiemenhaut bemerkt man fünf, in der Bruflflofie vierzehn, in 
der BauchflofTe fechs, in der Afterflofle vierzehn , in der Schwanzflofle zwölf r 
und in der Rüekenflofle ein und zwanzig Strahlen, 

R j 



134 ® er JDoppäßrich. 

Der Kopf ift oben etwas breit, auf den Seiten aufammen gedrückt 
und fchuppenlos. Die Mundöffnung, die Kinnladen, die Zähne, der Gau- 
-men und alle übrigen Theiie des Kopfes find wie bey den übrigen Lipp- 
£fchen gebildet; die Augen haben einen grünlichen Stern, in einem gelben 
Hinge, und find mit einer durchfichtigen Haut überzogen. Der Rumpf ift 
■fchmahl und mit großen Schuppen bedeckt ; die Seitenlinie ift nahe am 
Mücken., maclit am Ende deflen Flofle eine Beugung,, und läuft bis nach 
der Mitte der SchwanzflofTe. Der After ift dem Kopfe näher, als der 
Schwan zflofle ; diefe ift abgerundet , und die übrigen laufen in eine Spitze 
aus. 

Der Rücken ift roth; die Seiten und der Bauch find gelb, und durch 
die gelbe Farbe der Flößen fpielt eine violette hindurch. In der Rücken- 
flofTe find neun harte und zwölf jzweizweigige weiche, in der Afterflofle drey 
harte und eilf zweizweigige weiche, und in der BauchflofTe nur ein harter 
Strahl vorhanden. Die biegfamen Strahlen in felbiger, und die in der Bruft- 
und SchwanzflofTe find vierzweigig. 

Das Vaterland ift mir unbekannt, da ich ihn in einer Vcrfteigerung er- 
fanden habe. 



Der grofsfchuppigt Lippfifch. i 3 f. 



DER GROSSCHUPPIGE LIPPFISCH. 

Labrus macrolepidotus; 

CCLXXXIVte Tafel. Fig. 3. 

Neun Stacheln am Rücken, fechszehn Strahlen in der AfterflofTe. K. % r 
Br. 11, B.£, A. T V, S. i 9 , R. &. 

Labrus aculeis dorfaübus novem , pinnae ani radiis fidecim, B. V, P> XII, 

I III IX 

V. — , A. , C.XIXj D.- 



VI XVI XXII 



JLJie neun Stacheln am Rücken , und die fechszehn Strahlen in der Afcerflofle 5 
geben Merkmahle für diefen Fifch ab. j> er g ro f s = 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der Brußflofle zwölf, in der fchuppige 
Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe fechszehn , in der Schwanzflofle neunzehn, L, PP fif " ch - 
und in der Rückenflofle zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift kurz , glatt, und zufammen gedrückt. Die Kinnladen find 
gleich lang und nur mit einer Reihe fpitzer Zähne, davon die vorderßen die 
längßen find, bewaffnet. Der Gaumen und die Zunge find glatt, im Schlünde 
find Knochen mit perlenförmigen Zähnen, und an der innern Seite des Vorder- 
kiemendeckels eine einfache Kieme vorhanden. Von den Nafenlöchern bemerke 
man nur zwey längliche , die zwifchen den Augen und der Mundfpitze in der 
Mitte flehen, und die inwendig getheilt find. Die Augen flehen nahe am 



1.3* Der grofifihuppige Lipppfch. 

Scheitel, haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe. Unter den- 
felben liehet man zwey halbe Zirkel von Poren oder Oeffhungen der Schleim- 
röhren. Die Kiemenöffhung ift weit, und die Kiemenhaut liegt frey. Die 
Kietnendeckel find aus mehreren Blättchen zufammen gefetzt, der Rumpf 
ift dünn, und der Rücken und Bauch fcharf. Die Seitenlinie läuft nahe am 
Rücken, und wird gegen den Schwanz unterbrochen. Der Bauch ift kurz, 
und der After dem Kopfe näher, als der SchwanzflofTe. Die Schuppen find 
dünn, glatt, abgerundet, und bedecken auch einen Theil von der Rücken- 
After- und SchwanzflofTe; erftere ift fchmahl und länger .als bey den übrigen 
diefes Gefchlechts , indem fie bereits am Genicke ihren Anfang nimmt: fie 
ift aus neun harten und dreizehn weichen, und die am After aus eben fo 
viel weichen, und aus drey harten zufammen gefetzt. Die harten Strahlen 
find mit Fafern verfehen, die weichen in der Bruft- und BauchflofTe vierzwei- 
gig, und in der übrigen gabelförmig. 

Der Rumpf ift braungelb, an den Seiten heller als am Rücken und 
Bauche. Der Kopf ift gelb und mit einem violetten Fleck geziert. Die 
:F1 offen find blafsgelb , und am Anfang der Rückenüofle ift ein fchwarzer Fleck 
fichtbar. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift mir nicht bekannt. Er foll zwar, wie in 
•dem Au&ionsverzeichnifTe ftehet, aus Oftindien feyn: allein dergleichen Nach- 
richten find unzuverläfstg. 



DER 



Der Schwar\floffkr. 137 



DER SCHWARZFLOSSER. 

Labrus melaptems. 
CCLXXXVte TjifeL 

Die Floflen fchwarz, acht Stacheln am Rücken. K. 5, Br. 11, B. |, 
A. iV; S. 15, R. T V 

Labrus pinnis nigrisj aculeis dorfalibus oäo. J5. V ', P* XII ', V, , 

XIII XIX 



JJie fchwarzen Floflen, und die acht Stacheln in der RückenflofTe karakte- 
rifiren diefen Fifch hinlänglich. Der 

In der Kiemenhaut hat er fünf, in der BruflflofTe zwölf, in der Bauch- Schwarr- 
flöße fechs, in der AfterflofTe dreizehn, in der ScbwanzflofTe fünfzehn, und fl ° ffcr ' 
in der Rückenflofle neunzehn Strahlen. 

Der Kopf ift fchuppenlos, die Mundöffhung klein, und jede Kinnlade mit 
zwey Hundszähnen und einer Reihe abgerundeter Backzähne bewaffnet. Der 
Gaumen ift glatt, die Nafenlöcher find einfach, rund, und dicht an den 
Augen befindlich. Diefe find klein, ihr Stern ift fchwarz, und ihr Ring 
orangefarben, und wird von Schleimröhren in einer fternförmigen Geftalt 
AUg.Naturg.d.Fifche. Th. VIII. S 



138 Der Schwar{fiojfer. 

umgeben. Die Kiemenöffhung ift weit, der Rumpf mit grofsen und glatten 
Schuppen bedeckt. Die Seitenlinie ift nahe am Rücken, hinterwärts ftark 
gebogen, und der After im Mittelpunkte des Körpers. Die RückenflofTe 
hat acht fteife und eilf biegfame, die AfterflofTe drey harte und zehn weiche 
Strahlen, und die Bauchflofie hat einen von erfterer, und fünf von letzterer 
Art. Die weichen find vielzweigig, und die fteifen in der RückenflofTe 
mit einer Fafer verfehen. 

Der Kopf ift vorwärts braunroth , die Schleimröhren, ingleichen die 
Kiemendeckel, der Bauch und der Schwanz fißd grün, der Rücken ift von 
der Farbe des Vorderkopfes, die Seiten find gelblich, und die Flößen 
durchgängig fchwarz. Da letztere Farbe im Naturreiche nur feiten vorkommt; 
fo hat mir felbige Gelegenheit zu feiner Benennung gegeben. 

Diefer Fifch gehört in Japan zu Haufe, und wird von den dafigen 
Einwohnern Ikan Cacateea, und von den Holländern der fchwar\e Papagcy- 
fifch genannt. 



Der Blaukopf. 139 

' 1 .... 



DER BLAUKOPF. 

Labrus cyanocephalus. 
CCLXXXVTte Tafel, 

- 
Der Kopf blau, die Seitenlinie unterbrochen. K. 5, Br. n, B. f, A. T 2 T , 

S. 1 2., R. Je. 

Labrus capite eoeruleo, linea laterali interrupta. JB. V, P. XII , V. — — , 

II IX 

A. — — , C. XII, D. . 

XIV XX 



Diefer Fifch läfst fich leicht von den übrigen feines Gefchlechts durch fei- 
nen blauen Kopf und feine unterbrochene Seitenlinie unterfcheiden. Der Blau- 

In der Kiemenhaut hat er fünf, in der Bruftfloffe zwölf, in der °? f * 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe vierzehn, in der SchwanzflofTe zwölf, 
und in der Rückenflofle zwanzig Strahlen. 

Der Kopf hat die ganze Geftalt der übrigen Lippfifche. Die Nafen- 
locher find einfach, oval, inwendig getheilt, und zwifchen den Augen und 
der Mundfpitze in der Mitte. Der Augenring ift gelblich; der hintere Kie- 
mendeckel läuft in eine Spitze aus ; die Kiemcnöffnung ift weit , und 

S % 



14° Der 'Blaukopf. 

die Kiemenhaut liegt frcy. Der Rumpf, der an Geftalt ebenfalls den 
übrigen ähnlich ift, ift am Rücken dunkelblau und an den Seiten filberfar- 
big. DieFlofTen find grau, der After ungefähr in der Mitte des Körpers; 
die Seitenlinie nahe am Rücken, und gegen das Ende der Rückenflofie 
unterbrochen. Die Schuppen find weich, grofs und rundlich. Die weichen 
Strahlen in der Rücken- und AfterflofTe find gabelförmig, und die in den übri- 
gen vierzweigig. Von den harten findet man in der erftern neun, in der am 
After zwey, und in der am Bauche einen. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift mir unbekannt. Das Original diefer 
Zeichnung wird in dem Linkefchen Kabinet aufbewahrt. 



Der Meerjuncker. 



141 



DER MEERJUNCKER. 
Labrus Julis. , 
Taf. G C L X X X V II. F i g. r. 



Z^ey Stacheln in der Afterflofle, ein gezackter Strich an den Seiten. K. 6? 
Br. 14, B.i, A. r %, S. 15, R. &. 

Labrus aculeis duobus in pinna ani , vitta dentata ad latera. E. VI» P. XIV r 



v.X A.-1L, 

VI XIV 



C.XV,D.—-. 

XXI 



Labrus Julis. I. kteribus eaerulefcentibus : 
vitta longitudinali fulva utrinque 
dentata. Lina. S. N. p. 476. n. 
15. Edit. Gmel. p. 1288- n, 15. 

— • palmaris varius, dentibus duobus 
majoribus maxillae fuperioris. 
Artedi Gen. p. 34. n. 7. Syn. p-. 
53. n. 1. Edit. Schneid, p. go. 

— capite fubacuto : linea fulva utrin- 
que dentata longitudinali in la- 
teribus: cauda aequali. Gronev. 
Zooph. p. 71. n. 241. Mus. II. 
n. 184. 



Labrus Julis. L. lateribus eaerulefcentibus, 
vitta longitudinali fulva utrin- 
que dentata. Girelle. Brünnich. 
Vife. Mafs. p. 54. n. 69. 
— — Cetti fauna Sardin. p. 30. n. 
2 2 6. Zigurella. Naturg. v. Sard. 
Th. III. S. 132. 
Spams niloticus, Girelle, Hafelqu. Reife * 

Sv387.fi. 75. 
11 Earufa, Arabis Arufa, ForskäLDefcripi. 

Animal. p, XIX. 
Maenas, macula pallide purpurea in late- 
ribus ; membranis branehioilegis> gut- 

S 3 



14* 



Der Meerjuncker. 



eure ventreque , ad usque pinnam ani 
pariter purpurafeentibus ; e medio la- 
terum ad caudam usque linea lata, 
utrinque finuofa ; xoftro brevi ; fupe- 
riori mandibula parurnper adunca; 
cauda circinata; aride alba, flavedine 
infeeta, &Maenas intenfe .flava; iride 
aurea; fub linea crocea xjuafi ferrata 
(in formam Ziczac) linea xx violaceo 
nigricante, longa, xoniformi, utrinque 
in ons Ieniter caerulea; fummo capite, 
dorfo caudaque umbratilis ; ad angu- 
lum branchiarum albo puncto rnotata. 
Klein Miff. V. p. 45. n. 4. tab. g. fig. 

.7 & 3- 
h i'tvtos. Arifiot. H. N. üb. 9. c. 2. 
-i3a*j. Adlern Hift. Animal. Üb. 2. c. 44. 

— ' Oppian de Pifcib. lib. I. 
Julis. Gyll. Hift. Anim. Üb. IL x. 52. 

• — Plinius, Hift. Nat. Üb. 32.C 9. 

— Bellen de Aquat. p. 254. 

-— Girello, Girella, Donzella. Rondel. 
de Pifcib. P. I. p. 180. 

— Donzella Liguris. Salvian. Aquat. 

p. 219. 

Gefner Aquat. p. 464. Icon. Anim. 

p. 25. .Schönling, p. 27. JVIeer- 
jünkerle. Fifchb. S. 14. 



Julis. Aldrov. de Pifc. p. 39. 

— Jonß. de Pifc. p. 45. tab. 14. fig. 3. 

— Ruyfch, Theat. Animal. p. 28- tab. 1 4. 

H- 3- 
du the Sea-Junckerlin, or Raimbow- 

Fifh. Charlet. Onomaft. p. 133. 
• — JVMughb. Ichth. p. 324. tab. X. 4. 

fig- I- 

— Ray, Synop. Pifc. p. 13g. n. 3. 
Girelle. Bonnaterre, Encyclop. Ichth. p. 

108. PI. 52- fi g- *99- 
Girella. Rondel Hift. de Poift. I. p. 1 55. 
Demoifelle a Antibes, Demoifelle deBelon. 

Duham. Trait. de Pech. III. p. 54. 
Donzella, Girella. Defcript. des Ans & Me- 
tiers. Vol. XI. p. 542. 
Donzelle, Donzella. Bomare Dielion. 

d'hift. nat. IV. p. IOO. Girella V. p. 

CI04. 
Jonkervifch. .Houttuyn. Mus. p. 42. n. 

340. 
Meerjuncker, auch Seefräulein genannt. 

Neuer Schaupid. Nat. Th. II. S. 360. 
Der Meerjuncker. Müll L. S. Th. IV. S. 

204. n. 15. 
Der Regenbogenfifch. Lefkc, Anfangsgr. 

d. Naturg. S. 375. 



Der Meer Juncker* 143 

Uie zwey Stacheln in der Afcerflofle und der nach der Länge laufende ge- 
zackte Strich find die Kennzeichen diefes Fiiches. Der Meer- 
in der Kiemenhaut zählt man fechs, in .der Bruftflofle vierzehn, in ,unc ' 
der Bauchflofle fechs , in der Afterflofle vierzehn , in der Schwanzflofie fünf- 
zehn , und in der RückenfloflTe ein und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift zufammen gedrückt, fchuppenlos , und lauft in eine 
ftumpfe Spitze aus. Die Lippen find flark, die Kinnladen von gleicher 
Länge, vorn mit vier fpitzigen, nach einwärts gekrümmten, und an den 
Seiten mit zwey Reihen aus einander flehenden kegelförmigen Zähnen befetzf. 
Von den vordem find die beiden mittlem, und von den an den Seiten die 
äufsern flärker, als die übrigen. Die Zunge und der Gaumen find glatt, 
und im Schlünde Knochen mit perlenförmigen Zähnen vorhanden. Die 
Nafenlöcher find doppelt, die" vordem rund, die hintern länglich, und beide 
unweit der Augen befindlich. Diefe haben einen fchwärzlichen Stern, in 
einem hellrothen Ringe. Die Kiemendeckel find glatt, der hintere endiget 
fich in eine häutige ftumpfe Spitze, und am vordem nimmt man eine ein- 
fache Kieme wahr. Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut ver- 
borgen. Der Rumpf ift fchmahl , dünn , der Rücken fcharf, und der Bauch 
rundlich. Der Afcer ift dem Kopfe näher, als der Schwanzflofle, und die 
Seitenlinie dicht am Rücken befindlich ; letztere ift hinterwärts flark gebogen, 
und auf jeder Schuppe in zwey Röhren fichtbar. Die feft in der Haut 
fitzenden Schuppen find klein, dünn und gezackt, daher der Fifch, wenn 
man mit der Hand vom Schwänze nach dem Kopfe zu fährt, fich rauch, 
anfühlen läfst. Sie bedecken einen Thtil der Rücken- Schwanz- und After- 
flofle. Die weichen Strahlen, fowohl in diefen als in den übrigen Flößen, 
find gabelförmig, und die harten fehwach. Von letztern find neun in der 
Rücken-, zwey in der After- und einer in der Bauchflofle vorhanden. Der 



144 Der Meer Juncker, 

Rücken ift bey dem Weibchen fchwarz, und bey dem Männchen grün. Der 
oben erwähnte gezackte Strich, der orangefarben ift, fängt am Genicke an, 
und geht bis in die Sehwanzflofie. Ein anderer von blauer Farbe nimmt 
an der Mundfpitze feinen Anfang, und geht ungefähr bis nach der Mitte 
des Körpers. Der übrige Theil von den Seiten, ingleichen der Bauch find 
weifs , und fpielen in's Blaue. Die Rückenflofle ift am vordem Theil oran- 
gefarben, am hintern blafsviolett, von welcher Farbe auch die übrigen Flof- 
fen find. Diefe mannichfakigen, fchönen und glänzenden Farben haben zu fei- 
nen Benennungen Jungfer {Don^eRa}, Juncker- und Regenbogenfifch Gele- 
genheit gegeben. 

Btllon erklärt ihn für den fchönften Fifcli, welchen das Meer hervor- 
bringt d), da wir aber feit der Zeit andere Fifche aus Oft- und Weftindien haben 
kennen gelernt, die an fchönen Farben diefem nicht nachftehen , fo erklärt ihn 
Linne nur für den fchönften der europäifchen Gewäfler *); aber auch diefen 
Vorzug macht ihm Cetti ftreitig, da er aufser den gelben und blauen Strich, 
Iteine andere Farbe, als die gewöhnliche weifse, und an den Flößen eine 
yerwifchte , xothe und gelbe Farbe bemerken konnte , od er ihn gleich 
noch lebendig, fo wie er aus dem Wafler leam, betrachtet hat £). Da in- 
deflen aufser Beüon auch Salvian c) , Rondelet d~) , Witlughby e) und unter 
den neuern Brünniche jf) feiner äufserft fchönen Farben erwähnen, fo trifft 
unftreitig auch das bey diefem Fifche ein t was wir bereits von mehrern ge- 
fagt haben , dafs nehmlich die Farben , fich nach der Verfchiedenheit ihres 



a) Aquat. p. 255. d) De Pife. P. I. p. igo. 

*) S. IT. p. 476. n. 15. e) Ichth. p. 314. 

£) Sardin. III. S. 1 33. /) Pifc. Mafi. p. 54. 

J) Aquat. p. 219» 



Der Meer Juncker. 14.J 

Alters, ihrer Nahrung, Jahreszeit, und ihres Aufenthalts abändern. Es 
kann indefTen feyn, dafs Herrn Cetti lauter Weibchen zu Geficht gekommen 
feyenj bey denen die Farben minder fchön als bey dem Männchen in die 
Augen fallen. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des mittelländifchen Meers, in welchem 
er an verfchiedenen Stellen angetroffen wird. In den griechifchen Gewäflern 
mufs er häufig vorkommen, weil ihn fonft Arlflottks nicht zu den in Ge- 
ßilfchaft liehenden Fifihen hätte zählen können g). Rondelet fagt: er habe 
ihn in Menge zu Antibes , und im Meerbufen von Genua gefehen h); Hafel- 
quifl traf ihn im Nil an i) ; Salvian rechnet ihn zu den römifchen k); Cetti 
zu den fardinifchen /); Forsklil zu den von der Infel Malta m) , und .Bran- 
nte he zu den von Marfeille /z). Rondelet, giebt ihm zwar nur die Gröfse 
eines Fingers 0) , und die übrigen Schriftiteiler die eines Spannes; ich be- 
fitze indefTen einen, der beinahe acht rheinländifche Zoll mifst. Er hält 
fich auf fteinigem Grund auf, daher ihn Oppian mit Recht zu den Felien- 
fifchen p), und Galenus zu den leicht zu verdauenden rechnet q). Er ge- 
hört zu den Raubfifchen , und lebt von der Brut der Schaalthiere und Fifche. 
Seinen Laich fetzt er im Frühjahre an den lteinigen Ufern ab. Man fängt 
ihn mit dem Netze, jedoch nicht fo häufig, als mit der Angel, an die er 
leicht beifst, wenn fie mit einem Stückchen Fifch, Mufihel oder Krebs- 



g) Gregales. H. N. üb. 9. c. 2. m). Defcript. p. XIX. 

A) DePifcib. I. p. 180. n) fifc. Mafs. p. 54. 

i) Reif. S. 387. n. 75. o) A. a. O. 

k) Aquat. p. 219. p) Saxatiles. de Pifcib. üb. I. 

I) Naturg. Th. III. S. 132. 2 ) De Aliment. claff. 2. 

Allg. Naturg. d. Fifche. Th. VHI. T 



i^6 Der Meerjuncker. 

fchaale verfehen ift. Kränkliche und fchwächliche Perfonen geniefsen ihn 
gekocht, und gefunde auch gebraten, weil er auf erftere Art zubereitet, leich- 
ter zu verdauen ift. 

Der Magen ift klein; der Darmkanal dünnhäutig, und ohne Anhängfei; 
die Leber ift blafsgelb; die Milz dreieckig und röthlich, und die Gallen- 
blafe weit. 

Bey den Holländern heifst diefer Fifch Jonckervifch ; bey den Englän- 
dern Sea- Junker lin und Rainbow - Fifh ; in Frankreich führt er die Nahmen 
Girelle, Girella; und in Antibes befonders Demoijelle ; in Venedig und am Nil 
Girelle; in Sardinien Zigurella ; in Italien Don^ella ; in Neapel ilfencA//za diRe; 
auf der Infel Candia Afdelles ; auf der Infel Rhodus Zillo f) , auf der Infel 
Malta Harufa; in Arabien Arußi; in Deutfchland Seefräulein , Meer Juncker 
und Regenbogenfifch. 

So fehr auch der Meerjuncker feiner fchönen Farben wegen die Auf- 
merkfamkeit der Schriftfteller auf fich zog, und ungeachtet er lieh an fol- 
chen Orten, wo kein Mangel an guten Künftlern ift, aufhält, fo haben wir 
defien ungeachtet noch keine gute Abbildung von ihm aufzuweifen. Die- 
jenige, die uns Bellon im Holzfchnitte liefert s) t ift zwar als die erfte, 
ziemlich erträglich , allein man kann fie doch nicht getreu nennen. Bald 
darauf gab uns Rondelet auch eine im Holzfchnitte , in der man aber un- 
fern Fifch nicht erkennen kann. Zur nehmlichen Zeit erfchien eine andere 
vom Salvian im Kupferftich, in der aber die Bruft ohne Schuppen, die Bruft- 
und BauchflolTe fchlecht, die SchwanzflofTe mondförmig vorgeftellt, und die 
Seitenlinie vergeflen worden ift u). 



r) Müll. L. S. IV. S. 204. De Pifc. I. p. 180. 

*) Aquat. p. 256. u) Aquat. p. 21 7, fig. 3. 



Der Meer Juncker. 147 

Gefner vermehrte diefe fchlechten Abbildungen mit einer neuen, in wel- 
cher man aber von unferm Fifche weiter nichts, als den gezackten Strich 
bemerkt x). 

Auch Aldrovand y) gab uns eine nicht viel beflere Zeichnung, in der 
man, obgleich die Schuppen nicht angedeutet find, doch unfern Fifch eher 
als in der gefnerfchen erkennt. 

Jonfion () und Ruyfch ad) haben die gefnerfche, Willughby bb) und 
Bonnaterre cd) aber die falvianifche copirt. In den neuern Zeiten hat Klein 
unfern Fifch zweimahl abgebildet dd) , aber heidemahl nichts weniger als ge- 
treu. 

Wenn Haßlauiß ee) unferm Fifche nur fieben harte Strahlen in der 
RückenflofTe, und Linne ff) in der AfterfiofTe gar keine giebt, fo rührt 
es blofs von der Zartheit derfelben her, fo wie die Angabe des Herrn Bo- 
mare gg), dafs diefer Fifch zwey Rücken- und AfterflofTen habe, blofs ein 
Schreibfehler zu feyn fcheint. 

Aelian hh) hält unfern Fifch für fo giftig, dafs fogar der Genufs der 
Fifche, die er berührt, dem Menfchen fehr nachtheilig feyn folle, welches ihm 
Oppian ä) treulich nacherzählt; allein, entweder iit Aelian von den Fifchern 
hintergangen worden, oder er verlieht einen ganz andern Fifch darunter; 
denn er wird nicht nur gegenwärtig ohne Nachtheil genoflen, fondern auch 



x) Icon. p. 25. dd) Mifs. Pifs. V. tab. £. fig. 7. 8« 

y) De Pifc. p. 39. ee) Reif. S. 387. n. 75. 

l) De Pifc. tab. 14. fig. 3. ff) S. N. p. 476. n. 15. 

ad) Theat. Animal. tab. 14. fig. 3. gg) Di£Uon. d'Hift. N. IV. p. 100. 

bb) Ichth. tab. X. 4. fig. 1. hh) H. A. Iib. 2. 44. 
cc) Encyclop. Ichth. pl. 52. fig. 199. ") De Pifc. Iib. 1. 

T 1 



148 Der Meer Juncker» 

in den altern Zeiten von Gallen kk) den gefunden Speifen beigezählt wor- 
den. Die letztere Bewandnifs hat' es auch mit Rondelet 11), wenn er er- 
zählt, dafs diefe Fifche ihm, als er lieh badete, in die Füfse gebiflen, da wo 
die Haut hart war. 

Arißoteles mm) zählt unfern Fifch zu denjenigen, die fich in Gefell- 
fchaft zufammen halten : da aber Sahian nn) verfichert, dafs er in der 
Gegend von Rom nur einzeln erfcheine, fo ift die ariftotelifche Behaup- 
tung nur halb wahr. 

Wenn Willughby unferm Fifche nur eine Reihe Zähne giebt 00), fo 
hat er wohl die innern überfehen, welches bey einem fo kleinen Fifch, und 
fo kleinen Zähnen, als die in der zweiten Reihe, leicht zu verzeihen ift. 

Duhamel führt unfern Fifch unrichtig als zwey befondere Arten auf: 
denn feine Demoißle von Antibes , und. die Donatio des Bellon ift ein und 
eben derfelbe Fifch, nehmlich unfer Meerjuncker. Es fcheint überhaupt, 
dafs er diefen Fifch nicht gefehen, fondern ihn nach dem Rondelet befchrie- 
ben habe, und da bey diefem die SchwanzflofTe gerade vorgeftellt ifr, fo giebt 
er ihm auch eine viereckige SchwanzflofTe pp). 

Eben diefe Irrthümer find auch in der Defcriptions des Art s & Metiers qq) 
beibehalten worden. 



kk) De Aliment. clafT. 2. 00) Ichth. p. 324. 

//) De Pifc. I. p. 181. P p) Traite de Pech. III. p. 54. 

mm) H. N. üb. 9. c. 2. qq) Tom. XI. p. 542. 543. 
nn) Aquat. p. 219. b. 



Der getropfte Lippßfik. 149 



DER GETROPFTE L I P P F I S C H. 
Labrus guttatus. 

CCLXXXVIIte Tafel. Fig. 2. 

Der Körper rund gefleckt, die Strahlen weich. K. . .,. Br. 13, B. 6, A. $ y 
S. 16, R. 19. 

Labrus maculis rotundis, radiis muticis. B. . ., P.XIII, V.VI t A. IX, 
C. XVI, D. XIX 

Prochilus, lingua foluta ; ad latera feptem Labrus prochilus KleiniiL. corpore pinnisque 

lineis longitudinalibus , dorfo proxima dorfalibus Sc ventralibus maculis argen- 

linea ex hortulis feneftralibus con- teis ocellatis vittatis. Mus.Linck.p. 45. c. 

junftis, reliquis ex circulis concatena- Das Butynaul, mit gelöfster, fichtbarer 

tis varius. Klein. Mifs. Pifc. V. p. 61. Zunge u. f. w. Neuer Schaupl, d. Nat. 

n. 5. tab. 12. fig. 5. Th. I. S. 1044. 



10. 



JViLan erkennt diefen Fifch an den runden Flecken, womit der ganze Kör- 
per geziert ift, und den weichen Strahlen in den FlofTen. Der ge- 

In der Brußfloffe findet man dreizehn , in der Bauchflofle fechs, in der tro P fte 
AfterflofTe neun, in der Schwanzflofle fechszehn, und in der Rückenflofle neun- PP 
zehn Strahlen. 

T 3 



150 Der getropfte Lippfifih. 

Der Kopf läuft in eine ftumpfe Spitze aus, und der Mund ift, wie 
beim vorhergehenden, gebildet. Die Nafenlöcher find doppelt, und unweit 
der Augen befindlich. Diefe haben einen filberfarbenen Ring, in dem ein 
fchwarzer Stern fleht. Die KiemenöfFnung ift weit; die Seitenlinie in der 
Nähe des Rückens befindlich, und hinterwärts ftark gebogen. Der After 
int feine Lage im Mittelpunkt des Körpers. Die Schuppen find hart, 
und mit einer Haut überzogen; die Seiten find blau, der Rücken braun, 
und der Bauch weifslich. Die Flecke find an den Seiten und der AfterflofTe 
filberfarben, und an der Rückenflofle gelb. Der Kopf ift blau, und mit läng- 
lichen Silberflecken geziert. Die Strahlen find zart, und in mehrere Spitzen 
getheilt. 

Der Aufenthalt diefes ichönen Fifches ift mir unbekannt. 

Das Original ift in der linckifchen Sammlung befindlich. 

Klein .haben wir die Bekanntmachung und eine erträgliche Zeichnung a) 
zu verdanken: allein er irrt, wenn er dem Gefchlechte Prochylus die Zähne 
abfprkht, -da er doch bey dem unfrigen, wohin er ihn doch zählt b~) , welche 
antrifft. 

ä) Mifs. Pifc. V. tab. 12. fig. 5. b) I. a. B. p. 60. §. 35, 



Der Grünfiojßr, i j i 



DER GRUNFLOSSER. 
Labrus chloroptems. 

CCLXXX'VIIIte Tafel. 

Zvrey Hundszähne in jeder Kinnlade, zwey Stacheln in der Afcerfiofle. K. 6', 
Br. 13, B.-i-, A. T V, S. 16, R. &< 

Labrus dentibus caninis duobiis in utraque maxilla, aculeis duobus in pinna 

am. B. VI, P. XIII, V. — , A. , C. XVI» D. 

VI XII XX 



xJ\e zwey hervorragenden Hundszähne, die man vorn in jeder Kinnlade It> 
wahrnimmt, und die zvrey Stacheln in der Afcerfiofle machen die Kennzei- Der Grün- 
chen diefes Fifches aus. floffer - 

In der Kiemenhaut bemerkt man fechs, in der Bruftflofle dreizehn, 
in der Bauchflofle fechs, in der Afterflofle zwölf, in der Schwanzflofle 
fechszehn , und in der RückenflofTe zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift fchuppenlos, vorn fchmahl, von bräunlicher Farbe, und 
mit blauen StreifFen geziert. Die MundöfFnung ift klein, die Kinnladen 
find von gleicher Länge, und aufser den erwähnten Hundszähnen auf jeder 
Seite mit zwey Reihen abgerundeter Zähne bewaffnet. Die in der äufsern 
Reihe find kegelförmig, und die vordem ungleich größer, als die hintern. 



1 5 2. Der Grünfloßer. 

Die in der innern Reihe find kurz und perlenförmig. Auch im Winkel des 
Mundes ragt ein Zahn hervor, der nach obenzu gebogen ift. Aus dte- 
fem fo ftark bewaffneten Munde ergiebt fich, dafs diefer Fifch zu den Raub- 
fifchen gehöre, und vorzüglich von Schaalthieren lebe. Die Nafenlöcher 
find doppelt, und in der Nähe der Augen befindlich. Der Stern in letz- 
terer iß fchwarz, und wird von einem gelben und rothen Ringe umgeben. 
Die KiemenöfFnung ift weit, und jdie Kiemenhaut liegt zum Theil frey. 
Der Körper ift dünn; die Schuppen find grofs, glatt, am Rand gelb, und 
bedecken einen Theil von der RückenflofTe. Die Seitenlinie läuft unweit 
des Rückens, und macht am Ende der RückenflofTe eine ftarke Beugung. 
Der After liegt dem Kopfe näher als der SchwanzflofTe. Diefe ift abge- 
rundet, die übrigen laufFen in eine Spitze aus; die am Rücken ift aus neun 
harten und eilf weichen Strahlen, die am After aus zwey von erfterer und 
aus zehn von letzterer Art zufammen ^gefetzt, die BauchflofTe Tiat nur einen 
harten und fünf weiche, in den übrigen FlofTen find fie vierzweigig. 

Die Grundfarbe diefes Fifches ift grün, am Rücken ift fie am dun- 
k-elften, an den Seiten wird fie heller und am Bauche am helleften; die 
FlofTen find durchaus grün, nur dafs einige etwas heller als die andern find. 

Ich habe ihn aus Japan erhalten, wo er von den dafigen Holländern 
Greene Papagayvifch genannt wird. 

Ende des achten Theils. 



D MARCUS ELIESER BLOCH'S, 

ausübenden Arztes zu Berlin ; der Gättinger, Utrechtcr, Frankfurter, Vlielsinger und Harlemer Sozietäten der Wilfea* 

fcliaften; der churfurftiieh Maynzifchen Akademie der Wiflenfchaften ; der Berliner, Danziger, Hallifchen und Zürcher 

naturforlchenden Gefellfchaftenj der römifch-kaifcrlichcn Akademie der Naturforfoher j der St. Petersburger, Leipziger, 

Bayerifchen und Zeitlichen Ökonomifchen Gefellfchaften; der Ackerbau - Gefellfchaft , und des 

Mufee zu Paris, Mitglieds oder Correfpondenten , 

NATURGESCHICHTE 

DER AUSLÄNDISCHEN FISCHE. 

MIT SECHS UND DREISSIG AUSGEMALTEN KUPFERN NACH ORIGINALEN. 



SEGHSTER THEIL. 




BERLIN, 1792. 

Bey den Königl. Aiademifchen Kunfthündlexn J. MorLao Sc Comp. 



V o r e r i n n e r ti n g. 



er gröfstc Theil der in diefem Tlieile befchri ebenen Fifche ge- 
hört bey den antillifchen Infein, in Brafilien und Oftindien zu 
Haufe. 

Da in den heifsen Himmelsftrichen die Vögel, Infekten, auch 
der gröfste Theil der vierfiifsigen Thiere weit lebhaftere Farben, 
als die Gefchöpfe der kalten Zonen haben, und diefes auch bey 
den "Wafferthieren ftatt linder; fo ift es auch kein Wunder, wenn 
die in diefem Tlieile vorkommenden Fifche fich von den vorher- 
gehenden durch ihre fchönen Farben fö auszeichnend unterfcheiden. 



Inhalt 



JUer rothe Lippfifch; : . 

Der bandirte Lippfifch. 

Der getäfelte Lippfifch. . «. 

Der fünffleckige Lippfifch. 

Der kleinfchuppige- Lippfifch. 

Das, Seeweib. .... 

Der gefleckte Lippfifch; . ♦ 

Der punktirte Lippfifch. 

Der Borfienflofler . . . 

Der Schwarzbauch . .. . 

Der Weichflofier. . . . . 

Von dem Umberfifchen überhaupt. 
Der Schwarzumber. . 
Der grofsfchuppige Umber. 
Der cylinderförmige Umber. 
Der fleckige Umber. .. . . 

Der Bartumber .... 

Der Lachsumber .. .. .7 i 

Der Zweiftachel.. ..... 

Der Eilfftrahl. . . .. . 

Der lineirte Umber., . . . 



Seite 3 

— 6 

— 8 

— 10 

— ii. 

— 14 

— i? 

20 

— 23 

— 27 

— 29. 

— 30 

— 35 

— 40- 

— 42 

— 44 

— 46. 

— 52 

— 58 

— 60 

— 62 



Tafel CCLXXXLY. 

— ccxc. 

— CCXCI. 



fig. I. 

— CCXCII. 

— CCXCIII. 

— CGXCIV. 

— CCXCV. — 1. 

— ecxcvi. — 1. 

— ccxcvir. 

— CCXCVIII. 

— cexeix., — 1. 

— ccc. 

— CCCT., 

— eccir. 

— CCCIII. 

— CCCIV. 



Inhalt, 

13er punktirte Umber. : . ■ ; . ., , Seite 64 

Der gfrftreiffte Umber. . ." '■, 66 

Der Moritäfche Umber. ....,,..„_ 6» 

Der Coro ....;... 7,3 

JSarfche, : , __ 70 

Der Fleck. ........:: -. . .. , — - 75 

Der Schwanzfleck. . , , ~. , 77 

Der Steinbarfclu . 70 

Der Doppeltleck. . „ . . ... .. ... gg, 

Der brafilianifche Barfch — 84 

Der Silberbarfch. . . . , 

. Der japanische Barfch. . . . .. ; .- . . ; . gg 

Der Blucbarfch. .-...„...,.;., 89 

Der gefleckte Barfch. ............. 02 

Der punktirte Barfch. ....;:......., 04 

Won den Rcth'ingen überhaupt. .. ......... — 07 

Der Röt'iling. ..... . — 09 

Das Weifs band. ........... ... .; , — 100 

Eine Abänderung - — jo6 

Das Doppelband. ........... — 108 

Der Argus. ............... — m 

Der jo'-.nifche Röthling. ... .,........__ 1 ,0 

Das Grofsauge. . . *...».. — n- 

Der geftreiffce R.öthling . . . _ T r 7 

Der vosmerfche. Röthling, . — 1.20 

Der SchildkrÖtenfifcb, .. . — 121 

Der Rothmund — 12a 

Der gezeichnete P.äthlmg. . .. ...... — 125 



Tafel CCCV. 

— CCCVI. 

— cccvir. 



cccxv. 

CCCXVI. 



cccxvir. 

CCCXVUI. 

CCCXIX. 

cccxx. 

CCCXXl. 

cccxxu. 
cccxxirr. 
cccxxiv. 



fig. 1. 
— 2. 



— cccvnr. — 

— CCC1X. 

— CCCX. 



— 86 — CCCXI. — 



CCCXII. 

CCCXIII. 

CCCXIV. 



I. 

3. 

• a 



ALLGEMEINE NATURGESCHICHTE 

DER FISCHE. 

NEUNTER T H E I L. 

ODER 

DER AUSLÄNDISCHEN 
FISCHE. 



SECHSTER T H E I L. 



0^ 



Der rothe Lippfifch.. 



LIPPFISCHE. 



Zweite Abtheilung» 
RUNDSCHWÄNZE. 

B. Mit fc hupp ig em Kopfe. 



DER ROTHE LIPPFISCH. 

Labrus carneus. * 

CCLXXXIXte Tafel, 

Drey fchwarze Flecke hinterwärts am Rücken. K. 5, Br. 15, B. J., A. ^ri 

S. 16, R.'i£. 

Labrus maculis tribus nigris in parte pofieriore dorfi. B. V, P. XV, V. ——, 

III XVII 
A. , C. XVI, D. . 

XIV XXX 

Labrus carneus, maculis tribus nigris in Labrus carneus, ruber maculis duabus ni- 

fine pinnae dorfi & ex- gris in bau poftica pin- 

tremo dorfi. Norv. Sa- nae , & tertia in extre- 

dernaal. Paon rouge. mo dorfi. Müll. Pro- 

Afcanius. Icon. Fafc. II. drom. Z. D. p. 46. n. 

p. 6. tab. 13. 385. 

LJiefer Seefifch macht fich durch die drey fchwarzen Flecke, davon zwey am 12. 

hintern Theile der Rücken- und einer dicht an der Schwanzflofle fichtbar ift, er r ° c , e 

Lipphlch. 

kenntlich, 

A x 



4. , Ber rotte Lippfifik. 

I In der Kiemenhaut bemerkt man fünf, in der BrufiflofFe fünfzehn, in 
der Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe vierzehn, in derSchwanzflofle fechszehn 
und in der RückenflofTe dreifsig Strahlen. 

Der Kopf ift fchmahl, und bis an die Angenfchuppenlos; unweit diefer 
find die doppelten Nafenlöcher befindlich. Die Mundöffnung ift klein; die 
Kinnladen find gleich lang, und mit einer Reihe fpitziger Zahne bewaffnet, von 
denen die vorderften die längften find. Die Zunge ift frey, und, fo wie der 
Gaumen, glatt: im Schlünde hingegen,' find die mehrmahls gedachten drey Kno- 
chen mit den runden Backzähnen vorhanden. Die Augen haben einen gelben 
Ring, der einen fchwarzen Stern einfchliefst. Der vordere Kiemendeckel hat 
fehr kleine Schuppen und eine angewachfene Kieme; der hintere ift aus zwey 
Blättchen zufammen gefetzt, und laufe in eine fcharfe Spitze aus. Die Kiemen- 
öffnung ift weit, und die Kiemenhaut liegt verdeckt. Der Rumpf ift fchmahl, 
und feine .Schuppen find klein. Sie bedecken auch einen Theii der Rücken- 
After- und Schwanzfloffe. Der Bauch ift rund; der Rücken fcharf; die Sei- 
tenlinie ift dem Rücken naher, als dem Bauche, und der After der Schwanz- 
floffe näher, als dem Kopfe. Die FlofTen find kurz und abgerundet ; die am 
Bauche weiter lunterwarts, als die an derBruft, welche nur gabelförmige Strah- 
len haben. Die weichen Strahlen in den übrigen Floflen find vielzweigig. Von 
den harten treffen wir in der Bauchflofle einen, in der Afterfloffe drey, 
und in der RückenflofTe fiebzehn an, die alle bis auf den am Bauche mit einer 
weichen Fafer verfehen find. Diefer Fifch hat eine fchöne rothe Farbe, die 
an den Seiten heller wird. 

Diefer Fifch gehört ebenfalls in Norwegen zu Haufe a), wo wir ihn in Chri- 
ftiansfund bey Haäven antreffen. Ich habe ihn in derGröfse der Zeichnung, vom 



a) Mull. Pr, Z. D. p, 46. n. 387. 



Der rothe Lippfifeh. y 

Herrn Kunßverwalrer Spengler in Coppenhagen, erhalten. Er lebe von Mu- 
fcheln, Schnecken und andern Schaalthieren £): ob aber feine fchöne Farbe, 
wie Herr Afcanius glaubt c) , diefen Nahrungsmitteln zuzufehreiben fey , daran 
ift wohl fehr zu zweiffeln , da viele andere Fifche die nehmliche Nahrung haben, 
und deilen ungeachtet nicht mit den nehmlichen Farben prangen. Dem Herrn 
O. F. Müller zu Folge , hat diefer Fifch ein fehr wohl fchmeckendes Fleifch d). 

In Norwegen heifst diefer Fifch Suder-Naalf dieDeutfchen nennen ihn den 
rothen Lippfifeh und die Franzcfen Le Paon rouge. 

■ .'. Herr Afcanius , der uns mit diefem Fifche zuerft bekannt gemacht, hat 
Uns auch eine Zeichnung gelieferte), die aber nicht getreu ift: denn die Zähne find 
äuflerft klein, am Kopfe find gar keine, und am Rumpfe kaum fichtbare Schup- 
pen, und die in den Flofien befindlichen Stacheln, find nicht bemerkt worden. 

Es wundert mich, dafs Herr Gmelin in dem neulich herausgegebenen 
Hnne'ifchen Syftem, diefen Fifch nicht aufgeführt hat. 



V) Sierpula. Linn.' d) Prodr. Z. D. p. 46, 

e) Icon. Fafc. II. p. 6. c) I. a. B. 



A3 



Der landirtc Lippßfeh. 



DER BANDIRTE LIPPFISCH. 

Labrus fafciatus. 

CCXCte Tafel. 

Der Körper bandirt, acht Stacheln am Kücken. K. . ,j Bf. n, B. }, 
A. T V, S. 14, R-xV 

Labrus fafciatus 3 jicukis dorfalibus ocZo. B. . ., P. XII, V. - — , 

II VIII j 

A. , C. XIV, D . 

XIII XIX 



.XJer bandirte Körper, und die acht Stacheln am Rücken, geben ein flehe-! 
Der t>an- res Kennzeichen für diefen Fifch ab. 

dirte Lipp- In der Bruftfloflg hat er zwölf, in der Bauchflofle fechs , in der Afcer- 

fifch. . 

flofTe dreizehn, in der Schwanzüoffe vierzehn, und in der RückenflofTe neunzehn 

Strahlen. 

Der Kopf ift zufammen gedrückt, und bis auf den Vorderkiemendeckel 
fchuppenlos; die Kinnladen find gleich lang, und mit einer Reihe kurzer abge- 
rundeten Zähne verfehen. In jeder Kinnlade nimmt man vorn zwey Hunds- 
zähne wahr, und da er zugleich mit ftarken Lippen verfehen ift, fo macht er 
den Uebergang von den MeerbrafTemen zu den Lippfifchen. Ich würde ihn 
unter jenes Gefchlecht gebracht haben, wenn anders feine ftarken Lippen nicht 
mehr, als feine Zähne in die Augen fielen. Der Gaumen ift glatt j die Nafen- 



Dir bandirte Lippfifih. 7 

löcher find doppelt und dicht an den Augen befindlich .' letztere haben einen 
fchwarzen Stern, der von einem rothen Ringe umgeben wird. Der hintere 
Kiemendeckel ift fchuppenlos, beftehet aus zwey Blättchen, und ift von grüner 
Farbe. Der Rumpf wird von grofsen, glatten Schuppen bedeckt, und von 
vier breiten und braunen Bändern umgeben. Die Seitenlinie, welche dem 
Rücken näher als dem Bauche ift, wird am Ende der Rückenflofle unterbrochen, 
fängt in der Mitte des Schwanzes wieder an, und endigt fich in deflen Floße. 
Der Rücken ift fcharf, der Bauch rundlich, und der After der Schwanzflofle 
näher als dem Kopfe. Diefer ift grün und röthlich. Der Rumpf hat eine 
Olivenfarbe, und ift mit braunen Bändern geziert. Die Rücken- und After- 
flofTe find fchwarzgrün; alle Floflen find kurz, und haben bis auf die an der 
Bruft, vierzweigige Strahlen. Aufler den erwähnten acht Stacheln in der Rücken- 
flofTe finden wir auch zwey in der After- und einen in der Bauchflofle. 

Diefen Fifch habe ich in der Gröfse der Zeichnung aus Japan erhalten. 



Der getäfelte Lippfifch. 



DER GETÄFELTE LIP PFISCE. 

Labrus teffelatus. 
C C X C 1 1 e Tafel. Fig. r .. 

Wenige Schuppen am Auge undKiemendeckel. K. 4 , Br. 16, B. ■§-:, A. r % 
S. 1 6 , R. £|. 

Labrus fquamis nonnulüs ad oculutn operculumque. B. IV, P. XVI, 

r.JL,^£E,c.^i,n. xvu 



vr xir ■'•..,-■ xxvui 



Di 



14. *Ji* Kennzeichen diefes Fifches find die wenigen Schuppen an den Augen 

Der geti- und am Kiemendeckel. 

feite 
Lippfifch. In der Kiemenhaut bat er | vier, in der Bruftflofle fechszehn, in der 

BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe fechszehn, und 

in der RückenflofTe acht und zwanzig Strahlen. 

Diefen Fifch , welchen ich dem KunhVerwaker Herrn Spengler zu verdan- 
ken habe, und der in Norwegen zu Haufe gehört, habe ich forgfältig mit de- 
nen, die Linni und Fr. Müller in ihren Schriften anführen, verglichen, aber 
keinen gefunden, der dem felben gleich käme. Dafs er übrigens zu dem ihm 
angewiefenen Gefchlechte, nach dem Linni, gehöre, ergiebt ficn leicht aus den 
fiarken Lippen , welche den Mund umgeben. 

Die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit einer Reihe kleiner, 
fcharfen Zähne befetzt; der Körper jft geftreckt, und mit kleinen weichen 

Schuppen 



Der getäfelte Lippfifch. 9 

Schuppen befetzt. Am Kopfe bemerke ich nur dicht an den Augen und ober- 
wärts am Kiemendeckel eine kleine Stelle, die damit verfetten ift. Da ich die- 
fes noch bey keinem andern Lippfifche gefunden habe, £0 habe ich diefen Um- 
frand zum Mer.kmab.le gewählt. 

Die Augen haben einen fchwarzen Stern , der von einem filberfarbenen 
Ringe umgeben wird; vor denfelben nimmt man die doppelten Nafenlöcher, 
und unter ihnen vier bis feehs Poren wahr, die wahrfcheinlich zur Abfonderung 
des Schleimes dienen, der den Kopf anftatt der Schuppen vor Verletzungen 
fchützt. Der Kiemendeckel und die Bru^l find mit kleinen braunen, der übrige 
Körper aber mit grofsen Flecken befetzt. Da diefe ^in getäfeltes Anfehen ha- 
ben, fo habe ich davon Gelegenheit zu feiner Benennung hergenommen. Der 
Rücken ift violett, und die Seiten lind filberfarben; die Bauchflofle ift fchwarz, 
und die übrigen fämmtlichen FloiTen bläulich mit einer gelbbräunlichen Finfaf- 
iung. Die KiemenöfFnung ift weit, und die fchmahle Kiemenhaut wird von 
vier Strahlen unterftützt. Der After liegt der SchwanzflofTe näher, als dem 
Kopfe, und die Seitenlinie, die unweit des Rückens mit demfel'oen paralell 
läuft , macht am Ende deflelben eine Beugung nach unten , und geht alsdann 
in gerader Richtung bis in die Mitte der SchwanzflofTe. Die fämmtlichen 
FloiTen find abgerundet. Alle Strahlen darin find bis auf die harten vier- 
zweigig. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Norwegen. Ich habe ihn ebenfalls von 
meinem Freunde, dem Herrn Kuuftverwalter Spengler erhalten. 



Allg. Naturg. d. Fifche. Th. ix. 



Der fänffleekige Lippfifih. 



DER FUNFFLECKIGE LIPPFISCH. 

Labrus quinquemaculatus. 

C C X C I t e Tafel. Fig. a; 

Der Kopf fchuppig, fünfzehn Stacheln in der RückenflofTe. K. j, Br. i j, 
B.-§-, A. A, S.16, R. |f 

Labrus capitt fquamato , aculeis dorfalibus quindccim. B, V, P. XV 

v.JL, A .EL, c . xniD _^ 



vi' xn' ' "■ xxv' 



Lippfifch. 



l5 JJ er g anz mit Schuppen bedeckte Kopf, und die fünfzehn Stacheln in der 
Der fünf- Rückenflofle find diefes Fifches Kennzeichen. 

Lbofiffh. In def Kiemenhaut hat er fünf » W der BruftflofTe fünfzehn, in der 

BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe fechszehn, 
und in der Rückenflofle fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift aufTer dem erwähnten Unterfchiede ganz wie bey den übrigen 
Lippfifchen gebildet, auch die übrigen Theile des Mundes, ingleichen die ein- 
fachen Kiemen find mit jenen von gleicher Befchaffenheit. Die Augen haben 
einen fchwarzen Stern und einen goldfarbenen Ring; vor denfelben befindet fich 
ein einfaches längliches Nafenloch, und unter ihnen ein halber Kreis von 
Schleimröhren. Der Kiemendeckel, der bey den mehrften diefer Art Fifche 
in eine zugefpitzte Haut ausläuft, ift bey diefem rund, und mit einem fchwarzen 
Flecke verfehen. Die Kiemenhaut liegt bedeckt; die Seitenlinie ift am Ende der 



Der fünffleckige Lippfifih. .u 

Rückenflofie gebogen, und der After der Seh wanzflofTe. näher, als dem Kopfe. 
Auch nimmt man fünf Flecke an ihm wahr, von denen fich am Munde, an der 
AfrerflofTe und an dem Hinterkiemendeckel einer, und an der RückenfiofTe zwey 
befinden. Die Flößen find kurz, und ihre weichen Strahlen gabelförmig. 
Von den harten findet man in der Rückenflofie fünfzehn, in der Afterflofle 
drey und in der Bauchflofle einen. 

Die Grundfarbe des Fifches ift gelb in's Violette fpielend, und nur der 
Kopf hat mehr von der letzten, als der erften Farbe an fich. Die FlofTen find 
blafsgelb und am Rande violett. 

Diefen Fifch habe ich meinem würdigen Freunde, dem Herrn Kunffver- 
walter Spengler in Koppenhagen zu verdanken, welcher ihn aus Norwegen er- 
halten hat. - \ 



B % 



Der kkinfchuppige Lippfifch. 



DER KLEINSCHUPPIGE LIPPFISCH. 

Labrus microlepidotus. 

CCXCIIte Tafel. 

Der Hinterkiemendeckel fcbuppig. K, . . , Br. ia, B. J., A. ^, S. 18, 

R. I--S-. 

Labrus operculo pofieriore fquamato. B. . ., P.XII, V. — , A. 



C. XVIII, D. 

XXX 



VI XIII 

XVII 



16. Da 



'a keiner von den Lippfifchen , die ich befchreibe, blos an dem Hinterkie- 
fchu - CT g raendeckel allein mit Schuppen verfehen ift, fo wird er dadurch von den übri- 
Lippfifch. gen leicht zu unterfcheiden feyn. 

Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut kann ich nicht angeben , da 
der Mahler, der ihn in Leipzig, in der linkefchen Sammlung für mich gezeich- 
net, feine Sorgfalt nicht daraufgerichtet hat. 

In der BruftflofTe fand er zwölf, in der BauchflofTe fechs, in der After- 
flofle dreizehn, in der SchwanzflofTe achtzehn, und in der RückenflofTe drei- 
fsig Strahlen. 

Der Kopf ift fchmahl, und bis auf den hintern Kiemendeckel fchuppenlos; 
die Nafenlöcher find einfach, und flehen zwifchen der MundöfFnung und den 
Augen in der Mitte: diefe haben einen fchwarzen Stern, der von einem fchmah- 
len gelben, und breiten filberfarbenen Ringe umgeben wird. Die Mundöff- 



Der kleiefchuppige. Lippßfch. 1 3: 

nung iß klein; die Kinnladen find von gleicher Länge, und nur mit einer Reihe 
fpitziger nicht dicht an einander flehenden Zähne befetzt. Die KiemenöfF- 
nung ift weit; die Kiemenhaut bedeckt; die Seitenlinie nahe am Rücken, und 
der After faft im Mittelpunkte des Körpers befindlich.. Die Schuppen find fehr 
klein, der Kopf und Rücken find' gelbbraun , und die Seiten mit dem Bauche 
fiiberfarben. Die Rückenflöfle ift beinahe durchgehends braun , und blos an 
ihrem Ende weislich, von welcher Farbe auch die übrigen FlofTen find. Die 
BruftflofTen fitzen weiter vorwärts als die BanchflofTen , undfowohl in dielen als 
in den übrigen Floflen lind die weichen Strahlen bis auf den erften vierzweigig. 
In der am Bauche findet man einen, in der am After drey,. und in der anv 
Rücken fiebzehn harte Strahlen. 

Das- Vaterland fowohl, als die- Gröfse- diefes- Fifches } find mir. beide 
unbekannt. 



B 3 



i-4 Das Seeweib. 



VA S S E E W E I B. 

Labrus Vetula, 

C C X C I I I t e Tafel, 

Die Bauch- After- und Schwanzflofle eingefafst. K. 6, Br. 14, B. \, 
A. T 3 T , S. 16, R. if 

Labrus pinna ytntrali anali .caudalique marginata. B. VI, P. XIV, 

I III XVI 

V. ■—> A. ——, G. XVI, D. ■ 



VI XIV . .... XXIX. 

La Vieille, ou Vielle, Vrac ou Vracq, PI. 6. üg. 1. 

Carpe de mer, Crahatte, Demoifelle la vieille. Defcript. des Arts & des met. 
Duham. Trait. de Pech. Tom. III. p. 34. Tom. XI. Se&.IV. Chap 3. Artic. 1. 

! JYlan erkennt liefen Fifch an feiner braun «ingefafsten Bauch- After- und 

Das SchwanzflofTe. 
Seeweib. j n ^ er Kiemenhaut find fechs, in der BrußflofTe vierzehn, in der Bauch- 

floffe fechs, 'in der AfterflofTe vierzehn, in der SchwanzflofTe fechszehn und in 
der Rückenflofle neun und zwanzig Strahlen. 



Das Seeweib, 15 

Der Kopf ift keilförmig, und bis an die Augen fchuppenlos. Die 
Nafenlöcber find doppelt, und den Augen näher als den ftarken Lippen. 
Die Mundöffnung ift klein, der Gaumen und die freiliegende Zunge find 
glatt, und im Schlünde drey Knochen mit perlenförmigen Zähnen vorhanden. 
Die gleich langen Kinnladen find nur mit einer Reihe fpitzer Zähne befetzt. 
Die Kiemendeckel find fchuppig, und an der innern Seite des vordem Kiemen- 
deckels eine einfache Kieme fichtbar. Die Augen flehen nahe am Scheitel., ha- 
ben einen fchwarzen Stern in einem blauen Ringe , und find mit einer Nickhaut 
verfehn. Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut liegt gröfstentheils 
verborgen. Der Rumpf und die Schwanzfloffe find halb mit glatten Schuppen 
bedeckt. Die Seitenlinie ift in der Nähe des Rückens befindlich, und am Ende 
der RückenflofTe ftark gebogen. Der After ift in der Mitte des Körpers. 

Der Kopf ift röthlich; der Rumpf gelb und mit bleifarbenen Flecken ver- 
fehen, von welcher Farbe auch der Rücken ift. Die Floflen find gröfstentheils 
bläulich , die am Bauche, After und Schwanz find braun eingefafst, und letz- 
tere , ingleichen die am Rücken braun getröpfelt. Die fämmtlichen weichen 
Strahlen find vierzweigig, und von den harten finden wir in der Bauchflofle 
einen, in der Afterflofle drey, und in der RückenflofTe fechszehn. 

Diefen Fifch treffen wir in Norwegen, an den Küften von Bretagne und 
in der Normandie an. Denjenigen, welchen ich befitze, und den ich von meinem 
würdigen Freunde, dem Herrn Kunftverwalter Spengler in Koppenhagen erhal- 
ten habe, ift aus der Nordfee, und von den beiden übrigen Gegenden feines 
Aufenthalts giebt uns Herr Duhamel Nachricht ä). 

Er erreicht die Gröfse von zehn bis zwölf Zoll, ift fieifchig und von 
gutem Gefchmacke , befonders wenn er fich auf einem reinen Grunde aufgehal- 



a) Trait. de Pech. III. p. 35. 



i6 jfoas Seeweih. 

tenhat. In Nieder -Bretagne fchätzt man ihn fehr, und er wird dafelbft einge- 
falzen und fo aufbewahret b). Erlebt vom Raube, .und wird daher leicht mit 
der Angel gefangen. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Vieilk , Vielle , Carpe de mer , Dcmoi- 
fille 3 dafelbft in Grandvillebefonders Vrac , Vracq, in Treguier und in Lan- 
nion Crahatte, und in Deutfchland wird er das Seeweib genannt. Seine 
norwegifche Benennung ift mir unbekannt geblieben. 

Ich habe diefen Fifch in den naturhiftorifchen Büchern von Dännemark 
und Norwegen vergebens gefacht: denn ich habe keinen gefunden, defTen An- 
zahl von weichen und harten Strahlen mit dem unfrigen übereinftimmt. 

Die Zeichnung, die uns Herr Duhamel von unferm Fifche gegeben hat, 
gehört uicht zu den beften, da die Schuppen fchlecht, der Stachel in der Bauch- 
flofTe gar nicht, und in der AfterflofTe kaum einer angedeutet ift c). Auch ge- 
hört die Blaie am After nicht in die Zeichnung, indem es nur ein heraushän- 
gendes "Stück davon ift; ein Umftand, der fich oft .zuträgt, wenn der Fifch 
gedrückt wird, oder in Fäulnifs übergeht. 



£) Duham. Trait. de Vieh. III. p. 36. c) Trair. de Pech. 111. Tl. '6. fig. 1. 



DER 



Der gefleckte Lippfifch. i j 



DER GEFLECKTE LIPPFISCH. 
Labrus maculatus. 

€ C X C I V t e Tafel. 

Die FlofTen gefleckt f zwanzig Stacheln am Rucken. K.5j Br, 14. B. -§• 
A.^, S. 17, R.fä. 

labrus pinnis maculatis , fpinis dörfalibus vJgintij B. V» P, XIV \ 

„ I III XX 

V. — , A. ; C. XVII. D . 

VI Xlf XXX 

Labrus bergyka , pinnae dorfalis radiis Berg-Gak, Berg-Gyke, Söe- 

XXfpinofis &X inermibus ramo- Aborre. Müll. Prodr. Zoolog. 

fis. Norv. Bergylte, Dan. See Dan. p. 46. n. 387. 
Garpe. Ascan.lcoues. Fa.Cc. i.p. 4. Le Bergylte. L. Bergyka. L. corpore fuf- 

tab. I. co : peclore lineis fufeis & cae- 

■ "— Berg- Galt caudarotundata, fqua- ruleis , akernis. Bonnaterre 

nais margine, pinnis operculisque Encycl. Ichth. p. 1 15. n. 56. 
lineis flexuofis rufo - aureis. N. 



i£ 



JL/ie gefleckten Floflen, und die zwanzig Stacheln in der Rückenäofle, find 

die Merkmahle diefes Fifches. r 

gefleckte 
In der Kieraenhaut zählt man fünf, in der BruftflofTe vierzehn, in Lippfifch,' 

der BauchfloiTe fechs, in der Afterflo/Te zwölf, in der SchwanzflofTe fiebzehn, 

und in der Rückenfloffe dreifsig Strahlen. 

Allg. Naturg. d. Fifche. Th.iX. C 



1 8 Der gefleckte Lippfifih. 

Der Kopf ift abgestumpft, und bis auf die Kiemendeckel fchuppenlos; 
die Lippen find ftark; die Kinnladen von gleicher Länge, und nur mit einer 
Reihe fpitzer Zähne, wovon die unteren die Iängften find, bewaffnet. Der 
Gaumen und die Zunge find glatt, und im Schlünde fitzen drey Knochen mit 
kurzen abgerundeten Backzähnen. Von den Nafenlöchern find auf jeder Seite 
zwey unweit der Augen, und an der innern Seite des Vorderkiemendeckels eine 
einfache Kieme vorhanden Die Augen flehen nahe am Scheitel, und haben 
einen fchwarzen Stern in einem goldfarbenen Ringe. Die Kiemendeckel find 
glatt und ihre Schuppen kleiner, als die am Rumpfe. Bey dem vordem nimmt 
man am Rande OefFnungen von Schleimröhren wahr. Die Kiemenöffnung ift 
weit, und die Kiemenhaut zum Theil bedeckt. Der Rumpf ift ziemlich breit, 
und verhältnifsmäfsig dick. Die hinterwärts gebogene Seitenlinie ift dem Rücken 
näher, als dem Bauche, und der After der SchwanzflofTe näher, als dem Kopfe. 
Die Schuppen find dünn, grofs, glatt, und bedecken einen Theil der Schwanz- 
After- und RlickenflofTe. ■ Der Rücken ift dunkelgelb ; die Schuppen find zum 
Theil von der nehmlichen Farbe, die jedoch am Bauche heller werden. Die Farben 
find bey dem Männchen lebhafter, als bey dem Weibchen. Die fämmtlichen 
FlofTen find gelb in's Violette fpielend, und mit fchönen braunen Flecken geziert. 
Diefer Fifch ift ein Bewohner der Nordfee, und hält fich an den flachen 
Stellen, die nicht über ein fcis zwey. Klafter tief find, unweit des Ufers, 
wie auch in der Chrifliansbucht bey Haaoen auf a). Er ernährt fich von 
Schnecken, Mufcheln und Krebfen, die er an den Ufern im UeberflufTe 
findet. Er wird in der Nordfee in der Gröfse von fünfzehn Zoll angetrof- 
fen. Die grofsen find fleifchig, fett und wohlfchmeckend, wenn fie anders 
auf einem guten Grunde geftanden haben. . 



d) Müll. Prodr. Z.D. p. 46. n. 387. 



Der gißeckte Zippfifch 1 9 

In Frankreich heifst diefer Fifch Bergylte und Zaire tacket e f in Dänne- 
tnark Soe-Carpe y in Norwegen Berg- Galt, Berg-Gylte, Söe Ahne, und 
in Deutfchland der gefleckte Zippfifch. 

Dem Herrn Afianius haben wir die erfte Bekanntmachung diefes Fifch es 
zu verdanken., aber in feiner Zeichnung ift die Seitenlinie ausgelafTen worden b). 
Nach der Zeit haben Müller c) und Bonnaterrc d) , ihn in ihre Schriften ange- 
führt, aber in Gmelins linneifchem Syftem ift er übergangen worden. 



V) Icon. -tab. 1. J) Encycl.Iccthyol. p. 115. n. 56. 

c~) Prodrom. Zoolog. D. p. 46. m. 3 8j- 



C a 



Der punktirte Lippfifch. 



DER PUNKTIRTE LIPPFISCH. 

Labras pundtatus. 
CCXCVte Tafel« Fig. i. 

Vier Stacheln in der AfterfloiTe. K. 5 , Br. 14, B. J-, A. T %, S. 1 5, R. ||. 

Labrus radiis quatuor in pinna ani. B. V, P. XIV, V. , A 

VI XI i' 

C.XV.D.™-. 
XXV 



Labrus pmäatus. L, pinna dorfall ramen- 
tacea, lineis parallelis fufco • pun&atis. 
Linn. S. N. p. 477. n. 23. »diu Gmel. 
p. 1290. n. 23. 

Sciaena , lineis pallidis longitudinalibus pa- 
rallelis plurimis fufco -pun&atis. Prick- 
Snylta. Mus. Adolph. Fried. I. p. 66. 

Labrus bruneus, albo nigroque varius, 
maxillis aequalibus, cauda fubrotunda, 



olficulo iecundo pinnarum ventralium 

fetiformi. Gronov. Mus. I. p. 36. n. 

87« Spams cauda rotundaca: pinnis 

dorfi, ani, ventralibusque filamentofis. 

Zooph. p. 64. n. 223. tab. 5. fig. 4. 
Der punktirte Lippfifch. Müll. 1. S. Th. 

IV. S. 208. n. 23. 
Le ponclue. Bonnaterre -Encycl. Ichthyol. 

p. III. n. 32. 



Die 



r9> juJie vier Stacheln in der AfcerflofTe geben ein Merkmahl für diefen Fifch ab. 
Der punk- In der Kiemenhaut hat er fünf, in der Brußflofle vierzehn, in der Bauch- 

t,r fifch 1PP " fl ° ffe fechs ' in der Afterflo(re zwöIf > in der SchwanzflolTe fünfzehn, und in der 
RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 



Der punktirte Lippßfik ix 

Der Kopf ift klein, abfchüffig, und bis an die Kiemendeckel fcnuppenlos> 
Die Nafenlöcher find doppelt, und flehen zwifehen den Augen und der Mund- 
Öffnung in der Mitte : diefe ift klein, die Kinnladen find gleich lang, die Augen 
haben einen fbhwarzen Stern in einem gelben Ringe, und eine Nickhaut. Die 
Schuppen an den Kiemendeckeln find mit dem am Rumpfe von gleicher Gröfse; 
ein Umftand, den man nur feiten wahrnimmt. AufTer diefen, und den er- 
wähnten vier Stacheln in der Afcerflofle, finden wir auch keinen Fi£ch 7 bey dem 
die SchwanzflofTe rund, und die übrigen FlofFen dennoch fo fpitz ausliefen, 
als bey dem unfrigen. Der hintere Kiemendeckel ift abgerundet, und am vor- 
dem nimmt man eine einfache Kieme wahr. Die Kiemenöifhung ift weit, und 
die Kiemenhaut bedeckt. Der Rumpf ift dünn-, breit r und wird von grofsen, 
dünnen, runden und glatten Schuppen bedeckt r die fich zugleich üher einen 
Theil der Rücken- After- und Schwanzfiolle verbreiten, an denen fie jedoch nur 
klein find. Die Seitenlinie ift getheilt. Der längere Theil derfelben läuft in 
der Nähe des Rückens bis an das Ende feiner FlolFe, und der kürzere, welcher 
diefer gegen über feinen Anfang nimmt, verliert fich in die SchwanzflofTe, 
Der After liegt im Mittelpunkte des Körpers \ der Bauch ift rund und der 
Rücken fcharf. 

Der Rücken diefes Fifches ift braun; der Bauch und die Seiten find hellen 
und auf letzteren nimmt man neun nach der Länge laufende Linien, die aus 
braunen Punkten beftehen, wahr. Die Schwanz- Rücken- und AfterfiofTe find 
mit fchwarzen Linien geziert; die Bauch- und BruftfTofTen dunkelgrau. Die 
weichen Strahlen in den fämmtlichen Floflen find lang und gabelförmig. Bey 
der BruftflofTe ift der fiebte, bey der BauchfiofTe der zweite, und bey der 
Rücken- und AfcerflofTe der vorletzte Strahl der längfte. Die letzten beiden 
find dergeftalt verlängert, dafs fie haarförmig erfcheinen. Die Bauchflofle 
ift wie gewöhnlich aus einem harten und fünf weichen , die RückenflofTe aus fünf- 

C 3 



zz Der punktkte Lippfifch. 

izehn hatten und zehn weichen, und die AfterfiofTe aus vier von erftrer und acht 
von Ietzerer Art zufammen gefetzt. Am Kopfe, an der Seite, und am Ende 
des Schwanzes nimmt man einen fchwarzen runden Fleck wahr. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der FiüfTe Surinams. Wahrfchefnlich wird 
er nicht gröfser, als die mitgetheilte Zeichnung, wenigftens itimmen die zwey, 
die ich .befitze, und der, welchen Gronov abgebildet hat, hiermit überein. Da 
er nur dünn ift, fo kann er auch in der Oekonomie von keiner Bedeutung 
ieyn. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Le Poneiae , in Schweden Prkk- Snylta, 
und in Deutfchland der punktirte Lippfifch. 

Ich habe bereits oben erwähnt, dafs die Schriften, worin Linne und Gro- 
,nm diefen Fifch befchrieben haben, zu gleicher Zeit erfchienen find. Den 
letztern allein haben wir die erfte Zeichnung, die getreu ift, zu verdanken. 
Diefer SchriMeller betrachtet ihn zuerä als einen Lippfifch ä), nachher aber 
als einen MeerbrafTem b). Linhe aber bringt ihn .anfänglich zu den Umher-*;) 
hernach aber zu den Lippfifchen d). 



a) Mus. I. p. 36. n. 87- c) Mus. Adolph. Frid. p. 66. 

F) Zooph. p. 64. n. 213- d) S. N. p. 477. n. 2.3. 



Der Borßenßqfer. z.% 



Dritte Abtheilünc. 
M O N V S C H IT 2 N Z & 



DER BORSTEN FLOSSER. 

Labrus trichopterus. 
CCXCVte Tafel. F i g. 2. 

Die BauchflofTe borftenförmig. K. 4, Br. 10, B. 3, A. ^, S. 16, R T V 

XI 
Labrus pinna ventrali fitiformu B. IV t P. X, V. III, A. 

VII 
C.XVI, D.—. 

Sparus trichopterus, S. duabus utrinque ma- Labrus trichopterus, Pallas. Spizil Zoolog 

culis notatus; pri- fafc.VIII. p. 45. 

mo pinnarum ven- — — L. pinnis ventralibus 

tralium radio Ion- uniradiatis, L. S. N. edit. Gmel. p. 1 2 8 6. 

giflimo, aftaci an- * n. 47. 

tennam referente. Hochtus biguttatus. Index Mus Schwcn- 

Kölreuter nov. Com- ckiani. p. 30. n. I. 

tnent. Petrop. IX. p. Le Crin. L. Trichopterus. L. corpore fufco 

452. n. 7. tab IO, pallidoque fubundulato ; macula du- 

fig. I. plici utrinque orbiculari : pinnis ventra- 



il\ Der Sorßenßoßr 

-Jibus-radio unic© , fetaceo. Bonnaterre Fangay ouKapirat. Haring, die de Aans. 

Encycl. Ichth. p. 106. n. 8. PI- 99. w i n met de Staart-* 

fi S- 4° 6 - winverenigdheefr. 

Ikän Marate Djantan. VaÜntya Amboin. SoddaertNatuurljcke 

Tora. Mr. p. 506. n. 512. fig. 512. Mjftoire p. 25. 
Pangay ou Kapirat. tenard Hiß. de Yoiff. Der Lippfifch mit barftenähnlichen Bauch- 
Tom. I. tab. 16. finnen. Tallas Naturg. merkwürdiger 
H< 9°- Thiere. 8te Samml. S 49. 

20, Uer borftenförmige Strahl in der Bauchfloffe karakterHirt diefen Fifch von den 
Der 

Borden- übrigen feines Gefchlechtes. 

floiTer. I n der Kiemenhaut zählt man vier, in der Bruftfiofle zehn, in derBauch- 

•flofTe drey, in der AfterflofTe vier und vierzig, in der Schwanzflofie fecbszehn, 
«und RühkenflofTe vierzehn Strahlen. 

DerKopf ift £0 wie der Mund klein, welcberletztere fich oberwarts öffnet. 
Die Kinnladen find von kleinen Zähnen rauh, die Wafeulöcher doppelt, und die 
vordem mit einer Schliefshaut verfehen. Die Augen haben einen fchwarzen 
Stern , der in einem goldfarbenen Ringe flieht. Die Kiemendeckel und glatt, 
abgerundet, und der hintere ift mit einer Hau; zum feften verfcbliefsen verfehen. 
Der Rumpf ift breit, dünn, am Rüchen vorwärts rund, hinterwärts aber, 
fo wie am Bauche fcharf: diefer ift fehr "kurz, und der After in der Nähe 
des Kopfes. Auf den Seiten ift ein Jänglicher, fchwarzer, und dicbtan der 
SchwanzfloiTe ein dergleichen runder Fleck fichtbar. Die Seitenlinie, nächft 
dem Rücken, macht gegen das Ende derBrußftoiTe eine üarke Beugung bis nach 
der Mitte des Körpers, und geht darauf in gerader Richtung bis 
nach der Schwanzflofie. Die Schuppen find fehr klein, hart und gezahnelt. 
Die kurzg RückenflofTe hat fieben harte und eben fo viel weiche gabelförmige, 
und die AfterflofTe eilf harte und drey und dreifsig weiche Strahlen. Die 
Stablenin der Bruftflofle find gabelförmig, und die in der AfterflüfTe vierzweigig. 

Der 



Der Borßenflqßr. 25 

Der lange Strahl in der BauchfiofTe beftehet aus vielen Gliedern, wie die Fühl- 
hörner der Käfer, welche am Grunde flark und kurz find: je mehr fie lieh aber 
der Spitze nähern, de Mo länger und fchwächer werden fie. Diefer Strahl reicht 
bss an die Schwanzfloffe , und dient wahrfcheinlich ftatt der Angelruthe, um 
die Fifchbrut, weiche ihn für Fadenwürmer anflehet, herbey zu locken, und 
fich ihrer zu bemächtigen. Der Rücken ift braun, und der übrige Theil des 
Körpers blaßbraun und dunkel marmorirt. Die Afceiflofle ift zum Theil, und 
die Schwanzfloffe durchaus gelb gefleckt. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan , wo er von den dortigen Einwoh- 
nern IkanMaratt Djantan> Fangay und Kapirat genannt wird; in Deutfeh. 
iand heifst er, feiner borftenförmigen Baucbflofie wegen, Borflenflqfßr, und 
in Frankreich le Crin. 

Der Ritter Pallas glaubt zwar, dafs Herr Kolreuter unfern Fifch zuerft 
befchrieben habe a), und dafs unter dem Kapirat des Renard } welches der 
Ikan Marate Djantan des Valentyn ift, fein Bafiardfinnal zu verftehen fey h), 
allein, "da Renard c) und Valentyn d) ihn mit borftenardgen Floffen vorgeftellt 
haben, fo iß wahrfcheinlicher, dafs es unfer Fifch fey, und dafs ihn alfo Va- 
lentyn zuerft befchrieben habe. In der Folge haben ihn Kölreuter e) und Pal- 
las/) genau befchrieben, erfteres: auch eine Abbildung geliefert g"), und ihn 
unter die Meerbrafleme gezählt: allein der Platz, den er ihm in die Naturord- 
nung angewiefen, ift eben fo unrichtig, als feine davon gelieferte Zeichnung. 
Denn der fehr kleine Mund und die kaum fichtbaren Zähne beweifen hinläng- 



d) Spicil. Zoolog. Fafc. VIII. p. 45. c) Nov. Comment. IX. p. 451. 

//) Merkwürdige Thiere, 8te Samml. S. 49. /) I. a. B. 

c) Hiß:, de Poif. I. tab. 16. fig. 90. g) A, a. O, tab. 10. flg. I. 

d) Amboin. Tom. III. p, 506. n. 512. 

AIlg.Naturg. d. Fifche. Th. ix. D 



aÖ Der Borfienfloßr. 

lieh, dafs er nicht zu den Meerbrafsemen gehöre, und die Zeichnung ift darin 
fehlerhaft, dafs er die BruftflofTe nur wie eine Fafer vorgeftellt, und die Sta- 
cheln in der Rücken- und AfterflofTe nicht angedeutet hat. 

Herr Boddart li) irrt gar fehr, wenn er unfern Fifch für den Barthering 
hält i) t da er wegen des Sitzes der Bauchflofle nicht einmal mit dem Heringe 
in eine Klaffe gehört. 

Der Abbe Bonnaterre hat feine Befchreibung und Zeichnung von Kohl- 
reuter entlehnt £), und Renard den Valentyn kopirt /). 

Wenn übrigens Herr Pallas in der Afcerflofie nur vier Stacheln angiebt rri), 
fo ift diefes blos ein Schreib- oder Druckfehler: denn in den drey Exemplaren, 
die ich befitze j habeich eilf Scacheln gefunden. Diefe kleine Unrichtigkeit 
ift in die von Herrn Profeflbr Gmelin beforgte Ausgabe des linneifchen Sy- 
ftems n) , und von dem Herrn Bonnaterre in die Encyclopedie o) übergetragen 
worden. 

Renardp), Valentyn q), und Boddart r), halten unfern Fifch für das Männ- 
chen von dem Ikan Marate Betina, allein da letzterem dieBauch- und Rücken- 
flofTen fehlen, und da er am Munde zwey Bartfafern hat, fo ift entweder die 
Zeichnung oder diefes Vorgeben falfch. 

Die erfte Abbildung haben wir dem Valentyn zu verdanken, allein fie ift 
fehr fchlecht. Auch find die Schuppen darin nicht angedeutet. Von eben der 
BefchafFenheit ift auch die des Renard. 

K) Naturl. Hift. p. 25. n) p, 1286. n. 47. 

i) Clupea Myftus. o) A. a. O. 

*) Encycl.Icht. p. io6.n.8.P1.99.fig.4o6. p) J. a. B. fig. 91. 

/) Hift. de Poif. I. tab. 16. fig. 90. q) Amboin. Tora. III. p. 506. n. 512. . 

tn) Spicil.Zool. fafc.VIII.. p. 46. r) A.a.O. 



Der Schwar\bauch. ij 



DER SCHWARZBAUCH 

JLabrus MeJagafrer. 
CCXCVJte Taf. Fig. I. 

Der Vorderkiemendeckel fchuppig. K v 5> Br. i z, B. £, A. T 3 o-> S. 19, R.ff. 

I III 
Lahr us operculo . anteriore fyuamato.B. V 3 P. XII j V.-—> A> > C.XIX, 

XV 
D. . 

XXV 



JL/a diefer Lippfifch, von denen, die hier befchrieben werden , .der einzige- ai# 
ift, der nur am Vorderkiemendeckel allein mit Schuppen verfehen ift, £0 Der 
giebt diefer Umftand ein Sicheres Unterfcheidungszeichen für ihn ab. b 1 " 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in der Bruftflofle zwölf, inderBauch- 
flofle fechs, in der AfcerflofTe zehn, in der Schwanzflofle neunzehn, und in der 
RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift kurz, abfchüffig, und zufammen gedrückt; die Mundöffnung 
fehr klein; die gleich langen Kinnladen find mit kleinen kaum merkbaren fpitzen 
Zähnen .befetzt. Des kleinen Mundes wegen konnte ich die Zunge und den 
Gaumen nicht unterfuchen. Die Nafenlöcher find einfach und flehen unweit 
der Augen: diefe find grofs, ihr Stern fchwarz, ihr King goldfarben, und 
nahe am Scheitel befindlich. Der hintere Kiemendeckel ift aus zwey egalen 
Blättchen zufammen gefetzt. An der innern Seite des Vorderkiemendeckels 

D i 



2.8 Der Schpar-fiaucft. 

nimmt man eine einfache Kieme wahr. Die KiemenöfFnung ift fehr weit, und 
die Kiemenhaut liegt zum Theil frey. Der Rumpf ift breit und dünne; die 
Schuppen find grofs, glatt und rund, am Bauche fchwarz mit weifsen Linien 
verfallen, die übrigen aber, braun und fchwarz eingefafst. Sie flehen am After 
und Rucken hervor, bilden an beiden Orten eine Furche, und bedecken zum 
Theil die Schwanzfloile. Die nahe am Rücken laufende Seitenlinie wird gegen 
das Ende feiner Floße unterbrochen, fangt in der Mitte des Körpers wieder an, 
und verliert fich in die mondförmige SchwanzfiofTe. 

Die FlolFen find fchwarz, und endigen fich in eine Spitze, die an der 
Bruft und am Bauche find fehr lang: ein Umftand, den ich noch bey keinem 
in diefem Gefchlechte wahrgenommen habe. Die BauchßofTe ift aus einem har- 
ten und fünf weichen; die Afcerflofle aus drey von erfterer, und aus fieben 
von letzterer Art, und die Rückenfloffe aus fünfzehn fteifen und zehn biegfa- 
men Strahlen zufammen gefetzt. Erftere find mir Fafern verfehen, und letztere, 
fo wie die übrigen weichen Strahlen an ihren Spitzen in vier Zweige getheilt. 

Ich habe diefen.. Fifch aus Surinam erhalten. Die zwey Stück, die ich 
befitze, haben die Gröfse der Abbildung. Wahrfcheinlich wird er gröfser: 
denn die Fifche mit grofsen Schuppen pflegen gewöhnlich nicht klein zu 
bleiben. 



Der Wächfioffer. ic; 



DER WEICHFLOSS ER. 
Labrus malapterus» 

CCXCVIte Tafel Fig. k 

Die Strahlen weich. K. . , Br. ia, B. -§• , A. il, S. 16, R. 20. 

I 

Labrus radiis rnuticis. B. . , P,XII t V.-—, A.XII, C.XVI, D.XX. 



JL/a faß: alle Strahlen diefes Fifches weich find, fo ift er dadurch leicht von 

22. 
den übrigen zu unterfcheideni D 

In der Bruftflofle zählt man zwölf, in der Bauchflofie fechs, in der After- Weich-- 
flöße zwölf, in der SchwanzflofTe fechszehn, und in der Ruckenflofle zwanzig ° er " 
Strahlen. 

Det- Körper ift fchmahl und zufammen gedrückt;, der Kopf fchuppenWj 
die MundöfFnung. klein; die gleich langen Kinnladen find nur mit einer Reihe 
kleiner fpitzen Zähne befetzt, wovon die vordere in der Oberkinnlade, die 
übrigen an Gröfse übertreffen. Die Nafenlöcher find einfach; die Auge» 
haben einen fchwarzen Stern in einem gelben Ringe; der vordere Kiemen- 
deckel ift aus mehrern Blättchen zufammen gefetzt, und der hintere Tauft in 
eine ftumpfe Spitze aus. Die Schuppen find grofs und glatt ; die Seitenlinie 
läuft dicht am Rücken, fpringt am Ende fetner Flofle ab, und endigt fich in 
der Schwan zflofTe. Der After liegt im Mittelpunkte des Körpers s die fämmt- 
lichen Strahlen endigen fich gabelförmige- und nur der erfte am Bauche ift eii> 
fach und hart. 

Die Grundfarbe der Fifche ift dieweifse, die der Flofle die gelbe, und 

an den Seiten nimmt man vier fchwarze Flecke wahr. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan. 

D 3 



30 Umberfifche. 



^ 



XVIIItes GESCHLECHT 

U M B E RFISC HE. 

Sciaena. 



Erster Abschnitt. 

Von den Umberfifche n überhaupt. 

Die Schuppen feft fitzend, der Kopf fchuppig, zwey Floflen am Rücken. 

Pifies fquamis aräe .adhaerentibus _, capite fquamato , dorfo dipterygio. 

Sciaena. Zinn. S.N.Gen. 167. p 480. edit. Le Daine. Gouan Hift. de P.oifTons. Gen. 

Gmel. p. 1298. 15. p. 103. 139. 

. — Artedi Gen. 29. p. 3 g.. Syn. p. 65. Xa Sciene Bonnaterre JEncycl. Ichth. Gen. 

— JForskael. Defcript. Anim. p. 44, 1 5. p, 119. 

— Gronov Mus. I. p. 39, n 92. Mus. Seerappe. Lesckc Anfangsgr.d, Nat. g. 375. 
II. p. 32. n. i89.Zoo'ph.p. 59. 27tes Gefchlecht. 

Ceftreus. Klan Miff. Pifc. V. p. 24. n. 5. Umberfifche. Müll. L. S. Th. IV. S. 217. 
Perca p. 38. n. 11. 12, 

JLJie feft fitzenden Schuppen, der fchuppige Kopf, und die zwey FlofTen am 
Rücken, die entweder ganz getrennt, oder vermitteln einer dünnen Haut zufam- 



Von den UmSerßfiktn überhaupt. g;r 

,men Bangen, find die Kennzeichen diefes Gefehlechcs. Wir haben bishero zwar 
mehrere Fifche mit ähnlichen Rückenfloßen , die in die Klaffe der Bruftflofler 
gehören, als: dhGrunddn a), die Groppenb)~, der Sonnenfifih c}, die Bar- 
che d); und die Seehähne e) : allein, da ihnen die Schuppen am Kopfe fehlen, fo 
können fie nicht hieher gerechnet werden. Ich habe bereits im fiebten Theile S. 1 4. 
angeführt, dafs das vom Linni angegebene Kennzeichen der Umberfifche : "eine 
Furche am Rücken pir Aufnahme dsrFlq/ß !< , beyfehr vielen Fifchen angetroffen 
werde. Ja, Gronov behauptet fogar, dafs er nicht einmal bey allen vom LinrJ 
hieher gerechneten Arten, diefe Furche habe bemerken können f). 

Da auch Zinne die neuen Umberfifche^ nur kurz befchrieben, und keine Zeich- 
nungen davon geliefert, fo lafien fich auchkeine andere fichere Merkmahle wahr- 
nehmen, als von zwey Arten, die er aus dem Artedi anführt, und da diefe mit ei- 
nem fchuppigen Kopfe und zwey Rücke niloffen abgebildet find: fo habe ich 
diefe Merkmahle angenommen. Die Rothbärte (Mullusy find zwar auch mk 
diefen Kennzeichen verfehen , allein, da bey diefen die Schuppen leicht abfal- 
len, fo find fie durch das erfte Merkmahl davon ausgefchloffen«.. 

Diefe Floffen trifft man bey einem und eben demfelben Fifche bald getrenne, 
und bald zufammen hängend an» Bey den mehrßen iffdie vordere ftachlich und 
kleiner, als die hintere, und nur bey wenigen find fie von gleicher Länge. 
;Der Kopf ift bey dem gröfsten Theile nur zur Hälfte, bey dem klei- 
nern aber ganz mit Schuppen bedeckt. Diefe, ingleichen der vordere Kiemen- 
deckel, find gezähnelt j auch haben beinahe alle zu diefemGefchlechte gehörigen 



d) Taf. 38, 107, fig. 3. 178. % 2. d) Taf. 51, 52. 107. fig. 1. 

*) — 39» 4°> I0 8, 179. e) — 58 bis 60. 

c) — 41 f) Zooph. S. 39 in der Note. 



%i Von den Umher fifchen überhaupt, 

-Fifche rafpelartige Zahne. Sie find zum Theil Bewohner des mktelländifchen, 
zum Theil auch des rothen, oftindifchen und des araerikanifchen Meers. Sie 
erreichen eine anfehnliche Gröfse, prangen mit fchönen Farben, und haben 
ein gutes Fleifch. 

Die griechifchen Naturkündiger gedenken des Bartumbers g) , und des 
Umberßfihes fr). Bellon, Sahian und Rondekt haben diefe Fifche beinahe 
zu gleicher Zeit befchrieben und abgebildet. Da fie felbige aber theils verfchie- 
dentlich benennt, theils auch ihre Nahmen veiwechfelt haben, fo entiland hier- 
aus bey den Ichthyologen eine folche Verwirrung, dafs alle folgende Schrift- 
steller, ja felbß Artedi Seh nicht daraus finden konnten i). Noch kürzlich 
hat der Abbe Bonnaterre felbige verwechfelt £), wieichfolches bey der Befchrei- 
bung des Bartumbers zeigen werde. 

Bellon befchrieb den Bartumber unter dem Nahmen Glaucus /) und 
Cliromis m), und den Umberßfih unter Umbra marina n): unter Coracinus o) 
aber, einen von beiden ganz verfchiedenen Fifch. Salvian nennt den Umberfijck 
Umbra, U ' mbrinaf), den Bartumber Cor at in us , Corvo q), und be- 
schreibt noch einen dritten hieher gehörigen Fifch, den er Coracinus niger, corvo 
dejbrtiera nennt r). Beim R&ndelet kömmt der Bartumber unter der Benen- 
nung Umbra, Umbres), und der Umberßfch unter Coracinus, Corp ., vor t). 

Von 



£) Sciaena cirrofa. Linn. «) Aquat. p. 1 19. 

A) — Umbra. — 0) 1 15. 

i) Syn. p.65. n. I. p) 115. 

Jfc) Encycl. Ichth. p. 119. n. I, & p. 131. ?) 116. 

n. 9- r) 117- 

/) Aquat p. iro. O de Pifcib. p. 132. 

m ) — — . 112. t ) Hill, de pouTons. I. p. il£. 



Von den Umberfifchen überhaupt. g \ 

Von letzterm hat er zwey verfchiedene Abbildungen gegeben, davon er den ei- 
nen Coracinus fubniger , und den andern Coracinus albus nennt. Vergleicht 
man die Befchreibungen und Zeichnungen, die diefe drey Ichthyologen hinter- 
lafTen haben; Co ergiebt fich daraus: erftens, dafs Bellon unter drey Rubi- 
quen nur die oft erwähnten zwey Fifche befchrieben habe> indem fein Glau~ 
cus und Coracinus unfer Bartumber ift: denn beide Abbildungen find mit einer 
kurzen Bartfafer und an den Seiten mit gekrümmten Streifen verfehen u) t 
Merkmahle, die diefem Fifcbe allein eigen find. Seine Umbra marinax) ift der 
Umber der übrigen Schriftfteiler, und fein Coracinus *), wie erwähnt, ein von 
beiden verfchiedener Fifch. Zum Beweife des letztern braucht man nur die 
Abbildungen und Befchreibungen diefer Fifche mit den der übrigen beiden 
Schrifcfteller zu vergleichen. Zweitens erhellt, dafs der Coracinus des Salvian 
der Bartumber fey, weil er die beiden gedachten Merkmahle an fich trägt y). 
Seine Umbra [) ift der Umber, und fein Coracinus niger aa) ift vom Umberfifche un- 
terfchieden: denn die erfteRückenfloire ift bei diefem ftachlich, und der Stachel in 
derAfterflofle ungleich ftärker als bei jenem. Auch in Abficht der Farbe wei- 
chen beide (ehr merklich von einander ab. Zugleich ift letzterer mit einer mond- 
förmigen, erfterer aber, mit einer graden Schwanzflofle abgebildet. Endlich 
ergiebt fich drittens : dafs die Umbra des Rondelet bb~) aus oben angeführten 
Gründen, eben fo der Bartumber, als fein Coracinus niger, mit dem von demfel- 
ben Nahmen des Salvian, und fein Coracinus albus cc) mit der Umbra des nehmli- 
chen Schriftftellers übereinftimmen. 



o) Aquat. p. 1 12. 114. j) Aquat. p. 115. 

x) — — 119« ««) — P- 117. 

*) — — Ii6. U) dePifcib. I. p. 132. 

y) — — n6. b. «)_.___ 28. 
AUg.Naturg.d. Fifche. Th.nc, E 



34- Von den Umherfifchen überhaupt. 

Artedi beftimmt für diefe Fifche ein eignes Gefchlecht, unter dem oben 
angeführten Nahmen, und hält den Coracinus niger für eine Abänderung des 
Umberfifches dd). 

Klein 2äh!t den Bartumber einmal feinen Seewölfen ee) und zugleich mit 
dem Umber den Barfchen bey ff). 

Linni, der gedachte drey Fifche nur als zwey Arten aufführt, ver- 
mehrte felbige mit drey, nehmlich mit der Doppelfchuppe gg) Blätter fchup- 
pe hh) und Seitenfleck ii); Forjkael mit vier und zwanzig Arten, und fechs 
Abarten kk) , und Hommel //) und Gronov mm) mit einer. Ich werde diefes Ge- 
fchlecht mit acht im Linneifchen Syftem nicht befchriebenen vermehren. 
Es wird demnach diefes Gefchlecht lieben und dreyfsig Gattungen in fich faffen, 
die ich zur Erleichterung der aufzufindenden Merkmahlenach der verfchiedenen 
Bildung der SchwanzflofTe in zweiAbtheilungen bringen werde, nehmlich: in 
runde und mondförmige Schwanzfloffen. 



dd) Syn. p. 1 66. 

ee) Labrax. n. i. Miß", pifc. V. p. 2 f. 

ff) I. a. B. p. 38. n. n. 12. 

gg) Sciaena Cappa. S. N. p. 48n. o. I, 

hh) — Lepfime. n. a. 

ii) — unimaculata, n. 3. 

kk) — Hamrur, S. fulviflamma, S. 

Casmira, S Bohar, S.Gibba, S. nigra, 

S. argentimaculata, S. Rubba, Ataja. S. 

Murdian, S. Sammara, S.Spinifera, S. 

Abu Samf, S. Ghaman, S Jarbua, S. 



Stridens, S. Gaterina, nebft drei Va- 
rietäten. S.Argentea, Nagel, S.Nebulo- 
fa, Hamrur, nebft einer Varietät. S. Mahr 
fena, S. Harak, S. Ramak, Obfoleta. 
nebft zwey Varietäten. S. Grandocu- 
lis, S. Cinerafcens, Tahmel, S. Saf- 
gha, Defcripr. Anim. S. 45 — 53. 
n. 44 — 67. 

//) Philofoph. Transacl. Vol. 55. p. r86. 

mm) Mus. Ichth. I. p. 38. n. 91. 



Der Schwar^umbir. ö.j 



Zweiter Abschnitt. 

Vo n dtnUmberfifchen insbefonderc. 



Erste Abtheilung» 
R UND S C H JF J N Z E. 

DER SC WA R Z U M B E R. 

Sciaena nigra. 
CCXCVIIte Tafel. 

Zwey Stacheln in der fchwärzen Afterflofle. K. 6 f Br. 15, B. -f, A. ^ 
S. 19, R.#£. z 3 . 

Sciaena aeukis duohus in p\nna ani nigta. B.Vlj P.XV, V. , A. 

VI X* 

X I 
C.XIX, D.-~ 



X XXIV 

Sciaena Umbra. S. nigro varia, pinnis ven- Scisna ex nigro varia; pinnis ventralibus 
tralibus integerremis. Linn.S.N.p. 480. nigerremis. Artedi Gen. p. 39, n . a. 

a. 4. edit. Gmel, p. 1398« tt. 4. Syn, p. 65. n. 2. var. |3. 

E z 



3* 



Der Schwar^umber 



Sciasna Umbra. frmFauna Sardin. n. 229. Pifcib. p. 73. Coracinus Gesneri.p. 74. Cor- 

\\ ombrina. Natur, v. Sardin. Th. III. vulus Gesneri p. 7 5. 

S - I 3Ö- Corvo de Fortiera. Willughby Ichthyol. 

— maxiüis aequalibus; Iinea laterali pag. 300. tab. S. 20. 

in caudam procurrente. Gronov. Coracinus niger. Jonfi. de Pifcib. p. 50; 



Zooph. p. 59. n. 211. 
Perca, roftro retufo, ore denticulato, an- 
terior pinnae pars ofto aculeis , pofte- 
riorradiis inermiqus, Caudalata; fqua- 
mis latis & obliquis ; corpore paulo lon- 
giore quam latiore. Kiek Miß] Pifi. V. 
p. 38. n. 11. 
Coracinus niger. Salv. Aquat. p. 118. b. 
Corvo de Fortiera. p. 117. b. 
— fubniger. Rondel de. Pifcib. I. 

p. 128- 
;— niger Rondeletü. Gesn. Icon. 



tab. 15.^5. Coracinus 
minor fig. 6. 
— — Ruyfch Theat. Animal. 
P- 3r. tab. 15.%. 5,: 
Coracinus minor fig. 6. 
L'Umbre. S. Umbra. S. pinnis dorfalibus 
diftinfris: corpore e fufco aureo, ato- 
mis nigris irrorato. Sonnaterre Encyclop. 
Ichthyol, p. H9.n. I. 
Meerrappen. Gefn. Thierb. S. 29. a. fig. 3 
der fchwärzer Meerrapp. S. 30. a. 



Die Seekrähe. MM. L. S. Th. 4. S. 219. 
Anim - P- 55- Ein fchw anlachte Der Kleinfche Parfch , mit der trumpfen 
Meerbrachfemen Art. p. 56. Schnauze u. f. w. Neuer Schaupt. d. 

niger saWiani. Aldrowand de Nat. Th. 6. S. 360. n. 11. 



I. 

SchJarz- Man erkennt diefen FiTch an den zwey Stacheln in der Tchwarzen AfterflofTe. 
umber. Es giebt zwar mehrere Fifche in diefemGefchlechte, die nur mit diefer geringen 
Anzahl von Stacheln in der AfterflofTe verfehen lind, allein kein einziger hat zu- 
gleich eine fchwarze AfterflofTe. Von diefen Stacheln ift der vorderfte fehr kurz, 
und der hintere flark. 

In der Kiemenhaut findet man Techs, in der BruftflofTe fünfzehn, in der 
Bauchflofle Techs, in der AfterflofTe zehn, in der SchwanzflofTe neunzehn, in 
der erften RückenflofTe zehn , und in der zweiten vier und zwanzig Strahlen. 



Der Schwariumhr. 37 

Der Kopf iß kurz , abfchüßig und durchaus mit Schuppen befetzt. Die 
Nafenlöcher find einfach, länglich und dicht an den Augen befindlich. Die 
Kinnladen find von gleicher Länge , die obere ift nur mit zwey Reihen kleiner 
fpitzen Zähne, davon die inwendigen fehr klein find, bewaffnet f die untere 
aber mit vielen kleinen rafpelartigen Zähnen befetzt. Die Lippen find dünn und 
die Lippenknochen breit. Die Augen haben einen fchwarzen Stern in einem 
dunkelrothen Ringe. 

Der vordere Kiemendeckel ift glatt, und am hintern nimmt man zwey Sta- 
cheln wahr. Die Kiemenoftnung ift wert, und die Kiemenhaut liegt gröfs- 
tentheils verborgen. Der Rumpf ift mit dünnen, und fein gezähnelten Schup- 
pen bedeckt. Auch die zweite Rückenflofle, ingleichen die Schwanz- und 
Afterflofle find am Grunde damit verfehen. Die Seitenlinie, die dem Rücken 
näher als dem Bauche ift, bildet einen flachen Bogen. Der After liegt der 
SchwanzfloflV näher als dem Kopfe. Der Rücken ift fchwarz, und verliert 
fich diefe Schwärze almählich bis am runden Bauche, welcher filberfarbig ift. 
Die Seiten find mit vielen kleinen fchwarzen Punkten befprengt. In der erften 
fchwarzen Rückenflofle find der erfte und die beiden letzten Strahlen fehr kurz 
und hart., die mittlem biegfamer und viel länger; die zweyte hat lauter weiche 
Strahlen. Alle andere FlofTen find am Grunde gelb fonft aber fchwarz. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner des mittelländifchen Meers. Vorzüglich 
kömmt er bey Narbonne fehr häufig zum Vorfchein a^ 

Salvian zählt ihn zu den römifchen by und Cetti zu den fardinifchen Fi- 
fchen c~). Er hält fich an fteinigen und fandigen Gegenden haufenweife zufam- 
men, lebt von Schnecken , Mufcbela und andern Schaalthieren, fetzt feine 



a) Rondel. de Pirdb. I. p. 13.9. c) Naturg. v. Sard.. Th, 3. S. 136, 

F) Aquat. p. 117. 

E 3 



3 8 Der Sc/iwar{umber. 

Eyer im flerbfte zwifchen den Seefchwämmen ab, begiebt fich b&y einbfechen- 
demFroft in die Tiefen, und kömmt erft im Frühjahre wieder zum Vorfchein, 
Er erreicht die Gröfse von zehn bis zwölf Zoll, hat ein ziemlich gutes Fleifeh, 
^ind wird, wenn -,er noch klein ift, auf dem Rofte oder im Tigel gebraten , grofs 
aber mit ^einer Weinbrühe zubereitet. Will man ihn aufbewahren, fo wird 
•er auf dem Rofte gebraten , und alsdann in gewürzten WcinefTig gelegt. 
Auch wird er„eingefalzen, und dann im Waffer gekocht, mit Weineflig und 
Oehl verzehrt. 

Man bemächtigt fich feiner fowohl mit dem Netze als auch mit der Angel. 

Der Magen ift grofs, und am Ende mit rieben oder acht Anhängfei ver- 
gehen. Der Darmkanal ift nicht fonderlich lang. Die Leber ift blafs; die 
Milzfchwärzlich; der Milch- und Eyerftock doppelt. 

In Italien wird diefer Fifch Corvo de Fortitra> in Sardinien Urnbrina, 
-in Frankreich Corbeau, Corp und Durdo und in Deutfchland der Schwarnim- 
ber genannt. 

Salvian, der unfern Fifch zuerft befchrieb d), hat ihn mit Recht 
vom eigentlichen Umher getrennt, und eine eigne Art aus demselben gemacht, 
welches faft zu gleicher Zeit auch Rondekt gethan hat e). Diefen folgten Ges- 
.ner /) und Aldrowand #). Willughby hingegen hält ihn mit dem Umber 
für einerley Fifch h). Diefes that auch Artedi in feiner Genera Pifiium i). 
In feiner Synonomit aber macht er ihn zu einer Nebengattung k~). Linne und 
Klein erwähnen .diefesFifches nicht befonders, vermuthlich, weil fie ihn für 
den Umber iielten. 



£) Aquat. p. 1 1 8- i>- K) Ichthyolog. p. 301. 

e) de Pifcib. I. p. \i%. i) p. 39. 

f) Icon. Anim. p. 55. k) p. 65. 

g) de Pifcib. p. 73. 



Der Schwar^umher. 35p 

Die erfie Zeichnung von unferm Fifche haben wir cTem Salvian zu ver- 
danken /): lie ift aber nicht getreu genug: denn er hat nicht nur die erfte 
Rückenflofle nur mit f ünf Strahlen^ und die Afterflofle nur mit einem Stachel 
vorgeftellt, fondern auch die Schuppen am Kopfe und die Seitenlinie verges- 
fen m). Faft zu gleicher Zeit gab uns auch Rondelet eine neue Abbildung,, die 
etwas beflergerathen ift. Warum fie aber in der ein Jahr fpät er erfolgten fran- 
zöfifchen Ausgabe weggelafien worden, kann ich nicht errathen.- 

Gesner copirte die Rondeletfche ri), und befchenkte uns zugleich mit ei- 
ner neuen o), die in Rückficht auf jene Zeit,, wo- die KunuY noch fo weit hin- 
ter uns war, gut genannt werden' kann,, befonders r da fie im Holzfchnitt irr.. 
Hierauf hat Aldrowand- Cowohl die Salvianfche als die Gefnerfche copirt p).. 
Whilluhby hat uns eine neue Vorftellung diefes Fifche* hinterlafTen q) r welche 
alle bisherige übertriffc. Von Jonfion r); Ruyfih s) ift letztere, copirt worden.- 

In Linne hat fich bey unferm Fifche ein Druckfehler eingefchlichen , der 
in der neuern Gmelinfchen Ausgabe ift übergetragen worden j,, nehmlich ftatt 
integerremie fleht niger remis f). 

Linne führt unrichtig den Umberfifch des Hafilquifi zu dem unfrigen an:: 
denn da er ihn mit einer Bartfafcr befchreibt u), fo kann fein Fifch nicht 
der unfrige feyn. 



I) Aquat. p. li 8. b. q) Ichthyol, tab. S. so. 

m) I. a. B. p. 117. a) r) de Pifcib tab 15. fig. 6. 

n) Icon Anim. p. 55. f) Theat. Anim. p. 31. tab 15. fig. 6. 

•) I. a. B. p. 56. t) S. N. p. 480. 

p) de Pifcib, p. 73 & 74. k) Reif. S. 397 n. go. 






40 Der grofsfihuppigc Umher. 



DER GROSSCHUPPIGE UMBER. 

Sciaena macrolepidota. 

CCXCVIIIte Tafel. 

Die Schuppen grofs. Br. 13, B. 6 > A. ^ Tt S. ifl, R. 7. 10. 

Sciaena fiuamis magnis. F. XIII, V.VI, A. — , C. XVIII, D. VII. X, 

XI 



a. 



Die grofsen Schuppen, womit diefer Fifch ganz bedeckt ift, -unterfcheiden 

Der grofs- ihn von den übrigen feines Gefchlechts. 

fchuppige In der Bru ftfl f]r e bemerkt man dreizehn, in der BauchfiofTe fechs, k 

der AfterflofTe eilf , in der SchwanzflefTe achtzehn, in der erften Rückenflofle 
fieben und in der zweiten zehn Strahlen. 

Der Kopf ift kurz, abfchüflig, und ganz mit Schuppen bedeckt. Die 
Mundöffhung ift klein; von den Kinnladen fleht die obere etwas hervor, und 
beide find von rafpelartigen Zähnen rauch, Die Nafenlocher find länglich, 
einfach , und flehen zwifchen der Mundöffnung und den Augen in der Mitte: 
letztere haben einen fchwarzen Stern , der von einem blauen Ringe umgebe» 
wird. "Der vordere Kiemendeckel ift mit kleinern Schuppen als der hintere be- 
deckt, und beide iind am Rande jglatt. Die KiemenöfFnung ift weit, und die 
Kiemenhaut verborgen. Der Rumpf ift fchmahl, der Rücken vorwärts ein 
wenig gebogen und rund. Der Bauch ift ebenfalls abgerundet und kurz. Der 
After iü dem Kopfe näher als der SchwanzflofTe. Die grofsea Schuppen find 

glatt 



Der -großfchuppige Umher, ^ T 

glatt und weich. Die haften Strahlen in der erffen Rückenflofle find mit Fa- 
fern verfehen. 

In der Bauch- und in der AftcrflofTe nimmt man nur einen harten 
Strahl wahr. Die weichen Strahlen in den fämmtlichen Flößen find vielzweicjcr 

t> 6* 

Die Grundfarbe des Fifches ift gelb, und violett bandirt; die Bruftflofien 
lind klar; die am Bauche ziegelroth, und die übrigen am Grunde blau, am Rande 
;gelb und braun gefleckt. 

Das Vaterland dief&s Fifches foll dem holländifchen Verzeichnifle zu Folge 
Öftindien feyn. 

Seine auszeichnend grofsen Schuppen haben mich zu feiner Benennung 

•vcranlafst. 



Al!g. Natnrgefch. d. Fifche. IX. Th, 



4 l Ar cylindzrfbrmige Umber. 



DER CYLINDERFORMIGE UMBER. 

Sciaena cylindrica. 

CCXCIXte Tafel. Fig. i. 

Fünf Stacheln in der erften RückenflofTe. K. 5, Br. n, B. •§-, A. T \, 
S. 13. R. f. 11. 

Sciaena aculeis qiunque in pinna dorfi prima. B. V, P. XII , V. — , 



2, IVIan erkennt diefen Fifch an den fünf harten Strahlen in der erften Rücken- 

Der cylm- fl ffe. Von diefen ift der mittelfte der längfte, und die am Ende die kürze- 
derförmige , 

Umber. " en: a ^ e "°d mit einer Fafer verfehen. 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der Brußflofle zwölf, in der Bauch- 
flofle fechs, in der Afterßofle achtzehn, in der ScbwanzflofTe dreizehn, in 
der erften RückenflofTe fünf, und in der zweiten ein und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, kegelförmig, und bis an die Augen fchuppenlos. 
Die MundöfFnung ift grofs ; die Lippen lind ftark, und von den Kinnladen fleht 
die untere etwas hervor: beide find mit vielen kleinen fpitzigen Zähnen bewaff- 
net. DieNafenlöcher find einfach und den Augen näher als der Mundfpitze: 
jene flehen dicht am Scheitel, haben einen gelben Ring, der einen fchwar- 
zen Stern umgiebt, und find mit einer Nickhaut verfehen. Die Kiemendeckel 



Der cyünderförmige Umher. 43 

find mit Schuppen bedeckt ; am vordem nimmt man an der innern Seite eine 
-einfache Kieme, und an der äußern des hintern Kiemendeckels zwey Stacheln wahr. 
Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut liegt frey. Der Rumpf ift 
geftreckt, dick, und da er über dies lang und rund ift, Co hat er eine cyünderför- 
mige Geftalt, wovon auch ich feine Benennung hergenommen. Die Schuppen find 
gezähnelt und hart; die Seitenlinie ift gerade, und dicht am Rücken befind- 
lich; die Bauchhöhle ift kurz, und der After nicht weit vom Kopfe entfernt. 
Die Bauchflofle ift lang, und ihre Strahlen find zart. Die Afterfloffe hat 
nur einen harten Strahl: die weichen find zart und gabelförmig, und nur die in 
der Schwanzflofle find vierzweigig. Die erfte RückenflofTe ift fchwarz, die 
SchwanzflofTe gelblich, und die übrigen find blafsgelb und bläulich. Der Rucken 
und Kopf find braun; der übrige Theil des Körpers ift filberfarben, und ift der 
ganze Rumpf mit zehn braunen Bändern, und zwey nach der Länge laufenden 
Linien von der nehmlichen Farbe geziert. 

Die After- Schwanz- und die ihr zunächft liegende Rückenfloile find 
fchwarz gefleckt. 

Auch von diefem Fifche kann ich den Ort feines Aufenthalts nicht angeben. 



F 1 



44 Der fleckige Umher. 



DER FLECKIGE U M B E R, 

Sciaena maculata. 
C C X C I X t e Tafel. Fr g ; 2. 

Die SchwanzflofTe Ianzettenformig. K. 4, Br. 11, B. -£ , A» £, S. 15, 
R. * 9. 

Sciaena pinna caudae lanceoiata. B,IV, P.XII, V.-~, A. 



VII 

c - xv ' D vTr IX - 



vi' ' vii r. 



Di 



4. L/iefer Fifch zeichnet fich von den übrigen diefer Abtbeilung, durch feine 
Der fleckige lanzettenförmige SchwanzflofTe aus. 

In der Kiemenhaut zählt man vier, in der BruftflofTe zwölf, in derBauch- 
floffe fechs, in der AfterflofTe acht, in der SchwanzflofTe fünfzehn, in der er- 
ften RückenflofTe rieben , und in der zweiten fieufl Strahlen. 

Der Kopf iftkurz, dick, vorn abgeftumpft, und bis andieAugenfchuppenlos. 
Die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit auseinander flehenden, kleinen, 
fpitzigen Zähnen befetzt. Die Zunge ift glatt und frey, die Nafenlöcher find 
einfach und zwifchen der Mundfpitze und den Augen in der Mitte: diefe haben 
einen fchwarzen Stern , der von einem bläulichen Ringe umgeben wird. Die 



e 



Der fleckige Umber. 4.5- 

Kiemendeckel find ungezähnelt, fohuppig, und die Kiemen Öffnung ift weit. Der 
Rumpf ift geftreckr, und an den Seiten zufammen gedrückt. Der Rücken ifl rund, 
und macht vorn einen flachen Bogen. Eben diefes thut auch die ihm nahe liegend 
Seitenlinie. Der Bauch ift lang, und der After in der Mitte des Körpers be- 
findlich. In der After- und BaucbflofTe ift nur ein" harter Strahl und in der 
erften Rückenflofle find fieben von der nehmlichen Art vorhanden. Die wei- 
chen Strahlen find bis auf die vierzWeigigen am Schwänze gabelförmig. 

Der Kopf und Rumpf find am Grunde gelb, und braun gefleckt. Die Flößen 
find am Grunde bläulich, übrigens aber, gelblich; alle find bis auf die an der 
Bruft und dem ; Bauche fchwarz gefleckt. 

Auch das Vaterland diefes Fifches ift mic unbekannt, 



* 3 



Der Bartumber. 



#F" 



^m- 



ZwEITE AbTHEILUNG. 
9 

M O N D S C H IV 2 N Z E. 



DER BARTUMBER. 
Sciaena cirrofa. 
C C C t e Tafel. 

Eine Bartfafer am Kinne. K. 5 , Br. 17, B. f, A. f-, S. 19, R. & 



Sciaena cirro mentali. 

^ X I 
C. XIX t D.— 



Ä J^, P. JF/I, F. — , A. — 
VI IX 



X XXVI 

Sciaena cirrofa? S. »maxilla fuperiore Ion- 
giore, inferiore cirro unico. 
Linn. S. N. p. .481. n. 5. 
edit. Gmel. p. 1 399. n. 5. 

— maxilla fuperiore longiore, inferiore 

cirrofa. Artedi Gen. 29. 
p. 38-n. 1. Syn. p. 65. n. I. 

— Umbra. Hafilquifi Reif. S. 397. 

n. 8°- Arabis Schiffch. 
S. 400. 



Sciaena. Plin. N. H. Iib. 9. c. 16. Iib. 32. 
CXI. 

Coracinus, the Crow-Fifch. Charlet. Ono- 
maft. p. 135. n. 13. 

Ceßreus, Verruca in mento; altera pinna 
dorfali longa 13 aut 24 radio- 
rum; capite infigniterfquamofo, 
maxille fuperiore longiore; tii. 
bus foraminibus in inferiori ex- 
terna. Klein MUT. Pifc. V. p.24. 



Der Bartumber. 



47 



11. 5. Sc Perca, roßro retufo, appendice 
brevi in inferiore maxilla &c . p. 3 $. n. 1 2 . 

n'SnwvÄ. Ariflot. H. A. Üb. 8- c. ig. 

"Zxmtxx. Aelian de Animal. lib. 9. c. 7. 

— Oppian, Hai. lib. 4. V. 132. 

Glaucus. l?e//.Aquat. p.1 10. Chromis p.m. 

ChromisBellonii. Ge.yn.Icon. p. 52. Glau- 
cus Bellonii. p. 53, 

Umbra. Rondel. de PifciB. I. p. 132. 
— — marina. Gesa er. de Aquat. 
p. 1029. 

— Icon. Animal. p. 53. Meerfchat~ 
ten, Meerwert^en, Seerap, Mager- 

. fifch. Thierb. S. aS- 
Coracinus Salviani. Androw. de Pifcib. 
p. 72. Glaucus Bellonii p. 84. 



Coracinus, Corvo. Sah. de Aquat. p.1 1 6. b. 
Glaucus, Meer Bleuling. Jonfl. de Pifcib- 

P-5 r - tab - 1 S- H- IO - 
^ — Ruyfck Theat. Animal. 

p. 33. tab. 15. fig. 10. 
Ie Corp. Bonnaterre. Encyclop, Ichth. 

p. 121. n. 9. 
L'Umbre. Rondel Hiß. de PoifT. p. 120. 
Ombre. Bomar. Diaion. d'Hift. Nat. VIII. 

p. 4- 
Umbra Rondeletii. Wiltughh. Ichth. p. 299. 
tab. S. 1 9. 
— — Ray.Synop. Pifc. p. 95 <n . 16. 
Der Bartumber. Müll. L. S. Th.IV. S. 2.20. 
Meeräfche, mit einer Warze amKinne u . f. w. 
Neuer Schaupl. d. Nat. Th. V. S.461. 



JL/ie Bartfafer am Kinne giebt einen auszeichnenden Karakteriür diefen Fifch ab. 

Der 
In der Kiemenhaut bemerkt man fünf, in derBrußflofin fiebzehn, in der Bartumber. 

Baucbfloße fecbs , in der AfcerflofTe neun, in der SchwanzflofTe neunzehn, 
in der erßen RückenflofTe zehn, und in der zweiten fechs unh zwanzig 
Strahlen. 

Der Kopf iß zufammen gedrückt, ganz fchuppig, und läuft in eineßumpfe 
Spitze aus. Die MundöfFnung iß nicht fonderlich weit; die obere Kinnlade 
ßeht vor. der untern hervor, und beide find mit rafpelartigen Zähnen verfe- 
hen. An der untern nimmt man eine kurze Bartfafer wahr. Die Lippen- 
knochen find ßark; die in der Nähe der Augen befindlichen Nafenlöcher dop- 
pelt, von denen die hintern länglich, und die vorderen rund find. Die Augen ha- 
ben einen fchwarzen Stern und einen filberfarbenen Ring. Der vordere Kiemen- 



48 Eer BartumUr. 

deckel ift geähnelt, und der hintere mit. einem Stachel verfehen. BJ e Kie- 
menöffnung ift weit , und die Kiemenhaut ziemlich frey. Der Rumpf ift zu . 
fammen gedrückt, und breit; der Rucken abgerundet, und bildet einen fla- 
chen Bogen. Eben diefe Form hat auch die nicht weit von ihm entfernte Sei- 
tenlinie. Der Bauch ift rund, lang, und der After der SchwanzflofTe naher 
als dem Kopfe. Die Schuppen find grofs, rautenförmig und ein wenig gezäh- 
neljt. ' Die Riickenfloffen find durch eine Haut mit einander verbunden, in der 
vordem find zehn, in der hintern, ingleichen in der Bauchflofle ift nur einer* 
in der Afcerfloffe aber find zwey harte Strahlen fichtbar. Die weichen endigen 
fieh in vier Spitzen. An den Seiten fiebt man wellenförmige filberfarbene und 
gelbe Streifen , die von dem Rücken nach dem Kopfe laufen. Der Bauch ift 
weifs; die Afterfloffe rothlich, die RückenflofTen find braun, die hintere mit 
sweyweifsen Linien geziert und die Bauch- und Bruftfloffen find fchwärzlich. 

Diefen Fifch treffen wir in verfchiedenen Meeren an. Da die Griechen 
feiner erwähnen, fo mufs er auch ein Bewohner des griechifchen Meeres feyn. 

Hafelquifi fah ihn in Aegypten a) ; Salvian zählt ihn zu den römifchen, 
und der Pater Plämkr hat ihn auf den antillifchen Infein gezeichnet , van wel- 
chem ich auch die Zeichnung entlehnt habe, 

DieGröfse, welche diefer Fifch erreicht, iftfehr anfehnlich. Hafilquifict- 
aählt, dafs er gewöhnlich zwey Fufi meffe J>). Diejenigen aber., die Wiüughby in 
Rom zu Geficht gekommen find, hatten nur die Gröfse der Karpfen c). Er 
bältfich, wie Arijlotdcs berichtet, an fteinigen Gegenden auf*/), laicht im 
Herbfte e) und legt feine Eier unweit des Ufas zwischen die Seefchwämme /). 



*) Reif. S. 400. d) M. A. I. 5. c.9. 

h) A. a. O. e ) 6 — 17. 

c) Ichth. p. 290. f) 5 



10. 



Der Bartumber. 4 p 

Er wächft fehrfchnell, und geht im Winter in die tiefen Stellen unweit des Ufers. 
Er lebt von Würmern, befonders aber von den Tbierpflanzen und Seekraufern, 
die man in feinem Magen findet. Er hat, wie alle Fifche, die fich in fteinigem 
Grunde aufhalten, ein derbes und leicht zu verdauendes Fleifch. So lange er 
noch klein ift, wird er gewöhnlich gebraten verzehrt, die Grofsen werden aus 
demSalzwafler gekocht, mit brauner Butter oder frifchemOehlundZitronenfaft 
genolTen. Der Kopf diefes Fifches mufs vormals in Rom für einen ganz 
befondern LeckerbüTen gehalten worden feyn, weil man felbigen, wie Kondelet 
erzählt g), den Triumviraten als ein Gefchenk geben mufste. 

Das Darmfell ift filberfarben und ftark; der Magen lang, dünn und am 
Ende mitfechs Anhängfein verfehen ; der Darmkanal macht drey Umwindungen ; 
die Leber iß blasgelb und befteht aus einem langen und kurzen Lappen, von denen 
am erftern die GalLenblafe befindlich ift. Der Rogen und Milch iß doppelt; die Nie- 
ren liegen längß dem Rückgrad vom Zwergfell bis am After, und die Schwimm- 
blafe ift ungetheilt, weit und fiarkhäutig. 

In Frankreich heifst diefer Fifch Timbre und Ombrt, in Rom Corvo 
und Corvetto, auf den antillifchen Infein Gris Gris und Gros Gros , die heuti- 
gen Griechen nennen ihn Mlllocono, und die Araber Schiffch. Die Deutfchen 
geben ihm den Nahmen Bartumber und Meeräfche. 

Es ift kaum -begreiflich, wie bey einem Fifche, der mehrere deutliche in 
die Augen fallende Merkmahle an fich hat, als die kurze Bartfafer, die her- 
vorftehende Oberkinnlade, und die wellenförmigen Streifen , von den Schrififtel- 
lern mit andern hat verwechfelt werden können. Es find nur wenige Ichthyo- 
logen, die ihn befchrieben haben, und die fich diefes Fehlers nicht haben zu 
Schulden kommen laßen, wie wir bald fehen werden. 

g) de Pifcib. I. p. 134. 

Allg.Nacurg. d. Fifche. Th. IX. (j 



5° 



Der Bartumber 



Beiion befchrieb ihn zwey Mahl, nehmlicb unter Glaucus fr) und Chra- 
mis i), wie folches aus feinen Zeichnungen erhellet. 

Gesner begieng nicht nur den nehmlichen Fehler £), Tandem führt ihn auch 
als einen dritten Fifch auf, unter dem Nahmen Umbra Rondeletü /). Manfehe 
:die Zeichnungen, die feine Befchreibungen begleiten, fo wird man finden, 
dafs meine Behauptung nicht ohne Grund ift. 

Der .Ccracinus Sahiani beim Aldrowand rri) und defTen Glaueus Bdionii ;r) 
find wiederum nichts anders als der Bartumber Auch hier berufe ich mich auf 
die Abbildungen o), 

JVillughby hat uns von Corvo der Italiener, welches, wie folches aus 
dem Salvian erhellet _/?) nnfer Fifch ift, eine Zeichnung hinterlafTen a~), in der 
aber die Karaktere fehlen. 

Artedi r) führt unrichtig die Umbra marina des Bellon und Aldrowand 
zn unferm Fifche an: denn diefe, 1 ift der eigentliche Umber , wie folches aus 
der Abbildung deutlich zu erfehen ift s). 

Hafilquifi irrt , wenn er den Umber, den er befchreibt, für den Umber 
.des Zinne hält/), da der Fifch, den er vor fich hatte, mit einer Bartfafer 
.und den oben gedachten Streifen verfehen war. 



K) Aquat. p. no. 

' 112. 

k) Icon. p. 52. 53. 
/) A.a. O. 
m) de Pifcib. p. 69. 
n) — — 84. 
0) I. a, B. p. 72 & 84. 



p) Aquat. p. 116. b. 

q) Icbth. tab.S. 21. 

r) Syn. p. 65. 

.$) Bellon. Aquat. p. 119. und Aldrov. de 

Pifcib. p. Si. 
Reif. S. 597. 



Der Bartumäber. j i< 

Linnes Frage, ob der Umher, den Gronov in feinem Mufeum 11) befchreibt, 
der unfrigefeyrr), kann ich verneinen, da er weder eine Bartfafer noch Streifen 
an ihm bemerkt hatte. Auch hat er nur an diefemFifche einen fteifen und fechs 
weiche Strahlen in der Afterflo'fTe gezählt, ftatt dafs der unfrige zwey von er- 
ilerer und fieben von letzterer Art aufzuweifen hat. 

Auch Bonnaterre hat den Bartumber mit dem Umber verwechfelt y), da 
erzudemUmbre, welches unfer Fifch ift, die Sciaena Umbra, und zu Corp, wel- 
ches die S. Umbra '&, die S. cirrofa des Linne' anführt. Man fchlage nur den 
Bändelet {) nach, fo wird man finden, dafs meine Behauptung gegründet ift. 

Klein hat unfern Fifch als zwey befondere Arten angeführt, indem er ihn 
«inmahl unter die Meeräfchen ad) , und einmahl unter die Bärfche bb) bringt. 



u) II. p. 39. n. 92. f) Hifh, de Poif. p. ri8 & 121. 

x) S. N. p. 48 r. n. 5. ad) Ceftreus. Mißl Pifi. V. p. 24. n. 5. 

y) Encycl. Icht. p. 119. n, 1. &I2I. n, 9. bb) Perca — — — 37 — 12, 



G i 



53 



Der Lachsumber. 



DER LACHSUMBER. 
Sciaena Labrax. 
CCCIte Tafel. 

Vierzehn Strahlen in der Afterflofle, die Schuppen klein. K. 5, Br. ig, 
B.f, A. T ? ? , S. xo, R.| 14. 

Sciaena pinna ani radiis quatuordecim , fquamis parvis. B. V ', P. XVIII, 



Perca Labrax. P. pinnis dorfalibus diftinc- 
tis, fecundae radiis XIV. 
Linn. S. N. p. 481. n. 5. 
— radiis pinnae dorfaüs fecundae trede- 
cim, ani quatuordecim. Artedi Gen. 
p. qi.n.f.Syn. p. 69. n. 7. Schneid. 
Arted. p. 104. 
•— Labrax. P. pinnis dorfalibus diftinc- 
tis, fecunda radiis quatuor- 
decim, cauda Iunata. Loup, 
LoupaßonMaffHienübusBrun- 
nick. Pifc. MaiTil. p. 6 1 . n. 7 8. 
Cavalla fpalatenfibus. Spolia 
t Mar. Adriat, p. 99. n, 12. 



Perca Labrax. Cetti, Naturg. v. Sard. Th. III. 
S. 140. Faun. Sardin. p. 30. 
n. 131. 

— dorfo dipterygio: capite laevi- 
operculis diacanthis, fquamofis : linea 
laterali in mediis lateribus. Gro- 
nov, Zooph. p. 91. n. 3 00. ZeeSnoek, 
Mus. I. p. 41. n. 95. Acia Helv. IV. 
p. 264. n. 152. Act. Upfal. Anno 
1744- P- 39- «b. 4. 

— Labrax, Forskael Defcript. Anim. p. 
XVIII. 



Der Lachsumher. 



n 



Labrax, fiveLupüs, dorfocoeruleoex albo, 
ventre candido : Alter nigris ma- 
culis varius, alter fine maculis, 
lanius five lanatus a candore mol- 
litiaque carnis; non fpecie fed 
aetate differentes; prima pinna 
dorfali brevi , novem aculeis fpi- 
nofa, pofteriori longiore & fle- 
xili unico aculeo fuftentata; pofl 
anutn ternis aculeis innixa. Klein 
Miff. Pifc. V. p. 25. n. i. 

Labrax, Arift. H. A. I. 1. e. 5, 1. 4. c. 8. 
& I.5. c. 9. 10. 

— Aelian,'D qo^xxos. I. i.e. 30. p, 36. 
1 — Oppian, Haliaet. 1. I. p. J. 

Lupus, Ovid. Hai. v. 23. 38 & 112. 

— Plin, N.H. 1. 9. c.l6. 17, JI.54. 
. — Bellon, Aquat. p. I20. 

— Sah. — — 108- Spigola, 
p. 107. 

— Rondel. de Pifcib. P.I. p. 268. 



Lupus, Gesrt. Aquar. p, 506. Tcon. Anin-, 
p. 7a. 73. Thierb. S. 37. 

— Aldrov.de Pifcib. p. 490 — 498. 

— Rondeletii. A BaiTe. ■ Willoghb.» 
Ichth. p. 271. tab. : R. 1. 

— Rondeletii a Baffe, Rat. Syn, Pife. 
p. 83- n. I. 

— Jonft. de Pifcib. p. 103. tab, 23.. 
H- 3. 

— Ruyfch, Theat, Anim, p. 69. tab, 

23- fig- 3- 
The Baffe. Penn. B. Z. III. p. 2J7.n. 125. 

PI. 49. 
Le Loup, Rondel. Hift. dePoiß". I. p, 113. 
— — Bonaaterre Encyelop. Icht, p. 
117. n. 6. PI. 54. fig. 208. 
Bar, Loup, Lubine, Loubine, Dre'liguy, 
Brigne,JLoup miam.Duham. Trait. de 
Pech. III. p. 141. PI. 2. fig. 1. 
Loup de mer vulgaire, ou Lubin, Bom. 

Dielion. d'hift. nat. tom. VI. p. 428. 
Der Salm- Barfch. Müll. L. S. Th. IV, 
S, aa8. 



Dit vierzehn Strahlen in der AfterflofTe, und die kleinen Schuppen find die 6. 
Meikma.hle, woran man diefen Umber von den übrigen unterfcheidet. Der La chs- 

In der Kiemenhaus findet man fünf, in der BruftflofTe achtzehn, in der " m " 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe vierzehn,, in der SchwanzfiofTe 
zwanzig , in der erften RückenflofTe neun , und in der zweiten vierzehn 
Strahlen. 

G 3 



^ 4 Der Lachstwiber. 

Der Körper ift geftreckt, der Kopf läuft in eine -(rümpfe Spitze aus , und 
da diefer Fifch zugleich eine grofse Mundöffnung und Marke Lippenknochen hat, 
fo bekömt er dadurch eine grofse Aehnlichkeit mit dem Lachs oder Salm, dem 
er auch feine Benennung zu verdanken hat. Die gleich langen Kinnladen find 
mit kurzen fpitzen Zähnen bewaffnet. Der Gaumen fo wie auch der Schlund ift 
von rafpelartigen Zähnen rauh, und die doppelten Nafenlöcher find durch 
eine Zwifchenhaut von einander getrennt. 

An den nalie am Scheitel befindlichen Augen nimmt man einen fchwarzen 
Stern, den ein rother und weifserRing umgeben, nebft einer Nickhaut wahr. 
Die Kiemendeckel find beide fchuppig, gezähnelt aber ift mir der vordere. An 
der Oeffnung deshintern nimmt man einen.fchwarzen Fleck, und an der untern. 
Kinnlade Schleimöffnungen wahr. In der -weiten Kiemenöffnung find fünf 
Strahlen von der Kiemenhaut Achtbar. 

Der Rumpf ift zufammen gedrückt, und mit kleinen Schuppen bedeckt. 
Die Seitenlinie hat eine faft gerade Richtung, ift dem Rücken näher, als dem 
Bauche , fo wie der After fich näher zum Schwänze , als zum Kopfe befindet. 
Der Rücken ift bräunlich; die Seiten, und der Bauch find weifs; dieBruft- und 
Bauchfloflegelb; die Afterfloffe theils gelblich und theils röthlich; dieSchwanz- 
flofle fchwärzllch, und die beiden Rückenfloffen rüthlich, von denen diefämmt- 
lichen harten Strahlen in der erfiern mit einer Fafer verfehen find. DieBauch- 
floffe hat einen, die AfterfloiTe drey, und die erfle Rückenfloile neun harte 
Strahlen. Die weichen in fämmtlichen FlofTen find vierzweigig. 

Diefen Fifch finden wir im griechifchen Meere, indem die griechi- 
schen Naturkündiger feiner erwähnen ; in England ä) ; in Frankreich an ver- 
fchiedenen Orten, als im Gafcognfchen Meere bey der Infel Noirmou- 
. ' tler 

ä) f&nnant. B. Z. III. p. itf. 



Der Lachsumhtr. 55 

tiir , an der nördlichen Küfte von Bretagne bey Treguier, in der Garonne b), 
und bey Marfeille c); in Italien bey Venedig d), Rom <?) , Sardinien/) und 
Malta g). Auch erfcheint er zu Zeiten in der Nordfee bey Holland h). 

Er erreicht eine anfehnliche Gröfse. Rändelet giebt ihm die Länge von 
drey Ellen 1) \ Willu.gh.by ein Gewicht von fünfzehn Pfund k) , und Duhamel 
verfichert, dafs er bey Noirmoutier zuweilen über dreifsig Pfund fchwer gefan- 
gen werde /). 

Diefer Fifch gehört zu denjenigen Arten, die zb Zeiten in die Flu de 
übergehen m): er kann jedoch nicht zu den eigentlichen Zugfifchen gerechnet 
werden , weil er nur feiten die See verläfst. Er hält fich gewöhnlich an der 
Oberfläche des Wallers auf, vorzüglich aber an folchen Stellen , wo fich die 
FlüfTe ins Meer ergießen. Kr hat ein fehr wohlfchrneckendes Fleifch, daher er 
von den Römern als einer ihrer beften Fifche geachtet-, und fehr theuer bezahlt 
wurde, befonders derjenige, der in der Tyber, jedoch nur unter den Brücken 
Roms, gefangen wurde n): denn übrigens find diejenigen, welche fich im Meere 
aufhalten, folchen, die in den FlüfTen leben, vorzuziehen 0). Auch wird er von 
den Venetianern noch jetzt fehr theuer bezahlt p). Es ilt ein fehr gefräfsiger 

F) DuhamTrüt. de Pech. III. p. 141. h) Gronov. Muf. I. p. 41. n. 95. 

c) Brunn. Pifc. Marf. p. 61. 1) de Pifcib. p. 269. 

d) Zu Folge eines, von dem um die Natur- k) Jchth. p. 271. 
gefchichte fich verdient gemachten Hrn. /) Traic. de Pech. III. p. 24 T. 
Canonic. Volta in Mantua, kürzlich erhal- tn) Duham. a.a.O. 

tenen Verzeichniffes der Fifche Italiens. n) Linn. S. N. p. 4g2. n. 5. 

e) Jovius de Pifcib. rom. c. .II. 0) Wiüughb. Ichth. p. 272. 

/) Cetti Naturg. v. Sard. Th. III. S. 140. p) Laut dem oben angeführten Verzeich- 
g) Forskäl Defcript. Anim. p. xvin. nifle des Hrn. Canonicus Voltä. 

Allg. Naturg. d. Fifche. Th. ix. H 



5^ Der EacBsiurSeri 

Fifch,. dalier ihm die Alten: den Nahmen- Lupus (Wolf) gegeben haben, und 
eben diefe Gefräßigkeit iß auch die Urfache, dafs et leicht an die Angel beifst. 
Sonft fängt man ihn. auch mit verfcliiedenen Arten von Netzen das ganze Jahr 
hindurch: am. vorzügÜcMen aber, iß fein Fang in den Monathen Auguß, 
September und October %)., 

Gallen erklärt fein Fleifch für eine der Gefundheit zuträgliche SpeHe , be* 
fonders von demjenigen, der in den Flüfien gefangen wirdr),- vermutlich* 
weil diefe nicht fo fett, wie die im Meere find. Diefer Fettigkeit iß es auch 
wohl zuzufchreiben, dafs er,, Duhamel zu Folge, leicht in Fäulnifs übergeht s).. 
Dem Arißoteks zu Folge laicht diefer Fifch im Sommer und Winter O» 
jedoch fo\[ die letzte Brut fchlechter feyn ü).. Er fstzt feinen Laich an dia 
Mündungen der FlüfTe ab v). 

Der Magen iß dünnhäutig, und am Ende deflelben nimmt man fechs An-*- 
hängfei wahr. Die Leber iß blafs, befiehet aus zwey Lappen^ wovon der eine 
langj, und der andere kurz iß. Am erßern iß eine grofse Gallenbiafe befindlich. 
Die Milz iß blau und länglich'; die Schwimmblafe ungetheilt,- und an den Rio- 
ben befeßigst. 

In Holland heifst diefer Fifch Zee-Snoek;, in England Bafiej. in Frank- 
reich hat er verfchiedene Benennungen, als: zu Sables d'Olonne Bar, zu Noir- 
moutier Louhine, zu Treguier und an verfebiedenen andern Orten Loup, in 
der Provence Dr£liguy. y zu. Marfeiile Loup oder Loupaßbn, und in. den Ge- 
genden der.Garonne Brigne;. in Italien iß er ebenfals unter verfchiedenen Nah- 



q) Duham. Trait. de Pech. III. p. 141- t) Hift. Anim. üb. 6. c. T7. 

r~) de Aüm. Cl. 3. z/) — — lhV'5, c. 9> 

s) T. a. B. p. 142,. t) a. a. O. c. iL 



Der Lachsumber." 57 

itien bekannt, als: in Rom Spigola, in Venedig Bronchini und in Toskana 
Araneo ; die Deutfchen nennen ihn Salmbarfih-und Lachsumber. 

Bellon hit uns die erfte aber fchlechte Zeichnung geliefert, indem 'der- 
selben die Bauchßoilen fehlen x). Rondelet hat zwar diefen Fehler nicht be- 
gangen, ihn aber zahnlos vorgeftellt j). Die falvianfche Abbildung ift befler, 
jedoch fehlen derfelben die Schuppen am Kopfe, und das Sägeförmige am 
Kiemendeckel ;j). Gesner ad) hat die rondeletfche , und Willughby bb), 
Jonfion cc) und Ruyfch dd) die falvianfche Zeichnung copirt. Aldrovand 
bat ebenfalls die rondeletfche cqpirt, und fugte noch eine neue, aber nicht 
befTere Zeichnung hinzu -te). Darauf befchenkten uns Psnnant ff) und 
Duhamel gg) jeder mir einer neuen Abbildung, die aber ebenfalls nicht 
fehlerfrey find:; denn erllerer hat die Unterkinnlade zu lang vorgeßellt, und 
letzterer die Zähne und die Schuppen am Kopfe nicht angedeutet. Endlich 
hat uns auch Bonnaterre Kh) eine Copie von der pennantfchen geliefert. 



x) Aquat. p. 12T. dd) Theat. Animal. tab. 2.3. %. 3; 

y) de PIIc. I. p. 258» <*fj de Piicib. p. 491 u. 492. 

l) Aquat. p. 107. ff) B. Z. III. PL 49. 

ad) Thiefb. S. 37. c. gg) Trait. de Pech. III. PI. 2. fig. ^ 

bb) Ichth. tab. R. i„ hh) .Encycl. .Ichth, PI. 54. fig. 20 g, 

vc) deiP-ifcib, tab. 23. fig* g. 



H a 



Der ZwelßackeL 



DER ZWEISTACHEL. 

Sciaena diacantha. 

CCCIIte Tafel. 

Neun Stacheln in der erften Rückenflofie ; zwey Stacheln am Kiemendeckel; 
der Rumpf lineirt. K. 5 , Br. 16, B. -§•, A. T 3 T , S. zo, R. £, r \. 

Sciaena amläs novem inpinna dorß prima, aculeis duobus ad optrculum, trunco 

lineato. B. V, F. XVI r V. ~, A. HL , C. XX, D. ^ , — ^-. 

VI XIV IX XIII 

Lliefer Umber unterfcheidet ficb von den übrigen feines Gefchlechts durch die 

Der neun Stacheln in der erften Rückenflofie, die 2wey Stacheln am Kiemendeckel, 
Zweiftacheh und dßn jß^r ^ ^^ 

In der Kiemenhaut bemerkt man fünf, in der Bruftflofie fechszehn , in 
der Bauchflofle fechs , in der AfterflofTe vierzehn ,. in der Schwanzflofie zwan- 
zig,, in der erften Riickenflofle neun und in der zweiten dreizehn Strahlen. 

Der Kopf ift kurz, und bis an die Augen fchuppenlos; die Kinnladen find 
gleich lang,, und mit kleinen Zähnen befetzt. Die Lippen find dünn, und die 
Lippenknochen breit. Die Nafenlöcher find doppelt, die fordern rund, die hin- 
tern länglich,, und beide Paar dicht an den Augen befindlich : diefe find nahe 
am Scheitel , urrd haben einen fch warzen Stern in einem goldfarbenen Ringe. 
Der vordere Kiemendeckel ift an. beiden Rändern; gezähnelt , und der hintere 



Der Zweißachel. j 9 

mit zwey Stacheln verfehen. Die KiemenöfFnung ift weit, und die Kie- 
menhaut liegt verborgen. Der Rumpf ift geßreckt, an den Seiten zufam- 
men gedrückt, und mit Linien geziert. Die Schuppen find hart und ge- 
zähnelt, und bedecken auch einen Theil der zweiten Rückenflofle. Der 
Rücken ift dünn, und beinahe gerade; eben diefe Richtung hat auch die 
in der Nähe deffelben befindliche Seitenlinie. Der Bauch ift lang, und der 
After liegt der Schwanzflofte näher, als dem Kopfe. In der erften Rücken- 
flofle find neun, in der zweiten, fo wie in der Bauchflofle, nur ein, und 
in der Afterflofle drey harte Strahlen vorhanden. Sämmtliche weichen 
Strahlen find vierzweigig. 

Die Grundfarbe diefes Fifches ift filberfarben ; die Linien find gelb; 
der Rücken bläulich; die 'Flößen am Grunde röthlich, und am Ende ; 
bläulich. 

Die zwey Stacheln am hintern Kiemendeckel haben mir zu feiner Be~. 
nennung (Gelegenheit gegeben. 

Er gehört zu den Fifchen des mittelländifchen Meers». 



H 3 



6© Ber EüfßrahL 



DER EILF8TRAHL. 

■Sciaena undeeimalis. 

C C C I litt T a f e 1. 

Die Seitenlinie fthwarz. K. 5, Br. 13, B. -}, A. ^, S. ig, R. $ T V 

I III 

Sciaena linea laterali nigra. B.V, P.XIII, V. , A. , C. XVIII* 

yjL x 

VIII 1 

D. , . 

VIII XI 



Uie fchwarze unweit des Rückens laufende Seitenlinie macht den Kaf akter 
Der Eilf- diefes Fifches aus. 

• In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der Brußflofle dreizehn, in der 

BauchflofTe fechs ^ in der Afcerflofie zehn, in der SchwanzflofTe achtzehn, in 
•der erften Riickenflofle acht und in der zweiten eilf Strahlen. 

Def~Kopf iß ganz wie beim Hechte gebildet, und nur die Zähne find 
klein und rafpelartig. Die Nafenlöcher find einfach, länglich, inwendig ge- 
theilt und dicht an den Augen befindlich. Der Augenftern ift fchwarz, und 
wird von einem fchmahlen, gelben, und breiten violetten Ringe umgeben. Der 
Kopf ift bis auf die Kiemendeckel fchuppenlos, und von diefen der vordere 
gezähnelt. Die Kiemenhaut wird von ßarken Strahlen unterftützt. Die 
-Schuppen bilden an der Rücken- und Afterflofie eine Furche, und bedecken 



Der Ellffirahl; <fi 

zum Theil die mondFörmige Schwanzflofle. Die erfte Rückenflofle faeßeHet 
aus lauter harten Strahlen, deren Anzahl fich auf acht belaufen; in der 
zweiten, welche überhaupt aus eilf Strahlen belreht, und mir Gelegenheit 
zu feiner Benennung Rilffirahl gegeben, hat., ingleichen in der BauchfioiTe 
ift ein und in der Afterfiofle drey harte Strahlen befindlich. Alle weichen 
Strahlen find vielzweigig. Der Rücken., die Seiten, die Bauch- Bruit- und 
Afterflofle find roth, der Bauch weifs , die. Schwanz- und RückenfTofTen bläu. 
Das Vaterland diefes Fifches iil Jamaica, wa man ihn an. den fteinig* 
tea Gegenden häufig fängt.. > ' . 



6 t Der llneirte Umher. 



DER LINEIRTE U M B E R. 

Sciaena lineata, 

CCCIVte Tafel. 

Der Rumpf lineirt, acht Stacheln in der erften Rückenflofle. K. 5, Br. 16, 
B.-§., A. T V, S. 16, R.|. T V 

Sciaena lineis longitudinalibus , aculeis octo in pinna dorfali prima. B. V, 
P. XVI, V. — , A. J^-l C. XVI, D. y iIT T 



VI ' XIII' ' ' ' VIII XIII' 

~ JJie acht harten Strahlen in der erften Rückenflofle, und die nach der 

Der lineirte Länge laufenden, gelben Linien geben die Kennzeichen für diefen Fifch ab. 

Umber. j n ^ er Ki emen h a ut bemerkt man fünf, in der Bruftftofle fechszehn, 

in der Bauchftofle fechs, in der Afterflofle dreizehn, in der Schwanzflofle 

fechszehn, in der erften Rückenflofle acht, und in der zweiten dreizehn 

Strahlen. 

Der Kopf ift nur venig abfchüflig, und bis an die Augen fchuppenlos. 
Von den Kinnladen fleht die untere etwas hervor, und beide find mit vie- 
len kleinen Zähnen befetzt. Die Lippenknochen find breit; die Nafenlöcher 
länglich, einfach, und dicht an den Augen befindlich: diefe haben eine 
Nickhaut, und einen fchwarzen Stern, der von einem theils weifsen und 
theils gelben Ringe umgeben wird. Von den Kiemendeckeln ift der vordere 

gezäh- 



Derüneirte Umher. 63 

gezähnelt, und der hintere hat am Rande einen Ausfchnitt. Die längs dem 
Rumpfe laufenden Linien find gelb, die Schuppen ziemlich grofs, und der 
After ift vom Kopfe noch einmal fo weit als von der SchwanzflofTe ent- 
fernt. Die weichen Strahlen in der zweiten Rücken/Ioffe find einmal, und 
die in den übrigen Flößen dreimal getheilt. Der Kopf und die FiofTea 
find gröfstentheils gelb, der Rücken violett, und die Seiten und der Bauch 
filberfarben. In der erften RückenfiofTe find acht, in der zweiten, inglei- 
chen in der BauchflofTe ift einer , und in der Afterfloife drey harte Strahlen 
vorhanden. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift das mittelländifche Meer, 



Allg.Naturg.d.Fifche. Th.iX; 



6 4 Der punktirte Umbtr. 



DER PUNKTIRTE U M B E R., 

Sciaena punctata. 

C C C V t e Tafel. 

Der Rücken fchwarz punktirt. K. 5, Br. 11, B. -§.,. A. T 3 Z> S. iS,, 

R* | i T V 

Sciaena dorfo nigro-pvnctato. B.V, P.XII X V. ~ % A,±I± } C. XVIII,, 

vi XII 

DJix.JL. 

IX XII 



1_)\q fchwarzen Punkte, oder kleinen Flecke „ die man an diefem Fifcne- 

Der vom Anfange, des Rückens bis an die Seitenlinie wahrnimmt, find diefes. 

punkcirte r - r , rr • , 

% T , rucbes Kennzeichen. 

Umber.. 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in der Brufiflofie zwölf, in der 
BauchflofTe fechs, in der Afterfiofle zwölf, in der Schwanzflofle achtzehn,, 
in der erften RückenflofTe neun , und in der zweiten zwölf Strahlen. 

Der Kopf iit abfchüflig,. und bis an die KiemendeckeL fchuppenlos; die 
Kinnladen find gleich, lang , und mit vielen kleinen Zähnen befetzt. Die dicht 
an den Augen befindlichen. Nafenlöcher find länglich und einfach; die Augen 
flehen nahe am Scheitel, und haben einen fchwarzen Stern, der von einem, 
goldgelben Ringe umgeben wird.. Der vordere. Kiemendeckel ift gezähnelt,, 



Der punktirte Umbcr. 6^ 

und am hintern nimmt man zwey längliche Stacheln wahr. Die KiemenöfF- 
nung ift weit, und die Kiemenhaut liegt gröfstentheils frey. Die Seitenlinie 
läuft in der Nähe des Rückens mit demfelben in gleicher Richtung. Der 
Rücken ift bläulich, die Seiten und der Bauch find filberfarben, die Bruft- 
und BauchflofTe braunrofh, die After- und Schwanzfloffe am Grunde roth, 
und am Rande blau. Von letzterer Farbe find auch die beiden Rückenflor, 
fen. Die erfte RückenflofTe beliebet aus neun harten mit Fafern verfehenen 
Strahlen, in der zweiten Rücken - ingleichen in der BauchflofTe ift einer, und 
in der Afterfäofle find drey harte Strahlen vorhanden, welche letztere, fo wie 
die in der erften RückenfiofTe, mit Fafern verfehen find. Die weichen Strah- 
len in den fämmtlichen FlofTen find vierzweigig. 

Auch diefer Fifch gehört wie der vorhergehende im mittelländifchen 
Meere zu Haufe. 



I a 



66 Der geftreiffte Umher. 



DER GESTREIFFTE U M B E iL 

Sciaena Plumieii. 

C C C V I t e T a f e f. 

Der Rumpf in die Länge und in die Quere geftreifft. B . . . , Br. 13, B. -§, 
A.J-, S. za, R. f. T V 

Sciaena longitudinaliter transverßmque firiata. 27. *., P. XIII r V* —— y 

A. — > C. XX7J, D. ^ H. 
IX ' IX X 

Perca ftriata. Plumier M. 5». 



AJiefer Fifch macht fich durch feine nach der Länge laufenden, gelben , und 
Der in die Quer gehenden, braune StreifFen kennbar» 
8 *? Da ich diefe Zeichnung aus dem M. S. des Pater Plümier entlehnt habe, 

fo bin ich auch nicht im Stande, die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut 
anzugeben. 

In der Bruftrlofle zählt man dreizehn, in der Bauchflofle fechs , in der 
AfterflofTe neun, in der SchwanzflofTe zwey und zwanzig, in der erften Rücken- 
flofTe neun, und in der zweiten zehn Strahlen. 

Der Kopf ift klein; die Stirn und Nafe find fchuppenlos; die Kinnladen 
von gleichst Länge und mit rafpelaitigen Zähnen befetzt. Die Nafenlöcher 



Der geßreifte Umier. 6j 

find doppelt; die Augen länglich rund, inwendig fchwarz mit einem gold- 
farbenen Ringe. Der vordere Kiemendeckel ift ftark gezähnelt, und der hin- 
tere läuft in eine Spitze aus. Die Kiemenhaut liegt zum Theil frey; die 
nahe am Rücken befindliche Seitenlinie laufe mit demfelben in gleicher Rich- 
tung; der Bauch ift breit und lang, und der After vom Kopfe beinahe noch 
einmal fo weit als von der Schwanzflofle entfernt. In der Afterfloile find 
zwey Stacheln zu fehen, davon der erfle ungemein ftark ift, in der erften 
Rückenfloffe find neun dergleichen, in der zweiten zwey, und in der Bau'ch- 
floffe einer befindlich. Die fämmtlichen weichen Strahlen find an ihren En- 
den vielzweigig. 

Die Grundfarbe diefes Fifches ift weifs, die FlofTen find gelb, von dener* 
die am Rücken eine fchwarze Einfaffung hat. 

Diefer fchöne Fifch gehört bey den antillifchen Infein zu Haufe,. 



*? 



68 Der Morittfche Umher. 



DER MO RITZ IS CHE U M B E R. 

Sciaena Mauritii. 

C C C V I I t e Tafel. Fig. i. 

Neun Stacheln in der erften Kücken- und vierzehn Strahlen in der Afterflofle. 
K. . ., Br. 10, B. i, A. ^, S. 17, R. % r \. 

Scinena aculeis decem dorfalibus? radiis quatuordecim in pinna analk B . . ., 

P. X, V. — , A. OL, c.xvii, d. 3.. IT 



VI XIV IX XVII 

Guaru, Prini Moriti M. S. 



I2 JLJjefer Umber unterfcheidet fich von den bisher befchriebenen durch die neun 
Der Mo- Stacheln in der erften Rücken- und die vierzehn Strahlen in der AfterfiofTe. 
Umber ^ e Anzahl ^ er Strahlen in der Kiemenhaut kann ich nicht angeben, weil 

ich diefen Fifch nicht in Natur befitze, fondern aus der Handzeichnung des 
Prinzen Morit{ entlehnt habe. 

In der BruftfiofTe findet man zehn, in der BauchftofTe fechs, in der Af- 
terfiofTe vierzehn, in der SchwanzfiofTe fiebzehn , in der erften RiickenfiofTe, 
wie erwähnt, neun, und in der zweiten fiebzehn Strahlen. Der Kopf ift 
glatt; die Mundöffnung von mittlerer Gröfse; die Lippenknochen find fhrk; 



Der Moritfififie Umher. fy 

die Kinnladen von gleicher Länge und mit kleinen fpitzen Zähnen bewaffnet. 
Der Rumpf iü mit fdbernen Schuppen bedeckt;, die Seitenlinie unweit des ■ 
Rückens, und der After der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe. Sämmtliche 
FlofTen find, klein, und ihre weichen Strahlen, vierzweigig. Von den harten 
findet man in der BauchflofTe einen, in der Afterfloffe drey, in der elften 
RückenflofTe neun, und in der zweiten zwey. 

Diefer Fifch wird in feinem Vaterlande Brafilien- von den dafigen Ein- 
wohnern Guaru , und von den Deutfchen der Morit^ifche Umber genannt. 

In der Gröfse kömmt er mit dem europäifchen Flufsbarfche überein. 

Ich weifs keinen Grund anzugeben, warum weder Piß in feiner Ge- 
fchichtt beider Indien., noch Markgrav in feiner Gefchichte von Braßlien 
di-efes Fifches erwähnen, da fie doch fbnft. die Zeichnungen des Prinzen Moritz 
genutzt haben» 



7° 



Der Coro, 



DER CORO. 

Sclaena Coro. 
CCCVIIte Tafel. Fig. i, 

Dez Kopf fchuppenlos, acht QueerftreifTen am Rumpfe. K..., Br. 12,, 
A. -xty S. 16 , B. -§-, R. x§. T \- 

'Sciacna capite nudo , firiis octo transverjaübus. B. . ., P. XII, V. > 

JL. — , C.XVI, D.—. — . 

ja x ja 



Coro Coro. Triif( Morit^ M. S. Tom. a. 

P- 385- 

.^_ __ Brafilienfibus. Marcgrav Bra- 

fil. P . 177- 

„_. Coracinis affinis , Corocoro 

Brafilienfib. Ray Synop. Pifc. 
p 96. n. 19. 
.__. — Willughb. Ichth. p. 301, tab. 
5. 18. fig. 4- 

— Jonß. de Pifcib. p. 194, 195. 

tab. 35. fig. 6. 
_ _ „ — Ruyfch Theat. Anim. p. 135. 

tab. 35. fig. 6. 
— — Pifo Ind. Utr. p. 59. 



Perca, pinnis duabus ventralibus; dimidia 
dorfi fpinofa arcuata & in rima repo- 
nibili, ventralibus circinatis, illa poft 
anum dura & acuta fpina nixa; cauda 
lata; tota argentei coloris; in dorfo 
umbratiiis; in lateribus octo firiis, ad- 
usque ventrem non defcendentibus ; 
ventre albo; pinna dorfali, poftbran- 
cbialibus, Sc cauda ex diluta umbra 
argenteis ; ore denticulato. Klein Miff. 
Pifc. V. p. 37. n. 7. 

Parfch, mit zwo zirkelrunden Bauchflof- 
fen u. f. w. Neuer Schaupl. der Natur, 
Th. 6. S. 35S. n. 7. 

Diefer 



Der Coro. 7 r 

XJiefer Umber ift an feinen acht braunen QuerfheifFen } und dem fchuppenlo- i ' . ■ 

Ten Kopfe , von den übrigen feines Gefcblechts leicht zu unterfcheiden. * 3* 

Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut kann ich nicht angeben, 
da ich diefen Fifch, fo wie den vorhergehenden, aus der Handzeichnung 
des Prinzen Morit^ entlehnt habe. 

In der BruftflofTe zählt man zwölf, in der BauchflofTe fechs, in der 
Afterflofle eilf, in der SchwanzflofTe fechszehn, in der erften Rückenflofie 
zehn, und in der zweiten eüf Strahlen. 

Der Kopf ift klein und fchuppenlos; die Mundöffnung von mittlerer 
Gröfse; die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit kleinen, fpitzen Zähnen 
bewaffnet. Der hintere Kiemendeckel endiget fich in eine Spitze. Die Kie- 
menöffnung ift weit; der Rumpf vorn breit; die Seitenlinie gerade und nahe 
am Rücken befindlich; der Bauch hervorftehend , und der After der Schwanz- 
flofTe näher als dem Kopfe. Die Floflen find kurz, und die weichen Strah- 
len in der Bauch- Bruft- und SchwanzflofTe vierzweigig; die in der After- 
und zweiten RückenflofTe gabelförmig: in diefer ingleichen in der BauchflofTe ift 
ein Stachel, und in der erften RückenflofTe find zehn dergleichen vorhanden. 
Die braunen Streiften auf dem Silbergrunde, und die dunkele Einfaflung der 
mondförmigen SchwanzflofTe geben diefem Fifche ein fchönes Anfehn. 

Das Vaterland diefes Fifches ift das Brafiüanifche Meer, aus dem er 
das ganze Jahr hindurch ausgefifcht wird. Er hat zwar ein efsbares Fleifch, 
welches aber, weil es hart und trocken ift, von wenigen geachtet wird a). 

Dem Prinzen Morit{ zu Folge erreicht diefer Fifch die Gröfse eines 
Bleies oder Braffems., nach Marcgrav und Piß hingegen, nur die Länge ei- 
nes Fufses. 



a) Pifo Ind. Utr. p. 59. 

AIlg.Naturg.d. Fifche. Th.ix K 



72 Wer Coroi 

Die Brasilianer nennen diefen Fifch Corocoro und Corocoraca; die 
Beutfchen und Franzofen hingegen , Coroi 

Marcgrav haben wir die erfte Bekanntmachung diefes Fifches zu verdan- 
ken. In feiner davon gegebenen Zeichnung hat er die braunen StreifFen, ob 
er ihrer gleich in der Befchreibung erwähnt, nicht angedeutet t>)i Piß c)> 
Willughby dj t . Jonfion e) und Ruyfch f) haben fämmtlich diefe Zeich» 
nung copirt. 

Von den Syftematikern hat aufser Klein.: keiner unfern. Fifch aufge» 
genommen^ 

b) Brafil. p. 17 7; e) de Pifcib. tab. 35. fig. 6. 

c) IndT Utr. p 59; £} Theat. Anim. Tab. 35. fig. 6;. 
<Q Ithth. tab. S. 18. fig. 4; 



Barfchu j% 



BARSCHE. 

Ach habe bereits im zweiten Theile diefes Werks,* S. 59 — 77, von den 
Barfchen überhaupt, und von denen , die fieh in den Gewäflern Deutfchlands 
aushalten, insbefondere gehandelt, und gehe nunmehr auch zu den ausländi- 
schen Barfchen über. Da ich indeffen finde, dafs das von Zinne diefem 
Gefchlechte gegebene Kennzeichen nur zu den in Deutfchland befindlichen, 
nicht aber zu den ausländifchen Barfchen pafst, wie ich folches auch im -/ten 
Theile S. 1 4. u. f. erörtert habe ; fo fehe ich mich genöthiget, andere Kenn- 
zeichen für diefes Gefchlecht feft zu fetzen , und diefe find : 

I>er Kopf bis an den unge{ähnelten und unbewaffneten Kiemendeck:! 

fchuppenlos. 
Pifies capite usgue ad opereuhs non Jerratos inermatosque nudo. 

Ich habe am angeführten Orte gezeigt, dafs die ungeheure Anzahl, wei- 
che die linneifchen vier Gefchlechter, nehmlich, die Umher- und Lippßfike p 
Barfche und Meerbrajfeme in fich faffen, eine Unterabtheilung bedürften, und 
dafs die amKopfe aufgefuchten Merkmahle die fchicklichftenBeßimmungen wä- 
ren, Diefem zu Folge waren die fchuppigen, bewaffneten und ungezähnelten 
Kiemeldeckel die Kennzeichen der Bodiaiififike; die fchuppigen, bewaffneten 
und gezähnelten Kiemendeckel, die Merkmahle der Sogofifihe; die fchuppigen, 
gezähnelten aber unbewaffneten Kiemendeckel, bezeichneten die Lutjane. Es 
bleibt nun noch der Fall übrig, wo der Kopf halb fchuppigift, und bey denen 

K z 



7 * Barfche. 

die Kiemendeckel weder gezähnelt noch bewaffnet find. Da ich nun nach 
dem linneifchen Syftem jetzt bey den Barfchen bin , und die vom Ritter an- 
gegebenen Kennzeichen nicht anwendbar find , Co habe ich die eben angeführ- 
ten dazu gewählt. 

Die Anzahl der zu diefem Gefchlechte gehörigen Fifche , die ich theils 
in Natur, thelis in Zeichnungen befitze, belaufen fich auf zehn Arten, da- 
von Marcgrav vier d) , Catesby zwey £), und Zinne und Gronoy zu gleicher 
Zeit einen befchrieben haben c), die übrigen drey aber find neu. 



d) Guatucupa Juba. B™/?/. p. 147. Salle- b) The Negrofifli. Carol Tom. II. p. 7. 
ma feu Salema. p. 153. Acara, p. 168. Gugupuguacu. p. 14. 

Nhaquunda. p. 171. c) Sparus faxatilij. 



Der Fleck. 7 j 

DER FLECK. 

Perca unimaculata. 
CCCVIIIte Tafel. Fig. r: 

Ein runder Fleck auf beiden Seiten. K. , ,"., Br. 13, B. £, A. ^V> ■ S. 15,, 

Perca macula rotunda in latere utrogue. B. . ., P.XIII, V. , A. „ 

C. XV, D. XIJ 



XXVIII 



Sallema feu Sdlema Lufitanis. Marcgrav Selumixira.. Prin{ Morit^M. S„ Tom. II".. 

Braf. p. 153. P- 3.88- 

Pacu, Salema. Piß Ind. Utr. p. 53.] 

J_/er runde und: fchwarze Fleck,, den man auf jeder Seite über: dem Ende x 
der BruMofTe wahrnimmt, dient diefem ; Fifche zum Merkmahle.. Der Fleet.. 

Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut kann ich aus Mangel eigener 
Unterfuchung, indem die Zeichnung; aus dem M., S.. des Prinzen Moritz ge- 
nommen ift,. nicht beftimmen.. 

In der BruftflofTe zählt man dreizehn^ in der Bauchflofle fechs, in der 
Afterflo£e fechszehn , in der SchwanzflofTe fünfzehn ,, und. in der Räckenflollfe 
acht und zwanzig: Strahlen.. 

Der Kopf ift klein „ und : nur bis: an die; Augen fchuppig.. Die Stirn ift: 
abfehüffig.. Die: KiernrndeckeL find ungezähnelt,, und. die. Kiemenöffhung ift: 



76 Der Fleck. 

Weit. Die Augen haben einen fchwarzen Stern , der von einem filbernen 
iRinge umgeben wird. Zwifchen denfelben nimmt man einen dunkelgelbea 
Fleck wahr. Die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit einerley 
•fpitzen Zähnen bewaffnet. Der Rumpf ift breit und filberfarben» auf dem 
die nach der Länge laufenden» goldfarbenen Streiffen fich gut ausnehmen. 
Der eben erwähnte Fleck ift dem Rücken näher als dem Kopfe. Die wei- 
chen Strahlen find vielzweigig, und von den harten finden wir in der Bauch- 
fl ; ofle einen, in der Afterfloffe drey, und in der RiickenflöfTe zwölf. Die 
f ammtlichen Floflen find gelb. 

Diefer Fifch gehört in Brafilien zu Haufe. Er hat ein vortrefliches 
Fleifch, und wird , nach dem Prinzen Moriti , fo grofs wie der Karpfen : 
Marcgrav hingegen giebt ihm nur die Länge eines Füfses. 

Er gehört zu den Zugfifchen, die im Frühjahre das Meer verlaflen, in 
die FlüfTe übergehen, und im Herbfte wieder in die See zurück kehren. 

Nach dem Pifo hat unfer Fifch einen grofsen Rogen, weite Gedärme, 
eine •rothe Leber, eine ftarke Gallenblafe, und ein dreieckiges Herz 4). 

In Brafilien wird diefer Fifch Pacu und Selumixira\ von den dafigen 
Portugifen Sellima und Seüm, nach den franzöfifchen Mundarten Salin, 
und von den Deutfchen, des fchwarzen Flecks wegen, der Fleck genannt. 

Marcgrav hat uns zuerft mit diefem Fifche bekannt gemacht, und uns 
auch eine ziemlich gute Zeichnung, an der jedoch der fchwarze Fleck nicht 
'bemerkt ift, hinterlaflen b~) , welche Pifo copiut hat c). 

Warum Wiüughby, Ray, Jonßon und Klein, die •doch gewöhnlich 
die marcgravfchen Fifche in ihre Schriften aufgenommen haben, mit diefem 
eine Ausnahme machten, weifs ich mir nicht zu erklären. 

a) Ind. Utr. p. 53. b) Brafil. p. 153. d) i. a. Q. 



Der Scliwan^ßeck. jj 



M E R $ C H W A N Z F E E CIL. 

Ferca Juba. 

GGGVUIte, Tafel. Fig. » 

Zwey braune Flecke in der Scüwanzflofie. K. . . ., Br. u, B. -§-, A. r \ e , 
Perca- maculis diiabus hrune in pinna caudäliy B: . . .,.. P. .XTI, ?*". — *- fc 



XII XXVIII 

Guatucupa juba, Maregrav Brafi!. p. 147. Guatucupa Juba. Ruyfck Theat. Änimai 

— , — JVillugkb.Jchth. p. 336. p. 125,. tabi 32, fig,^. 

— — jRaj Synop.Pifc P..146; — — Pif. Ind. Utr. p. 52. 

n. 2.- Guatueuba. Prini Moriti M.. S. Tom. IL 

. — — Jon/?, de PifciB. p. 180. p. 3LI. 
tab. 32. fig. 9». 

JVjEan erkennt dieferr Fifch an den Beiden braunen Fleeten in der Schwanz- 2> 
flofTe. Der 

Die Strahlen in der Kiemenhaut lafTe ich unBeftimmtr, , da ich nur die - flec{c> 
Zeichnung des Prinzen Moritz zum Grunde legen kann. 

In der BrufiflofTe findet man zwölf, in- der Bauchflofie. fechs, in der 
ÄfterflofTe zwölf, in der Schwanzlose fiebzehn, und in der Rückenflofle. 
acht und zwanzig Strahlers* 



7 8 Der Schwanifieck. 

Der Kopf ift fehr abfchüflig, und nur bis an die Augen fchuppig; die 
Mundüftnung ift weit; die Kinnladen find von gleicher Länge, und mit fpitzen 
Zähnen verfehen. Die Lippenknochen find ftark ; ein gelb eingefafster fchwar- 
zer Streiff läuft: über das Auge. Die Kiemendeckel find glatt, und^ie Kie- 
menöffnung ift weit. Der Rumpf ift breit; der Rücken bildet vorwärts einen 
Bogen t und der After liegt zwifchen dem Kopfe und der SchwanzflofTe unge- 
fähr in der Mitte. Der Grund ift bis an den fchwarzen Rücken filberfarben, 
und nach der Länge des Rumpfes liehet man fechs gelbe Streiften,. Die Flof- 
fen find am Grunde gelb, und nach dem Rande zu orangefarben. Die Strah- 
len find eben fo wie die des vorhergehenden gebildet. 

Diefer Fifch wird noch einmahl fo grofs als der vorhergehende : er *»eht 
aber nicht in die FlüfTe über, fondern hält fich zwifchen den Klippen und an 
den Mündungen der FlüfTe auf, in welchen Gegenden er faft das ganze Jahr 
hindurch häufig gefangen wird. Er hat ebenfalls ein fehr gutes Fleifch. Be- 
fonders rühmt Marcgrav die Zunge und das Backenfleifch als einen Leckerbif- 
fen ä). Nach dem Biß foll er gebraten einer der heften dafigen Fifche feyn /,). 

Von den Brafilianern wird diefer Fifch Guatucupa juba, von den Fran- 
zofen Jub, und von den Deutfchen, wegen der Flecke im Schwänze, der 
Schwanifieck genannt. 

Die erfte Befchreibung diefes Fifches haben wir dem Marcgrav zu ver- 
danken, der felbige auch mit einer, aber fchlechten Zeichnung begleitet hat c). 
Pifod) hat die Abbildung, Wiliughby e) die Befchreibung, Jonfion f) und 
Ruyfch g) aber haben beide copirt. 

''~~~~~ ~~~ ~~~ ~ — — —- — — — — ~— — — — - ■ , T 

a) Brafil. p. 148. e) Ichth. p. 336. 

h) Ind. Utr. p. 52. /) de Pifcib. p. igo. tab. 32. fig. 9. 

e) A. a. O. g) Theat. Anim. p. 125. tab. 32. fig. 9. 

d) A. a, O, 



Der 



Der Steinbarfch. 



79 



E> E R STEINBARSCH. 

Perca Saxatilis. 

CCCIXte Tafel. 

Zwey eingefafste Flecke am Rumpfe. K. 7, Br. 14, B. •§-, A. T ^, S. 15, 

P,rra ocelüs duobus ad truncum. B. VII , P. XIV, ~- , A. Iß, C.XV, 

Vi- XII 



D. 



XVIII 
XXXI ' 



Sparus faxatilis. S. ocello fubcaudali, cor- 
pore candicante. Linn. S. N. p. 468. 
n. 7. edit, Gmel. p. 1271. n. 7. 

Sciaena ocello ad bafin pinnae caudae. 
Snylta. Muf. Adolph. Frid. p. 65, tab. 
31. fig. I. 

Sparus roftro plagioplateo , maxilla infe- 
riore longiore, rufefcens, macula ni- 
gra iride alba cincta utrinque ad cau- 
dam fubrotundaiu. Gronov Muf. Ichth. II. 



p. 29, n. 185. Scarus rufefcens, ma- 
culis duabus annulatis utrinque ad pin- 
nas peccorales 8c caudam. Zooph. p. 6 7. 
n. 229. 

JLe Paon. S. faxatilis. S. pinnis dorfi, 
caudae anique vittatis; dorfo fulve- 
fcente, Bonnaterre Encyclop. Ichthyol, 
p. 9 8. n. 8- PL 48. fig. 184- 

Die Stein brachfeme. Mull. L. S. Th. 4. 
S. 182. n. 7. 



JL)ie zwey veifs eingefafsten fchwarzen Flecke, davon der eine dicht an der 
Bruft- und der andere dicht an der SchwanzflofTe fichtbar iß, geben ein leicht Der Stein- 
in die Augen fallendes Merkmahl für diefen Fifch ab. barfch. 
AlIg.Naturg. d.Fifche. Th.ix. L 



S.a Der Stelnh arfcL. 

In der Kiemenhaut zählt man flehen, in der Bruftflofle vierzehn, in der 
Bauchflofle fechs, in der AfterflofTe zwölf, in der SchwanzflofTe fünfzehn, und 
in der Rückenflofle ein und dreifsig Strahlen, 

Der Körper ift geftreckt, und ziemlieh dick; der Kopf hinten b/eit, vorn 
fckmahl, und bis an die Augen fchuppig. Die MundöfFnung ift fehr weit. 
Von den Kinnladen ift die untere die längfte-, und beide find mit kleinen, 
fpitzen Zähnen, gleich einer Rafpel , bewaffnet. Die Nafenlöcher find rund, 
einfach, und flehen zwifchen der MundöfFnung und den Augen in der Mitte. 
Die Kiemendeckel find glatt, an den vordem ift an der innern Seite eine halbe 
Kieme Achtbar, und über beide läuft ein fchwarzer StreifE Die. weite Kie- 
menöffnung kann diirch die breite, mit langen, gekrümmten Knochen verz- 
iehene Kiemenhaut verfchlofTen werden.. Der Rücken ift rund; der Bauch 
lang, und der After vom Kopfe noch einmahl fo weit als von der Schwanzflofle 
entfernt. Die braune Farbe am Rücken wird an den Seiten heller, und nach 
dem Bauche zu weifs. Die weichen Strahlen in der Rücken- und Bruftflofle 
find gabelförmig, die in den übrigen vierzweigig, und von den einfachen und 
harten find in der Rückenflofle achtzehn, in der AfterflofTe drey , und in der 
Bauchflofle einer befindlich. Die Seitenlinie, welche dicht am Rücken liegt, 
wird gegen das linde der Floffe unterbrochen, fängt in der Mitte des Schwan- 
zes an,, und endiget fich in deffen Flofle, Die Schuppen find hart und gezäh- 
nelt; die Rücken- und Afterflofle mit weifsen und fchwarzen Flecken be- 
fprengt, und laufen in eine Spitze aus, die übrigen find abgerundet, und die 
Schwanzflofle ift mit den erwähnten Flecken verfehen,. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Surinam, wo man ihn in fteinigen Ge- 
genden antrifft. .Er hat, wie alle Fifche, die fich in reinem Grrunde auf- 
halten., ein weifses und fettes FleifcL 



Der Stclnbarfih. 8 i 

In Frankreich heifst diefer Fifch Paon, und in Deutfchland Steinbarfih 
und Steinhrachfim. 

Linne, der mit Gronov diefen Fifch zu gleicher Zeit eefchrith d), gab uns 
auch eine Zeichnung V) , die aber nicht zu den Guten gerechnet Verden kann. 
Er zählte ihn anfänglich zu den UmberhTchen c), hernach aber zu den Meer- 
brafTemen 'd) : allein., da er weder mit einer Furche am Rücken, noch mit 
Harken Zähnen verfehen ift; fo kann er felbfl nach den in feinem Syßem ange- 
gebenen Kennzeichen zu keinem von beiden Gfifchlechtern gerechnet werden. 

Gronov führte ihn anfänglich als einen MeerbrafTem e), hernach als 
eben Papageyfifch /) auf, und gab eine gute Zeichnung davon > an der 
jedoch die Stacheln in der Rücken- und Afterflofie nicht genau angedeu- 
tet find gX 

Bonnaterre hat diefen Fifch nach dem Linne unter die MeerbralTeme ge- 
bracht h) , und die gronovfche Abbildung beibehalten i). 



d) Muf. Adolph. Fried, p. 65, /) Zooph. n. sao* 

b) I. a. B. tab. 31. fig. 1, g) I. a. B. tab. 6. fig. 3: 

c) A. a. O. §) Encycl. Ichth. p. 98. n. §, 
'd) S. N. p. 468. m 7, Ö I. % B. pl. 48. fig. 1S4, 

e) Muf. II. n. J85. 



L a 



81 Der Doppelfieck. 

DER DOPPELFLECK. 

Perca bimaculata. 

CCCXte Tafel. Fig. i. 

Zwey runde Flecke am Rumpfe. K , Br. 14, B. -§-, A. T \, S. 15, 

S. |f. 

Perca maculis duohus rotundis. B. . . .. P.XIV, V — , ^4 J ^ 

FI XII' 

XV 

C.XV, D. — -. 

XXVII 

Acara Brafilienfibus. Marcgr. Brafil. p. 1 68- Acara Brafil. Ray. Syn. Pifc . p. 1 4 7. n. 3. 

— Pifo. Ind. Utr. p. 67. __. _ j on;?> de Pifcib> p> I9I# 

— Priti{ Morhi M. S. tab 3^ fig , 8- 

— Brafil. JVillughb. Ichth. p. 337. — RuyfiL Theat. AnimaL p. 133. 

tab, X. 8. fig. Z. tab. 34. fig. ß. 



4- L/ie zwey fchwarzen, runden Flecke, die man an diefem Fifche wahrnimmt, 

BerDoppel- geben ein gutes Merkmahl für ihn ab. 
fleck. 

Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenbaut laiTen fich nicht angeben, da 

der Prin{ Morit^, von dem diefe Zeichnung herrührt, keine Rückficht auf 

felbige genommen hat. 

In der BruftflofTe zählt man vierzehn, in der BauchflofTe fechs, in der 

AfterflofTe zwölf, in der SchwanzfLofTe fünfzehn, und in der Rückenfloffe fieben 

und zwanzig Strahlen, 



Der Doppelßcck. . gg, 

Der Kopf ift abfchüftig, zufammen gedrückt, und bis an die ungezahnel- 
ten Kiemendeckel fchuppenlos. Die Augen haben einen fchwarzen Stern und 
einen goldnen Ring. Der Rumpf ift breit, und der After ungefähr in der 
Mitte des Körpers. Die Seitenlinie hat eine gerade Richtung > und ift dem 
braunen Rücken näher als dem filberfarbenen Bauche. Von den eben er- 
wähnten Flecken ift einer über der BruftflofTe ,. und der andere dicht an der ab- 
gerundeten Schwanzflofle befindlich. So wohl diefe als die übrigen Flofien. 
find braun , und ihre weichen Strahlen vielzweigig. Von den harten findet 
man in der RückenflofFe fünfzehn > in der Bauchfiofle einen, und ( in der After- 
flofie vier Strahlen. 

Diefen Fifch treffen wir in den Fliiflen von Brafilien an. Er ift fleifchig^, 
wird aber nicht über eine Spanne lang. Er hat ein gutes Fleifch , das fo wohl 
gekocht als gebraten verzehrt wird. 

Marcgrav, der uns mit diefem Fifche bekannt machte, gab. uns eine er- 
trägliche Zeichnung ä) , die Piß b) t Willaghby c) } Jonfion <f) und Ruyfch e) 
copirf haben. 

a) Brafil. p. l6§. <0 de pifcib - tab - 34- fi g- 8.. 

b) Ind. Utr. p. 67. c) Theat; Animal. tab. 34. fig. 8„ 
Ichthyolog. tab. X. g. fig. 2. 



Der Irafdianifcht Barfih. 



DER BRASILIANISCHE BARSCH. 

Perca brafilienfis. 
' C C C X t e Tafel. Fig.' 2. 



Ey förmige Flecke auf der Seitenlinie. K. ..., Br. ix, B, -§-, A. T 3 T , S. 16, 
R. 23. 

P^rra maculis oblong o-rotundis in linea laterali. B. . '-. .\ P. XII s 

V -Ti- A -m?> axri ' D - XXUI - 

NhaquundaBrafil. Maregrav Brztil. p.171; Nhaquunda Brafii i?«j Synop; Pifc. 



— Piß, Ind. Utr. p. 66. 
Nhacimda, Prini Moriti M. S. Tom. II, — 

P-3H7- 
Nhaquunda Brafil. W'dlughby Ichth. p. 2 1 6. < — 

Tab. O. 1. fig. r. 



p. 102. n. 6. 
— Jonft. de Pifcib. p. I93: 

tab. 35. fig. 2. 
•— Ruyfch Theat. Animalj 

p. 134. tab, 35.' fig. a.v 



— JDer brafilianifche Barfch ift leicht von den übrigen diefes Gefchlechts durch 

Der bra- die auf der Seitenlinie befindlichen, fchwarzen, ovalen Flecke zu unterfcheiden. 

fihamfche ^uch b e y diefem Fifche, der ebenfalls aus der Handzeichnung des Prin- 

> zen Moriti genommen ift, Iäfst fich die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut 

nicht angeben, in den FlofTen hingegen zählt man, in der Bruftfloffe zwölf, in 

der Bauchflofle fechs, in der AfterftofTe vierzehn, in der Schwanzfiofle fechs- 

^ehn, und in der Rückenflofle drey und zwanzig Strahlen. 



Der braßlianifche BarfiH. g<£ 

Der Körper ift gedreckt; der Kopf endiget fich in eine ftumpfe Spitze; 
die Kinnladen find gleich lang, und mit kleinen, fpitzen Zähnen befetzt. Die 
Nafenlöcher find einfach, und dicht an den Äugen befindlich: diefe habea 
einen fchwarzen Stern, der von einem theils weifsen und theils gelben Ringe 
eingefafst ift. Sowohl die glatten Kiemendeckel als der Rumpf find mit klei- 
nen, harten und filberfarbenen Schuppen befetzt. Die Seitenlinie hat eine 
gerade Richtung, und ift dem Rücken näher als dem Bauche, Letzterer ift 
lang, und der After noch einmal fo weit vom Kopfe als von der SchwanzfloflV 
entfernt. Der Rücken ift rund und bläulich; die Seiten und der Bauch find 
filber- und die Floflen goldfarben. Die Rücken- Bruft- und Schwanzflone 
find, aus lauter weichen, die Bauch- und AfterfiofTe hingegen aus harten und 
weichen Strahlen zufamroen gefetzt. Von erfterer Art find in der Bauchfioile. 
einer, und in der Afterfloffe drey vorhanden. 

Auch diefer Fifch findet fich in den Flüflen Brasiliens. Er wird von fie- 
ben bis acht Zoll lang gefangen, und hat ein gefimdes. und leicht zu verdauea* 
des Fleifch. 

Die Bskanntmachung diefes Fifches haben wir gleichfalls dem Marcgrav 
zu verdanken, und feine Zeichnung davon ift mittelmäfsig a) , welche Piß 'iO^ 
Willughby c) , Jonßon d) und Ruyfch e), beibehalten haben* 



ß) Brafil. p. 171. d) de Pifcib. tab. 35. fig, 2. 

b) Ind. Utr. p, 66. &) Thsat. Animal. tab. 35. fig. 24 

c) Ichth. tab. O, 1. fig. r. 



86 Der Silberbarfeh, 



DER SILBERBARSCH. 

Perca argentata. 

CCCXIte Tafel. Fig. i. 

Sieben und zwanzig Strahlen in der Rücken- und fiebzehn in der AfterfTofle. 
K. 5, Br. 14, B.-f-, A. T 3 T , S . 18, R. ff. 

Perca radi'w viginti feptem inpinna dorß, feptemdecimque inpinna ani. B. V, 



P.XIV, V.-^-y jLlML-, c, XVIII, D. 



XI 



VI XVII ' XXVII 



6. l_Jie fieben und zwanzig Strahlen in der Rücken- und die fiebzehn Strahlen 

Der Silber- j n ^ AfcerflofTe machen die Kennzeichen diefes Fifches aus. 
barfch. 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der BruftflofTe vierzehn, in der 

BauchflofTe fechs, in der Afterflofie fiebzehn, in der Schwanzflofle achtzehn, 

und in der RückenflofTe fieben und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein , bis an die Kiemendeckel fchuppenlos, und endiget 

fich in eine ftumpfe Spitze; die MundöfFung, und die in den Kinnladen 

befindlichen Zähne find klein. Die Kiemendeckel find ungezahnelt; die Na- 

fenlöcher einfach und dicht an den Augen befindlich: diefe haben einen 

fchwarzen Stern, und einen, theils weifsen> theils gelben Ring, Der 

Rumpf 



Der Silberbar fch. 2 7 

Rumpf ift geftreckt; die Seitenlinie grade, und nahe am Rücken befind- 
lich. Der After ift vom Kopfe noch einmal fo weit, als von der mondför- 
migen Schwanzfiofle entfernt. 

Die Farbe diefes Fifches ifl filberartig, die der FlofTen grau, und nur 
die Bauch- Bruft- und AfterflofTe find am Grunde röthlich. Die -weichen 
Strahlen find vierzweigig, und nur die in der Rückenflofle gabelförmig. 
Die Anzahl der letztern ift fechszehn , und die übrigen eilf find hart. In 
der AfterflofTe find drey harte und vierzehn weiche, und in der Baucbüofle 
ein harter und fünf weiche Strahlen vorhanden. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Japan. 



AHg.Naturg.d.Fifche. Th.ix M 



Der japanifche Barfch. 



DER JAPANISCHE BARSCH. 
Perca Japonica. 



C C C X I t e Tafel. Fig.' 2. 

Zehn Stacheln in der Rücken- und zwey in der AfterflofTe. K. $, Br. 14, 
B.i, A. f., S. 16, R.i§. 

Perca acukis decem in pinna dorß, duohusque in pinna ani. B. V, 

P. XIV, V. - 1 -, A.-IL., C. XVI, D. -*-. 
VI VIII ' XX 



__ gjshti harte Strahlen in der Racken- und zwey in der AfterflofTe machen 

Der japani- die Kennzeichen diefes Fifches aus. 

In der Kiemenhaut findet man fünf, in der BruflflofTe vierzehn , in 
der Bauchfloffe fechs , in der AfterflofTe acht, in der SchwanzflofTe fechszehn, 
und in der RückenflofTe zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, und bis an die Augen fchuppenlos ; die gleich 
langen Kinnladen find mit rafpelartigen Zähnen verfehen ; die Nafenlöcher 
find einfach; der Augenftern ift fchwarz, und der Ring goldfarben. Längs 
dem Rumpfe fiehet man gelbe Linien laufen. Die Seitenlinie geht nahe 
am Rücken mit ihm in gleicher Richtung. Der After ift der SchwanzflofTe 
näher als dem Kopfe. Die Grundfarbe des Fifches ift weifs; die- FlofTen 
haben vierzweigige, weiche, und einfache harte Strahlen; die am Rücken 
ift aus zehn von jeder Art, die am After aus zwey von letzterer, und fechs 
von erfterer Art zufammen gefetzt. 

Der Nahmen des Fifches zeigt den Ort feines Aufenthalts an. 



Der Blutbarkk 



89 



D,E R BLUTBARSCH. 

Perca guttata. 

CCCXIIte Tafel. 

Rothe Tropfen auf rothera Grunde. K. . . .-, Bn 10, B. -§•, A. J-, S. 15, 
R. ff. 

Perca rubra guttis rubris. B. . . ., P. .X"., F*. — , A. — , C. XV, 

VI. IX 



D. 



IX 
XIX 



Perca guttata. P, pinnis dorfalibus unitis, 
cauda integra, corpore punctis fangui- 
neis adfperfo. Linn. S. N. p. 485. n. 21. 
edit. Gmel. p. 13 15. n. 21. 

Perca dorfo monopterygio : capite muti- 
co, fubacuto, fquamofo : operculis 
triacanthis, fquamofis: cauda fubro- 
tunda. Gronov Zooph. p. 90. n. 297. 

Percis, pinnis quinque; in mandibula 
fuperiore oris ampli dentibus duobus 
reliquis majoribus; aculeis novem rigt- 
dis in- anteriore dorfo ; tactu laevis ; 
iride flava; capite pallide rubro; dorfo 
bruno , ventre albicante ; toto corpore 
& pinna poft anum, anterius duabus 

M 



fpinis craflls donatum, rubris maculis 
creberrimis picta; cauda lata, circina- 
ta, ex fufco fimbriata. Klein. MifT. 
Pifc. V. p. 42. n. 13. 

Gugupuguacu, tbe Hind. Catesby Card. 
Tom. IL p. 14. tab. 14. fig. r. 

La Sanguinolente. Bonnaterre Encyclop. 
Ichth. p. 130. n. 25. PI. 56. flg. 215. 

Le Jacob Evertzen rouge. Hirt. General de 
Voiag. Vol. V. p. 32. n. 141. 

Der Jacob Evetrsfifch. Müll. L. S. Th. IV. 
S. 237. tab. 7. fig. 1. 

Der kleinfche Kaulparfch mit fünf FlolTen 
u. f. av. Neuer Sckaupl. d. Natur Th. IV. 
S.371. 
1 



9Q Der Blutbarßh. 

'iefet Fifch unterfcheidet fich von den übrigen Barfcharten durch feine ro- 
Der^Bluc- then Flecke auf dem rothen Grunde, 
barfch. Von den Strahlen in der Kieraenhauc kann ich die Anzahl nicht beftim- 

snen, da ich die Zeichnung vom Pater Piilmier entlehnt habe« 

In der BruftfiofTe zählt man zehn , in der Bauchflofle fechs, in der After- 
flofTe neun, in der SchwanzflofTe fünfzehn, und in der RückenflofTe neunzehn 
Strahlen. 

Der Kopf ift grofs, und bis an die Kiemendeckel fchuppenlos; die 
MundöfFnung weit; die Kinnladen find gleich lang und mit fpitzen Zähnen be- 
waffnet. Die Augen find länglich rund, und dicht am Scheitel befindlich: 
ihr Stern ilt fchwarz, und. ihr Ring rothlich und roth punktirt. 

Die Kiemendeckel find grofs, glatt, und der hintere läuft in eine Spitze 
aus. Die Kiemenöffhung ift fehr weit, und die zum Theil frey liegende Kie- 
menhaut wird von ftarken Strahlen unterftiitzt. Der Bauch fleht hervor, und 
der After ift der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe. Die Seitenlinie läuft bei- 
nahe in der Mitte des Körpers in gerader Richtung. Die Schuppen find grofs; 
die weichen Strahlen vielzweigig, und von den harten findet man einen in der 
Bauch- zwey in der After- und neun in der RückenfiofTe. Die rothe Farbe 
überziehet den ganzen Körper, auf der die dunkelrothen Flecke fich fehr 
gut ausnehmen. 

Diefer Fifch ift ein Bewohner der oft- a) und weftindifchen Gewäffer. 
Catesby fah ihn an den bahamifchen, und Plämier an den antillifchen Infein. 
Nach der Verficfcerung des erftern wird diefer Fifch gewöhnlich einen Fufs lang 
gefangen. Doch fol'l es welche geben, die noch einmal fo grofs werden £). 
Er lebt gewöhnlich auf den platten Stellen unweit des feiten Landes , und hat 
ein genießbares Fleifch. 



«) Card. .11. p. 14. h) Hift. Gener, de Voyag. Voi.V. p. 33. Q. 141. 



Der Elutbarfih. 9 1 

Wegen feiner Blutfarbe nennen ihn &\eY)zutkhenBlutharfch } die Franzofen 
la Sanguinoknt, und Jacob Fvertfin rouge. Die Engländer nennen ihn the Hind. 

Dem Catesby haben wir die Bekanntmachung diefes Fifches, und auch 
eine gute Abbildung zu verdanken, worin jedoch die BauchflofTen zu weit hin- 
ter den Brullfloflen flehen c) , fonfl aber die Anzahl der Stacheln in der 
Rücken- und BauchflofTe genau mit der piümierfchen übereinßimmen. Er irrt ? 
wenn er glaubt, dafs der Cugupuguapu der Brafilianer unfer Fifch fey, da bey 
jenem der Kopf viel kleiner, und mit einem ftarken Stachel verfehen, auch 
die Farbe des Körpers grau und fchwarz punktirt ift J). Eben diefen Fehler 
begehen auch Klein e) und Gronov /*)-. Auch ift es unrichtig, wenn letzterer 
den Lepras Bellonii des Gesner , und die I5te Per eis des Klein, für unfern Fifcb 
hält g). Das erfrere ift, wie aus der Abbildung deutlich zu fehen, ein Lipp- 
fifch U), und letzterer ebenfalls von dem unfrigen fehr verfchieden. Auch 
hier berufe ich mich auf die Vergleichung jener Zeichnung 1) mit der unfrigen» 

DieCitata beym Linne find bis auf den Catesby unrichtige denn fo gehört 
der Cugupucu in die Klaffe der Kahlbäucher, da Marcgrav ausdrücklich fagt, 
dafs er nur fünf Flofien habe, und er ihn eben fo wie der Prinz Morit^, ohne 
BauchflofTen vorgefblk hat k). Eben fo wenig gleicht unfer Fifch der ange- 
führten Figur in Willaghby. 

Statins Müller /) verfällt in eben den Febler, den die Oftindienfahrer 
gewöhnlich gemacht haben, nehmlich alle Fifche, die mit runden Flecken oder 
Punkten verfehen find, für eine Art zu halten, und fie mit dem allgemeinen 
Nahmen Jacob Evertfen zu belegen, ungeachtet fie voa einander fehr ver- 
fchieden find. 



c) Carol. II. tab. 14. A) Icon. Animal. p. 16. 

d) ftfaregr. Brafü. p. t6q. i) Klein Miß' Pifc. V. tab. 8. fig. 3* 

e) Mi(T. Pifc V. p. 42. n 13. k) Braül. p. 169. 

f) ZoopÄ. p. 50. n. 297. g) A. a. O. /) L. S. Tb. IV. S. 238. 



9 % Der gefleckte Barfch. 



DER GEFLECKTE BARSCH. 

Perca maculata. 

CCCXIIIte Tafel. 

Rothe Tropfen auf dem weifsen Grunde. K , Br. iz, B. -§-, A. ^ St 

S. ix, R. $$ 

Pcrta Alba guttis rubris. B..,., P.XII, V. ~ , A.— . C. XII t 

VI X * 

XXIV 



. Die rothen Flecke auf dem weifsen Grunde find die Kennzeichen diefes 

Der Fifches. 

gefleckte 
Barfch. Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut kann ich nicht angeben, 

da ich die Zeichnung vom Plümier entlehnt habe, wo fie nicht ficht- 
bar find. 

In der BruftflofTe findet man zwölf, in der BauchflofTe fechs, in der 
ÄfterfiofTe zehn, in der Schwanzflofle zwölf, und in der RiickenflofTe 
vier und zwanzig Strahlen. 

Der Körper ift geftreckt, zufammen gedrückt, und mit grofsen, filber- 
farbenen Schuppen befetzr. Die Mundöffnung ift weit, und von den Kinn- 
laden die untere die Jängfte: beide find mit kleinen Zähnen befetzt, und 



Der gefleckte Barfih. ^ 

an der öbern find breite Lippenknochen vorhanden. Die Nafenlöcher "find dop- 
pelt, und dicht an den Augen befindlich: diefe flehen nahe am Scheitel, und 
haben einen fchwarzen Stern, der von einem blauen und rothen Ringe umo-eben 
wird; die Kiemendeckel find ungezähnek, der hintere läuft in eine weiche 
Spitze aus, und nur diefer Theil des Kopfes ift mit Schuppen bedeckt. Die 
Seitenlinie ift dem Rücken näher als dem Bauche, und der After der Schwanz- 
flofle näher als dem Kopfe. Die Floffen find abgerundet, von gelblicher Far- 
be, und ihre weichen Strahlen an den Enden vielzweigig. Von den ein- 
fachen, harten findet man in der Bauchrlofie einen, in der Afterftofle drey,, 
und in der RückenfioITe vierzehn. 

Der Aufenthalt diefes Fifches ift das atlantifche Meer, in der Gegend 
der anfillifchen Infein. 



94 



Der pimktirte Barfch. 



DER PUNKTIRTE BARSCH. 
Perca punctata. 

CCCXIVte Tafel, 
Der Körper blau punktirt. K. . . ., Br. 10, B. £ / A. J, S. i$, 



Perca coeruleo punctata. B. . . ., P. X, V. -— - , A. ^-^, C. XIV, 



D. 



X 



XXII 



Perca punctata. P. pinnis dorfalibus uni- 
tis, cauda integra, corpore caeruleo 
punctato. Linn. S. N. p. 485. n. 20. 
edit. Gmel. p. 1.315. n. 20. 

Perca dorfo monopterygio : capke muti- 
co, fquamofo: operculis triacanthis, 
fquamofis : cauda fubrotunda. Gronov. 
Zoopb. p. 90. n. 297. var. ß. 

Percis, pinnis quinque; quinquedecim 
aculeis in dorfo ; fexto, feptimo & octa- 
vo altilTimis; duobusrigidispoft anura; 
bruni coloris; toto corpore ad roflrum 
usque denfis maculis caerulcis puncta- 
to ; ore mediocri j iride & pinnis 
hranchialibus croceis, longis, cauda 



aequali. Klein MifT. Pifc. V. p. 42. 

n. 9. 
Perca marina punctulata; der punktirte 

Seebarfch ; - The Negrofiih. Catesby Ca- 

rol, Tom, II. p. 7. tab. 7. fig. 1. 
La Ponctuee. Bonnaterre Encyclop. Ichth, 

p. iSO.n. 24. PI. 55. fig. 2T4. 
Luccefile Mera. Renard Hift. de PoifT. 

Tom. I. fol. 28. fig. 153. Jacob 

Everfe, Luceffie, Soufalath. Tom. II. 

PI. XXI. fig. 100. 
De roöde Jacob Evertzen. Valentyn Am- 

boin. Tom. III. p. 392. n. 146. fig. 

p.395. n. 146. Ican Soefalat. p.4ia. 

n. 205. fig. p. 414. n. 205. 

Lnccef- 



Der punktirte Barfch. 9«? 

tuccefie Mera. Deze is eene verfcheiden- Kaulparfchmit fünfFloflen. Neuer Schaupl. 
heid van den Jacob Everf(en. Bodden d. Natur. Th. VI. S. 368. n. 9. 

Nat. Hill. p. 41. n. 153. Der Sprenkelbarfch. Mull. L. S. Th.IV. 

S. 257. n. 20. 



l_/«e blauen Punkte auf dem weifsen Grunde bezeichnen diefen Fifch bin- ' — — 

länglich. IO - 

Der 
Da ich die Zeichnung aus dem M. S. des Pater Plilmier genommen habe, punktirte 

fo bin ich nicht vermögend, die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut anzugeben. Barfch - 

In der BruftfloiTe bemerkt man zehn, in der BauchflofTe fechs, in der 
AfterflofTe neun , in der SchwanzflofTe vierzehn, und in der RückenflofTn zwey 
und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift bis an die Augen fchuppenlos; die MundöfFnung weit; die 
Kinnladen find mit fehr kleinen Zähnen befetzt; die Lippenknochen breit; die 
Augen eyförmig, nahe am Scheitel, und haben einen fchwarzen Stern, der 
von einem gelben Ringe umgeben wird. Die Kiemendeckel find ungezähnelt; 
der hintere endiget fich in zwey Spitzen, und die Kiemenhaut liegt gröfsten- 
theils frey. Die Schuppen find grofs; die Seitenlinie faft gerade, dem Rücken 
näher als dem Bauche, und der After der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe. 
Die FlofTen find abgerundet, und ihre weichen Strahlen vielzweigig. Von 
den harten finden wir in der BauchflofTe einen, in der AfterflofTe drey, und in 
der RiickenflofTe zehn. 

Diefen Fifch treffen wir fowohl in den oft- als weflindifchen GewäfTern an. 
Plümier zeichnete ihn auf den antillifchen Infein ; Catesby fand ihn zu Caroli- 
na ä), und Vahntyn auf den moluccifchen Infein b). Er erreicht die Gröfse un- 



a ) H « P- 7- £) Amboin. III. p. 392. 

AlIg.Naturg.d.Fifche. Th.ix. N 



f6 Der punktirte Barfch. 

fers Flufsbarfches, und hat wie diefer ein fehr wohlfcbmeckendes Fleifch. Er 
gehört mit zu den fchönen Fifchen, die man in beiden Indien fo häufig findet. 
Der fchöne Silbergrand fpielt ins Rothe., und die hellblauen Punkte vermehren 
diefes Farbenfpiel auf* eine angenehme Art. 

In Oftindien wird diefer Fifch von den Einwohnern 'Ikan Soefalat und 
Lucceße Mera, von den dafigen Holländern Roode Jacob Evertzen und Soufi- 
lat-Vifh, von den Franzofen le Ponctue und Jacob Everfe , von den Englän- 
dern Negrojifh, und von den Deutfchen der punktine See- und Sprenkel- 
Barfch genannt. 

Valentyn, der diefen Fifch zuerft befchrieben, hat ihn als zwey verfehle- 
dene Fifche aufgeführt und abgebildet d); Das letztere thut auch Renard b). 
Dem Catesby haben wir eine befTere Abbildung zu. verdanken c), welche Bonna- 
terre in feine Encyclopedie übergetragen hat d), 

ä) Amboin. III. p. 392. fig. 146. & p 412. fig. 105. 

i>) Hüh de Poiff. I. fol. 2 8, % 153. Tom. II. PI. 2t. fig. 100. 

e) Carol II. tab. 7. fig. 1. d) Ichth. PI. 55. fig. 314, 



Von den Röthüngen überhaupt. yy 



£££^$^m^mMü£&, 



LIXtes GESCHLECHT. 
RÖTRLIN&E, 

Anthias. 



Erster Abschnitt. 

Von dz n Rötkling tn überhaupt, 

Itn fiebten Theile diefes Werks habe ich von Seite 13 bis 19 gezeigt, dafs 
es höchft nöthig fey, neue Einteilungen bey verfchiedenen Gefchlechtern zu 
machen, und dafs man die Gefchlechtskennzeichen vorzüglich am Kopfe, als 
dem am meäflen in die Augen fallenden Theil des Fifches, aufzuziehen habe. 
Diefes habe ich bereits bey verfchiedenen Gefchlechtern beobachtet, und auch 
beim gegenwärtigen zum Augenmerke genommen. Es find daher folgende 
Kennzeichen für diefes Gefchlecht von mir gewählt: 

Der Kopf gati[ fihuppig , der Vorderkiemendeckel geähnelt, 

Pifies capite toto fquamato : operculo anteriore ferrato. 

Da einer von diefen Fifchen fchon längft unter dem Nahmen Anthias be- 
kannt ifr, fo habe ich, um die ohnedies fchon weitläuftige Nomenklatur nicht 
zu vergröfsern, diefen Species- Nahmen zum Gefchlechtsnahmen gemacht, 

N z 



$ 8 Von den Rot Mingen überhaupt. 

Die zu diefem Gefchlechte gehörigen Fifche find mit kleinen , fpitzigen 
und etwas gekrümmten Zähnen verfehen, haben fieben Flößen, davon die am 
Rücken lang, die am After kurz, und beide aus harten und weichen Strahlen 
zufammen gefetzt find. Die Schuppen find hart, gezähnelt, und prangen mit 
lebhaften Farben; von denen die Rothe die gewöhnlichfte ift, daher fie auch 
auf deutfch RötMingeheifsen. Sie find beinahe alle Bewohner der oft- und 
weftindäfchen Cewäffer. 

Die Anzahl der Fifche, die ich von diefem Gefchlechte befitze, belaufen 
fich auf zehn Arten; davon finde ich bey den alten Naturkündigern nur den 
RötMing a), beim Marcgrav einen £), beim Seba zwey c), und beim Valen- 
tynd) und Catesby e), bey jedem einen, die übrigen find noch nicht be- 
fchrieben. 



«) Labrus Anthias Um. ' d) Ikan Jordain. Amboin. III. p. 349. 
b) Capeuna. Braß. p. 155. n. 6. 

<?) Chaetodon. Thef. tom.. III. p. 69. e) Perca Marina. Carol II. p. 6. 
n. 2.0. Perca. p. 79. n. 18. 



Der Rät häng. 99 



^^j^^^^m^. 



Zweiter Abschnitt. 

Von den Rö t hl in g en insbefondere. 



DER ROTHLING. 
Anthias facer. 

CCCXVte Tafel. 

Der zweite Stachel in der Rückenflofle lang, K. 5, Br. 14, B. ■§,' A. f-,, 
S. 16, R. if. 

Anthias, radio fecundo pinnae dorfalis longißmo. JB. V, P. XIV ', V. -— > 
A. 1 -^, C.XVI, D. X 



XI XXV 

Labrus Anthias. L. totus rubefcens, cau- Anthias. Oppian, de Pifcib. lib. I. v. 248. 
da bifurca. Linn. S. N. p. 474. n. 3. lib. III. v. 205 — 234. 

edit. Gmel p. 12 83- - — TUn. Animal. Hift. Üb. 9. c. 

Labrus totus rubefcens, c&uda bifurca. 59. & lib. 32. c. 2. 

Artedi Syn. p.54. n. 3. edit, Schneider. Sacer. Gaz. Arifiot. lib. 9. c. 37, 

p- 81. Anthias prima Species. Bandelet de Vir 
Anthias. Arifiot. Hift. Animal. lib. 6. fcib. I. p. 188. 

c. 17. lib. 9. c. 2. & 37. — . — — Ge.merIeon.Ani- 

— Aelian, de Animal. lib. I. c. 4. mal, p.24. Aquat. p. 55. Meer- 

lib. 8. c.28. & Üb. 12. c. 47. fchärer, Röthling. Thieb. S. 1 3. 

N 3 Anthias 



loo Der Röthhng. 

Anthias Rondehtn. Rondkopff. Jonft. de Le Barbier, Rondelet Hifl.de PoilT.I.p.t 6 f. 

Pifcib. p. 53. tab. 16. fig. 1. Anthias Rondeletii, Willughby Ichthyol. 
— Ruyfch Theat. Aniraal. p, 33. p. 325. tab. X. 5. fig. 3. 

tab. 16. fig. 1, — Ray Synop. Vife. p. 138. n. 4. 

Le Barbier. Bonnaterre Encyclop. Ichth. — Charlet. Onomait. p. 135. n. 17; 

p. 105, n. 3. DerRöthling. Müll. L. S. Tb.. IV. S. 197, 



x> Uiefer Fifch ift an dem zweiten langen Stachel in der RückenflofTe von den 
Der Roth- übrigen feines Gefchlechts leicht zu unterfcheiden. 

In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der Bruftflofre vierzehn, in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe neun, in der Schwanzfloffe fechszehn, 
und in der RückenflofTe fünf und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift kurz, zufammen gedrückt, und ganz mit Schuppen bedeckt. 
Der Mund öffnet fiefi oberwärts ; die Unterkinnlade flehet vor der obern et- 
was hervor, und beide find mit einer Reihe fpitzer, einwärts gekrümmter, 
von einander entfernter Zähne befetzt, und die Zwifchenräume mit kurzen, 
nadeiförmigen , dicht an einander flehenden Zähnen ausgefüllt. Die Zunge ift 
glatt, und der Schlund von zwey rafpelartigen Knochen rauh. Die Nafenlöcher 
find einfach, und dicht an den Augen befindlich. Diefe haben einen fchwar« 
zen Stern, in einem goldgelben Ringe. Die Lippenknochen find breit; der 
vordere Kiemendeckel gezähnelt, und die Kiemenhaut liegt zum Theil frey. 
Der Rumpf ifl fchmahl , die in der Nähe des Rückens befindliche Seitenlinie 
am Ende der Rückenflofle unterbrochen , die BauchflofTe lang , und der After 
der SchwanzfloiTe näher als dem Kopfe. Die FlofTen find lang, und laufen in 
eine Spitze aus, und ihre weichen Strahlen find an den Enden in vier Spitzen 
getheilt. Von den harten treffen wir in der RückenflofTe zehn, in der am 
am Bauche einen, und in der am After drey an. Eine angenehme, blafsrothe 
Farbe fpielt durch die harten, filberfaibenen Schuppen hindurch. 



Der Röthüng. ich 

Dieter Fifch ift ein Bewohner des mittelländifchen Meers, befonders muß- 
er in der Gegend von Griechenland fehr gemein feyn, weil die griechifchea 
Naturkündiger ihn umftändlich befchreiben» 

Nach dem Arißotdes gehört er zu denjenigen Fifchen f die fich haufen- 
weife zufammen gefellen #), welches auch Pünius behauptet h). Dem Oppian 
zu Folge hält er fich in dem Meere zwifchen den Klippen auf, und kömmt nur 
alsdann zum Vorfcheine , wenn er an jungen Fifchen und Schaalthieren feine 
Nahrung fucht c}. Diefer Schriftfteller befchreibt auch die Art feines Fanges 
fehr ausführlich d). Am gefchwindeften beifst er an die Angel, wenn felbige 
mit einem Stückchen Fleifch vom Salmbarfche e) verfehen iit. Aus dem , was 
diefer Schriftftelier von feinem Fange erzählt, und aus dem Vergleiche mit dem. 
Thunfifche, den Aeüan anfiellt, ergiebt fich hinlänglich, dafs er zu einem an^ 
fehnlichen Fifche heranwachfen muffe. Letzterer fagt, er würde zwar nicht fa 
grofs als der Thunfifch, aber an Kräften käme er ihm doch bey f). Er wird 
als ein fehr gefräfsiger Fifch gefchrldert. Dadurch, dafs der Fifch nicht im 
Stande ift, die Angelfchnur durch zu beifsen, ift Oppian verleitet worden, ihm 
die Zähne abzufprechen g~) t allein der wahre Grund liegt darin, dafs feine tir- 
Ipelartigen Zähne hierzu zu fchwach find» 

In Frankreich wird diefer Fifch Barbier genannt > bey den deutfehem 
Schriftftellern kömmt er unter dem Nahmen Meerfchärer , Meerheiliger , Rund* 
köpf und Röthling vor. 

Artedi hat diefen Fifch in feine Genera nicht aufgenommen 9 in fei- 
ner Synonomie aber unter die Lippfifche gebracht A), dahin er aber, feines 

d) Gregales. H. A. Üb. o. c 2. e) Perca Labrax. Unit. 

b) A. H. lib. 32, c. 2. /) de Anim. Üb. 12. c. 47. 

c) Haliaet. lib. I. v. 248. g) Ä. a. O. 

d) I. a.B. lib. 3. v. 205 — 5,34. Ä) Syn. p. 54. n* 3^ 



loa Der Röthüng. 

weiten Mundes und feiner fiarken Lippenknochen wegen, nicht gerechnet wer- 
den kann. 

Rondelet bringt vier ganz verfchiedneFifche unter eineRubrick zufarameni): 
dehn- fein zweiter Anthias ift der Capellan der Franzofen , oder nnfer Zwerg- 
dorfch *), und gehört ins Gefchlecht der Schellfifche, der dritte wegen der 
ftarken Lippen , zu den Lippfifchen , und der vierte, wegen der Marken Zähne, 
zu den MeerbrafTemen. Es find zwar bey den alten Naturkündigern unter An- 
thias vier Arten von Fifchen bekannt gewefen, wie aus der hierunter angeführ- 
ten Stelle aus dem Oppian /) deutlich erhellet; allein fie fcheinen nur in Abficht 
der bunten Farben von einander verfchieden gewefen zu feyn. 

Artedis Frage : ob der erfte Anthias des Aldrovand mit dem erßen des 
Rondelet einerley fey m), läfst fich mit Grund verneinen, da beide Abbildun- 
gen fehr von einander abweichen n). 

Aldrovand beschreibt zwar auch vier Arten: allein fie fcheinen doch 
fämmtlich zu einem Gefchlechte zu gehören o). 

Gesnzr p~) und Willughbj ?) haben die vier Arten des Rondelet, Jon- 
fion und Ruyfch r) aber die des Rondelet und Aldrovand zufammen copirt, 
und letztere fieben verfchiedene Fifche unter einem Nahmen befchrieben. 



i) De Pifcib. I. p. 188 — 193. m) Syn. p. 54. n. 3. 

k) Gadus minutus. Linii. n ) Rondel p. 188- & Aldrov. p. 

V) Quatuor Anthion fpecies verfantur in o) I. a. B. S. 85 95. 

undis: funt flauae & niueae: funt atro p) Icon. p. 24 & 25. 

fanguine fufcae. De Pifcibus, lib. 1. 3) Ichth. tab. X. 5. fig. 3 — 6. 

v. 253. r ) Tab. 16. fig. 1 — 7. 



Das Wdßband. 



103 



DAS W E I S $ B A N D. ' 

Anthias polymnus. 

CCCXVIte Tafel. Fig. 1; 
Drey weifse Banden am Körper. K. 6 K Br. 16, B. |-, A.^ f S, 14 



Anthias fafiiis tribus allis. B. VI, P. XVI, V -I- A III ' 

'VI' ' XV' 

c.xiv, d. XI , 

XXVI 

Ferca polymna, P. pinnis dorfalibus uni- n.&i & 24. tab. 26. ifig. 20, 22 5c 24; 

«s, corpore nigro : fafciis tribus al- Tontelren. Renard Hift. de Potff. tab. 12. 

bis. Xwn. S. N. p. 434. n. 12. fig. 122, 

eifr. GmeL, p. . 1313. n. 12+ 
Chaetodon, lineis utrinque tribus, albis; 

& laminis operculorum in ambitu ad^ 

modum. ferratis. Seba Thes. tom. III. 

p. 69. n. 20. & Chaetodon, lineis utrin- 



Tontelton. KKpbaars, die bruin is, met 
drie witte Banden. Bodd. -Naturl, Hift, 
P. 33- ". 122. 
Le Polymne. Bonnaterre Ency-cl. Ichthyol, 
p. 127. PI. 55. fig. 212. 
que dnabus candidis; laminis opercu- Der weifs'bandirte Barfch, Mülkr L. S. 
lorum ferratis , & cauda alba, aequali, Th. IV. 'S. 233. 



D 



ie drey weifsen Banden geben ein unverkennbares Merkmahl für diefen 



Fäfch ab. 

Allg. Naturg. d. Fifche, Th. ix. 



O 



2. 

Das We fs- 

band. 



J04 Das Weifsband. 

, In der Kieraenhaut" hat diefer Fifch fechs, in der BruftflofTe fechszerm, 
in der Bauchflofle fechs, in der AfteiflofTe fünfzehn, in der SchwanzflofTe vier- 
zehn, und in der Rückenflofle fechs und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift klein, abfchüftig, und ganz mit kleinen, harten und ge- 
zähnelten Schuppen befetzt. Die MundöfFnung ift eng, die Kinnladen find 
gleich lang, und beide mit einer Menge kleiner Zähne, davon die vorder- 
sten die längften find, bewaffnet. Die Zunge und der Gaumen find glatt, 
im Schlünde aber zwey Knochen mit rafpelartigen Zähnen vorhanden. Die 
Nafenlöcher find einfach und rund, die Ringe um die Augen blau, und 
der Stern fchwarz. An der innern Seite des Vorderkiemendeckels ift eine 
halbe Kieme, und am Rande des hintern ein Ausfchnitt fichtbar. Letzterer 
ift ungleich ftärker als jener gezähnelt. Die Kiemenöffnung ift weit, und 
die Kiemenhaut liegt frey. Der Rumpf ift breit,, die in der Nähe des 
Rückens befindliche Seitenlinie laufe mit demfelben in gleicher Richtung,, 
bricht gegen den Schwanz ab, und endigt fich in der Mitte der Schwanz- 
flofTe. Der After liegt der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe. Die Grund- 
farbe diefes Fifches ift hellbraun,, auf der fich die drey weifs und fchwarz ein- 
gefafsten Bänder gut ausnehmen. Die Strahlen in der Bauch- und Bruft- 
fiofTe find bis auf die harten vielzweigig, die in den übrigen aber gabelförmig. 

Das Vaterland diefes Fifches ift OfHndien. Ich befitze mehrere Exem- 
plare, davon aber keines gröfser als die hier mitgetheilte Zeichnung ift. 
Wahrfcheinlich ift diefes fein völliger Wachsthum. 

In Deutfchland heifst diefer Fifch das Weifsband und der weifsbandirtc 
Barfchy in Frankreich Polymne , und in feinem Vaterlande Tontelton. 

Die erfte Befchrgibung und ziemlich gute Abbildung diefes Fifches ha^ 
ben wir dem Seba zu verdanken, indefTen hat er ohne Urfache denfelben als 
drey befondre Arten aufgeführt und abgebildet a\ 

a) TherHI. p. 69. n. 20, 22 6C24. 



Das Weißband. 105 

Linni erklärt unrichtig auch die drey und zwanzigfte Figur im Seba 
für unfern Fi fch : b) denn, da Artedi, der den Test dazu verfafst hat, ans- 
drücklich Tagt, dafs diefer Fifch grofse Schuppen habe, c) Co kann er auch 
nicht der unfrige feyn. 

Die renardfche Abbildung iß im Vergleich mit feinen übrigen gut d). 

Boddart citirt in der Befchreibung diefes Fifches unrichtig das ' Mu- 
ßum Adolph. Frid. p. 64. e) , da alle auf der angeführten Seite befchriebe- 
nen Fifche zu den Küppfifchen gehören. 

Bonnaterre hat die Vorstellung diefes Fifches vom Seba entlehnt/). 



*) S. N. p. 484. n. i's. d) Hift. de Poiff. I. fol. 23. fig. 123. 

c) Set. Thef. III. p. 70. n. 23. . e) Naturl. Hift. p. 23. 

f) Encycl. Ichth. PI. 55. fig. 212. 



O 2 



IOÖ 



Abänderung dis IVeifshanäes. 



'Ab ä nderung des U^e ifs Bandes, 

Anthias polymnus var., 

CCCXVIte Tafet, Fig. £ 



Die FIolTen eingefafse. 



Anthias polymnus pinnis marginatis. 



Tetragonoptrus ciijereus, laevis,- ad cau- 
dam zona cinericia, nigris lineis cbü- 
quis defcripta; altera in medio latere 
ex aibo varia fimilibus lineis; tertia. 
tota alba, caput a reliquo corpore fe- 
Parante ; pin n a dorfali interrupta ; fqua- 
mulis perexiguis. Klein Miß". Pifc. IV.. 
p. 3,8. n. 5. tab. U. fig. 8- 



Chaetodon macrolepidotus, obfcure canus,' 
lineis tribus, albis, utrinque.; cauda 
bifurca. Seba Thef. Tom. III. p. 71." 
n. 29. tab. 26. fig. 29? 

Der glatte Flündefaff, fo nahe am Schwän- 
ze u. f. w. Neuer SchaupL der Natur 
Th.UL S. 153. n.5. 



JL/iefer Fifch kommt mit dem vorhergehenden rn Rückficht der Schuppen, 
der Bänder, der Farbe, der Kiemendeckel u..a.m. überein, und weicht nur 
in folgenden Punkten von ihm ab. 

I. Er iß: geßreckter. 

a. Seine fämmtlichen Flößen haben eine-fchvarze Einfaflung. 

3. Sind die FIofTen bis auf den ßachlichen Theil der RückenfToiTe afchfar- 
big, und endlich 

4. hat das mittlere Band eine doppelte Einfettung-, nehmlich, eine weifse 
und eine fchwarze. Uebrigens gehört diefes fehr fchöne Fifchchen eben- 



'Abänderung des We'ißhandes. 107 

falls in Oßlndien zu Haufe, und wird wahrfcheinlich nicht grofser, als es , 

abgebildet ift, wenigstens iß keines von den fünfen^ die ich befitze,, 

und das r was Klein abgebildet hat, grofser. 
Klein hat diefes Fifchchen zueilt befehrieben, uud auch eine gute Zeich- 
nung geliefert a). Wenn er aber fagt, dafs die RiickenflofTe getheilt fey b\ 
fo wiederfpricht ihm feine eigne Abbildung c). Warum er ihn aber, da er 
doch eine längliche Geftalt hat, feinen Affflündern beizählt, davon weifs ich 
keinen Grund anzugeben. 

Im Seba d) finde ich einen Fifch, welcher der unfrige zu feyn fcheinf. 
Da indeßen die Schwanzfloffe nicht rund, und die Kiemendeckel nicht -ge- 
zähnelt Und, fo weifs ich nicht, ob diefes einer Uebereilung des, Zeichners, 
zuzufchreiben» oder, ©b es ein ganz anderer Fifch fey. 



c) Mif Pifc. IV. tab. II. fig. 8. Auf der angeführten TäfeL 

J) I. a. B. p. 38. n. 5. d) lief. IIL tab. 26. fig. 19, 



O 3 



i o 8 Das Doppelband. 



DAS JD^OPPELBAND. 

Anthias bifafciatus. 
C C C X V I t e Tafel. Fig. 2. 

Zwey weifse Bänder am Körper. K. 6, Br. 14, B. £, A. T V, s - *<*> 



Anthias corpore bifafciato. B. VI, P. XIV, V. , A. -^-, C. XIV, 

VI XVI 

D.-*L_. 
XXIV 

Sciaena lineis obliquis lacteis in utroque lkan Jordain, Jordain-Vifch. ValentynAm- 

latere. Gronov Muf. Ichth. I. p. 38. boin. Tom. III. p. 349. n.6. fig. 6. 

n. 91. Coracinus fafciis latis obliquis Jourdin. Renard Hill, de Poiff. Tom. I. 

transverfalibus aequalibus albidis utrin- tab. 6. fig. 49. 

que: cauda fubrotunda. Zooph. p. 66. Baars, met melkwitte banden aan weders- 

,1 « 2 27« zyden. Boddart Natur. Hift.p. 13.11.49. 

" Uie zwey weifsen Bänder, die man an diefem Fifche wahrnimmt, dienen 

Das Dop- ihm zu einem deutlichen Kennzeichen, 
pelband. j n der Kiemenhaut zählt man fechs, in der Bruflflofle vierzehn, in der 

BauchfiofTe fechs, in der Afcerflofle fechszehn, in der Schwanzflofie vierzehn, 
und in der Rückenflofle vier und zwanzig Strahlen. 



Das Doppelband, 109, 

Der Kopf ift zufammengedrückt, ftark, abfchüffig, und ganz mit Schup- 
pen bedeckt. Die Mundöffnung ift klein; die Kinnladen find von gleicher 
Länge, und mit vielen rafpelartigen Zähnen befetzt. Der Gaumen und die 
Zunge find glatt;, der Schlund rauh; die. Nafenlö eher einfach; die Äugen mit 
einer Nickhaut, einem, fchwarzea. Sterne und einem weifsen Ringe verfehen. 
Die Kiemendeckel lind gezähnelt, an der Seite des vordem ift eine einfache 
Kieme, und über beide das weifse , vom Genicke herkommende Band,, ficht- 
bar. Innerhalb der Kiemenöffnung Hegt die Kiemenhaut verborgen. Der 
Rumpf ift vorn breit % hinten fchmahl, und mit kleinen harten, gezähnelten 
Schuppen bedeckt. Die Seitenlinie läuft nahe am Rücken mit felbigem in glei- 
cher Richtung, der Rücken ift oben fcharf, auf den Seiten fleifchig, der 
Bauch rund,, und der After der SchwanzflofTe näher als dem Kopfe. Die Flof- 
fen find abgerundet,, von; brauner Farbe, und nur die SchwanzflofTe ift; ah. den. 
Seiten, und die RückenflöfTe am hintern Theile weifs. Auch der übrige Kör- 
per hat bis auf die beiden weifsen, Bänder eine fchöne braune Farbe, durch die 
ein Goldglanz durchfeheint. Es. ift daher, wie Valentyn bemerkt „ eine. Au- 
genweide, viele, folche. Fifche beifammen, fchwimmen, zu fehenö).. Die Sta- 
cheln in der RückenflöfTe bilden einen- Bogen , die. weichen in. diefer find gabel- 
förmig, und die in den übrigen FlofTen vierzweigig. Der After hat zwey, die 
Bauchfloffe einen, und die RückenflöfTe eilf harte Strahlen.. 

Das Vaterland diefes Fifches ift , Amboina... Er wirdj, wie Valentyn ver- 
ficherc,. zwey Drittel Fuß lang und einen; Drittel breit fr),. 

In feinem, Vaterlande wird er von den. Einwohnern Ikan: Jordain, und 
von: den dafigen. Holländern Jordain- Vifch genannt;, die Franzofen nennen 
ihn Jourdin, und die Deutfchen das Doppelband.. 



<0: Amhoin, III. p., 3 50.. V), A. a. 0„ 



IIb Das Doppetband* 

Vakntynhat diefen Fifch zuerft befcbrieben, auch eine '-Zeichnung davon 
geliefert, die aber fcklecht ift£). Etwas befTer ift die renardfche Abbil- 
dung c) gerathen. 

Gronov, der ihn darauf genau befchrieb, betrachtete ihn anfänglich als 
einen UmbernTch i) $ und zählte ihn nachher feinen Seekrähen bey t) End- 
lich hat ihn auch Boddart für den Weifsbarfch /*) des Ritters Linnt erklärt g) ; 
allein, dsfs er in feiir vielen Punkten von diefen verfchieden ift, ergiebt (ich 
beim Vergleiche der Zeichnung und Befchreibung beider Fifch e. 



V) Amboin. p. 348. fig. 6. e) Zoaph. n. 227. 

c) Hill, de PoilT. I. tab. 6. fig. 49. /) Perca Pofymna. 

d) Muß I. n. 91. s) Nat. Hiß. p. 13» 



Der 



JD.er Argus, * 1 1 



DER ARGUS. 

Anthias Argus. 

C C C X V I I t e Tafel. 

Runde Flecke am Körper. K. . . „, Br. 16, B. £, A. T ^, S. 16, 
R. A- 

Anthias maculis rotundis, B. . . ; , P. XK2, V, ~ , A. jll , C. XVI, 
D.. TX 



XXII 

JDie runden Flecke, die man an dem ganzen Körper wahrnimmt, machen ** 

Der Ar CT us» 
die Kennzeichen diefes Fifches aus. 

Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut kann ich nicht angeben, weil 
die Zeichnung nach dem im Linkfchen Kabinette in Leipzig befindlichen Ori- 
ginale gemacht ift, welches ich nicht felbft unterfuchen konnte. 

In der BruftflofTe zählt man fechszehn , in der BauchflofTe Techs, in der 
ÄfterftofTe zwölf, in der SchwanzflofTe fechszehn, und in der Rückenfiofle 
zwey und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift durchaus, fo wie. auch der Rumpf, mit fehr kleinen , har- 
ten und gezähneken Schuppen bedeckt; der Mund ift nicht fehr weit; von den 
Kinnladen ift die untere die längfte, und beide find mit kleinen fpitzen Zähnen 
bewaffnet; die Lippenknochen find breit ; die Nafenlöcher doppelt, und dicht 
AIIg.Naturg.d.Fifche. Th.ix P 



1 1 a Der Argus. 

an den Augen befindlich: diefe haben einen fchwarzen Stern, und einen filber- 
berfarbenen Ring. Von den Kiemendeckeln ift der vordere allein gezähnelt. 
Die Kiemenöffnung ift weit, und die Kiemenhaut liegt verborgen. Der 
Racken, und die in deflen Nähe befindliche Seitenlinie bilden einen flachen 
Bogen. 

Der After ift etwas weiter vom Kopfe als von der SchwanzflofTe ent- 
fernt. Die Grundfarbe diefes Fifches ift blau , und nur am Bauche fällt diefe 
Farbe in's weifsliche. Die Flecke find braun ; die Flößen bis auf die am 
Bauche abgerundet, und ihre weichen Strahlen vielzweigig. In der Rücken- 
flofle find ne,un, in der Afterflofle drey, und in der Bauchflofle ein harter 
Strahl vorhanden. 

Das Vaterland diefes Fifches ift mir unbekannt. 



Der johnifche Rothling. 1 1 3 



DER JOHNISCHE ROTHLING. 
Anthias Johnii. 
CCCXVIIIre Tafel. 

Der Vorderkiemendeckel unterwärts ftark gezähnelt. K. 6, Br. 16 , B. -§., 
A.A, S. 18, R. i^. 

Anthias optrculo anteriore fuhtus altefirrato. B. VI, P.XVI, V.~, aJ— 

VI XI' 

C. XVIII, D. 



XXIV 



Uer unterwärts ftark gezähnelte Vorderkiemendeckel macht den Karakter die- 

fes Fifches aus. Derjohni- 

In der Kiemenhaut findet man fechs, in der BruftflofTe fechszehn, in der i ln<J 
Bauchfiofle fechs, in der AfterflofTe eilf, in der SchwanzflofTe achtzehn, und 
in der RückenflofTe vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift abfehüffig, und ganz fchuppig; von den Kinnladen flehet 
die untere etwas hervor, und beide find mit fcharfen, auseinander flehenden 
Zähnen befetzt, von denen in der Oberkinnlade zwey etwas verlängert und ge- 
krümmt find. Die Lippenknochen find breit; der obere Kiemendeckel be- 
ftehet aus zwey Blättchen, von denen das hintere mit grofsen Schuppen ver- 
fehen ift, und in eine Spitze ausläuft. Die Kiemenöffnung ift weit, und die 
Kiemenhaut liegt frey. Der Rumpf ift breit, und mit grofsen Schuppen be- 
deckt, welche an der Rücken- und AfterflofTe eine Furche bilden. Auch die 

P z 



I *% ' Der johnifche Röthäng-.. 

runde Schwanzflofle ift zum Theit mit Schuppen bedeckt. Der After ift vom 
Kopfe weiter als von der SchwanzflofTe entfernt. Die Seitenlinie läuft in 
der Nähe des Rückens, und macht hinterwärts eine Beugung. Der Rumpf 
und Kopf ift filberfarben > und in der Gegend des Rückens fchwarz gefleckt, 
die FlofTen find röthlich, und ihre weichen Strahlen vielzweigig. Die am 
Rücken ift aus zehn harten und vierzehn weichen , die am After aus drey harten 
und acht weichen , und die am Bauche aus einem von: erfterer und fünf von 
letzterer Art zufammen gefetzt. 

Das Vaterland diefes Fifches ift Suratta. Ich habe ihn der Gute des Mit 
fionaire Herrn John zu verdanken,. 



Das Großauge. 1 1 y 



DAS GROSSAU. G &, 

Anthias macrophthalmus* 

C C C X I X t e Tafel. 

Die Äugen grofs. K. 5, Br. 16, B. §, A. T ^, S. 18, R. If» 

Anthias ocuäs rnagnis.. B, V r P.XVI, V.^- y A. -^-L, C..XVHL» 

vi XIX 

D. X 



XXIII 

JL/iefer Fifch macht lieh durch leine grofse Äugen kenntlich,. 

In der Kiemenhaut hat er fünf, in der Bruflflolle fechszehn , in der Da * s 
BauhßofTe fechs, in der Afcerfofie neunzehn, in der SchwanzflolTe achtzehn, Grofsaugei. 
und in der RückenftolTe drey und zwanzig Strahlen.. 

Der Kopf ilt abfehüffig, und ganz mit Schuppen bedeckt, die Kinnladen«, 
find gleich lang, und mit fehr kleinen Zähnen befetzt; die Lippenknochert 
breit; die Nafenlöcher einfach, und dicht an den Augen befindlich: diefe ha- 
ben einen, fchwarzen Stern in einem breiten,, filberfarbenen Ringe. Der vor- 
dere Kiemendeckel ift fein: gezähtielt; die KiemenöfFnung fehr weit,, und die* 
Kiemenhaut liegt zum Theil frey. Die Seitenlinie iil nahe am Rücken, mit 
dem lie pararell läuft. Der Bauch ift kurz, und der After nur halb fo weit 
vom Kopfe als von der Schwanzflofle entfernt. Die weichen Strahlen find an 

P 3) 



Iiö Das Groß äuge. 

ihren Enden in vier Spitzen getheilt, und von den harten finden wir in der 
Afterftoffe drey, in der Bauchflofle einen, und in der RückenflofTe zehn. Die 
Schuppen find klein, hart, gezähnelt, bilden an der Rücken- und Afterflofle 
eine Furche , und breiten fich bis über den Grund der SchwanzflofTe aus. 

Der Rücken ifl dunkelgelb, welche Farbe auf den Seiten lichter wird, 
und an dem Bauche in eine weifse übergeht. Die Bruft- und BauchflofTen 
find roth, die RückenflofTe vorn blau und hinten gelb, die SchwanzflofTe am 
Grunde gelb, und am Rande blau, welches bey der AfterflofTe der umgekehrte 
Fall ift. 

Das Vaterland diefes Fifches ifl Japan. Er wird wahrfcheinlich grofs. 
Wenigftens ift das Original gröfser als die Zeichnung. 



Der geßreiffie Rot häng. 



l\f 



DER GESTREIFFTE ROTHLING. 
Anthias Diagramma.. 



C C C X X t e 



T a. f e l 



Braune nach der Länge laufende Streiffen.. K. 5, Br. 16, B. £, A. T 3 T , 
S. 19, R. äV 

Anthias ßriis longitudinalibus Bruneis^ ff. V, P. XVI ,, V. — , ^. — ,, 



C..XIX,, D. 



IX 



XXVIII 



Pe^ca diagramma. P. pinnis dorfalibus 

unitis, corpore lineis luteis. Linn. 

S. N. p. 487. n. 27.. edit.Cm.el. 

p. 319. n. 27.. 

— rnaxilla. fuperiore longiore;, lineis 



decim in pinna dorfali. Muß.. I. 
p. 37. n. 88- Spams maxilla in- 
feriore longiore, cauda fbbrotun- 
da, aculeis tribus in operculis. 
Muß.ll. p. 30.. n.. 187- 



longitudinalibus, varia; aculeis dorfl La. Diagramme- Bonnaterre Ehcycl. Ichtrr.. 
decem., Seba Theß. HI- p. 79. p. 133. n. 41. PI. 57. fig. 219. 

n. 18- tab. 27. fig. 18. DerTitelbarfch. Müll. L. S.Th.IV. S. 241. 

■ — diorfo; monopterygio : capite mu- Ikan Warna Warna Roepanja, dat is, den 
tico, fquamofo: operculis tria- veelverwigen Vifch. Valentyn Ind. Ilf. 

canrhis,. fcjuamofis: cauda fubro- p. 355, n.25. fig. p. 357. n. 25. 

tunda.. Gronov Zooph. p. 90- Prique. Renard Hifr. de PoüT. Tem. L, 
n>. 297. Sparus, Imeis longitudi- tab. 29. fig. 1 59. 

nalibus luteis: varius, aculeis un- — Baddart Na tarl; Hiftoire p; 42.. - 

xJ'ie- nach der Länge laufenden braunen. Streiffen geben ein in die Augen .fal- 
lendes. Merkmahl, für diefen Fifch ab.. 



/• 
Der 

geil reiffte: 
Röthling. 



II 8 Der gefireißx Röthting, 

In der Kiemenhaut' zählt man fünf, in der BrudflofTe fechszehn, in der 
BauchflofTe fechs, in der AfterflofTe eilf, in der SchwanzflofTe neunzehn, 
und in der Rückenflofle acht und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift abfchüfng, ganz mit kleinen Schuppen bedeckt, und von 
den Seiten zufammen gedrückt. Die Kinnladen find gleich lang, und mit vie„ 
len kleinen Zähnen befetzt ; der Gaumen und die Zunge find glatt, die Nafen- 
löcher doppelt, und den Augen näher als der Mundöffnung. Erftere find 
grofs, mit einer Nickhaut verfehen, und haben einen fchwarzen Stern, der in 
einem goldfarbenen Ringe flehet. Der vordere Kiemendeckel ift nur vorn ge- 
zähaelt, und an der inneren Seite mit einer halben Kieme verfehen. Die Kie- 
menöffhung ift weit, und die Kiemenhaut liegt bis zur Hälfte frey. Der Rumpf 
ift zufammen gedrückt, der Bauch rundlich und lang, der After der Schwanz- 
flofTe näher als dem Kopfe. Die Seitenlinie!!]: in der Nahe des Rückens befindlich,. 
Die Schuppen find fehr klein, hart, gezähnelt, ragen am Rücken hervor, und 
bilden dadurch eine Furche, in welche der Fifch die Floße herein ziehen kann. 
Diefe hat in der Mitte einen Ausfchnitt, und ift aus neun harten und neunzehn 
weichen Strahlen zufammen gefetzt. Letztere find, fo wie die der übrigen 
Flößen, vierzweigig. In der AfterflofTe find drey, und in der Bauchfiofie ein 
harter Strahl befindlich. 

Die Grundfarbe diefes Fifches ift weifs, die Streiffen, Flecke, die Bruft- 
Bauch- und AfterflofTe find braun, und die Rücken- und SchwanzflofTe nehmen 
an beiden Farben Antheih 

Das Vaterland diefes Fifches ift. Oftindien. Er ift ein fehr fetter Fifch, 
der zugleich, wie Vakntyn verfichert ä), ein feftes Fleifch hat, welches das vom 

Barfche 

*z) Amboin III. p. 355, 



Der geßreiffte Röthling. u^ 

'Barfche übertrifft:. Er erreicht die Länge eines Fufses, und die Dicke eines klei- 
nen Schellfifches , lebt vom Raube, und da er fehr dreift ift, und felbft die an 
Gröfse ihn übertreffenden Fifche angreift, fo nennen ihn die Indianer den Viel- 
vtrwegnm, welches fie in ihrer Sprache durch Ikan Warna Warna Roepan. 
ja ausdrücken. In andern darigen Gegenden wird er Priaue genannt; die 
Franzofen nennen ihn Diagramme, und die Deutfchen Titelbarjch und geßreiff- 
ten Röthling. 

Valentyn hat dielen Fifch zuerft bekannt gemacht, und eine fchlechte 
Zeichnung davon geliefert b). Gronov gab uns eine genauere Befcbreibung c), 
und Seba d~) eine beflere Abbildung. Die renardfche Zeichnung e) gleicht der 
valentynfchen. 

Gronov citirt unrichtig den Bruynen Jacob Fvert^en des Valentyn zu un- 
ferm Fifche /) , indem diefer auf einem weifsen Grunde braun geßreifFt, und 
jener auf einem braunen Grunde fchwarz gefleckt ifr. 



&) Ind. III p. 354. fig. 25. e) Hiß. de PoijJ. L tab. 29, fig. 159, 

c) Muß IT. n. 387. /; Zooph. p. 90. n. 297, 

d) Tfießlli. tab. 27. fig. 18. 



Allg. Naturg. d. Fifche. Th. ix. Q 



1 2. o £ter vosmerfihe Rothling. 



DER VOSMERSCHE ROTHLING. 

Anthias Vosmeri. 

CCCXXIte Tafel. 

Ein gelber Streift 7 neben der Seitenlinie. K. 5, Br. 1 4., B. -§-, A. T 3 ff , S. 20, R. ig-. 

Anthias firia aurea prope lincam lateralem. B. V> P. XIV, V. — , vi — -, 

KI X 

C. XX, D. X 



XIX 



g JLJer mit der Seitenlinie paralell laufende gelbe StreifF macht das Kennzeichen 

15er diefes Fifches aus. 
vosmerfche 
Röthling. In der Kiemenhaut findet man fünf, in der Bruftflofie vierzehn, in der 

Bauchflofle fechs, in der Afterflofle zehn, in der Schwanzfloffe zwanzig, und 

in der Rückenfloße neunzehn Strahlen. 

Der Kopf und die MundöfFnung find klein; die gleich langen Kinnladen 
nur rafpelartig bewaffnet; die Nafenlöcher flehen nahe am Scheitel, find dop- 
pelt, und dicht an den Augen befindlich: diefe haben einen fchwarzen Stern in 
einem gelben Ringe. Der vordere Kiemendeckel ift nur wenig gezähnelt, und 
der hintere, gleich dem Rumpfe, mit grofsen Schuppen bedeckt. Die Seiten- 
linie ift" nicht weit vom Rücken, und die Afterflofle ni,cht weit von derSchwanz- 
flufle entfernt. Die weichen Strahlen in der Rücken- und Afterflofle find ga- 
belförmig: erftere ift aus zehn harten und neun weichen, und letztere aus drey 
harten und rieben weichen Strahlen zufammen gefetzt. Die übrigen biegfamen 
Strahlen find vierzweigig. Die herfchende Farbe diefes Fifches ift die rothe, 
und nur am Bauche ift er afchgrau. Von den Floflen find die an der Bruft, 
dem Bauche und dem Schwänze roth, die übrigen aber violett. 

Auch dieferFifch ift ein Bewohner des japanilchen Meers. 



Der Schildkrotenfifch. 



DER SCHILDKRÖTENFISCH. 

Anthias teftudineus. 
CCCXXIIte Tafel, 

Zehn Stacheln in der Aftecflofle. K. 5, Br. 16, B. £, A. ff, S. 15, R, ff. 

I X 

Anthias fpinis decem pinnae ani. B. V, P. XVI, V. — , A. — - — , 

cxkd.^BI. 

' XXVII 

JJi diefer Fifch der einzige in diefem Gefchlechte ift, in deflen Afterflofle 

zehn Stacheln befindlich find ; fo ift er leicht daran zu erkennen. Der 



In der Kiemenhaut zählt man fünf, in der BruftflofTe fechszehn, in der 
Bauchfloffe'fechs, in der Afcerftofle achtzehn, in der SchwanzflofFe fünfzehn, 
und in der RückenflofTe rieben und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift abfcbiiffig, kurz, und ganz mit Schuppen befetzt. Als etwas 
befonderes verdient die fehr harte Hirnfehaale bey diefem Fifche bemerkt zu 
werden, indem ihre Fefligkeit dem Haufe einer Schildkröte gleich kömmt, wel- 
ches mir auch zu "feiner Benennnung Veranlagung gab. Er weicht in fei- 
nem Baue von vielen andern darin ab, dafs der vordere Knochen der Auren- 
höhle vorn gezähnelt, ftatt dafs bey den übrigen der vordere Kiemendecke!, bey 
diefem der hintere gezähnelt ift, und dafs er mit grofsen Schuppen und fehr vie- 
len Stacheln in der Rücken- und AfcerflofFe verfehen ift, indem er in der erften 
achtzehn, und in der letzten, wie erwähnt, zehn aufzu weifen hat. Die nahe 
'am Rücken befindliche Seitenlinie geht mit demfelben paralell, aufser, dafs fie 
gegen die SchwanzflofTe von ihm ein wenig abwärts weicht. Sowohl die har- 
ten als weichen Strahlen find bey diefem Fifche ftärker als bey andern Fifchen. 
Letztere find vielzweigig. Die Farbe diefes Fifches ift durchaus braun, und. 
am Rumpfe heller als an den Flößen. Sein Vaterland ift Japan. 



Schildkro- 
tenfifch. 



Der Röthmunä. 



DER R O T H M U N D. 

Anthias formofus. 
CCCXXIIIte Tafel 



Blaue nach der Länge laufende Linien 
A.- 3 *, S. i 7 , R.|J. 

Anthias lineis coeruleis longitudinaiibus. 



C. XVII, D. 



XII 



XXIX 

Perca formofa. P. pinnis dorfalibus imi- 
tis, caudalunata, capite lineis coe- 
ruleis. Lina. S. N. p. 488. n. 35. 
edit. Gmel. p. 1322. n. 35. 
' — marina, capite ftriato. The Grünt. 
Catesby Carolin. Tom. II. p. 6. tab. 6. 

Percis, pinnis quinque; in capite fbiis 
longitudinalibus eaeruleis & lineis, al- 
ternatim pofuis; iride vivide lutea;, 
fquamis fufcis margine lutea; ore. am- 
plo, intus rubro; mandibula inferiore 



am Körper. K. 5, Br. \6 , B. -§-, 



B. V, P. XVI, V. -I- , A. HL. 
VI XII' 



longiore; tredecim aculeis in dorfö^ 
quinto & fexto altiffimis,- pinnis bran- 
chialibus longis, anguflis, omnibus, 
ut & cauda forcipata , cinereis ; unico 
aculeo ad ortum pinnae ähfc Klein 
MirT. Pifc. V. p. 42. n. g. 

L'EcureuiL Bonnaterre Encyclop. Icht&. 
p. 135. tab. 57. fig. 221. 

Marack. Renard Hut. de PoifT. Tom. 1, 
tab. 20. fig. iiq. 

Der Blaukopf, holländifsh Inkhoom-Vijch. 
MiilL L. S. Th. IV. S. 245. n. 35. 



JL/ie blauen nach der Länge laufenden Linien laufen diefen Fifcfe leicht von dm 



10. 
Der Roth- 
mund übrigen feines Gefchleehts unterfcheklen. 



Der Rothmund. i a.j 

In der Kiemenhaut hat er fünf, in der BrufiHofle fechszehn, in der Bäuchr- 
flofie fechs, in der Arterfloffe zwölf, in der Schwanzüofie fiebzehn, und in 
der RückenflofTe neun und zwanzig Strahlen» 

Der Kopf ift nur wenig abfchüßig, und ganz mit Schuppen befetzt; die 
Mundöffnung ift weit; die Zunge breit, frey und glatt, und im Gaumen eine 
zottige Haut iichtbar. Die Kinnladen find gleich lang., und mit einer Reihe 
kleiner, einwärts gekrümmter fpitzen Zähne befetzt, von denen die in dar 
obern Kinnlade etwas gröfser find» Die Nafenlöcher find doppelt, und dicht 
an den Augen befindlich. Der vordere Kiemendeckel ift nur wenig gezähnelt, 
und der hintere glatt. Die KiemenöfFnung ifi weit, und die Kiemenhaut 
gröfstentheils bedeckt. Der Rumpf ift breit; der Rücken rund; die Bauch- 
höhle lang, und der After nur halb fo weit von der ScbwanzflofTe als vom 
Kopfe entfernt. Die unweit des Rückens befindliche Seitenlinie bildet hinter- 
wärts einen flachen Bogen. Die Schuppen find gelb, braun eingefafst, hast 
und gezähnelt. Auch die blauen Linien haben eine fchraahle braune Einfaf- 
fung. Die FlofTen find gelb* und ihre weichen Strahlen vierzweigig. Von 
den harten find in der RückenflofTe zwölf, in der AfxerflofTe drey ,. von denen 
der mitteilte der fiärkfte ift, und in der BauchflofTe einer vorhanden» Die Af- 
terfloffe ift wegen der Schuppen , die fie, wie bey den Klippfifchen ä) , gänz- 
lich bedecken, fteif. Die am Rücken und Schwänze find es nur bis zur Hälfte» 
und in Rückficht der ftarken Lippen gleicht «r den Lippfifchen ; da er aber 
eine weite Mundöflhung, und keine borftenartige Zähne hat j fo, kann er kei- 
nem von beiden Gefchlechtern zugefeilt werden. 

Diefen Fifch treffen wir fowohL in Oftindien als im atlantifchen Meere an,, 
Catesby fand ihn an den bahamifchen Infein b\ der Dr. Ifert brachte mir ihn vom 

e) Chaetodontes.. F) Carolin. £- p. & 

Q * 



114 & er Rothmund. 

der Infel St. Croix mit, und Renard führt ihn unter den Fifcben von den mo- 
luccifchen Infein auf c). 

In Carolina und in England wird diefer Fifch Grünt, von den Hollandern 
Inkhoorn-Vißh, von den Franzofen Ecureuil, von den Schweden Squirrelfish* 
und von den Deutfchen Blaukopf, Eichhornfifih und Rothmund genannt. 

Catesby, der diefen Fifch zuerft befchrieb , gab uns auch eine Abbildung, 
die aber nicht zu den heften gerechnet werden kann, weil die Kiemenhaut von 
dem Kiemendeckel zu weit entfernt, in der BauchflofTe keinen Stachel, in 
•der Afterfloffe nur einer,, und in der RückenflofTe hingegen einer zu viel ange- 
deutet ift. Auch giebt er in der Befchreibung unrichtig zwey Rücken- 
fioflen an d). 

Klein, der feine Befchreibung nach dem Catesby gemacht e), und Bon- 
naterre, der defTen Zeichnung copirt hat/), haben die Fehler deiTelben in 
ihre Schriften mit aufgenommen. 

Auch Renard hat eine neue, aber fehr fchlechte, Zeichnung ge- 
liefert g~). 



c) Hift. de'PohT. I. fig. no. /) Encycl. Ichth. tab.57. fig. 221. 

d) Carolin, p. 6. tab. 6. fig. r. g) A. a. O. 

e) Miß Pifc. V. p. 42. n. 8. 



Der gezeichnete Rot kling. 115 



DER GEZEICHNETE ROTHLING. 

Anthias ftriatus. 

C C C X X I V t e Tafel. 

Ein fchwarzer Fleck zwifchen der Rücken- und Schwanzflofle. K. . ., Br. 14, 
B.f, A.^, S. 18, R.if. 

Anthias macula nigra inter pinnam dorfi & caudae. &.-.., P. XIV, 
V.-^-y A. ^f- , C. XVIII, D. X 



VI 7 XVI ' XXIV 



.LJiefen Fifch erkennt man an dem grofsen, fchwarzen Flecke, welcher zwi~ 
fchen der Rücken- und Schwanzflofife befindlich ift. D ' 

Die Anzahl der Strahlen in der Kiemenhaut kann ich nicht angeben ;, weil gezeichnete. 
ich das Original nicht felbft befitze, fondern die Zeichnung aus dem Ma- 0t lng ' 
nufcripte des Pater Pliimier entlehnt habe.. 

In der BruftflofTe zählt man vierzehn, in der Bauchflofle fechs, in der 
AtterflofTe vierzehn, in der SchwanzflofTe. achtzehn ,. und in der Räckenfloüe. 
vier und zwanzig Strahlen. 

Der Kopf ift zufammen. gedrückt^ abfchüffig, und ganz mit kleinen. 
Schuppen bedeckt. Von den mit kurzen, fpitzen. Zähnen bewaffneten Kinnla- 
den ift die untere die längfte.. Die Lippenknochen find breit; die Nafenlöcher 
länglich,, doppelt, und dicht an den Augen befindlich :. diele haben einen gold- 



iltf Der geieichnete Rötking. 

farbenen Ring, welcher einen fchwarzen Stern einfchliefst. Der vordere Kie- 
mendeckel ift gezähnelt; der hintere läuft in eine Spitze aus, und die Kiemen- 
haut liegt zum Theil frey. Der Rümpf und Kopf find von gelber Farbe, über 
welche acht braune Streiften vom Rücken nach dem Bauche hinlaufen. Die 
FlofTen find röthlich , und ihre weichen Strahlen vielzweigig. Von den harten 
hat die Rückenflofle zehn, die Bauchfiofle einen, und die AfterflofTe drey auf- 
zoweifen. Die fämmtlichen FlorTen find bis auf die an dem Bauche abgerundet. 
Das Vaterland diefes Fifches ift das atlantifche Meer. 

Ende des neunten Theils. 






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